Bilene, das Laguna Camp und eine unruhige Nacht

von Doreen Krausche

Bilene, 23.und 24.09.2015

Wir nehmen Abschied vom Strand von Barra und müssen uns wieder auf eine lange, ach was rede ich, auf eine sehr, sehr lange Fahretappe gefasst machen. Wir fragen uns natürlich, warum diese langen Strecken ins Reiseprogramm aufgenommen werden. Warum eine Unterkunft gewählt wird, die so weit im Norden oder für das heutige Ziel so weit im Süden liegt? Am Ende der langen Tour ist uns klar, warum diese Unterkunft in Bilene gewählt wurde. Es ist ein kleines Paradies im Nirgendwo. Zwar schwer zu erreichen, doch mit dem nötigen Sitzfleisch allemal.

Am Straßenrand wird Zuckerrohr verkauft. Wir sind mutig und kaufen uns eine Stange für umgerechnet 40 Cent, lassen sie uns portionieren und kosten davon. Es schmeckt holzig, aber süß. Auch unsere Guides haben Spaß am Zuckerrohr, da sie das als Kind auch immer gegessen haben. In Afrika sieht man viele Kinder, die sich Zuckerrohrstücke von den vorbeifahrenden Lkw nehmen. Einige Stücke bewahren wir uns als Souvenir für die Daheimgebliebenen zur Kostprobe auf.

Um die lange Strecke durchzuhalten, benötigt unser Truck natürlich auch Benzin. An einer Tankstelle werden wir gleich von vielen Kindern umringt. Wir üben Matheaufgaben im Sand und jubeln bei jeder richtigen Antwort der Schulkinder. Auch die richtigen Handschläge für Begrüßung und Abschied werden zum Besten gegeben.

Wir überqueren den Limpopo, einen wichtigen Fluss im Süden Afrikas. Er entspringt bei Johannesburg und mündet südwestlich von Xai-Xai in Mosambik in den Indischen Ozean. Auf seinem Weg legt er 1750 Kilometer zurück und bildet dabei die Nordgrenze von Südafrika zu Botswana und Simbabwe. Allein in Mosambik fließt er 400 Kilometer bis zur Mündung.

Laguna Camp, Paradies mit kleinen Fehlern

Bei der Ankunft in Bilene im Laguna Camp freuen wir uns über die schönen Chalets, das Restaurant mit der leckeren einheimischen Küche und die fantastische Aussicht auf die Lagune. Bis zum Abendessen verbringen wir die Zeit am Strand. Es ist schön, die Einheimischen beim Wäschewaschen am Ufer der Lagune zu beobachten. Die Kinder toben und spielen im Wasser.

Die Terrasse des Restaurants lädt ein, ein kühles Bier zu trinken und die schöne Aussicht zu genießen. Auch die Blumenpracht und ein kleiner Hausgecko faszinieren uns. Das clevere Kerlchen hat sich einfach über der Lampe positioniert und gewartet, bis die Beute zu ihm kommt.

So schön unsere Unterkunft auch ist, ein kleines Detail fehlt – Moskitonetze. Wir stellen erst mitten in der Nacht fest, wie lästig diese Mücken und ihre hartnäckigen Flugattacken sind. Sie rauben uns den Schlaf. Am nächsten Morgen sind alle unausgeschlafen und leicht gereizt. Die langen Fahrstrecken sind halb so wild, wenn man nachts gut schlafen kann und sich für die nächste Etappe fit und munter in den Truck setzen kann. Doch unausgeschlafen und keineswegs erholt erneut eine lange Fahrt auf sich zu nehmen, lässt auch den fröhlichsten Mitreisenden in der Gruppe mürrisch werden. Zurück in Deutschland kontaktiere ich natürlich unsere Partner und berichte darüber. Eine schnelle Rückmeldung ergibt, dass der Eigentümer des Laguna Camps erst kürzlich alle Zimmer geweißt hat und die veralteten Moskitonetze entsorgt und noch keine neuen angebracht hat. Dies soll schnellstmöglich erledigt werden, so dass die nächsten Gäste ihren wohlverdienten Schlaf auch genießen können. Mein Fazit nach dieser Nacht: Ich werde aus Sicherheitsgründen für die nächste Reise ein Moskitonetz dabeihaben.

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