Wasserknappheit in Kapstadt – was müssen Sie beachten?

von Svenja Penzel

Die Situation im Februar 2018

Das südafrikanische Kapstadt liegt in einer generell wasserarmen Region. Derzeit herrscht in der Gegend eine schwere Dürre durch ausbleibenden Regenfall. Kapstadt mit seinen Vororten wird durch Staudämme mit Wasser versorgt, die aktuell einen sehr niedrigen Wasserstand aufweisen. Der Großteil der Dürre und der Wasserrestriktionen ist auf den Großraum Kapstadt beschränkt. Overberg, Hermanus und die Garden Route sowie andere Landesteile sind nicht so stark betroffen. Generell gilt es zu wissen: Südafrika ist kein regenreiches Land.

Bitte beachten Sie, dass Wasser generell eine kostbare Ressource ist und geschont werden muss.


Aktiv Wasser sparen

In Kapstadt gilt die Devise „THINK WATER“. Ziel ist es, den „Day Zero“ abzuwenden, den Tag, an dem die Wasserversorgung durch die Staudämme nicht mehr gewährleistet ist und die Wasserhähne in Kapstadt trocken bleiben. Der Notfallplan sieht vor, die Bevölkerung dann über 200 Verteilerstellen im Stadtgebiet mit Wasser zu versorgen. Dazu muss es aber nicht kommen, wenn jeder mithilft.

Alle Anwohner und Besucher Kapstadts sind angehalten, ihren täglichen Verbrauch auf 50 Liter Wasser zu reduzieren.

Mit den folgenden Tipps können Touristen in Kapstadt und Umgebung den Wasserverbrauch ohne größere Unannehmlichkeiten um ein Vielfaches reduzieren und helfen, Wasser zu sparen:

  1. Wasserhähne abdrehen – beim Zähneputzen, beim Einseifen unter der Dusche, beim Rasieren
  2. Nur kurz duschen, nicht baden
  3. Spülung der Toiletten nur dann betätigen, wenn zwingend notwendig. Manche Unterkünfte stellen Eimer bereit, in denen z.B. Duschwasser aufgefangen werden kann, um dieses dann für die Spülung der Toiletten zu nutzen.
  4. Handtücher in den Unterkünften nicht täglich wechseln lassen.
  5. Kleidung nicht in der Unterkunft waschen lassen.

Alle Restaurants und Unterkünfte operieren weiterhin normal und werden sicherstellen, dass es stets ausreichend Wasser für Körperhygiene gibt. Sie weisen aber gleichzeitig auf die Wasserknappheit hin und bitten Touristen um ihre aktive Mithilfe beim Wassersparen.

Folgende Einschränkungen können Sie vor Ort betreffen:

Viele Hotels haben ihre Pools entleert, die Stöpsel von den Badewannen wurden entfernt und Duschen arbeiten mit weniger Wasserdruck.

Dampfbäder und Saunen sind in vielen Unterkünften geschlossen.

In öffentlichen Toiletten wie auch Restaurants und Einkaufszentren steht anstelle von Seife nun häufig Handdesinfektionsmittel zur Verfügung.

Gärten und Rasenflächen dürfen in der ganzen Region nicht bewässert werden.

Restaurants nutzen Papierservietten und entfernen die Tischdecken.

Aktuell (Stand Ende Januar 2018) werden zusätzlich täglich 150 Millionen Liter aus tiefer gelegenem Grundwasser umweltschonend zutage gefördertes und entsalztes Wasser extra bereitgestellt. Darüber hinaus stellt die Touristenattraktion V&A Waterfront ein Grundstück für den Aufbau einer neuen Meerwasser-Entsalzungsanlage zur Verfügung, die voraussichtlich im März 2018 in Betrieb gehen und zusätzlich zwei Millionen Liter pro Tag produzieren soll.

Kapstadts berühmte Attraktionen wie Tafelberg, Kirstenbosch, die Strände und andere Aktivitäten können natürlich weiterhin besucht werden. Krankenhäuser, Polizei und Ärzte werden ohne Einschränkungen weiter arbeiten und funktionieren. 

Weitere aktuelle Informationen zu Wasserrestriktionen und behördlichen Maßnahmen unter:

www.capetown.gov.za/thinkwater
 

Update Anfang Juli 2018:

Von unserem Partner Terra Nova aus Kapstadt: "Das Wasser ist zurück! Selten wurde Regen in Kapstadt so gefeiert wie in den vergangenen Wochen. In unserer Mother City hat es ordentlich geregnet, sodass sich die Lage hinsichtlich der Wasserknappheit immer weiter entspannt. Die Dämme füllen sich in einem erfreulichen Tempo, wobei der Wasserstand aktuell bei mehr als 40 Prozent liegt – rund 75 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Bemühungen des Tourismussektors haben sich bezahlt gemacht.
Reisen nach Kapstadt steht daher nichts im Wege. Gäste können die zahlreichen Aktivitäten in der Metropole in vollen Zügen genießen."

 

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