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Monats-Archive: März 2009

Speise-Deck der Kafunta River Lodge im South Luangwa NP (Zambia), links in der Trockenzeit, rechts am Ende der Regenzeit

Der Wandel im Luangwa-Tal in Zambia ist Jahr für Jahr enorm. Während am Ende der Trockenzeit im Oktober oft nur noch ein kleiner Bach und einige Tümpel in einem breiten, sandigen Flußbett an den Luangwa-Fluß erinnern, überfluten die Wassermassen jetzt im März, am Ende der Regenzeit, weite Teile des Tales. Die beiden Bilder zeigen das Aussichts- und Speise-Deck der Kafunta River Lodge, links in der Trockenzeit, rechts am 23.03.2009. Hier sitzen die Gäste normalerweise beim Essen und haben einen schönen Blick auf eine feuchte Lagune, deren frisches Gras viel Wild anlockt. Nun ist das Deck komplett überschwemmt.

Kafunta River Lodge ist eines der wenigen Unterkünfte am South Luangwa Nationalpark, die das ganze Jahr über geöffnet haben. Die regenreichen Sommermonate versprechen zwar nicht so viel Ausbeute bei der Großwildbeobachtung, dafür ist es die Hochsaison für Vogelfreunde. Jetzt sind neben den vielen einheimischen Vögeln auch 47 Zugvogelarten aus Europa zu Gast im Nationalpark. Kafunta bietet deshalb eine spezielles Birding Safari Paket mit einem spezialisierten Guide an.

Auf unserem Weg zum Flughafen Maun bleibt nun doch noch etwas Zeit, um zwei Camps zu besichtigen, die unser Safari-Partner bei Stopovers nutzt.

Das Crocodile Camp liegt ca. 12 Kilometer außerhalb von Maun in Richtung Moremi Game Reserve am Flußufer des Thamalakane.

Von der wunderschön direkt am Fluß gelegenen Bar mit Aussichtsdeck kann man die Vogelwelt und hin und wieder auch einen Hippo oder ein Krokodil beobachten.

Das Camp macht auf mich einen sehr gepflegten Eindruck. Auch der Pool in der Nähe der Bar lädt zum Abkühlen ein. Doch leider ist dafür heute keine Zeit. Zudem verfügt das Camp über ein Restaurant, das auch von Einheimischen besucht werden kann.

Es gibt verschiedene Unterkunftsvarianten. Der Zeltplatz des Camps mit hygienisch einwandfreien Sanitäreinrichtungen ist vor allem beliebt durch die vielen schattenspendenden Bäume. Security-Kräfte sorgen rund um die Uhr dafür, dass nur diejenigen auf den Platz kommt, die hier auch hin gehören. So entdecken wir außerhalb des Platzes eine Kobra, die wohl erst vor wenigen Stunden hier erlegt wurde. Keine angenehme Vorstellung, diese in meinem Schlafsack zu haben. Schön, das es Menschen gibt, die sich auch um solche Angelegenheiten kümmern.

Elektrizität wird hier ebenso bereitgestellt wie einige Wasserstellen und Grillplätze. Wer sich nicht die Mühe machen will, ein eigenes Zelt aufzubauen, kann auch auf eine Handvoll bereits aufgebauter Zelte zurückgreifen (Vorreservierungen dringend empfohlen!).

Neben dem großen Zeltplatz kann man es sich aber auch in zwei unterschiedlichen Chalet-Varianten gemütlich machen. Die gut ausgestatten Standard-Chalets verfügen über zum Teil offene Badezimmer, Terrassen, Ventilatoren, Tee-/Kaffeezubereitungsmöglichkeiten und Moskitonetze und werden vom Housekeeping täglich aufgehübscht.

Die Deluxe-Chalets sind geräumiger und machen insgesamt einen hochwertigeren und frischeren Eindruck.

Was mir aber besonders gefällt ist, dass das Camp eigentümergeführt ist und sich die Besitzerin wirklich Gedanken macht, wie sie den Aufenthalt der Gäste so angenehm wie möglich gestalten kann. So erfahre ich im persönlichen Gespräch mit ihr, dass beispielsweise früher noch Einwohner extra ins Camp kamen, um im Pool zu planschen. Dies war für sie zwar eine ertragreiche Einnahmequelle, da die Gäste nebenher auch Speisen und Getränke konsumierten. Jedoch fühlten sich die eigentlichen Übernachtungsgäste des Camps auf Dauer gestört durch den zunehmenden Andrang und veranlassten die Eigentümerin dazu, den Poolbereich nur noch exklusiv für die Übernachtungsgäste zur Verfügung zu stellen. Heute findet man Mauns Einwohner lediglich hin und wieder einmal im Restaurant, das für seine gute Küche in der Umgebung bekannt ist.

Es werden auch zahlreiche Ausflüge wie Mokoro-Trips, Rundflüge oder Pferdereiten angeboten.

Das Audi Camp liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zum Crocodile Camp ebenfalls am Thamalakane River. Auch das Audi Camp bietet unterschiedliche Unterkunftsvarianten an.

Neben einem à la carte Restaurant verfügt das Camp über eine Bar. Beide sind von 7 bis 22 Uhr geöffnet. Das Restaurant bietet Frühstück, Mittag- und Abendessen sowie Snacks für zwischendurch an. Eine Abkühlung erhält man im campeigenen Pool. In einem kleinen Souvenirshop kann man sogar ein paar Andenken kaufen. Besonders beeindruckt hat mich der große aus grünen Glasflaschen gebaute Kronleuchter in der Bar. Wie lange wird es wohl gedauert haben, um all diese Flaschen zu leeren?

Die erst neu errichtete “Boma“ bietet ausreichend Platz für Konferenzen, Seminare, Workshops und weiteren Veranstaltungen (max. 50 Personen).

Der Zeltplatz liegt unter vielen Bäumen. Die dazugehörigen Sanitäranlagen mit Toiletten und Duschen (Heißwasser) machen einen sauberen, wenn auch nicht ganz so tadellosen Eindruck wie im Crocodile Camp. Oder war das Housekeeping heute noch nicht durch? Stromanschlüsse sind über den Zeltplatz verteilt.

Es werden darüber hinaus auch vier komfortable Hauszelte auf Holzplattformen mit Dusche und WC sowie Blick auf den Fluß und eigener kleiner Feuerstelle angeboten. Außerdem stehen zehn kleine und rustikal ausgestattete Zelte zur Verfügung. Eine besonders kostengünstige Variante sind die acht großen „Dome-Zelte“, die man sich mit mehreren anderen Reisenden teilt, wenn man nicht sein eigenes Zelt dabei hat. Ein komplettes Haus, das Platz für bis zu 10 Personen bietet, rundet das Angebot des Audi Camps ab.

Zahlreiche Aktivitäten können direkt im Camp gebucht werden. Dazu zählen Mokoro-Trips, Safaris, Rundflüge über das Delta, Wanderungen, Pferdereiten sowie „Community“-Trips mit Besuch der einheimischen Bevölkerung und vieles mehr. Transfers in die Stadt und zum Flughafen werden gegen Aufpreis angeboten.

Das Wort „Audi“ bedeutet aus der lokalen Sprache übersetzt „Schreiseeadler“. Ursprünglich handelte es sich bei dem Gelände um einen ehemaligen Schrottplatz, der 1993 mit großer Kraftanstrengung zu einem Zeltplatz umgebaut wurde. Das Ziel war, eine preiswerte Unterkunft mit einer möglichst hohen Qualität zu schaffen. Nach anfänglich schweren Monaten gelang es, nicht zuletzt auch auf Grund einer guten Mund-zu-Mund-Propaganda und dem Reiseführer „Lonely Planet“, aus dem schlecht laufenden Camp eine wahre Goldgrube zu machen.

Dies blieb den Einheimischen natürlich nicht verborgen, und so strömten im Dürrejahr 1995 zahlreiche Bewohner des südlichen Deltas in das gut laufende Camp und baten um Beschäftigung. Doch anstatt sie einfach zu beschäftigen, half das Management des Camps den Einheimischen dabei, beispielsweise ein Unternehmen für Mokoro-Ausflüge ins Delta auf die Beine zu stellen. Aus anfänglich sechs Mokoros (Einbaum-Booten) wurden schnell über 50, und so wurden im zweiten Geschäftsjahr bereits 70 Personen beschäftigt. Diese Ausflüge sind heute überaus beliebt, da Sie auch Einblicke in das Leben der Menschen gewähren.
Die Philosophie des Camps in Bezug auf die Förderung der lokalen Gemeinde ist ebenso einfach wie genial: das alte Rezept der „Hilfe zur Selbsthilfe“ trägt somit dazu bei, dass auch die Bevölkerung den Wert und die Schönheit ihrer Heimat zu schätzen lernt. Ein Paradies, für das andere Völker ein kleines Vermögen zahlen, um hier Urlaub machen zu können.

Nun wird es aber Zeit, dass wir uns wirklich auf den Weg zum Flughafen machen. Wie Marc durch einen Anruf erfährt, wartet der Rest der Gruppe bereits auf mich. Meine Vorfreude, bald meine Kollegin Ulrike wiederzutreffen, wird dadurch arg getrübt, als dieselbige wohl den vorhergehenden Flug im Kleinflugzeug nicht gut verkraftet hat. Etwas bleich und blass sitzt sie in der Wartehalle, als ich zunächst zielstrebig zum Flieger eilen will. Ein entsetztes „Hier bin ich Kolleesch“ mit vertrauter Stimme unterbricht meinen Drang, endlich wieder zu fliegen, und lässt mich aufhorchen. Da sitzt Sie nun: durchgeschwitzt, am Ende und völlig entkräftet. Die anderen Damen (insgesamt fünf an der Zahl) kümmern sich bereits rührend um Ulrike. Leider steht ihr aber noch einmal ein ca. 30minütiger Flug bevor. Wird Sie das schaffen? Werden wir Ulrike wohlbehalten in die Luft und wieder runter bekommen? Das erfährt der interessierte Leser im nächsten Abschnitt…

Außergewöhnlich große Wassermengen strömen in diesem Jahr ins Okavango-Delta. Die nun zu Ende gehende Regenzeit ließ die Pegelstände der Flüsse höher steigen als üblich. Mehr Wasser bedeutet mehr Nahrung in den Naturparadiesen rund um das größte Binnendelta der Erde. Wenn Antilopen, Zebras und andere Pflanzenfresser mehr Wasser und Futter finden, werden sich ihre Populationen überdurchschnittlich vergrößern – und mit ihnen die Anzahl der Raubtiere.

Für Safarifreunde verspricht 2009 also ein spannendes Jahr zu werden im Norden Botswanas, im Caprivi-Streifen oder im Sambesi-Tal. Nachdem der seit Jahrzehnten ausgetrocknete Savuti-Kanal in Botswana 2008 zum ersten Mal wieder Wasser führte – und zwar auf einer Länge von bis zu 20 Kilometern – könnte es sogar sein, daß der Savuti nun noch weiter fließt. Sollte er die Savuti Marsh – eine seit vielen Jahren ausgetrocknete Grasebene – wieder erreichen, hätte Botswana eine Attraktion mehr.

Des einen Freud ist des anderen Leid. Während sich die Safari-Industrie über den großen Zulauf ins Okavango-Delta freut, haben die ergiebigen Regenfälle im Norden Namibias zu schweren Überschwemmungen geführt. In dieser Woche hat Namibias Präsident Pohamba den Notstand für die Region Caprivi ausgerufen. Allein über 200 Schulen mußten geschlossen werden. Ärzte und Krankenschwestern werden mit Hubschraubern in Gegenden geflogen, die auf dem Landweg nicht mehr zu erreichen sind. Gerade Aids-Kranke brauchen täglich lebenswichtige Medikamente. Laut einem Bericht der Allgemeinen Zeitung aus Windhoek hat der Sambesi an der Grenze des Caprivi-Streifens nun einen Pegel von 7,10 Meter erreicht nach 5,37 Metern beim ebenfalls schon ungewöhnlich starken Hochwasser 2008.

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