Inforeise an die kenianische Küste Juni 2015

von Susanne Schlesinger

Inforeisen oder auch Fam-Trips (von to familiarize - sich vertraut machen) sind bei Reisebüromitarbeitern sehr beliebt. Zum einen erweitern sie die Zielgebiets- und Produktkenntnisse, zum anderen bieten sie die Möglichkeit, für kleines Geld in Gebiete zu reisen, die sonst unerschwinglich wären.

Mitte Juni flatterte eine recht kurzfristige Einladung des Temple Point Resort in Watamu bei uns ins Email-Postfach. Ein paar Tage an der kenianischen Küste in einem schönen Resort verbringen und dazu zwei Tage Safari in Tsavo Ost - eine Supersache! Der Termin passte, diese Gegend hatte noch keiner von uns bereist, also meldete ich mich spontan an.

Kaum zwei Wochen später ging es los - unsere Gruppe sollte aus 20 Teilnehmern bestehen. Am Flughafen Frankfurt fanden schon die ersten zusammen. Ethiopian Airlines ist für Mombasa nicht unbedingt die ideale Wahl, denn die Umsteigezeit in Addis Abeba ist doch recht lang - und langweilig. Hinzu kommt, dass es einen Tag vor Abflug noch eine Änderung gab, die aus zwei Stunden Anschlussflug nun vier machte, da es einen Zwischenstopp in Kilimanjaro gab. Das gleiche Spiel dann auf dem Rückflug - hier konnte man den Kegel des berühmten Berges aber zumindest sehen und alle wurden damit über die unfreiwillige Verlängerung der Reisezeit hinweg getröstet. Mehr zu empfehlen ist eine Flugverbindung über Nairobi direkt nach Malindi, denn dieser Flugplatz ist nur 20 Minuten vom Resort entfernt.

Ankunft im Temple Point Resort

Der Bus quält sich durch den Nachmittagsverkehr in Mombasa, danach geht es rund anderthalb Stunden auf der Landstraße nach Norden in Richtung Malindi, vorbei an Sisalpalmenplantagen und Maisfeldern. Hier und da sehen wir ein paar Hütten und Marktstände an der Straße. Die Kinder winken uns freundlich zu. Das Hinterland von Kenias Küstenstreifen ist ländlich geprägt. Wie in den meisten afrikanischen Ländern ist Mais die Hauptnahrung, ebenso wie Bohnen. Im Unterschied zur trockeneren Grabenbruchebene, die man von Nairobi nach Nakuru durchquert, wachsen hier aber Bananenstauden und Mangobäume mit dicken, reifen Früchten. Alles ist grüner als in den Hochebenen, das feuchtwarme Klima lässt die Pflanzen gut gedeihen.

Schon von weitem hören und sehen wir die Angestellten des Resorts, die sich für unseren Empfang warm tanzen und singen. Aufgeschnittene Kokosnüsse werden gereicht, danach geht es über eine breite Treppe in den großen Rezeptionsbereich. Hier erhalten wir die Schlüssel und feste Armbänder. Dies ist natürlich in den meisten Resorts so üblich, trotzdem fühle ich mich damit etwas „markiert“. Zumindest sind wir als Resort-Gäste nun dank der neongrünen Farbe auf 100 Meter Entfernung zu erkennen. Wir beziehen unsere Zimmer. Das Personal hat liebevoll die Handtücher zu einem Hasen gefaltet und einen Gruß aus Blüten und Blättern aufs Bett dekoriert. Rückweg zum Restaurant verlaufe ich mich erst einmal, denn das Gelände ist recht groß.

Im Resort wird abends noch eine Show angeboten, aber ich bin einfach zu müde und froh, angekommen zu sein.

 

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