Musango Bush Camp, Lake Kariba

von Ulrike Pârvu

Lake Kariba, 03.05.2015

Der Flug zum Lake Kariba dauert etwa eine Stunde. Ich verschlafe die meiste Zeit und werde erst wach, als der Pilot zur Landung ansetzt, gerade noch rechtzeitig, um den riesigen Lake Kariba aus der Luft zu sehen. Wir werden schon erwartet. Da unsere Gruppe nicht geschlossen in einen Flieger gepasst hätte, warten wir auf die anderen, deren Maschine ein bisschen langsamer fliegt, weil sie kleiner ist. Es geht weiter über eine kurze Entfernung per Auto zu einem Anlegesteg. Dort tummeln sich nicht weit entfernt ein paar Elefanten. Überall schauen abgestorbene Bäume aus dem Wasser, das sieht sehr futuristisch aus.

Mit einem Motorboot fahren wir zu einer Insel, die nur 1,2 Kilometer lang und ein paar Meter breit ist. Musango hat nur sechs Zimmer und zwei Honeymoon-Suiten. Ich schlafe in einem normalen Zimmer. Es ist recht dunkel, auch bei Tag. Alles scheint mir ein wenig einfach, es gibt keine Moskitonetze und auch sonst keinen Insektenschutz. Trotzdem finde ich gerade dieses Camp recht authentisch. Schaut man auf der einen Seite zum Fenster hinaus, kann man den Sonnenaufgang sehen, auf der anderen Seite schaut man in den Sonnenuntergang. Die ganze Anlage ist von dichten Büschen umgeben, ein Elektrozaun soll große Tiere abhalten.

Bootsfahrt auf dem Lake Kariba

Nachdem wir unsere Zimmer bezogen haben, starten wir zu einer Bootsfahrt in den Sonnenuntergang. Wir tuckern gemächlich über den See, treffen immer wieder schnaubende Hippos und Unmengen an Wasservögeln. An einer schönen Stelle machen wir Halt und warten darauf, dass die Sonne hinter den Bergen verschwindet. Der Abendhimmel färbt sich rosa-lila und ich muss immer wieder die Kamera herausholen, um die Stimmung einzufangen. Wir haben Vollmond. Ohne Eile geht es nach Einbruch der Dunkelheit zurück zum Camp.

Es erwartet uns ein köstliches Abendessen, wobei uns ein kleiner Buschbock zuschaut. Wir unterhalten uns nett und gehen dann trotzdem zeitig ins Bett. Leider ist das Licht im Zimmer immer noch nicht heller. Ich bin froh, dass ich früher schon geduscht habe. Die Nacht ist sehr ruhig. Ich hätte mehr Geräusche von grunzenden Hippos erwartet. Am nächsten Morgen werden wir zeitig geweckt. Wir wollen eine kleine Wanderung machen. Zuerst aber geht es wieder über den See in eine kleine Bucht, in der ein Seeadler auf uns wartet.

Der Guide hat einen frisch gefangenen Fisch dabei. Damit lockt er den Vogel an. Es sieht spektakulär aus, wie der Schreiseeadler sich den Fisch holt und zu einem Baum fliegt. Dort wird der Fang auch gleich verzehrt. Anschließend wandern wir ein bisschen über Land. Größeren Tieren begegnen wir hier nicht, finden nur deren Spuren und Hinterlassenschaften. Aber auch daraus macht unser Guide spannende und interessante Geschichten. Der Morgen endet wieder im Camp, wo wir ein kleines Frühstück einnehmen, bevor uns der Manager von Bumi Hills abholt.

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