Komfortcamping in Botswana - Abenteuer für die Seele

von Jacqueline Korb


Moremi, 23. Oktober 2023

Was gibt es Schöneres als eine schicke Lodge mit Blick in die afrikanische Wildnis? Richtig... ein rustikales Zeltcamp INMITTEN der afrikanischen Wildnis! Denn was von außen betrachtet wohl unkomfortabel erscheinen mag, ist spätestens nach der ersten Nacht ein Zuhause auf Zeit, von dem man sich nur schweren Herzens wieder trennen kann.

Ganz klar beschränken sich mobile Zeltcamps auf das Wesentliche. Aber genau das macht ihren besonderen Reiz aus. Mal wieder lernen, mit "kleinem Gepäck" auszukommen, erdet so wunderbar. Und das tut gut und macht sogar richtig Freude. Dabei muss man gar nicht wirklich verzichten, denn es gibt zum Beispiel stabile Betten mit bequemen Matratzen. Kissen und Bettbezüge inklusive - die sind bei Ankunft sogar schon bezogen und werden jeden Tag vom Team des Camps wieder aufgeschüttelt, während die Gäste auf Entdeckungstour gehen. Auch Hand- und Badetücher werden bereitgestellt und sind einfach wunderbar weich. Zähneputzen findet draußen statt - Camping eben. 

Jeden Morgen gibt es frisches Wasser, um den Schlafsand aus den Augen zu waschen und sich kurz frisch zu machen. Und um gleich noch bei der Körperpflege zu bleiben... ein Zinkeimer dient als Behälter für die Buschdusche. Kaum zu glauben, aber die "Portion" warmes Wasser im Eimer hat tatsächlich für meine Mitbewohnerin UND mich ausgereicht, inklusive Haarwäsche. Vervollständigt wird das zelteigene Badezimmer durch eine kleine Buschtoilette. Hier kann man sogar ganz bequem Platz nehmen, Klopapier ist vorhanden.

Ein kleiner Vorsichtshinweis aber aus eigener Erfahrung ;0) : die afrikanische Sonne hat Kraft und lässt den Toilettensitz tagsüber ordentlich glühen!

Geweckt werden wir täglich sehr freundlich und pünktlich zum Sonnenaufgang, also kurz nach um fünf. Es wäre ja fatal, die beste Zeit des Tages zu verschlafen. Es ist noch verhältnismäßig kühl, die Tiere sind aktiv und das Licht einfach fantastisch! Nicht nur einmal bin ich beim ersten Augenaufschlag vors Zelt geflitzt, um diesen unvergleichlichen Moment aufzusaugen - Postkartenmotiv inklusive.

Zum Frühstück gibt es ein kleines Buffet mit Kaffee, Tee, Milch, Kakao, Toast, Butter, Marmelade, frischem Obst, Müsli und Rusks. Letzteres ist eigentlich simpler Zwieback, aber in ganz besonders leckeren Varianten. Davon kann man auch zum späteren zweiten Frühstück unterwegs einfach nicht genug bekommen. Und das gastronomische Verwöhnprogramm lässt auch am Mittag und zum Abendessen keine Wünsche offen. Frische Salate, saftige Fleischgerichte und knackiges Gemüse stehen täglich auf dem Speiseplan. Wer wie ich vegetarische Gerichte bevorzugt, bekommt immer eine "Extrawurst" ;0). Und nicht zu vergessen die süßen Leckereien zum Abschluss. 

Was uns so richtig staunen lässt ist die Buschküche. Danke lieber Ludick an dieser Stelle für den Blick hinter die Kulissen. Es ist faszinierend zu sehen, wie hier ganze Menüs gezaubert werden. Vor allem der "Brotbackofen" hat es mir angetan, daran werde ich ab sofort immer denken müssen, wenn ich zu Hause meine Sauerteigwerke zubereite. Küchenchef Ludick sei an dieser Stelle stellvertretend für das gesamte wunderbare Team des Camps genannt, das mit viel Herzblut unser Zuhause auf Zeit gestaltet und begleitet hat.

Jeden Abend bei unserer Rückkehr von der Nachmittagspirsch wurden wir mit gemütlich flackernden Laternen und einem knisternden Lagerfeuer herzlichst empfangen. Und ein kleines Ständchen kündigte dann stets das für uns bereit stehende Busch-Dinner an. Was für eine Gastfreundschaft!

Rückblickend waren diese Tage und Nächte im mobilen Zeltcamp die aufregendsten und zugleich wohltuendsten meiner diesjährigen Botswana-Reise. Aufregend ganz besonders im Hinblick auf diverse Besucher im Camp während unserer Siesta um die Mittagszeit. Denn Löwen und Elefanten in "greifbarer" Nähe am Esstisch vorbei laufen zu sehen, lässt einen durchaus kurz erstarren. Und wohltuend ist einfach diese beispiellose Nähe zur Natur - einschlafen und aufwachen - begleitet vom mir jetzt so herrlich vertrauten Lärm der Hippos.

Komfortcamping in der Wildnis - ein Abenteuer für die Seele!

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