Wie bezahle ich in Afrika?

von Susanne Schlesinger

Geld und andere Zahlungsmittel sind für den Urlaub immer ein aktuelles Thema, besonders wenn Sie in afrikanische Länder reisen. In der Savanne steht nicht überall ein Geldautomat, viele der Währungen muten wie Spielgeld an. „Wie mache ich das mit dem Geld in Afrika?“, werden wir deshalb häufig gefragt.  Hier einige Tipps und Informationen:

Welche Währung mitnehmen?

Wir empfehlen US-Dollar für die ostafrikanischen Länder Tansania, Kenia und Uganda. Bestellen Sie diese rechtzeitig vor Reisebeginn bei Ihrer Bank in kleiner Stückelung. Große Scheine werden oft nicht akzeptiert, weil viel Falschgeld im Umlauf ist. Nützlich sind vor allem die Scheine zu 5, 10 und 20 Dollar. Ein paar 1-Dollar-Scheine sind praktisch als Trinkgeld für die Kofferträger in den Lodges.

In Ostafrika werden US-Dollar im touristischen Umfeld meist zur direkten Zahlung akzeptiert. Viele Besucher kommen ganz ohne Tausch in die Landeswährungen Tansania-Shilling, Kenia-Shilling und Uganda-Shilling aus.

Für die Länder im südlichen Afrika benötigen Sie zur Zahlung die lokalen Währungen.

Wo bekomme ich die lokalen Währungen?

Den südafrikanischen Rand, mit dem Sie in Südafrika und Namibia bezahlen, können Sie vor der Reise in Deutschland bei Hausbanken und Reisebanken bestellen. Die anderen lokalen Währungen bekommen Sie ausschließlich vor Ort in Wechselstuben oder an Geldautomaten (in größeren Städten).

Einige Geldautomaten in den Städten akzeptieren Visa- oder Mastercard-Kreditkarten (jeweils mit PIN), an bestimmten Automaten kann auch mit EC-Karten (Maestro oder Cirrus) und Geheimzahl Bargeld abgehoben werden. An den Automaten können sich aber lange Schlangen bilden, und die Technik funktioniert nicht immer.

Vorsicht: Besonders in Johannesburg am Flughafen kommt es rund um die Geldautomaten häufig zum Diebstählen und Trickbetrügereien. Wenn Sie allein reisen, sollten Sie besser südafrikanische Rand schon in Deutschland bestellen und mitnehmen oder andere Geldautomaten außerhalb des Flughafens nutzen.

Was ist in den einzelnen Ländern zu beachten?

Südafrikanische Rand und Namibia-Dollar haben ein Umtauschverhältnis von 1:1, da der Namibia-Dollar an den Rand gekoppelt ist. Rand werden in Namibia überall angenommen, das Wechselgeld erhalten Sie dann aber oft in Namibia-Dollar.

Achtung: Namibia-Dollar sind nur innerhalb Namibias als Zahlungsmittel verwendbar. Bei Reisen durch mehrere Länder (z.B. von Kapstadt zu den Victoria-Fällen) sollten Sie deshalb versuchen, die Namibia-Dollar während Ihres Aufenthalts in Namibia komplett auszugeben.

In Botswana erhält man die Landeswährung Pula auch an Geldautomaten. Die Währung ist relativ stabil. Einheimische Guides und Mokoro-Fahrer freuen sich über lokale Währung, weil es nur wenige Städte gibt, wo man Geld tauschen kann. In Maun und Kasane gibt es Geldautomaten. In der Regel halten die Safarifahrzeuge dort an bzw. gibt es auch direkt an der Grenze Wechselstuben.

Die Landeswährung in Sambia ist der Zambia Kwacha. Es ist aber in der Regel nicht zwingend nötig, bereits direkt bei Ankunft Geld in die Landeswährung zu tauschen, da der US-Dollar häufig als direktes Zahlungsmittel akzeptiert wird. Das Gleiche gilt für Malawi Kwacha. Wenn man mit US-Dollar zahlt, bekommt man jedoch häufig die lokale Währung als Wechselgeld herausgegeben.

Tipp für Malawi: Am Grenzübergang von Sambia nach Malawi gibt es Geldwechsler und man kann übriggebliebene sambische Kwacha direkt in malawische Kwacha umtauschen (bzw. auch US-Dollar). Fragen Sie Ihren Reiseleiter, wenn Geldwechsel gewünscht wird. Er kennt meist einen seriösen Wechsler, handelt einen guten Kurs aus und sorgt dafür, dass alles korrekt abläuft.

In Simbabwe gilt US-Dollar als offizielle Währung und wird auch an Geldautomaten ausgegeben.
Achtung: Es sind teilweise alte Scheine (vor 2003) im Umlauf. Diese werden in Simbabwe als Zahlungsmittel akzeptiert, jedoch nicht in anderen Ländern. Sollte man einen solchen Schein erhalten, geben Sie diesen am besten direkt wieder aus. Auf den Straßen bieten Händler Simbabwe-Dollar an. Diese sind wertlos als Zahlungsmittel und maximal ein Souvenir! Lassen Sie sich am besten nicht auf einen solchen Handel ein.

Kreditkarten

Viele Unterkünfte und größere Geschäfte sowie Supermärkte akzeptieren Kreditkarten. VISA ist am weitesten verbreitet, auch Mastercard wird fast überall akzeptiert. American Express und andere Karten werden nur selten angenommen. Je nach Anbieter fallen Gebühren für den Auslandseinsatz an. Bezahlen Sie nur an vertrauenswürdigen Orten mit Kreditkarte, wo Sie diese im Auge behalten können, und achten Sie auf eine ordentliche Quittung. Planen Sie, an Geldautomaten Bargeld mit der Kreditkarte abzuheben, benötigen Sie dafür die Geheimnummer. Beim direkten Bezahlen wird überall mit Unterschrift quittiert.

Reiseschecks

Die früher häufig beworbenen Reiseschecks werden kaum noch verwendet und sind für Afrikareisen nicht geeignet.

Die wichtigsten Tipps zusammengefasst:

Kleine Scheine mitnehmen (Ausnahme: für Visagebühren und Local Payments können auch 50-US-Dollar Scheine verwendet werden). Informieren Sie bei Bestellung ihre Haus- oder Reisebank, dass sie kleine Stückelung wünschen.

Kalkulieren Sie etwas großzügiger. Empfehlungen erhalten Sie mit unseren Reiseunterlagen. Nicht verbrauchte Dollar lassen sich zurückgeben oder an Bekannte weiterverkaufen. Geht vor Ort das Bargeld aus, ist es meist umständlich und teuer, noch weiteres Bargeld zu beschaffen.

Verbrauchen Sie so gut wie möglich lokale Währung gleich im jeweiligen Land. Der Geldwert der einzelnen Scheine ist nicht sehr hoch, und man kann kleine Summen kaum zurücktauschen. Kaufen Sie lieber noch ein Souvenir oder geben Sie ein Trinkgeld.

Informieren Sie Ihre Hausbank über die Reise. Reisen Sie seltener ins Ausland, dann empfehlen wir, Ihre Hausbank und Ihr Kreditkartenunternehmen einmal zu kontaktieren und zu prüfen, ob Ihre EC-Karte und die Kreditkarte für den Auslandseinsatz freigeschaltet sind. Dies gilt auch für neu ausgestellte Kreditkarten. Häufig sind die Karten mit hohen Sicherheitseinstellungen versehen, um (ausländischem) Betrug vorzubeugen. Reisende merken oft erst vor Ort, dass die Karte nicht funktioniert und müssen dann versuchen, die Bank zu erreichen. Das ist sehr nervig.

Verstauen Sie das Geld sicher im Handgepäck an verschiedenen Stellen. (nicht im aufgegebenen Koffer, es ist nicht bei Verlust nicht versichert!).

Halten Sie Visagebühren und Trinkgeld für den Transferfahrer passend bereit.

Gehen Sie nicht allein zum Geldautomaten, sondern besser zu zweit oder zu dritt. Umsichtige Reiseleiter gehen meist von sich aus mit ihren Gästen mit.

Nehmen Sie zusätzliche Aufbewahrungstaschen mit. Es hat sich bewährt, zusätzlich einen kleinen Geldbeutel und eine undurchsichtige Reißverschlusstasche mitzunehmen, um die Währungen voneinander getrennt aufzubewahren und nur das gerade benötigte Geld zur Hand zu haben. Offen gezeigte Geldbündel laden zum Diebstahl ein.

Weitere spezifische Informationen für Ihr Zielgebiet erhalten Sie mit den Reiseunterlagen. Wir wünschen Ihnen eine wunderschöne Reise!

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