Man lernt nie aus

von Svenja Penzel

Svenjas ZeugHaben Sie auch einen Lieblings-Podcast? Meiner erscheint wöchentlich, dauert ungefähr eine Stunde und reicht für dreimal Morgengymnastik. Oft bringen mich die beiden Typen, die sich darin einfach nur unterhalten, so zum Lachen, dass ich bei meinen Übungen prustend zusammenbreche. So fängt der Tag gut an. Eine Rubrik in diesem Podcast heißt „Heute habe ich gelernt, dass…“. Das finde ich inspirierend und habe es mal für mich weitergedacht aufs ganze Jahr 2023.

Also, dieses Jahr habe ich tatsächlich ziemlich viel gelernt. Fast täglich versuche ich mit einer Handy-App, meinen Suaheli-Wortschatz zu vergrößern. Dieses Ausdauer-Projekt läuft noch immer. Irgendwann will ich mich in Kenia oder Tansania damit unterhalten können.

Im Januar habe ich Amadeus gelernt. Das ist das Flugbuchungsprogramm, mit dem unser Flug-Profi René und einige Kollegen arbeiten. Gelernt ist in meinem Fall übertrieben, aber immerhin kann ich nun einen Teil der kryptischen Ein- und Ausgaben entziffern. Im Februar habe ich in Thailand thailändisch kochen gelernt, muss aber zugeben, dass man das Nachkochen der Gerichte daheim – selbst mit mitgebrachten Original-Zutaten – vergessen kann (die Originalzutaten schauen mich seitdem höhnisch lachend aus den Küchenschränken an). Im April habe ich zusammen mit den Kollegen gelernt, wie man Pralinen mit feiner Füllung herstellt, und wieviel Spaß man mit Gesang und Holz-Kochlöffeln in einem Restaurant haben kann. Im Mai lernte ich ein Wort Irisch, also Gälisch, nämlich Slàinte = Prost, und wie lecker ein Smithwicks Red Ale ist (vor allem nach einer langen Wanderung über Wiesen voller Schafe). Im August lernte unser Sohn genug, um seinen Mopedführerschein zu bestehen, und ich musste lernen, ihn mit seiner geliebten Simson losdüsen zu lassen, ohne ihm ständig besorgte Mutti-Sprüche mit auf den Weg zu geben – was mir immer noch schwerfällt.

Im September lernte ich von Ulrike, wie angenehm feuchte Stofftücher auf heißer Haut sind, wenn die Temperaturen in Botswana sich auf die 40 Grad zubewegen. Da konnten wir uns kaum vorstellen, dass es für unsere Jaci Ende Oktober noch extremer werden sollte. Ich lernte, dass es nachts auf den Salzpfannen recht kalt sein kann und wie angenehm eine Wärmflasche im Schlafsack ist. Und ich musste mir eingestehen, dass ich am großartigen Sternenhimmel ohne Brille nur noch die hellsten Sterne erkenne. Aber es ist auch eine schöne Erkenntnis, dass ein Sundowner an einem Wasserloch mit ein paar Tieren im Licht der untergehenden Sonne und einer Flasche Savanna Dry in der Hand immer noch meine Formel für Glückseligkeit ist – seit über 25 Jahren.

In Kürze lasse ich 2023 dankbar hinter mir und gehe neugierig in das Jahr 2024, das mich gern mit neuen Erkenntnissen überraschen und bezaubern darf. Frohe Festtage Ihnen allen – und auf ein gutes Neues!

2 Kommentare

Petra Weber

19.12.2023 um 11:06

Ein sehr schöner Jahresrückblick.
Sie machen so tolle Arbeit um die man Sie beneiden kann. Ich hoffe bald wieder mit Ihnen verreisen zu können.

Antwort von Outback-Africa

Liebe Petra, vielen Dank für diesen motivierenden Kommentar, ich freue mich sehr darüber! Herzliche Grüße von Svenja

Sandro Kaspar

18.12.2023 um 22:01

Svenja, auch wenn ich wohl altershalber keine Afrikareise mehr unternehmen werde, lese ich mit Freude dein 'Zeug'. Jedesmal fühle mich auch zurückversetzt ins Jahr 2001, als ich die Reise zur Sonnenfinsternis miterlebte, damals warst du zwar nicht dabei, aber Marco. War eine tolle Reise. Vielleicht erinnerst du dich auch noch an mein gedrucktes Büchlein über diese Reise, wo schöne aber auch kritische Sachen drin stehen. Und falls ihr das Büchlein («Notizen einer Reise im Südosten Afrikas») nicht mehr habt, macht's auch nichts.
Dir und Marco wünsche ich besinnliche Festtage und ein gutes, erfolgreiches neues Jahr.

Herzliche Grüsse aus Bern,
Sandro

Antwort von Outback-Africa

Lieber Sandro, vielen Dank für deine Zeilen! Ja, es gibt so Momente, wo man sich in der Zeit zurückversetzt fühlt. Die Sonnenfinsternis-Reise 2001 war auch für mich besonders, selbst wenn ich nicht dabei war, aber sie war letztlich der Aufhänger dafür, dass ich mit Marco in intensiven Kontakt gekommen bin (aus dem dann bald mehr wurde). Auch und gerade deswegen, weil bei dieser Reise nicht alles rund lief...
Auch für dich ein schönes Weihnachtsfest und liebe Grüße von Marco und mir.