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Sansibar - mehr als Meer
Nach über 20 Jahren besuchte ich zum zweiten Mal Sansibar. Im Outback Africa Büro habe ich fast täglich mit der Insel zu tun, meist in Form von Flugbuchungen. Aber die aktive Erinnerung an die Insel, welche Bismarck einst Helgoland vorzog und von welcher der Barde Achim Reichel behauptet, dass es dort am schönsten war, sind bei mir doch verblasst gewesen.
So war ich sehr gespannt auf Meer, Strand, die Gewürze, die Menschen und die Spuren verschiedener Einflüsse. Mein Auge richtete sich dabei besonders auf die Südostküste mit einer großen Auswahl an Hotels und schönen Stränden. Dieser Küstenabschnitt umfasst ungefähr 50 Kilometer von der Nordspitze des Kap Michamvi bis nach Kizimkazi ganz im Süden der Insel. Dort sind die Strände zumeist flach, und das Meer zieht sich bei Ebbe weit zurück. Man kann dann weit hinauslaufen und das vielfältige Leben im freigelegten Sand, der kleine Tümpel zurücklässt, beobachten. Aber Vorsicht, hier gibt es auch Seeigel! Daneben sieht man Seesterne und auch Kraniche, die nach kleinen Leckerbissen suchen. Man kommt schnell ins Gespräch mit Einheimischen, die hier kleine Seegrasplantagen pflegen oder Muscheln sammeln.
Am Kap Michamvi liegt das Quambani Luxury Resort. Beeindruckt hat mich hier vor allem die liebevolle Verarbeitung alter Holztüren. So sieht man den sieben exklusiven Villen beim ersten Blick von außen gar nicht das jüngere Baujahr an (vor sieben Jahren). Das erspäht man erst im geräumigen, mit Klimaanlage ausgestatteten Inneren. Atemberaubend ist hier der Blick nach Norden auf das Meer. Der abgelegene weiße Sandstrand, der sich um die Landzunge legt, lädt zum entspannten Verweilen oder zu längeren Spaziergängen ein. Zusammen mit den in exotischen Gärten gelegenen Swimmingpools bietet Qambani einen traumhaften Aufenthalt an einer ruhigen Stelle der Insel Sansibar.
Nicht weit von diesem ruhigen Idyll im Westen der Halbinsel Michamvi wird es lebhaft, wenn am Kae Beach zum Sonnenuntergang „Jerusalema“ erklingt. Wer für die Fotolinse einen Sonnenuntergang über dem Wasser favorisiert, der findet hier den idealen Platz.
Meine Inselerkundung lässt mich entlang der Südostküste weiter Richtung Süden gelangen. Südlich des Ortes Dongwe liegt der Breezes Beach Club an einem kilometerlangen weißen Sandstrand. Bei den Outback Africa Reisenden schon seit Jahren eine beliebte Wahl. Mit 70 Zimmern nicht ganz klein, aber man findet in der weitläufigen Anlage stets ruhige Plätzchen am Strand, am Pool, in einem der vier Restaurants und erst recht im paradiesischem Frangipani Spa.
Jambiani
Weiter Richtung Süden kommen die belebten Orte Bweju und Paje mit einer Vielzahl an Hotels. Paje bietet zudem den größten Souvenirmarkt im Südosten und viele andere Geschäfte. Ich erkundete jedoch intensiver den Ort, die Strandabschnitte und die Hotels von Jambiani.
Für mich habe ich in Jambiani unterschieden zwischen Jambiani Nord und dem eigentlichen Dorf. Im Gegensatz zu den zuvor beschriebenen Resorts verteilen sich In Jambiani Nord mehrere Hotels am langen Strand. Dazu gehört das von mir besuchte Fun Beach Hotel. Insgesamt 40 Zimmer umgeben hier zwei große Poolbereiche. Am Back Pool etwas ruhiger, zum durch Restaurant und Bar abgetrennten Front Pool etwa belebter. Am Front Pool vorbei gelangt man direkt zum Strand. Alle Zimmer sind komfortabel eingerichtet und besitzen eine gemütliche private Veranda.
Weiter zu Jambiani Nord gehören auch das Alma Boutique Hotel, Sharazad, das Mwezi Boutique Resort mit dem angeschlossenem La Luna und die kleine nur sechs Zimmer umfassende Villa Uzuri. Meint man es außerhalb des Dorfes etwas ruhiger zu haben, so stimmt das nur zum Teil. Die Lage ermöglicht mehr Ruhe und Abgeschiedenheit, aber Souvenirhändler und Anbieter von Boots- und Tauchausflügen sind hier doch etwas ausdauernder als ihre Kollegen im Dorf, die sich bei Nichtgeschäft schneller einer anderen Tätigkeit im Dorf widmen oder in ihr Haus zurückziehen können.
Für mich war immer ein Dorf ein guter Ort zum entspannten Erkunden Afrikas - wenn gleich neben der Hotelanlage die Kinder zur Schule gehen, die freundlichen Einwohner ihren Berufen nachgehen und auf dem Sportplatz der beliebte Fußballvergleich Verheiratete gegen Unverheiratete stattfindet, nachdem die darauf stehenden Kühe fortgeführt wurden. So ist es im Ort Jambiani. Für einen kleinen Ausflug finden sich in der Nähe des Dorfes drei Süßwasserhöhlen, in denen man sich auch mit einem kühlen Bad erfrischen kann.
Am langen Strand Jambianis liegen direkt nebeneinander die kleinen Hotels Nur Beach und Casa Beach mit 10 bzw. 22 jeweils um den Pool herum gruppierten Zimmern. Vom Ozean geschützt sind Sie durch eine Mauer, was das Schwimmen bei Flut erschwert. Die parallel zur Küste verlaufende Dorfstraße bietet aber zwischen den einzelnen Hotelanlagen immer wieder schmale Gassen zum Meer. So ist man nach ein paar gemütlichen Metern Umweg auch bei Flut schnell an einem freien Strandabschnitt. Die Zimmer des Casa Beach verteilen sich auf zwei Etagen. Im Ground Floor direkt am Strand und Pool. Hier haben alle Zimmer eine kleine private Veranda. Über ein paar Stufen erreicht man den First Floor, wo jedes Zimmer über einen kleinen Balkon verfügt. Restaurant und Bar scheinen übergangslos zu Pool und Meer zu wechseln.
Unguja Lodge
Wenn man diese Idylle kurzzeitig verlassen möchte, findet man im Ort mehrere Restaurants und kleine Geschäfte. So konnte ich hier auch ein Fahrrad ausleihen. Nachdem ich den Sattel in gewohnte Höhe verstellt hatte (Afrikaner scheinen einen tiefen Sitz zu bevorzugen), konnte ich einen kleinen Ausflug in den Süden der Insel unternehmen. Makunduchi ist der größte Ort der Region und bekam einst von Walter Ulbrichts zwei moderne Plattenbauten geschenkt. Der Anblick hier auf Sansibar überrascht, die Wohnungen sind heute noch beliebt. Mein Ziel war der Ort Kizimkazi im Westen der Südspitze Sansibars. Hier liegt versteckt am Rande des Regenwaldes die Unguja Lodge. Insgesamt 12 sehr geräumige Chalets bieten komfortabel Entspannung, und von der etwas erhöhten Lage hat man einem traumhaften Blick über das Meer. Bei guter Sicht kann man von hier aus tatsächlich Dar es Salaam an der gegenüberliegenden ca. 40 Kilometer entfernten Festlandsküste erspähen. Zum Meer hinunter führt ein kleiner natürlicher Pfad. Hier kann man besser schwimmen als an der Südostküste, aber lange Strände gibt es hier nicht.
Stone Town
Neben Strand und Meer hat Sansibar aber noch mehr zu bieten. Nach einer Safari im Norden oder Süden Tansanias ist der Jozani Forest eher kein Highlight mehr für Großtierbeobachter, aber der angrenzende Mangrovenwald biete tolle Motive ausgehöhlter Baumwurzeln.
Mein Top Tipp für Sansibar ist aber der Besuch einer der Gewürzfarmen außerhalb der Inselhauptstadt Stone Town. Hier erfährt man viel über die Herkunft und den Anbau der verschiedenen Gewürze und ist immer wieder überrascht über das Aussehen der Gewürze, die man sonst nur aus der Papierpackung oder dem Gewürzstreuer kennt. Am besten unternimmt man die Spice Tour auf dem Weg vom Flughafen zur Küste oder zurück. Um die Mittagszeit herum auch mit kleinen kulinarischen Entdeckungen.
Die Inselhauptstadt selbst ist einen ganzen Besuchstag (mit Nacht) wert. Im Labyrinth der verwinkelten Gassen entdeckt man die unterschiedlichen Einflüsse Afrikas und des Orients. Allein auf der Suche nach den berühmten hölzernen Sansibar Doors könnte man einen Tag verbringen. Zwei mächtige Kathedralen stehen fest für den europäischen Einfluss, ebenso wie das Alte Fort. Gleich daneben befindet sich der Forodhani Park, an dem abends Speisen und Getränke angeboten werden. Mein Favorit: Zuckerrohrsaft. Wer lieber zum Abendessen bequem Platz nimmt, findet diesen im Cape Town Fish Market (der Name täuscht, es ist ein Restaurant) oder auf dem Dachrestaurant des Maru Maru Hotels. Ein historisches Kleinod ist auch das Hotel Jafferji House mit seinen zehn luxuriös ausgestatteten Zimmern. Sorgfältig ausgewählte Möbel und ein wenig knarrende Holzdielen sorgen dafür, dass ich mich in die Zeit des Sultanats zurückversetzt glaubte. Auch noch lang nach meiner Sansibar-Reise beim Zurückblicken auf eine tolle Insel mit mehr als Meer.
... und danach auf Safari!
Auch das ist möglich und empfehlenswert. Zuerst Sansibar erkunden und danach gut akklimatisiert in den Norden Tansanias fliegen und die Tierwelt des Landes erleben.















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