Tipps und Tricks für eindrucksvolle Safari-Fotos

von Susanne Schlesinger

Schöne Bilder halten die Erinnerung an Ihre Safari auch noch lange nach der Reise lebendig. Auch wenn Sie keine Profikameraausrüstung besitzen, können Sie mit unseren Tipps und Tricks trotzdem ansprechende Fotos von Ihrer Safari mit nach Hause bringen und diese eindrucksvoll in Szene setzen - egal ob für ein Fotobuch, einen Reiseblog oder auf Instagram.

Lernen Sie die Funktionen Ihrer Kamera oder des Handys kennen.

Neuere Kameras und Handys haben viele Zusatzfunktionen, die eventuell hilfreich sein können. Üben Sie deshalb vorher zu Hause, um sich damit vertraut zu machen. Auch Tutorials im Internet sind hilfreich, um tiefer in die Funktionen einzudringen und diese effektiv zu nutzen.

Wenn das Motiv gut ist, ist jede Kamera gut

Afrika bietet unendlich viele schöne Fotomotive. Selbst ein Schnappschuss, der einen flüchtigen Moment einfängt, kann zum Lieblingsbild werden, das als gerahmtes Poster später die Wohnung schmückt. Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters und es ist Ihr Bild und Ihre Erinnerung. Natürlich werden die Bilder schärfer und raffinierter mit einer Profikamera, und vielleicht können Sie weit entfernte Szenen nicht mit einem Teleobjektiv heranzoomen. Trotzdem gelingen selbst mit einer besseren Handykamera gute Aufnahmen, wenn das Motiv und Licht schön sind. Im Dämmerlicht oder bei weit entfernten Objekten ist die Grenze erreicht.

Nicht nur Tiere sind gute Motive

Für ein Fotobuch eignen sich viele Aufnahmen und Bildformate. Sie brauchen während der Reise noch nicht alle Seiten durchzuplanen, aber es schadet nicht, vielfältige Motive zu fotografieren, um mehr gestalterische Möglichkeiten und eine bessere Auswahl zu haben. Hier einige Tipps:

Große und kleine Fotomotive

Weite Landschaften machen sich auf ganzseitigen Bildern oder Panoramaseiten gut, interessant sind jedoch auch die kleinen Dinge. Eine Blüte, ein Blatt oder eine Frucht, ein schönes Detail in der Zimmerdekoration oder auch eine Nahaufnahme eines Insekts können beeindruckend sein und bringen Farbe auf die Fotobuchseiten. Einfache Kameras sind bei ausreichendem Licht oft erstaunlich gut in der Lage, ordentliche Nahaufnahmen und sogar Makroaufnahmen zu liefern. Unbewegte Objekte sind zudem einfacher zu fotografieren.

Verschiedene Fotoformate

Viele Handykameras bieten mehrere Bildformate an. Probieren Sie diese ruhig einmal aus. Ein Motiv kann in einem quadratischen Bild ganz anders aussehen als in einem rechteckigen Rahmen. Giraffen müssen nicht immer Hochformat haben. Besonders spannend sind Panoramaformate. Damit lassen sich überraschende Effekte erzielen. Man braucht nur eine ruhige Hand und etwas Übung.

Ein besonderer Tipp, um Freunde zu verblüffen: Wenn Sie in einer weiten Landschaft eine Panoramaaufnahme machen und ein Mensch darauf zu sehen sein soll, können Sie diesen doppelt ins Bild bringen. Dafür muss sich die Person zunächst weit links auf dem Bild befinden und von der Kamera erfasst werden. Nun schwenken Sie langsam nach rechts weiter, während die Person schnell hinter Ihnen vorbei auf die rechte Bildseite geht und beim Schwenk dann nochmals erfasst wird.  Schon haben Sie das „doppelte Lottchen“ auf dem Bild.

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Fotoperspektive, Selfie-Stick und Stativ

Scheuen Sie sich nicht, auch einmal auf die Knie zu gehen oder sich sogar auf den Boden zu legen. Die Fotos bekommen eine spannende Perspektive. Genauso interessant sind Aufnahmen von oben oder mit einer schräg gehaltenen Kamera.

Selfie-Sticks mögen albern aussehen, bieten jedoch interessante Möglichkeiten, um neue Perspektiven zu schaffen und um sich selbst und dahinter liegende Motive ohne fremde Hilfe zu fotografieren. Am besten zu Hause vorab etwas üben. Ebenso hat sich ein kleines Dreibeinstativ bewährt, um der Kamera oder dem Handy einen sicheren Halt zu geben. Beides ist für wenige Euro erhältlich.

Drittelregel beachten

Falls möglich und nicht für einen dramatischen Effekt so gewollt, sollte das Hauptmotiv nicht mittig im Bild sein, sondern sondern links oder rechts der Mitte platziert werden. Es gibt die sogenannte „Drittelregel“ (siehe Bild). Einige Handykameras bieten auch ein Hilfsraster an. Durch Zuschnitt kann man aber auch oft das Hauptmotiv später noch besser im Bild platzieren. Ebenso ist es immer beeindruckender, wenn das Motiv ins Bild hinein läuft statt aus dem Bild heraus. (Dies ist aber dem Elefanten nicht immer leicht beizubringen). 

Oberflächen und Strukturen als Fotohintergrund

Die meisten Fotobuchsoftwares bieten die Möglichkeit, Bilder auch als Seitenhintergrund hochzuladen und andere Bilder darüber zu platzieren. Dafür eignen sich bildfüllende Nahaufnahmen von Sand, Steinen, Baumrinden, grobem Stoff, Wasser, Makros von Pflanzenteilen usw. besonders gut. Es ist deshalb nie verkehrt, einige solche Aufnahmen zu machen, auch wenn sie als einzelnes Foto eher monochrom und langweilig wirken.

Farben und Licht

Achten Sie beim Fotografieren auf Farbkontraste. In Afrika dominieren Naturfarben, also braun, beige, gelb oder grün. Ein bunter Farbtupfer wirkt hier besonders kontrastreich und ist ein Hingucker. Fotografieren Sie Ihren Partner oder einen Mitreisenden zum Beispiel in einem roten T-Shirt in einer Wüstenlandschaft oder in den Bergen. Besonders intensiv wirken Farben bei Sonnenaufgang oder -untergang, da dann das Licht flacher auf die Oberfläche trifft. Im grellen Mittagslicht dagegen werden Farben häufig überstrahlt und wirken auf den Fotos dann fade.In manchen Fällen hilft ein Filter, den viele Handys in den Fotoapps mit anbieten. Wunder bewirken diese Filter jedoch nicht.

Posieren auf Fotos

Jeder kennt die gestellten Bilder, die zeigen sollen: „Ich war hier!“. Viel natürlicher und aussagekräftiger sind jedoch oft Bilder, die Menschen in natürlicher Bewegung zeigen oder vielleicht auch von der Kamera abgewandt in die Ferne blickend. Natürlich sollen Sie keine Menschen unverhofft „abschießen“. Häufig genügt es bereits, wenn die Blickachse oder der Kopf von der Kamera weggedreht wird und etwas von der bewunderten Landschaft mit auf dem Bild zu sehen ist. Auch Aufnahmen von hinten, zum Beispiel bei einem Spaziergang am Strand oder ein Blick über die Schulter, können reizvoll sein.  Schattenumrisse, Hand oder Fuß lassen sich effektvoll in Szene setzen. Am besten auch hier wieder mehrere Posen probieren.

Zu starkes Zoomen der Motive vermeiden

Einfache Kameras haben ihre Grenzen. Das wird vor allem bei sehr starken Zoomaufnahmen deutlich, diese geraten oft unscharf. Fotografieren Sie deshalb lieber mit einem größeren Bildausschnitt und bearbeiten Sie die Bilder mit Hilfe einer Foto-App oder eines Bildbearbeitungsprogrammes nach. Wenn möglich (und ungefährlich), gehen Sie nahe an das Motiv heran. In den Beispielbildern wurde die Hyäne aus einem größeren Bild ausgeschnitten, das Kamel ganz nah fotografiert.

Nicht gleich alle Fehlschnappschüsse löschen

Auch wenn der Speicherplatz begrenzt ist, löschen Sie nicht vorschnell vermeintliche fehlerhafte Aufnahmen. Auf einem kleinen Display lassen Sie Details nicht gut erkennen. Sie werden oft erst auf einem größeren Bildschirm sichtbar. Eventuell hat das Bild genau deshalb einen besonderen Reiz oder eignet sich, um einen Ausschnitt zu verwenden.

Nehmen Sie sich bei der Gestaltung des Fotobuches Zeit

Fotobuchanbieter werben häufig damit, dass man das Buch in drei Minuten erstellen kann. So sehen die Bücher dann leider auch aus. Planen Sie großzügig mit den Seiten und kaufen Sie gegebenenfalls noch einige extra hinzu. Ein schönes Fotobuch zu machen braucht etwas Zeit, aber es lohnt sich. Geben Sie Ihren besten Aufnahmen viel Raum, überladen Sie die Seiten nicht und arbeiten Sie mit Kontrasten, farbigen Hintergründen oder, wie oben erwähnt, Strukturfotos. Setzen Sie eventuell Rahmen um die Fotos. Schreiben Sie nicht zu viel dazu, sondern lassen Sie die Bilder sprechen. Schwelgen Sie beim Gestalten in Erinnerungen.

Bilder ergänzen

Auf vielen Reisen sind Teilnehmer mit sehr guten Kameras dabei, die ihre Bilder gern für private Zwecke teilen. Fragen Sie einfach freundlich nach und respektieren Sie, wenn die Bilder wirklich nur für das Fotobuch oder nicht alle Aufnahmen herausgegeben werden. Fehlt noch ein Motiv, kann man auch auf Fotoseiten wie z.B. Pixabay oder Fotocommunity fündig werden, oder man kauft ein Foto auf z.B. Shutterstock, Dreamstime oder Fotolia. Dabei unbedingt das Urheberrecht und Copyright beachten!

Extratipp: Postkarten, Eintrittskarten, Flyer, Geldscheine, Münzen usw. sind interessante Ergänzungen für Ihr Fotobuch. Einfach mit dem Handy abfotografieren (oder mit einem Scanner einlesen) und an passender Stelle als Foto mit einbauen. Der Vorteil: Es kann nichts herausfallen und verloren gehen.

Und noch ein Tipp, wenn Sie über den Kauf einer größeren Kamera nachdenken. Bewährt haben sich sogenannte „Bridgekameras“ – also eine Kreuzung aus Spiegelreflex- und Kompaktkamera. Dieser Kameratyp ist oft mit einem sehr guten Zoom und lichtstarkem Objektiv ausgestattet und liefert sehr gute Bilder auch im Automatikmodus. Die Kameras sind dazu nicht zu groß und schwer. Sie liegen gut in der Hand und können auch Videos aufnehmen. Bridgekameras sind guten Spiegelreflexkameras mit Spezialobjektiven zwar unterlegen, besonders bei Dunkelheit oder im extremen Weitwinkel- und Makrobereich können sie nicht mithalten. Sie haben jedoch den Vorteil, schnell einsatzbereit zu sein und gute Zoomaufnahmen zu liefern – beides ist wichtig beim Fotografieren von Tieren.

Aber egal, mit welcher Kamera Sie auf Safari gehen – die Erinnerungen und Eindrücke, die Sie danach im Herz tragen, bleiben für immer, und kein Foto der Welt kann sie annähernd wiedergeben!

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