Fazit zur Großen Okavango-Rundreise

von Susanne Schlesinger

Die Große Okavango-Rundreise macht ihrem Namen wirklich alle Ehre, denn die Route umrundet das Delta und es werden viele verschiedene Landschaften besucht. Highlights sind der Caprivistreifen, Nxamaseri, Moremi/Khwai und natürlich die Victoria-Fälle. In Chobe war die Bootstour schöner als die Pirschfahrt, was aber an den vielen anderen Fahrzeugen lag und vielleicht auch daran, dass wir von den vorherigen Pirschfahrten mit unbegrenzter Beobachtungszeit so verwöhnt waren. An Tierreichtum, vor allem Elefanten, ist die Tour kaum zu überbieten. Sie waren wirklich überall, vor allem natürlich in Moremi und Chobe.

Die Unterkünfte waren durchgängig wirklich von gutem Standard und die einsam gelegenen Lodges Camp Kwando, Nxamaseri Island Lodge und Khwai Guest House waren besonders schön.

Der Bus war komfortabel, es gab immer Wasser bzw. man konnte Getränke kühlen. Das offene Allradfahrzeug für die Tage in Moremi ist notwendig, aber eben sehr zugig. Wenn man sich darauf einstellt und etwas Warmes anzieht, ist das aber kein Problem.

Die Fahrtstrecken sind teilweise recht lang. Nicht nur, weil es immer 300 Kilometer sind, sondern auch wegen der Straßenverhältnisse. Die Alternative wäre nur ein Flug im Kleinflugzeug, was aber den Reisepreis in die Höhe treibt.

Kelesedi (KD) war ein sehr umsichtiger Fahrer, der sich sehr viel Mühe gab, alle glücklich zu machen, und der auch viel mit der Gruppe kommunizierte. Für viele Kunden ist der Übersetzer sicher sehr wichtig. Bei uns wäre es eigentlich auch ohne gegangen, zudem die Gruppe international war. Das lässt sich aber vorher nicht planen.

Vom Preis-Leistungsverhältnis her ist die Reise sehr gut (was auch die Mitreisenden bestätigten). Botswana ist im Verhältnis zu anderen afrikanischen Safariländern hochpreisiger, aber bietet auch den entsprechenden Standard. Hinzu kommen auch die sehr angenehm freundlichen, aber unaufdringlichen Botswaner. Man ist als Tourist willkommen, ohne sich wie ein „Kolonialherr“ zu fühlen. Landschaft und Tiersichtungen sind bei der Route mit auf jeden Fall fünf Sterne wert.

Reisetipps

Wie mehrfach erwähnt, sind die Morgen- und Abendstunden im Winter sehr kalt und die Temperaturunterschiede hoch. Deshalb ist das Zwiebelprinzip die beste Alternative, vor allem sollte die oberste Schicht auch winddicht sein. Fleecejacke, Mütze, Schal, Handschuhe und warme Socken gehören ins Gepäck, eventuell auch Skiunterwäsche oder eine lange Unterhose.

Hohe Wanderschuhe sind nicht nötig, Turnschuhe mit einer guten Sohle reichen völlig. Teilweise ist der Boden sehr sandig, deshalb ist eine kleine Bürste praktisch.

Strom zum Laden der Akkus ist überall vorhanden, wird jedoch teilweise aus Sonnenenergie gewonnen. Zum Fönen der Haare reicht dieser nicht aus – am besten tagsüber dann vom Wind trocknen lassen. Man trägt sowieso meist eine Schirmmütze.

Mehrere Akkus und große Speicherkarten sind wie auf jeder Safari immer ein guter Tipp.

Durch die vielen Ein- und Ausreisen werden ordentlich Stempel im Pass gesammelt. Er sollte deshalb genügend freie Seiten haben. Bei Einreise darauf achten, dass wirklich ein Double Entry-Visum für Simbabwe ausgestellt wird, sonst bezahlt man bei Wiedereinreise noch einmal.

Die Reise geht durch drei verschiedene Länder, jedoch benötigt man nicht zwingend Namibia-Dollar,  Rand oder Pula, wenn man US-Dollar mitnimmt. In Simbabwe war bisher auch US-Dollar die Touristenwährung, jedoch gibt es seit kurzem Änderungen. Am besten kurz vor Abreise erkundigen. Man muss im Bedarfsfall sowieso vor Ort tauschen. Mit Kreditkarten kann in den größeren Lodges und auch im Restaurant bezahlt werden. Es wird mit einem Kartenlesegerät am Tisch kassiert.

Für Einkäufe, z.B. Getränke und Moskitoschutzmittel empfiehlt es sich, beim ersten Stopp in Kasane kurz den Supermarkt aufzusuchen. Im SPAR im Stadtzentrum gibt es alles Nötige außer alkoholischen Getränken. Diese werden gegenüber in einem separaten Laden verkauft (Achtung, er hat sonntags geschlossen). Wer unterwegs etwas anderes außer Wasser trinken möchte, kann sich hier eindecken. In den Lodges gibt es überall Softdrinks, Bier und gängige Spirituosen zu moderaten Preisen. Bezahlt werden kann hier mit Kreditkarte oder botswanischen Pula, nicht mit US-Dollar.

Für Victoria Falls empfiehlt es sich, am Ankunftstag bei gutem Wetter direkt die Wasserfälle zu besuchen oder, falls gewünscht, einen Hubschrauberrundflug zu machen, anstatt dies für das Ende der Reise zu planen. Sollte es jedoch bei Ankunft bewölkt oder regnerisch sein, empfiehlt es sich, direkt den Hubschrauber für den Rückkehrtag zu buchen, um sicher zu stellen, dass es klappt.

Wer den südlichen Sternenhimmel erkunden möchte, sollte ein Tablet mitbringen und die kostenpflichtige App „Star Walk“ kaufen. Diese funktioniert auch ohne Internetzugang sehr gut und bietet verschiedene Ansichten der Sternbilder sowie Planeten und weitere interessante Informationen.  Mit einem Mobiltelefon geht es sicher auch, jedoch bietet das Tablet mehr Fläche und die kleinen Details sind besser erkennbar.

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