Reiseapotheke für eine Afrika-Reise

von Gast-Autor

Wer sicher und verantwortungsvoll reisen möchte, macht sich zuvor auch Gedanken über die notwendige Reiseapotheke. Diese unterscheidet sich von Land zu Land - auch in afrikanischen Staaten sind einige Besonderheiten zu beachten.Um eine an Land, Reiseart und individuelle Gesundheit angepasste Impfempfehlung und Medikamentenberatung zu erhalten, sollte man rechtzeitig vor der Reise einen Tropenmediziner aufsuchen. Dieser ist mit den Umständen in vielen verschiedenen Ländern vertraut und kennt die aktuellen Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts.

Vorbereitung der Reise

Zur Vorbereitung gilt es eine Auslandsreiseversicherung abzuschließen, die im Notfall auch die Kosten für eine Überführung per Flugzeug übernimmt. Außerdem sind die richtigen Impfungen wichtig. Zu den grundsätzlich empfohlenen Impfungen zählen:

  • Hepatitis A und B
  • Polio
  • Tetanus und Diphtherie
  • Masern
  • Mumps
  • Röteln
  • u.U. Pertussis und Pneumokokken

Die meisten dieser Impfungen gelten auch in Deutschland als Standard für Kinder. Einige (Tetanus & Diphtherie) müssen jedoch alle zehn Jahre wiederholt werden, um Impfschutz zu bieten. Die Anzahl der Hepatitis-Erkrankungen ist in vielen afrikanischen Ländern signifikant höher als in Europa. Viele Länder West- und Ostafrikas sind Gelbfiebergebiete, zur Einreise ist daher eine Gelbfieberimpfung vorgeschrieben.

Umweltbedingungen und Versorgung vor Ort

Die klimatischen Bedingungen in nordafrikanischen Ländern ähneln eher mediterranen Ländern und sind häufig von Trockenheit geprägt. Länder Sub-Sahara-Afrikas jedoch oft einen Teil des Jahres oder das ganze Jahr über eine extrem hohe Luftfeuchtigkeit auf. Gemeinsam mit den tropischen Temperaturen, die auch nachts außerhalb von Höhenlagen häufig deutlich über 20°C liegen, führt das zu idealen Bedingungen für Hautinfektionen und Pilze. Deshalb ist es besonders wichtig, Desinfektionsmittel beispielsweise auf Jodbasis, eine entzündungshemmende Salbe sowie ein wirksames Pilzmittel im Gepäck zu haben.

Die Lagerung und der Transport von Medikamenten sind schwierig. Direkte Sonneneinstrahlung und Temperaturen über 30°C sollten, wann immer es möglich ist, vermieden werden.Zu den häufigsten Erkrankungen gehören Magen-Darm-Infekte und Reisedurchfall, die in einigen Ländern mehr als 50% aller Reisenden treffen können. Neben Vorsichtsmaßnahmen bei der Auswahl von Essen und Getränken ist es deshalb unumgänglich, Kohletabletten und Rehydrationspulver mitzuführen. Auch Medikamente gegen Krämpfe und Übelkeit können nützlich sein. Sogenannte Durchfallstopper sollten jedoch nur kurzfristig und ausschließlich im Notfall genutzt werden, da sie zur Verschlimmerung einiger Erkrankungen beitragen können.Die medizinische Versorgung vor Ort ist in vielen Staaten nicht mit westlichen Standards zu vergleichen. Gerade in ländlichen Gegenden kann auch in einer Klinik nicht für das Vorhandensein ausreichender Mengen steriler Spritzen, Verbandmaterials, eines Fieberthermometers, Medikamenten oder eines Röntgengeräts garantiert werden.

Sollte also ein längerer Aufenthalt in schlecht erreichbaren oder ruralen Gebieten geplant sein, macht es Sinn, auch sterile Kanülen, ausreichend Verbandsmaterial und ein wirksames Breitbandantibiotikum mit sich zu führen. Eine ausreichende Versorgung ist allerdings häufig in den Hauptstädten, manchmal auch in anderen großen Städten zu finden.

Mücken, Malaria & Dengue-Fieber

In Malariahochrisikogebieten sollte auf eines der gängigen Malariamittel in prophylaktischer Anwendung zurückgegriffen werden. Ein gründlicher Mückenschutz ist jedoch trotzdem in allen Gebieten unerlässlich, in denen Dengue-Fieber vorkommt, das sich in den letzten Jahren besonders in Nordafrika stark ausbreitet. Gegen die Erkrankung gibt es noch keine Impfung und die sie übertragenden Mücken stechen sowohl bei Tag als auch bei Nacht. Vorsicht ist auch Gebieten mit den aggressiven Tse-Tse-Fliegen geboten, die in seltenen Fällen die Schlafkrankheit übertragen können und deren Stiche lästig und schmerzhaft sind.

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