Marco Penzel war in seinem früheren Leben Zeitungsredakteur und schon immer sehr reisebegeistert. Er kam 2005 zu Outback Africa, nachdem er den Süden Afrikas schon auf längeren Rundreisen kennen gelernt hatte. Marco betreute zunächst den Katalog und die Website von Outback Africa, stieg aber auch immer weiter in die Reiseberatung ein und vertiefte durch viele weitere Afrikareisen sein Safari-Wissen. Er ist Geschäftsführer, verantwortlich für das Marketing und Safari-Berater mit Schwerpunkt Sambia und seine Nachbarländer Malawi, Simbabwe, Botswana und Namibia.
Dröhnend treibt der Propeller die kleine Cessna an. Der Richtungsanzeiger im Cockpit weist nach Norden. Unter uns zieht das trockene Luangwa-Tal vorbei. Das breite, sandige Flussbett zeichnet sich als breite Schlangenlinie ab. Wir fliegen über den South Luangwa Nationalpark hinweg, dann über den Luambe Nationalpark. Unser Ziel ist North Luangwa, der Nordpark, in den nur ganz wenige Besucher vorstoßen. Das Flugzeug hat sechs Plätze. Da wir nur zwei Passagiere sind, hat der Pilot die hinteren Sitze umgelegt. So kann er mehr Proviant für die zwei kleinen Camps von Remote Africa Safaris einladen. Die Pakete liegen gleich hinter meinen Schultern. Darunter sind eine Kiste mit frischem Salat und ein Sack Kartoffeln.
Remote Africa, also abgelegenes Afrika, dieser Name beschreibt das Safariunternehmen wirklich treffend. In der einsamen, endlosen Steppe zeichnet sich schließlich eine kleine Landebahn ab, auf der unser Pilot die Cessna sanft und sicher landet. Ausladen, einladen, und bald dröhnt der Propeller wieder und der Flieger verliert sich als kleiner Punkt im weiten Himmel. Zusammen mit Alex, dem Guides des Takwela Camps, bleiben wir zurück. Drei Menschen, ein Landcruiser, und sonst nur Einsamkeit soweit das Auge reicht. Remote Africa eben.
Wir fahren nach Takwela, dem neusten Camp der Firma, das genau an der Stelle steht, wo der Mwaleshi in den größeren Luangwa mündet. Wie auf einer Perlenkette aufgereiht liegen die Hippos im Wasser, als ob sie den Zufluss des Mwaleshi bewachen. Hinter und zwischen ihnen tummeln sich Krokodile. In der Hitze des Nachmittags kommen immer mehr von ihnen heraus auf die Sandbank. Wir zählen mehr als vierzig der großen Echsen. Weitere sind im Wasser verborgen. Während die Krokodile keinen Laut von sich geben, wird mich das beständige Grunzen der Flusspferde bis in den Schlaf begleiten.
Die Pirschfahrt am Nachmittag führt uns zuerst zu einer Stelle am Luangwa, nicht weit vom Camp entfernt, wo mehrere hundert Hippos im Wasser dösen. Meldet sich ein Tier zu Wort, bekommt es Antwort vom anderen Ende der Kolonie. Bald schaukelt sich die Diskussion zu einem lauten Grunzkonzert hoch. Der Luangwa soll ja eine der größten Konzentrationen an Krokodilen und Flusspferden in ganz Afrika aufweisen. Hier kann man das gut nachvollziehen. Zumal jetzt im Oktober, am Ende der Trockenzeit, wenn der Wasserstand niedrig und der Platz für die massigen Tiere knapp ist.
Wir fahren weiter und sehen unter anderen schöne Kudu-Antilopen mit ihren kräftigen, gedrehten Hörnern. Und kleine Cookson Gnus, eine Unterart, die nur hier im Luangwa-Tal vorkommt. Das Wild hat noch eine etwas größere Fluchtdistanz als im South Luangwa Nationalpark, wo es seit Jahrzehnten den Verkehr von Safarifahrzeugen gewohnt ist. „Aber in den ersten Monaten, seit wir hier sind, ist schon eine deutliche Verbesserung zu erkennen, erklärt unser Guide Alex. „Die Tiere werden entspannter, lassen uns inzwischen näher herankommen.“ Das Takwela Camp, das neben Pirschwanderungen auch Pirschfahrten unternimmt, wurde erst im Juni 2019 eröffnet - mit zwei Chalets für maximal vier Gäste. Im nächsten Jahr sollen weitere zwei Chalets und noch ein Pirschfahrzeug hinzukommen.
Neben Takwela betreibt Remote Africa Safaris in North Luangwa das Mwaleshi Camp, das sich auf Wandersafaris konzentriert. Außerdem gibt es im Nationalpark noch das Buffalo Camp, in dem auch Selbstfahrer Station machen. Viele Besucher stoßen aber nicht bis nach North Luangwa vor. Im gesamten Park ist es pro Tag selten eine Handvoll, wie ein Blick in das Registrierungsbuch zeigt, das wir am Eingang zum Nashornschutzgebiet ausfüllen müssen. Heute sind die drei Gäste in unserem Auto die einzigen Touristen im gesamten Park.
Alex ist nicht nur unser Guide, er hat auch den Bau des Takwela Camps geleitet, wie er uns stolz berichtet. Der Fußboden im Hauptgebäude und in den Chalets ist mit selbst gebrannten Ziegelsteinen gepflastert, darauf liegen Strohmatten. Die Wände sind aus trockenem Riedgras. Holzpfähle stützen das Dach über dem Schlafzimmer. Darunter wird in der Nacht ein Moskitonetz aufgespannt. Das Badezimmer, ebenfalls mit Wänden aus Stroh, kommt ohne Dach aus, was für einen freien Blick in den Himmel sorgt. Neben dem Waschbecken aus braunem, grob gebranntem Ton gibt es ein kleines Türchen in der Wand. Der Camp-Mitarbeiter, der mich morgens noch vor Sonnenaufgang mit einem vorsichtigen „Hello, knock-knock“ weckt, schiebt einen Krug mit heißem Wasser durch diese Öffnung.
Lust auf eine solche Safari? Ich berate Sie gern.
Marco Penzel, Geschäftsführer Outback Africa Erlebnisreisen, Telefon: 037437 538811 marco@outback-africa.de
ein Kommentar
Richard & Marion Joss
26.12.2020 um 19:37
Lieber Herr Penzel Wir sind grundsätzlich an Ihrer Wandersafari im North-Luangwa NP interessiert. Wir waren schon dort, würden so etwa wieder gerne machen, aber nicht unbeding zu Robin Pope Preisen. Es muss doch irgendwie auch anders möglich sein. Weniger Luxus, mehr Natur. Haben Sie eine solche Reise? Mit weihnachtlichen Grüssen aus der Schweiz, R. & M. Joss
Antwort von Marco Penzel
Liebe Familie Joss, danke für Ihre Anfrage. Robin Pope Safaris ist im Norden von South Luangwa mit Wandersafaris unterwegs, nicht aber im North Luangwa Nationalpark. Dort hat Remote Africa Safaris zwei Camps zu denen wir gern eine Reise für Sie organisieren. Vielleicht können Sie mir eine Mail schreiben an marco@outback-africa.de und dann sollten wir in den nächsten Tagen am besten einmal telefonieren. Sonnige Grüße, Marco Penzel
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