Welcher Safarityp bist du?

von Susanne Schlesinger

Einmal auf Safari zu gehen ist für viele ein lang gehegter Traum und anders als bei einem Badeurlaub auf Mallorca oder eine Städtereise in Europa will eine Safari gut vorbereitet sein. Das Angebot verschiedenster Safaris ist groß – welche Reiseart ist also die richtige für mich?

Grundsätzlich sollte man nicht nur den Geldbeutel entscheiden lassen, welche Art von Safari ausgewählt wird. Wer nicht der rustikale Typ ist, für den ist preisgünstiges Camping kein Spaß, ebenso mag ein passionierter Hobbyfotograf nicht unbedingt eine große Anzahl von Leuten, die ständig im Bild stehen oder das Fahrzeug wackeln lassen. Wie viele Tage will ich unterwegs sein? Kann ich lange sitzen? Brauche ich eventuell gekühlte Medikamente? Fragen über Fragen… wir haben (hoffentlich) einige Antworten.

Hier die häufigsten Safariformen:

Campingsafari

Du bist ein kerniger Naturtyp, liebst es, in der freien Natur zu sein und reist gern in mit anderen in einer Gruppe? Dann sind Campingsafaris genau richtig für dich. Du baust das Zelt selbst auf, schläfst im Schlafsack auf Bodenmatten, hilfst bei der Zubereitung er Mahlzeiten und beim Abwasch und wirst Teil der Crew.

Es  wird fast durchgehend gecampt, entweder auf festen Campingplätzen mit Sanitäranlagen oder manche Nacht auch in der Wildnis mit Spatentoilette und Wasser aus der Flasche. Geschlafen wird in Kuppelzelten mit Isomatte und Schlafsack, gekocht auf dem Lagerfeuer. Campingtouren sind aufgrund des fehlenden Komforts die preisgünstigste Möglichkeit, durch Afrika zu reisen. Viele der Touren (z.B. von Kapstadt zu den Victoriafällen) sind aber recht lang und es ist körperlich auch anstrengend. Fehlende Duschmöglichkeiten können ebenfalls unangenehm werden.

Campingsafaris werden hauptsächlich in Südafrika, Namibia und Botswana, Simbabwe, Sambia und Malawi (bzw. in Kombination mehrerer Länder) angeboten. In Tansania und Kenia findet man nur wenige Angebote, da hier die Infrastruktur für Camping nicht sehr ausgebaut ist. Wir haben in diesem Gebiet nur die Ostafrika-Entdeckertour im Angebot.

Komfortcamping

Komfortcamping ist eine bequemere Variante der Campingtouren. Hier wird meist ein bestimmter Reiseabschnitt so gestaltet, dass die Gäste in bereits vorher aufgebauten, bequemeren Zelten mit Liegen und einfachen Sanitäranlagen untergebracht sind. Den Aufbau der Zelte erledigt eine vorausfahrende Begleitmannschaft, die auch kocht. Die Zelte haben Stehhöhe und ein eigenes Bad mit Dusche und WC sowie stabile Betten mit Bettzeug und Beleuchtung. Die Camps werden meist an besonders schönen, einsamen Stellen mitten in der Wildnis aufgeschlagen.

Komfortcamping erfordert eine ausgefeilte Logistik und mehr Personal. Das schlägt sich natürlich im Preis nieder. Meist werden zu Beginn oder am Ende noch Nächte in Lodges dazu kombiniert. Wer also gegen einige Tage Camping nichts einzuwenden hat, kann mit dem Komfortcamping tiefer in den afrikanischen Busch eintauchen, im Stil der Safaripioniere reisen und trotzdem recht bequem schlafen. Besonders beliebt ist diese Reiseform in Namibia und Botswana.

Lodgesafaris

Lodgesafari ist ein weiter Überbegriff für alle Arten von Safaris mit festen Unterkünften unterschiedlichster Kategorien. Die Auswahl reicht von einfachen Chalets über Gästehäuser bis hin zu Vier-Sterne-Hotels.

Trucksafaris in der Lodgevariante sind ähnlich wie die oben erwähnten Campingtouren, jedoch mit einfachen festen Unterkünften und Zimmern mit Dusche und WC. Bei einigen Reisen (z.B. der Sambia-Malawi-Tour „Auf Livingstones Spuren“) sind jedoch einzelne Campingnächte im Programm enthalten. Der genaue Reiseverlauf gibt Auskunft darüber, ob und wie viele Nächte Camping enthalten ist.

In Tansania und Kenia sind Lodgesafaris durchgängig in festen Unterkünften, allerdings gibt es auch Zeltcamps (Tented Camps) in allen Komfort- und Preisstufen. Gemeinsam haben sie, dass der Gast nur durch eine Zeltwand von der afrikanischen Wildnis getrennt ist, was gerade nachts sehr spannend sein kann. Man hat aber richtige Betten und ein eigenes Bad mit Toilette. Manche dieser Zeltcamps sind recht rustikal und teilweise mobil. Mobile Camps ziehen innerhalb eines Nationalparks, z.B. in der Serengeti, mehrmals im Jahr um, was mit eingeschränktem Komfort einhergeht. Dafür gibt es aber das authentische Abenteuer für zwei bis drei Nächte. Die Zelte haben „Buschduschen“ (Eimer, die mit heißem Wasser gefüllt und hochgezogen werden) und Trocken-WCs, außerdem einen Waschtisch und ausreichend Wasser. Nach dem Zeltcamp folgt meist eine feste Lodge mit Dusche und WC.

Nach oben sind bei den Preisen für Lodges kaum Grenzen gesetzt, wobei einige der Unterkünfte nicht wegen besonders luxuriöser Ausstattung so preisintensiv sind, sondern wegen der exklusiven, einsamen Lage und der Versorgung aus der Luft. Dafür bieten sie Pirschfahrterlebnisse und Tiersichtungen, die die Gäste nicht mit anderen Pirschfahrzeugen teilen müssen.

Flugsafaris

Flugsafaris sind eine Sonderform der Lodgesafaris. Wie der Name schon vermuten lässt, werden hier die längeren Strecken zwischen den einzelnen Unterkünften teilweise oder ganz mit Kleinflugzeugen zurückgelegt. Das spart Zeit, verursacht aber höhere Kosten. Flugsafaris eignen sich besonders für Reisende, die wenig Zeit haben, diese aber intensiv nutzen wollen. Bei Flugsafaris ist es wichtig zu wissen, dass hier nur sehr beschränktes Gepäck mitgeführt werden kann, da die Kleinflugzeuge oft nur geringe Zuladung erlauben.

Kleingruppenreisen

Wer offen für neue Bekanntschaften und gesellig ist, für den sind Kleingruppenreisen genau richtig. Diese können als Campingtouren, Komfort-Camping oder Lodgesafaris gestaltet sein. Je nach Reise liegt die Teilnehmerzahl zwischen 4 und 17 Personen. Gerade bei längeren Touren verbringt man jedoch bei Gruppenreisen viel Zeit auf engem Raum und kann manchmal nicht allein entscheiden. Teamgeist, Toleranz und eine gute Portion Humor sind unabdingbar, dafür wird man aber mit netter Gesellschaft und vielen Fotos belohnt, auf denen man auch selbst mal zu sehen ist (es ist ja immer jemand zum Fotografieren da). Für Individualisten oder Leute mit sehr speziellen Interessen (z.B. Vogelfotografie oder ähnliches) sind Gruppenreisen nicht so gut geeignet, denn es kann schwierig werden, alle Wünsche und Interessen unter einen Hut zu bringen.

Privatreisen

Privatreisen bieten das Maximum an Individualität – fast alles lässt sich möglich machen, es ist meist nur eine Frage des Preises. Besondere Interessen und Bedürfnisse werden berücksichtigt, Sie können Ihre Wunschunterkünfte wählen und sind flexibel in der Gestaltung ihrer Traumreise. Bei einigen Reisen kann zwischen Gruppenreise und Privatreise gegen einen relativ günstigen Aufpreis gewählt werden (z.B. in Tansania).

 

Safari und Baden

Safari und Baden sind eine sehr beliebte Kombination, denn eine Safari ist kein Erholungsurlaub und ein paar Tage am Strand bilden einen willkommenen Ausgleich. Klassische Kombinationen sind Tansania und Sansibar mit einem kurzen Zwischenflug und nur einem Visum. Alternativ gibt es auch in Kenia schöne Strände (oder auch Sansibar in Kombination, dann jedoch mit zwei Visa). Uganda und Sansibar sind ebenfalls möglich und natürlich Südafrikas Wildreservate und Küste oder in Kombination mit Mauritius. 

Es gibt gute Flugverbindungen von Johannesburg oder Durban. Ein echter Geheimtipp ist Malawi bzw. Sambia und Malawi in Kombination mit Badeurlaub am Malawi-See. Schwierig ist es in Namibia, da der Atlantik sehr kalt ist, ebenso Botswana, Simbabwe und Sambia, da es Binnenländer ohne Küsten und direkte Flugverbindungen zu Badeorten sind.

Mietwagenrundreisen

Mit einem gemieteten Auto unterwegs zu sein und maximale Freiheiten zu haben, stellen sich viele als Traumurlaub vor. Allerdings gibt es einiges zu beachten. In vielen afrikanischen Ländern ist die Infrastruktur nur wenig entwickelt, gut ausgebaute Straßen sind eher selten. Zudem sind die Entfernungen zwischen den einzelnen Unterkünften oft recht groß.

Die Klassiker sind Mietwagenreisen entlang der Garden Route in Südafrika,  eine Kombination aus Krügerpark und Indischer Ozean und Touren rund um Kapstadt. Dabei werden die Unterkünfte meist fest vorgebucht, was natürlich die freie Programmgestaltung einschränkt. Spontan lassen sich vor Ort nur in der Nebensaison Unterkünfte am Wegesrand finden, deshalb ist eine Vorbuchung immer sinnvoll. Im Krüger Nationalpark ist es erlaubt, mit PKWs auf den festen Wegen zu fahren, allerdings bietet sich vom Auto aus nicht die gleiche gute Sicht wie von einem offenen Pirschfahrzeug.

Eventuell entstehende Schäden am Fahrzeug werden nicht von der Versicherung gedeckt. Ebenso ist ein Besuch der Weingüter, z.B. in Stellenbosch, für den Fahrer des Mietwagens immer unbefriedigend, weil auf Weinproben verzichtet werden muss. Hier sollte dann lieber der Mietwagen stehen bleiben und auf angebotene geführte Touren zurückgegriffen werden.
 

Reisen mit besonderen Bedürfnissen

Safaris in Afrika sind aufgrund des Klimas und der Straßenverhältnisse körperlich anstrengender als Reisen in andere Länder. Es gibt spezielle Anbieter für Rollstuhlfahrer, und auch für Medikamente, die Kühlung benötigen, lässt sich etwas arrangieren. Trotzdem sollte gut überlegt sein, ob ein solches Abenteuer in Frage kommt, denn vielerorts kann keine schnelle medizinische Versorgung mit europäischem Standard gewährleistet werden.

Safaris sind Vertrauenssache

Wir möchten Ihnen nicht etwas aufschwatzen, sondern Sie kompetent beraten und Ihre Reisewünsche mit Ihnen besprechen. Safaris sind Vertrauenssache und auch wenn Ihre Freunde oder Arbeitskollegen schon auch schon dort waren, so ist es trotzdem wichtig, Ihre Wünsche und Bedürfnisse zu kennen. Wir freuen uns auf Ihre Anfrage und beantworten jede Frage!

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