Neuigkeiten und Berichte von Outback Africa Erlebnisreisen
Die deutsche Restaurant-Kette Maredo will demnächst Rindersteaks aus Namibia anbieten. Maredo hat in Namibia einen Liefervertrag mit dem Schlachthof in Witvlei abgeschlossen, der erst kürzlich die Lizenz für Fleischlieferungen in die Europäische Union erhalten hatte. Das berichtet die Allgemeine Zeitung aus Windhoek. Die Firma Maredo, die nach eigenen Angaben in Deutschland und Österreich insgesamt 60 Restaurants betreibt und damit „Nummer 1 im Steakrestaurant-Markt“ ist, bezieht ihr Rundfleisch bislang ausschließlich aus Südamerika. Nun sollen die namibischen Steaks zunächst in einer Art Themenwoche
vorgestellt und dann ins reguläre Angebot aufgenommen werden. „Dann können sich die Deutschen von der Qualität aus Namibia überzeugen“, freut sich Sidney Martin, Direktor des Schlachthofes Witvlei, gegenüber der AZ und zeigt sich überzeugt: „Das wird ein Erfolg.“
Wegen der extensiven und naturnahen Landwirtschaft ist das Rindfleisch aus Namibia und dem Nachbarland Botswana für viele ein zusätzlicher Anreiz für eine Reise ins südliche Afrika. Die dortigen Steaks gehören nach denen aus Argentinien zu den besten der Welt. Unsere Freunde in Botswana meinen sogar: „Wieso nach Argentinien? Noch vor Argentinien!“
Mit Air Madagascar brauchen wir ein Stunde von Fort Dauphine nach Tana. Dort werden wir bereits von unserem nächsten Fahrer erwartet, der uns in vier Stunden auf relativ guter Teerpiste nach Andasibe bringt. Es ist der nächstgelegene Ort zum bekanntesten Reservat des Landes. Dummerweise hat es den schwierigsten Namen: Analamazaotra. Früher bekannt als Périnet, hat man sich heute, wohl um es den Besuchern etwas einfacher zu machen, zum Doppelnamen Périnet-Analamazaotra durchgerungen. Hier endlich treffen wir auf richtigen tropischen Regenwald. Unsere Unterkunft, die Vakona Forest Lodge, ist wohl die beste unserer Reise. Sie liegt idyllisch an einem See, in den das große runde Restaurant hineingebaut ist, und hat richtig schöne Bungalows mit tollem Badezimmer. Am ersten Abend sind wir zwar etwas kaputt, dennoch gehen wir noch auf die Nachtwanderung mit. In unserer international bunt gemischten Gruppe von ca. 12 Personen ist auch eine Familie mit kleinen Kindern. Das kleinste, ein vielleicht 2½jähriges Mädchen, schläft bald ein und muß von ihrem Papa getragen werden. Verpaßt hat sie nicht viel – auch wir wachen Teilnehmer sahen nur einen Tenrek, der aussieht wie ein kleiner bunt gestreifter Igel, und ein paar winzige Chamäleons. Die sieht man übrigens nachts viel besser, weil sie sich zum Schlafen an die äußersten Spitzen von Blättern und Ästen hängen.

Eines der unzähligen Chamäleons, die man in den Wäldern von Périnet entdecken kann. © Foto: mp
Am nächsten Morgen erkunden wir ausgiebig das Périnet-Analamazaotra-Reservat zu Fuß. Es ist auch landschaftlich sehr schön, hügelig, sattgrün und von vielen Wasserläufen durchzogen. Viele farbenfrohe und interessante Motive kommen Marco vor die Kamera. Vom Mini-Frosch über eine Boa bis hin zum Indri, dem größten aller Lemuren, der auch noch ganz markant schreit. Man hört die sirenenartigen Rufe auf mehrere Kilometer, und wenn man nah dran ist, fährt es einem durch Mark und Bein. Ein Indri turnt über uns durch die Bäume, wir pirschen uns immer näher heran und sehen ihm dann direkt in die Augen. Er sitzt ruhig, läßt sich fotografieren. Mit seinen extrem langen Beinen und dem Stummelschwanz, dem dicken schwarzweißen Fell und den puscheligen Ohren sieht er irgendwie zusammengebastelt aus. Eine Journalistin schrieb einmal: “Ein Lemur sieht nicht aus wie ein Tier, sondern wie die Mischung aus mindestens zweien”. Da hat sie wohl recht.

Blüten setzen prächtige Farbtupfen in den lichten Urwald. © Foto: mp
Für madagassische Verhältnisse ist es hier jedoch relativ touristisch. Man stößt immer wieder auf die gleichen Reisegruppen, die in englisch, holländisch oder spanisch ihre Beobachtungen austauschen und sich an den besten Indri-Beobachtungsplätzen zusammendrängen. Dennoch: Périnet muß sein, und wir werden unseren Reisegästen auch eine zweite Nacht in dieser schönen Gegend gönnen. Wir selbst reisen wie immer im Zeitraffer und müssen weiter. Schon gegen Mittag brechen wir nach Osten auf, wollen noch bis an die Küste. Etwa drei Stunden brauchen wir bis Manambato. Der überwiegende Teil dieser Strecke hat die Qualität einer deutschen Kreisstraße, aber die letzten 30 Minuten haben es in sich. Nur mit Schrittgeschwindigkeit kämpft sich unser Fahrer über eine Lehmpiste, in die andere Fahrzeuge beim letzten Regen tiefe Spuren gegraben haben. An einer feuchten Stelle fahren wir uns auch noch fest. Aber schließlich stehen wir am Ufer eines großen Sees, der zum Canal des Pangalanes gehört. Unser Fahrer meint, das Boot käme gleich. Was für ein Boot? Das Abholfahrzeug unserer nächsten Unterkunft! Wir konnten es kaum glauben. Hier, mitten in der Pampa, ohne Handy-Absprache, wurden wir tatsächlich pünktlich und zuverlässig abgeholt. Schon so oft auf dieser Reise, und auch in ihrem weiteren Verlauf, waren wir begeistert über die gute Organisation, auf die wir uns jederzeit verlassen konnten. Nicht einmal hat uns jemand vergessen oder sich auch nur verspätet. Und wir hatten so viele verschiedene Fahrer.
Fortsetzung folgt hier.
Aus unserer Erkundungsreise haben wir inzwischen eine für jedermann buchbare Naturrundreise durch Madagaskar geschneidert.
Der Berenty-Naturpark ist laut Reiseführer “das meistbesuchte und wohl auch interessanteste aller Naturreservate Madagaskars”. Um von Fort Dauphin aus dorthin zu kommen, muß man sich gut zwei Stunden lang über schlimme Hoppelpisten landeinwärts quälen. Unser Fahrer mit cooler Sonnenbrille nimmt es gelassen, sein 4×4 kennt den Weg fast von selbst. Etwa auf halber Strecke ändert sich die Natur, wir kommen ins Dornenland und sehen die ersten Didieraceen. Sie sehen aus wie riesengroße lange dünne Kakteen, deren viele stachelige Arme wie Finger in den Himmel zeigen. Wieder eine Pflanze, die nirgendwo sonst auf der Welt wächst. Und hier gibt es ganze Wälder davon.

Didieraceen sind typisch für den Trockewald in Südmadagaskar. © Foto: mp
Näher an Berenty dominieren dann Sisalfelder das Landschaftsbild. Sisal wird hier kommerziell angebaut, die Felder bieten viele Arbeitsplätze – unter schlechten Bedingungen und mit schlechtem Lohn. In einer Sisalfabrik sehen wir den Arbeitern bei der Knochenarbeit zu. Nach dem Zermahlen der Blätter wird das faserige Innere einige Tage lang in der Sonne getrocknet. In endlosen Reihen hängen dann die Sisalbüschel wie weiße Rauschebärte an Schnüren.

Ein Sifaka posiert skeptisch, aber geduldig als Fotomodell. © Foto: sp
Auch Berenty hat nicht viel mit Nationalparks oder Naturreservaten, wie man sie aus dem südlichen oder östlichen Afrika kennt, zu tun. Die “Pirsch” sieht so aus, daß man mit einem Führer auf fein geharkten (!) breiten Wegen durch den Wald flaniert und Ausschau nach Lemuren hält. Und da kommen sie auch schon! Kattas in ganzen Horden, meist am Boden, die geringelten Schwänze steil nach oben gerichtet. Braune Lemuren im Schilfrohr, die putzigen Gesichter erinnern an Kinder-Teddybären. Ganz so zahm wie in Nahampoana sind sie hier nicht, das finden wir aber authentischer. Langsam kann sich Marco an einige von ihnen bis auf Armlänge anschleichen und es gelingen ein paar gute Schnappschüsse. Aber das beste Spektakel bieten uns die Larvensifakas. Mit ihrem hellen Fell und der dunklen Gesichtsmaske sind sie besonders hübsch. Auf einer Lichtung sehen wir ihnen zu, wie sie mit ihren langen, muskulösen Beinen in großen Schlußsprüngen quer über die offene Fläche hüpfen. Sie leben normalerweise hoch oben in den Bäumen und sind wahre Sprungkünstler. Wenn sie einmal eine baumlose Fläche überwinden müssen, hüpfen sie eben am Boden. In der Dämmerung stehen wir mucksmäuschenstill unter einem hohen Baum, in dessen Krone sich Hunderte von Flughunden zum Aufbruch in die Nacht vorbereiten. Ein emsiges Surren und Flügelschlagen. Nach dem Abendessen entdecken wir auf einer Nachtwanderung im Schein der Taschenlampe auch nachtaktive Lemuren. Der Graue Mauslemur ist kaum größer als sein Namensgeber, die Augen leuchten aus einer Didieracee-Astgabel.
Berenty hat uns wegen der Lemuren begeistert. Dem Ruf, daß man sie hier besonders gut sieht, sind auch viele andere Besucher aus allen Teilen der Welt gefolgt. Sie laufen mit riesigen Kamera-Objektiven und Stativen durch den Park, bringen diese gar schon morgens mit ins Café-Restaurant, in das sich der eine oder andere zahme Lemur schleicht, und fachsimpeln über frühere Besuche oder andere madagassische Reservate. Interessant ist auch das kleine Museum über die Kultur der Antandroy, der Bewohner des Südens Madagaskars, gleich hinter dem Restaurant. Man sieht hier ihre typischen Hütten, Kochstellen, Kleidungsstücke, Musikinstrumente und viele Fotos mit ausführlichen Erklärungen, so daß man einen guten Einblick in die Traditionen und Besonderheiten dieses Stammes erhält.

Auf dem Boden hüpfen die Sifakas nur auf den Hinterbeinen, Arme und Schwanz werden zum Balancieren gebraucht. © Foto: mp
Weniger begeistert waren wir von der ziemlich unambitionierten (aber teuren) Küche, und auch die Holzbungalows sind mehr funktional als gemütlich. Aber dafür ist man eben mitten im Park. Wir sind auch dem Rat eines unserer Bücher gefolgt, morgens ganz früh aufzustehen und den Sonnenaufgang am Mandrare-Fluß anzuschauen, der das Reservat im Norden begrenzt. Da der Fluß aber zum Ende der Trockenzeit nur ein Rinnsal war und das feuchte Flußbett nicht gerade angenehm roch, und zudem gerade an diesem Morgen der Sonneaufgang nicht gerade spektakulär war, hätten wir uns lieber noch eine Stunde länger im Bett gönnen sollen. Schön war der Spaziergang aber doch, schließlich sahen wir kaum einen Menschen und konnten die Natur erwachen hören.
Fortsetzung folgt hier.
Aus unserer Erkundungsreise haben wir inzwischen eine für jedermann buchbare Naturrundreise durch Madagaskar geschneidert.
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