Safari mit der Bushcamp Company

von Marco Penzel


Chamilandu, South Luangwa NP, 17. Oktober 2019

Das ist also die Hotel-Lobby, durch die regelmäßig Elefanten laufen. Die Bilder aus der Mfuwe Lodge im South Luangwa Nationalpark sind berühmt. Elefanten finden hier jeweils im November ihren Weg zu den reifen Früchten eines wilden Mango-Baums und lassen sich dabei auch von Treppen nicht aufhalten. Die Vorfahren der Tiere haben schon an diesem Baum gefressen, als die Lodge noch nicht gebaut war.

Ich bin nun im Oktober in der Mfuwe Lodge, die Elefanten sind noch nicht da. Mit 18 Zimmern ist es eine für sambische Safari-Verhältnisse große Lodge (in Tansania oder Kenia wäre sie eher klein). Sie liegt innerhalb des Nationalparks, gleich nach dem Haupteingang rechts. In dieser Gegend gibt es viele Tiere, die an den Autoverkehr gewöhnt sind und sich leicht fotografieren lassen. Aber genau der Verkehr ist auch der Grund, weshalb die Lodge nicht meine erste Wahl ist, jedenfalls nicht für einen gesamten Aufenthalt in South Luangwa. Aber für die ersten ein, zwei Nächte ist es ein sehr guter Startpunkt. Das gilt ganz besonders, wenn man mit dem Abendflug in Mfuwe eintrifft und nach der langen Anreise nicht mehr weit fahren will.

Die Mfuwe Lodge ist die Heimatbasis der Firma The Bushcamp Company. Wie der Name sagt, spielen kleinere Safaricamps die Hauptrolle. Sechs davon, jeweils mit nur drei oder vier Zimmern, betreibt die Forma im Süden des Nationalparks. Dort ist sonst kein anderes Safariunternehmen unterwegs.

Die Fahrt von der Mfuwe Lodge zum ersten Bushcamp, in dem ich wohne, dauert etwa zwei Stunden und ist selbst schon eine Pirschfahrt. Sie führt mich nach Bilimungwe. Dieses Camp hat vier großzügige Chalets, die im Schatten großer alter Bäume am Rand einer Lagune stehen, in der ein Hippo döst. Die Ausstattung ist nicht mehr neu, aber gepflegt. Bunte Kissen locken die von dunklem Holz geprägte Atmosphäre auf. Es gibt große, bequeme Betten, eine Dusche im Innenraum und eine weitere draußen unter freiem Himmel, die an der Rückseite von einer Mauer aus geschichteten Steinen begrenzt ist und nach vorn Blick auf die Lagune bietet. Die traditionelle, aber solide Bauweise kommt all jenen entgegen, die mitten in der Natur sein wollen, aber vor allzu wilden Unterkünften zurückschrecken.

Unsere heutige Pirschfahrt endet mit einer Überraschung. Ein Sundowner, also ein kühles Getränk zum Sonnenuntergang gehört ja sowieso dazu. Normalerweise hält der Guide dafür irgendwo im Park an einem Platz mit schöner Aussicht und hievt die Kühlbox aus dem Auto. Das haben diesmal seine Kollegen schon erledigt. Klappstühle, Ständer mit Petroleumlampen und die kleine Bar auf der Kühlbox stehen schon da - und zwar im flachen Wasser eines Seitenarms des Luangwa. Bevor wir anstoßen können, ziehen wir also unsere Schuhe aus und sitzen dann barfuß im warmen Flusswasser und schauen in die untergehende Sonne.

Auf der Fahrt zum Startpunkt unserer Pirschwanderung am nächsten Morgen halten wir am Flussufer und schauen einer Gruppe von Löwen zu, wie sie ein Flusspferd verspeist. Der Katzennachwuchs hält dabei die ungeduldig wartenden Geier auf Distanz. Die Katzen und die Vögel sind keine Freunde. Zwar ist zwischen ihnen klar geregelt, wer zuerst und zuletzt ans Fressen darf. Doch die kreisenden Geier machen Hyänen in der ganzen Gegend darauf aufmerksam, dass es hier etwas zu holen gibt. Und auf den Streit mit ihnen um die Beute hat kein Löwe Lust.

Nach dem Mittagessen fahre ich weiter zum nächsten Bushcamp: Chamilandu. Es ist etwa 40 Fahrminuten von Bilimungwe entfernt. Und es ist in einem ganz anderen Stil gestaltet. Das Hauptgebäude ist kleiner und schlichter, dafür sind die Zimmer umso großzügiger und moderner. Es gibt nur drei Chalets. Sie liegen jeweils auf zwei bis drei Meter hohen Plattformen, so dass man über eine Treppe zum Eingang gelangt. Es gibt einen Vorraum, ein Schlaf- und ein Badezimmer mit viel Platz. Die Möbel sind aus schwarzen Stahlrahmen und Holz gebaut. Die Moskitonetze über dem Bett sind nicht in weißer, sondern in dunkelgrauer Farbe gehalten. Alles wirkt neu und schick. Eine Mitreisende meint: „Irgendwie New Yorky Style auf Safari.“ Die schweren Türen an der Vorderfront des Zimmers darf man auch in der Nacht geöffnet lassen. Durch die erhöhte Bauweise kann hier kein Tier einfach so hereinspringen. Und nach dem Aufwachen hat man dann schon vom Bett aus den Blick auf den Luangwa, an dessen Ufer das Camp liegt. Allerdings ist der Pegelstand jetzt am Ende der Trockenzeit niedrig. Das verbliebene Wasser hat sich einen Weg hinter der riesigen Sandbank gesucht, auf der nun der Blick fällt. Und trotzdem ist die weite Aussicht grandios.

So wie sich Chamilandu und Bilimungwe in Gestaltung und Lage unterscheiden, so haben auch die anderen vier Camps der Bushcamp Company ihren eigenen Charakter. Keines gleicht dem anderen. Deshalb empfiehlt es sich, sie in einer Safari zu kombinieren. Zwei Nächte am Beginn in der Mfuwe Lodge, gefolgt von jeweils drei Nächten in zwei Bushcamps oder zwei Nächten in drei Bushcamps scheinen mir ideal. Die Safari-Aktivitäten sind jeweils ganz ähnlich. Bei der Zusammenstellung geht es einfach nach Geschmack - und nach Verfügbarkeit. Schließlich gibt es in jedem Camp nur drei oder vier Zimmer.


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Ich berate Sie gern.

Marco Penzel, Geschäftsführer
Outback Africa Erlebnisreisen,
Telefon: 037437 538811
marco@outback-africa.de


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