Neuigkeiten und Berichte von Outback Africa Erlebnisreisen
Das Frühstück hier im Hotel ist das beste der ganzen Reise, ein Buffet mit nach Wunsch gebratenen Eiern, Käste und Obst. Um 7 Uhr brechen wir zum Volcanoes Nationalpark auf, kurz nach 8 Uhr geht es von dort aus los. Ein Guide und maximal acht Gäste (wir sind sieben) werden einer Gorilla-Gruppe zugeteilt. Dazu kommt später ein Macheten-Mann, der den Weg frei schlägt, und drei Soldaten mit Kalaschnikows. Angeblich seien sie wegen der wilden Tiere hier, weil es auch Büffel und Elefanten im Park geben soll. Doch jedenfalls an den steilen Hängen, an den wir herumkraxeln, muß niemand Angst vor Elefanten haben. Die Soldaten sind wohl eher hier, weil sich Ruanda das Geschäft mit dem Gorilla-Tourismus nicht durch irgendwelche Übergriffe hier im Dreiländereck mit Uganda und dem Kongo verderben lassen möchte. Wir haben eine entfernte Gruppe erwischt. Auf der zwölf Kilometer langen Anfahrt zum Startpunkt müssen wir teilweise laufen, weil es für den Toyota HiAce zu steinig wird. Es soll drei Stunden dauern, bis wir auf die Gorillas treffen, sagt der Guide am Beginn der Wanderung. Das älteste Mitglied in unserer Gruppe bestimmt das Tempo mit vielen Pausen auf den steilen Pfaden im kühlen, nebligen Regenwald. Nach knapp zwei Stunden treffen wir auf die anderen Ranger, die sich den ganzen Tag in der Nähe der Gorillas aufhalten und sie so auch vor Wilderern schützen sollen. Sie standen mit unserem Guide im Funkkontakt. Nun passen sie auf unserer Rucksäcke auf. Ich hänge mir zwei Kameras um und stecke mir Wechselobjektive in die Tasche der Regenjacke. Als es losgeht, ist plötzlich die Anzeige der Nikon F100 tot! Als ich noch dabei bin, als Notfall-Variante den höherempfindlichen Film in die F90 einzulegen, drängelt sich plötzlich ein dicker schwarzer Pelz zwischen meinem Rücken und dem steilen Hang hindurch – der erste Gorilla! Es muß der Chef der Gruppe, Charles, gewesen sein. Das ganze Geschehen spielt sich nun an einem fast senkrecht abfallenden Hang ab. Nun tauchen auch die anderen Tiere auf und turnen den Hang hinunter. Wir hangeln hinterher, oft stürzend und im Geäst nur schwer Halt findend. Doch das Licht ist zumeist gut, und die F100 tut auch wieder ihren Dienst, nachdem ich an den Batterien gerüttelt habe (wohl ein Kontaktproblem). Der vorgeschriebene Sieben-Meter-Mindestabstand zwischen Gorilla und Besucher ist manchmal schon vom Gelände her nicht einzuhalten. Kleinere Gorillas spielen Fangen, Mütter mit Babys fressen langsam ihre Blätter, und schließlich der Silberrücken, der sich zum Schluss nochmals in Positur setzt. Wir alle sind hellauf begeistert, obwohl die Exkursion recht anstrengend war. Doch die Strapazen sind schon auf dem Rückweg vergessen. Wir diskutieren, ob wir tatsächlich Tiere getroffen haben. Als wir ins Hotel zurückkehren, warten die anderen schon eine Weile auf uns. Sie hatten ihre Gorilla-Gruppe schon nach einer halben Stunde Wanderung (oder Spaziergang?) bequem auf einer Lichtung entdeckt. So geht es also auch. Am Nachmittag fotografiere ich eine Gruppe Kronenkraniche, die hier zwischen den Hotel-Bungalows und dem benachbarten Golfplatz umherspazieren. Es gibt als durchaus noch andere schöne Fotomotive.

Die Vorschrift lautet 8 Meter Sicherheitsabstand zwischen Mensch und Tier. Wenn sich ein junger Gorilla aber plötzlich am Rücken der Besucherin vorbei schwingt, kann sie nur noch ganz ruhig stehenbleiben … Foto: Manfred Kautz
Knapp zwei Stunden dauert die Fahrt nach Kigali, der Hauptstadt Ruandas. Hier besichtigen wir zuerst die Gedenkstätte für den Völkermord von 1994. Alles ist neu gebaut, zum großen Til mit europäischen Spenden bezahlt. Die Darstellung der Hintergründe für den Genozid ist beeindruckend, scheint mir aber etwas einseitig von der Sichtweise der Tutsi (Opfer des jüngsten Völkermords und heute die dominierende Bevölkerungsgruppe in Ruanda) bestimmt zu sein. Nach einem Besuch auf dem Souvenirmarkt und dem Mittagessen in einem Restaurant schaffen wir es bis gegen 16 Uhr an die Grenze nach Uganda. Dort dauern die Formalitäten nochmals mindestens eine Stunde. Da wir nur noch drei Tage in Uganda verbringen werden, können wir ein Transit-Visum für 15 US$/28.000 Ush. kaufen. So kommt man unterm Strich (30+15 US$) viel günstiger, als wenn man in Deutschland ein Mehrfachvisum für Uganda vorbestellt hätte. Auch für die Wartezeit an der Grenzabfertigung hat es keine Vorteile, das Visum schon vorher im Pass zu haben. Die Mitglieder der Gruppe, die ein Visum aus Deutschland mitgebracht haben, mussten sich ebenfalls anstellen und am Ende auf den Rest der Gruppe warten. Die Fahrt dauert dann nochmals eine Stunde (alles auf Asphalt), bis wir den Bunyonyi-See in einer schönen Hügellandschaft erreichen. Der Campingplatz “Lake Bunyonyi Overland Camp&Parking” liegt idyllisch am Ufer und hat auch feste Hauszelte auf Plattformen am Hang und Bungalows. Die Sanitäranlagen sind sehr gut.
Einen relativ relaxten Tag verbringen wir am Ende der Reise hier am Lake Bunyonyi. Am Vormittag haben sich die meisten für die Bootsfahrt entschieden (Gesamtpreis 130.000 Ush : zehn Leute = 13.000 Schilling pro Nase). Wir fahren über eine Stunde auf dem nicht enden wollenden See mit vielen schönen, steilen Uferlandschaften. Uns begegnen Boote mit Bauern, die auf dem Weg zum Markt sind. Bei den Pygmäen, den Ureinwohnern dieser Gegend, werden wir zuerst von vielen Kindern begrüßt. Äußerlich unterscheiden sich diese Menschen nicht so sehr von den anderen Einheimischen wie etwa im südlichen Afrika die Buschleute (zu denen die Pygmäen wohl irgendwie auch gezählt werden) von den Schwarzafrikanern. Sie leben recht arm, vor einer Hütte organisieren sie spontan eine Tanz- und Gesangsaufführung, was gute Fotomotive ergibt. Auf dem Rückweg legen wir noch an einer Schule an. Der sichtlich stolze Direktor trommelt seine Schüler aus den Klassenzimmern, und wieder gibt es eine Tanz- und Gesangsvorführung für uns. Wir hinterlassen natürlich auch eine Spende für die Schule, in der auch viele Waisenkinder unterrichtet werden. Nach dem Lunch ist Zeit zum Duschen, packen und Webervögelfotografieren, bevor wir am Abend wieder bei Bier und – von East African Explorer Safaris spendiertem – Wein am Lagerfeuer zusammensitzen, das der Barmann extra für uns angezündet hat.

Unsere Küche im letzten Camp der Reise am Lake Bunyonyi
Am letzten Morgen sammle ich von allen Reiseteilnehmern das Trinkgeld in meinem Hut ein und übergebe es vor aller Augen in einem Paket an Robert, der es an die Mannschaft verteilen soll. Es kam ein ganz nettes Bündel zusammen, ich hatte 30 US$ gegeben. Dann folgt eine lange Fahrt auf guten Asphaltstraßen Richtung Norden. Wir halten zum Mittagessen und etwas später nochmals am Äquator. Gegen 16 Uhr sind wir in Kampala und sehen uns noch die Kasubi Tombs (alter Königspalast und Begräbnisstätte für vier Könige des Buganda-Reiches) an. Danach geht es zum Flughafen nach Entebbe. Emirates ist mehr als kulant, beim Check-In läßt der Mann am Schalter mein Übergepäck (6 Kilogramm zuviel!) ohne Kommentar durchgehen. Nebenbei teilt er mir noch den Stand des gerade laufenden WM-Spiels Deutschland-Schweden (2:0) mit, dessen weiteren Verlauf wir dann im Wartebereich auf einem Fernseher verfolgen. Meine Bitte um Hand-Check der empfindlichen Filme war heute wieder bei zwei Kontrollen erfolgreich. Via Dubai geht der Flug nun wieder ins Land der gevierteilten Mülleimer (Papier – Plastik – Glas – Restmüll).
(Reisenotizen von der Safari Geparden, Giraffen und Gorillas im Mai/Juni 2006 – Fortsetzung folgt)
Das Nashorn-Schutzprojekt im privaten Wildreservat Kuzikus ist am Mittwoch Thema in der ZDF-Namibia-Serie Unsere Farm in Afrika. In der Programmankündigung für den 4. April, 14.15 Uhr, heißt es:
Tierschützerin Hiltrud Reinhard auf den Spuren von “Kleopatra”: Hiltruds große Passion ist die Wiedereinbürgerung der vom Aussterben bedrohten Spitzmaulnashörner. In Namibia hat sich durch ein Schutzprogramm die Population erholt, 1200 der wertvollen Tiere gibt es im Land, acht davon leben auf Hiltruds Farm “Kuzikus”. Bald sind es neun: die Herrin der Nashörner ist auf der Suche nach der hochtragenden Nashornkuh Kleopatra. Eine regelrechte Schnitzeljagd durch den Busch.

Am Donnerstag, 5. April, 14.15 Uhr, ist Safari-Guide Dieter in der ZDF-Serie zu sehen: Auf der Farm Kuzikus ist endlich der Familienvater heimgekehrt. Dieter Reinhard widmet sich seinen Kindern und bringt Gästen das Abenteuer Wildnis näher. Warum haben die erfahrenen Namibier ein Säckchen mit Asche bei sich? Und warum können Skimasken in der Steppe sinnvoll sein?
Übernachtungen auf der Gästefarm im Wildschutzgebiet Kuzikus und der einmalige Wildniskurs können bei Outback Africa Erlebnisreisen gebucht werden. Mehr Informationen hier.
Habe ich das nur geträumt? Nein, auch die anderen bestätigen, daß in der vergangenen Nacht tatsächlich ein Flusspferd auf der Wiese zwischen unseren Zelten das kurze Gras abgefressen hat. Das riesige grasende Maul war durch die Moskitonetze in den Zeltfenstern nicht nur zu hören, sondern auch zu sehen. Allerdings scheint das Tier zum Inventar des Camps zu gehören, denn die Leute am Küchenzelt waren keineswegs beunruhigt. Genervt hat lediglich ein kleiner, lauter japanischer Junge aus einem der Bungalows nebenan, der das Hippo in der Dunkelheit verfolgen wollte, dabei über unsere Zeltschnüre stolperte und von seinem Vater auch noch gefilmt wurde. Ob die wussten, wie gefährlich ein normales, wildlebendes Flusspferd sein kann? Naja, so hat man nach der Reise wenigstens was zum Erzählen.

In Hoima kommt der Milchmann noch mit dem Fahrrad
Ausgerechnet beim Bepacken der Autos gibt es einen Regenschauer. Die Fahrt vom Murchison Falls Nationalpark nach Fort Portal fällt mit 9 Stunden (inklusive Pausen, z.B. in der Stadt Hoima) kürzer aus, als es der Guide vorhergesagt hat. Das Toroo Resort ist ein kleines Hotel mit einigen runden Bungalows. Ich bekomme allerdings eines der Zimmer im Haupthaus. Vor dem Abendessen bleibt noch Zeit für einen Stadtspaziergang auf eigene Faust. Auf dem Markt finde ich endlich trockene Bohnen für den Objektiv-Auflage-Sack. Zu meiner Freude darf ich die Verkäuferin an ihrem Stand auch fotografieren. Im Gardens Restaurant bestellt Robert einige einheimische Soßen. Dazu kann aber jeder ein Gericht aus der Karte wählen, zum Beispiel leckere Rindersteaks mit den üblichen Pommes, die hier noch handgeschnitzt sind. Ich bin erstaunt, wie viele Biersorten es gibt: Nile Special, Bell, Eagles, Pilsener und Club-Pils.
Schon wieder heißt es 5.30 Uhr aufstehen, 6.15 Uhr Frühstück, 6.45 Uhr Abfahrt, damit wir pünktlich um 8 Uhr am Eingang des Kibale Forest Nationalparks sind, wo das Schimpansen-Tracking (95 US$) beginnt. Maximal sechs Leute gehen mit einem Ranger, unserer heißt Gottfried. Nach 20 bis 30 Minuten Laufen auf einem Pfad durch den Regenwald kehren wir um, weil die Rufe der Schimpansen hinter uns zu hören sind. Wir sind also vorbeigelaufen. Da sind sie dann endlich, zuerst nur als Silhouetten weit oben in den Wipfeln zu erkennen. Später klettern sie weiter runter. Bis einigermaßen gute Fotomotive zustande kommen (400 ASA sind die Untergrenze), sind einige Streifzüge durch dichtes Buschwerk nötig. Später auf dem Rückweg sehen wir noch eine zweite Gruppe Schimpansen, die faul auf dem (für blitzlichtfreie Fotos zu dunklen) Waldboden herumlümmeln. Dann folgt ein etwa einstündiger Rückmarsch durch den Wald. Gottfried war gnädig und hat uns etwas länger als die vorgeschriebene eine Stunde in der Nähe der Schimpansen gelassen. Kurz vor Mittag sind wir zurück. Wir fahren wieder nach Fort Portal, wo wir zu Mittag essen. Dann folgt eine zweieinhalbstündige Fahrt entlang des Ruwenzori-Gebirges zum Queen Elizabeth Nationalpark. Um 17 Uhr legt das Schiff, das wir uns diesmal mit einer Gruppe durstiger Engländer teilen müssen, zur Bootssafari auf dem Kazinga-Kanal ab. Leider kommt die Sonne nach einem heftigen Regen zu spät wieder raus, so daß die Vogelfotomöglichkeiten besser hätten sein können. Unser Camp liegt auf einer Halbinsel etwa einen Kilometer von der Mweya Safari Lodge entfernt. Weil es im Camp keine Bar gibt, haben die Guides einen kühlen Kasten Bier von der Lodge geholt und ans Lagerfeuer gestellt. Die wissen schon, was die Leute so brauchen … Es gibt zwar nur einfache Toiletten (Loch im Boden) und Duschen ohne Dach, aber unten im See hört man schon die Hippos grunzen, und auf dem Weg zum Camp haben wir in der Ferne eine Gruppe von Löwen gesehen – das ist wieder einmal richtiges Camping in Afrika.

Im dunklen Wald sind die Schimpansen in den Gipfeln nur schwer zu entdecken und noch schwerer zu fotografieren.
Die Morgenpirsch fällt nicht so ergiebig aus. Zudem habe ich mit einer Magen-Darm-Verstimmung zu kämpfen wie andere in der Gruppe übrigens auch. Der Weg bis zur Südspitze des Queen Elizabeth Nationalparks (Fahrdauer zirka zwei bis drei Stunden) ist eine wirklich schlechte Straße, die auch noch von großen Trucks benutzt wird, die in den Kongo unterwegs sind. Nach der Mittagspause am Straßenrand beginnt es plötzlich heftig zu regnen. Zum Glück haben wir in diesem Moment den Straßenabschnitt, der sich bei Zugabe von Wasser in ein Schlammloch verwandelt hätte, schon hinter uns. Das Camp liegt direkt an einem etwa sechs bis zehn Meter breiten und zirka zwei Meter tief eingeschnittenen Fluß, der die Grenze zur Demokratischen Republik Kongo bildet. Eine gut als Strohhüttendorf getarnte Kaserne der ugandischen Armee ist gleich in der Nähe. Am Abend kommen zwei Wachleute vorbei. Das beste hier sind die Hippos, die direkt unterhalb des Camps im Fluß liegen und einen gewaltigen Lärm veranstalten. Es ist der erste Abend ohne Duschen und der zweite mit einfachen Loch-Toiletten. So einfach hatten es sich einige in der Gruppe wohl nicht vorgestellt; aber die Wildnis macht meines Erachtens den Komfortverzicht wieder wett, zumal wir wieder die einzige Gruppe im Camp sind. Bei der Abendpirsch scheint leider keine Sonne, auch die baumkletternden Löwen, die wohl nur bei Hitze in den Bäumen Schatten suchen, zeigen sich nicht.
Meinem Magen geht es am nächsten Morgen wieder besser. Der Tag wird sehr lang: Aufstehen 5.10 Uhr, Frühstück 5.45 Uhr, Abfahrt 6.20 Uhr. Es sind sehr schlechte, holprige Wege, oft in Serpentinen durch die “Schweiz Afrikas”. Die Ausblicke sind herrlich. 15.50 Uhr erreichen wir die Grenze zu Ruanda, gegen 17 Uhr sind endlich alle Formalitäten erledigt. Dann dauert die Fahrt noch etwa eine halbe Stunde bis zum Hotel Gorillas Nest. Die Fliesenlegearbeiten und die Sauberkeit im Bad lassen zwar für deutsche Ansprüche etwas zu Wünschen übrig, aber von der Freundlichkeit des Personals und dem ganzen Ambiente mit Bungalows in einem blühenden Park ist es sicher eine empfehlenswerte Hotelanlage und für viele eine willkommene Abwechslung zum rauen Campingleben der vergangenen Tage.
(Reisenotizen von der Safari Geparden, Giraffen und Gorillas im Mai/Juni 2006 – Fortsetzung folgt)
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