Neuigkeiten und Berichte von Outback Africa Erlebnisreisen

Monats-Archive: November 2009

5.15 Frühstück bedeutet, bis dahin muß das Zelt abgebaut und im Truck verstaut sein. 5.45 war dann Abfahrt, um gleich die erste Fähre über den Kafue um 6 Uhr nutzen zu können. Einen Stop gab es in Lusaka, etwas außerhalb der Metropole bei einem Einkaufscenter mit Läden (natürlich auch mit dem Platzhirsch Shoprite), Restaurants und einem Internetcafé. Das Einkaufscenter lag schon an der „Great East Road“, der es zu folgen galt. Es wurden viele Kilometer gefressen, und bei mir stellte sich nun endlich das Reisegefühl ein. Auf jeder Reise gibt es bei mir einen Moment, einen Augenblick, wo ich mir sage jaaaaaa ich reise. Dieser Moment war heuer irgendwo auf dieser Straße, fahrend, schauend, reisend. Das heutige Tagesziel war nicht genau definiert. Es sollte so weit wie möglich gehen und Tina schaffte das Top Ziel! Kurz vor Chipata ganz im Osten Sambias bogen wir links ab zu Mama Rula´s. Die Dunkelheit war schon hereingebrochen über dem geräumigen und schönen Campingplatz. Ein langer Fahrtag zwischen zwei Höhepunkten Sambias, dem Lower Zambezi und dem South Lunagwa, war geschafft.

Am Ufer des Luangwa-Flusses.Der Nationalpark war nun nicht mehr weit, somit reichte es aus, den nächsten Tag erst um 7.30 mit dem Frühstück zu beginnen. Der South Luangwa hat ein paar Besonderheiten wie die Thornicroft Giraffe, eine von insgesamt neun verschiedenen Giraffenarten, die Fischeule und die Leberwurst essenden Flußpferde. Doch zunächst ging es 100 Kilometer durch Savannenlandschaft, zumeist auf ziemlich holperiger Piste. Ziel für die nächsten zwei Nächte war das Wildlife Camp an der Grenze des Parks, wunderschön am Luangwa gelegen, der hier eine Biegung macht. Am Fluß entlang führt ein etwa 500 Meter langer Weg zur Wildlife Lodge und am Weg tummelten sich Hippos, Puku Antilopen und Buschböcke. Um 16 Uhr startete die erste mögliche Pirschfahrt. Mit offenem Fahrzeug hinein in den landschaftlich schönen und wildreichen Park. Sogar den scheuen Leoparden konnten wir erspähen. Savanne, Fluß, Camp, Tiere, toller Ort.
Früh um 6 Uhr am nächsten Morgen begann die Morgenpirsch, ein Muß im South Luangwa. Die Sonnenstrahlen vertrieben schnell die Kühle der Nacht. Eine Löwenfamilie hatte die Rolle des Leoparden übernommen und wurde zum begehrten Fotomotiv. Weitere beliebte Ziele für die Kamera sind die Lagunen des Luangwa mit ihren Bewohnern. Am Abend ist der Sonnenuntergang über dem Fluß stimmungsvolles Motiv. Immer wieder beeindruckend, wie schnell die Sonne in Äquatornähe hinter dem Horizont verschwindet.

Interesse an dieser Safari? Die Reiseausschreibung für “Gesichter des Südens” finden Sie hier.

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Um 6 Uhr wollte unser Guide Tina (eine Schande, daß ich sie erst am fünften Tag erwähne, nachdem Sie schon viele Kilometer gemeistert hatte) an der Grenze sein, hinter der uns noch viele Kilometer erwarteten. Das hieß, wir mußten sehr früh frühstücken. Da zwischen den zwei Grenzposten die Sambesibrücke liegt, konnten wir noch einen Blick auf die Victoria Falle werfen. Sambia empfing uns mit vielen Bauarbeiten. Die Straßen waren oft kerzengerade, was man erst so richtig bei den Pausenstops bewundern konnte. Über den Kafue hieß es die Fähre zu nehmen. Die letzte fährt um 18 Uhr. Tina hatte die Fahrt bravourös gemeistert, so daß wir keine Angst haben mußten, diese zu verpassen. Unser erstes Ziel in Sambia war Kiambi, ein kleines gepflegtes Camp direkt am Sambesi mit wunderschönem Blick auf selbigen und die gegenüberliegende Seite. Nach drei zeltfreien Tagen hieß es heute wieder Zelte los!

Safari-Truck auf der Route "Gesichter des Südens". © Fotos: René Schmidt | Outback Africa Erlebnisreisen
Tina (rechts im Bild) steuerte unseren Safari-Truck, der mit allem ausgerüstet war, was man zum Überleben unterwegs so braucht.

Der Safari Truck sollte während der folgenden Kanufahrt auf dem Sambesi drei Tage Ruhe haben. Die Campingausrüstung wurde auf Boote verladen. Jeweils zu zweit ging es mit dem Kanu stromabwärts, das machte es entspannend. Begleitet wurden wir von den zwei Guides Chris (dem Chef) und Shangay (seinem Assistenten). Links und rechts des Flusses liegt typische Savannenlandschaft mit ihren typischen Bewohnern. 28 Kilometer sind es vom Camp Kiambi bis zur Elephant Bone Island, dem Ziel der ersten Kanuetappe. Woher leitet sich wohl der Name für diese Insel ab? Tatsächlich waren Elefanten auf der Insel, und hier schlugen wir unsere Zelte auf.

Sonnenuntergang am Sambesi. © Foto: René Schmidt | Outback Africa Erlebnisreisen
Am Sambesi standen unsere Stühle in der ersten Reihe im Kino-Schlager “Afrikanische Natur”.

Elephant Bone Island war auch der erste und übrigens einzige Ort, an dem wir „wild“ zelteten. Noch mehr Spaß als das Zeltaufbauen und der Aufbau der mobilen Toilette machte natürlich der Aufbau der Stühle direkt am Fluß. Erste Reihe im Kino „Afrikanische Natur“.
Der zweite Kanutag brachte uns weitere 32 Kilometer stromabwärts. Heute gab es noch mehr Tiere zu sehen. Natürlich wieder Elefanten und Hippos, aber auch ein großer Kudu und Wasserböcke. Auch mehrere Lodges am Ufer des Flusses beweisen die Attraktivität des Lower Zambezi. Nach der Nacht auf Elephant Bone Island war nun wieder ein richtiges Camp unser Ziel.
Der Erfindung des Motors konnte ich verdanken, daß der 60 Kilometer lange Rückweg nicht gepaddelt werden mußte. Die Errungenschaften der Moderne sind doch ab und an ganz nützlich. Die ersten europäischen Entdecker brauchten Jahre für Ihre Expeditionen, was ich doch da alles in 24 Tagen sehen kann! Zwei Motorboote, eins für die Reisegruppe und eins für die Kanus, brachten uns zurück zum Kiambi Camp, wo noch viel Zeit vom Tage übrig blieb. Wäsche waschen war eine Option, den Nachmittag auszufüllen. Für die Aktiveren bot die Bar Fußball auf einem großen Bildschirm. Das Übertragen von europäischem Fußball, besonders dem englischen, ist in Afrika weit verbreitet (und das im Free TV) und so verwunderte es auch nicht, daß Shangay wohl sämtliche Spieler der europäischen Topclubs der letzten 10 Jahre kannte. Die Hyperaktiven konnten sich dem Extremrelaxen hingeben. Ich wählte einen Weg dazwischen.

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Gerade erst betreten, hieß es nun schon wieder Abschied nehmen von Botswana. An den ersten beiden Reisetagen geht es tatsächlich schnell voran. Nahe Kasane liegt schon die Grenze zu Simbabwe und nicht weit davon entfernt Victoria Falls.
Gegenüber meinem letzten Besuch im vorigen Jahr machte die Stadt jetzt einen freundlicheren Eindruck. Die Geschäftigkeit von meinen ersten Besuchen in den 90er Jahren war noch nicht wieder erreicht, aber es schien aufwärts zu gehen, endlich wieder.
Das Drifters Inn Victoria Falls liegt unweit des Stadtzentrums und ist unsere gemütliche Herberge für die nächsten drei Nächte. Nach nur einer Campingnacht schon wieder ein festes Dach über dem Kopf und feste Wände an vier Seiten. Am Abend gab‘s was aufs Ohr. Die lokale Musikgruppe Black Eagle Warriors besuchte uns und bot traditionelle Tanzvorführungen, aber auch neue Musik – Afrika mit allen Sinnen erleben.
Da es erst um 8 Uhr Frühstück gab, nutzte ich die Gelegenheit, um eine Runde zum „Big Baobab“ zu joggen. Warzenschweine sind in Victoria Falls kein seltener Anblick. Etwas erstaunt war ich aber, gleich 20 Meter neben der Straße einen Elefanten zu sehen (ganz überrascht dann aber doch nicht, hatte ich doch vorher seine Hinterlassenschaft auf der Straße bemerkt). In Deutschland sehe ich selten mal ein Reh früh beim Joggen, hier gleich einen Elefanten, es geht also los mit den neuen Entdeckungen und Wiederentdeckungen. Nach dem Frühstück präsentierten zwei Mitarbeiter von Wild Horizons, was man an den nächsten zwei Tage so alles unternehmen kann in Afrikas Adventure Hauptstadt: vom gemächlichem Reitausflug, bei dem man wilden Tieren besonders nahe kommt, bis zur Rafting-Tour und dem „Full Day Adrenalin Pass“.

Victoria-Wasserfälle © Foto: René Schmidt | Outback Africa Erlebnisreisen

Als erstes lockte natürlich der Besuch der Victoria-Fälle, ein einmaliges Naturschauspiel, das ich mir immer wieder stundenlang ansehen könnte. Der Großteil der 1700 Meter breiten Fälle liegt auf simbabwischer Seite. Erster europäischer Besucher war Dr. David Livingstone. Ein weiterer europäischer Besucher, Dr. Emil Holub, malte sich schon 1886 aus, daß eines Tages „die Wunder des Sambesi das Reiseziel für gelehrte, gebildete Touristen sein werden“ (ob er da schon an Rafting, Bungee Jumping und Safari Trucks dachte?). Den Sonnenuntergang genoß ich bei einer Bootsfahrt auf dem ruhigen Oberlauf des Sambesi.

Am nächsten Morgen verstreute sich die Reisegruppe auf dem Hof des Gästehauses und wurde für die verschiedenen gebuchten Aktivitäten abgeholt. Die meisten hatten sich für die Raftingtour entschieden. Ich nutzte den Tag, um mich in Victoria Falls umzuschauen und Informationen zu sammeln. Am besten geht das natürlich – in Victoria Falls genauso wie in meinem Heimatdorf – beim Friseur (oder ist das eine Ausrede zum Verbergen meiner Eitelkeit?). Auch der zweite Blick bescheinigte mir, daß es wieder aufwärts geht. Ein paar Cafés und Restaurants wie das River Café und Mama Africa Eatinghouse hatten geöffnet, und Maler brachten frische Farbe auf die Wände der Geschäfte. Das Whimpy im Zentrum wurde gerade renoviert. Auch hatte dieses Jahr ein „Pizza Inn“ eröffnet. Auch wenn ich so etwas normalerweise als kulturelle Umweltverschmutzung bedaure, erscheint es doch hier als Lichtblick für die Region.

The Boma - Place of Eating, Victoria Falls. © Foto: René Schmidt | Outback Africa Erlebnisreisen
Hat alle Krisen überstanden und ist wegen seiner gegrillten Wild-Spezialitäten immer einen Besuch wert: Das Boma Restaurant in Victoria Falls.

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