Nata Lodge und Makgadikgadi

von Susanne Schlesinger

29.02.2016
Das Gepäck ist verstaut und Jeffyas manövriert den Safaritruck geschickt aus der engen Hofausfahrt der Rivernest Lodge. 300 Kilometer liegen heute vor uns, die Straße von Maun nach Nata ist jedoch gut ausgebaut. Wir wollen bis Mittag in der Nata Lodge sein und am Nachmittag die Makgadikgadi Salzpfanne besuchen. In Botswana gibt nur es wenige große Fernverkehrsstraßen, und die A3, auf der wir heute unterwegs sind, ist die Hauptverbindung von West nach Ost. Sie verbindet Windhoek in Namibia mit Maun, Nata und Francistown an der östlichen Grenze Botswanas. Wir haben es uns im Truck gemütlich gemacht und lassen die weite Landschaft an uns verbeiziehen. Wir sehen kleine Dörfer und viel Buschland.

Botswana ist nicht sehr dicht besiedelt, viele der 2,1 Millionen Einwohner leben in den wenigen größeren Städten. Durchschnittlich kommen nur rund drei Einwohner auf einen Quadratkilometer. Mir fällt auf, dass viele Menschen zwar in sehr einfachen Verhältnissen leben, dass es aber wenig Elend gibt. Auch bettelnde Kinder sieht man kaum. Botswana hat zwei Haupteinnahmequellen: Diamanten und Tourismus. Beim Tourismus setzte man von Beginn an auf hohe Qualitätsstandards, so dass der Massentourismus wie in Kenia ausblieb. Botswana war nie ein billiges Reiseland. Politisch gilt Botswana als stabil. Natürlich hat das Land auch Probleme. Die HIV-Rate ist sehr hoch und bei den wenigen Einwohnern gefährdet das die gesamte Bevölkerungsstruktur des Landes. Auch die stark schwankenden Diamantenpreise auf dem Weltmarkt machen Botswana zu schaffen.

Die A3 bildet die nördliche Grenze des Makgadikgadi Pan Nationalparks und die südliche Grenze des Nxai Pan Nationalparks. Hier lag vor rund 4000 Jahren ein großer See, der durch Klimaveränderungen ausgetrocknet ist und eine weite, fast baumlose Landschaft mit weiten Salzpfannen (Pans) zurückgelassen hat. Wir sehen Elefanten am Straßenrand und machen kurz eine „Bushbush-Pause“ (eine Umschreibung für eine Pipi-Pause) an einem mächtigen Baobab. Gegen Mittag erreichen wir die Nata Lodge, eine wirklich schöne Anlage. Nach dem Mittagessen haben wir einige Stunden Freizeit und genießen ein Bad im Pool, bummeln durch den Souvenirladen und trinken einen Kaffee auf der Terrasse unseres Zeltchalets.

Nata Lodge

Die Nata Lodge gehört zur Gruppe „Under One Botswana Sky“, die neben dieser Lodge auch Camps im Okavango-Delta, Chobe und Moremi betreibt. Nata liegt verkehrsgünstig zwischen Maun und Kasane. Bis zu den Nationalparks rund um die Salzpfannen Makgadikgadi und Nxai Pan sowie zum Nata Bird Sanctuary ist es von hier nicht weit. Das Herzstück der Nata Lodge ist das riedgedeckte Hauptgebäude mit der Rezeption, einem Restaurant, einer Bar, einem gut bestückten Souvenirladen und einem sehr schönen Pool mit einem kleinen Wasserfall. Um das Hauptgebäude gruppieren sich verschiedene Unterkünfte. Es gibt 22 feste Chalets, 10 Zeltchalets sowie einen Campingplatz.

Wir übernachten in den Zeltchalets, die auf einer erhöhten, festen Plattform gebaut sind. Die Plattform bildet den Fußboden und die Terrasse vor dem Zelteingang. Im Inneren befinden sich zwei Betten, dahinter gelangt man in ein Badezimmer mit Waschtisch und einer Toilette mit festen Wänden. Auch ein offener Kleiderschrank mit einem Safe ist vorhanden. Das Highlight ist die Außendusche, die so simpel wie genial ist. Man hat in den Holzboden einfach die Duschwanne eingelassen und diese von unten abgestützt. Um ein Holzgeländer, in dem das Wasserrohr verläuft und der Duschkopf befestigt ist, wurde ein Sichtschutz gespannt. An dem Geländer sind Handtuchstangen und eine Ablage angebracht.

Makgadikgadi Nationalpark

Am Nachmittag fahren wir ein kurzes Stück hinein in den Makgadikgadi-Nationalpark zum Sundowner. Leider macht uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Es ist bewölkt und diesig. Wie in Moremi hat es auch hier stark geregnet und der Boden ist aufgeweicht und voller Pfützen. Rund um die eigentliche Pfanne gibt es Grasebenen, und eine kleine Gnuherde tut sich an dem struppigen Gras gütlich. Wir erreichen den Rand der Pfanne. An einem einsamen Baum wurde eine Aussichtsplattform errichtet. Von hier hat man einen guten Überblick und die Größe der Salzpfanne wird deutlich. Bis zum Horizont reicht die weite, vegetationslose Ebene. Wir lassen den Truck stehen und laufen ein Stück in die Ebene hinein. Der Boden ist aufgeweicht und glitschig, ich kann mir aber gut vorstellen, wie schön es hier ist, wenn die Sonne scheint und der salzige Boden weiß schimmert.

Beim nächsten Mal klappt es bestimmt. Auf dem Rückweg machen wir einige „Actionfotos“ mit dem Truck. Jeffyas fährt durch eine Pfütze und ich fotografiere das mit dem Sportmodus der Kamera. Es entstehen einige coole Bilder. Abends essen wir im Restaurant der Nata Lodge, wo das Preis-Leistungsverhältnis wirklich sehr gut ist. Wir bestellen ganz unterschiedliche Gerichte, und alle sind sehr zufrieden. Die Preise an der Bar sind moderat.

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