Auf Pirschfahrt - Mistkäfer

von Susanne Schlesinger

Hinweisschild im Addo Elephant Nationalpark © Foto: Ines SchulzeSie tauchen nur sehr selten in den Fotogalerien von Safarireisenden auf und auch bei den berühmten „Big Five“ oder den weniger berühmten „Small Five“ sind sie nicht erwähnt – Mistkäfer (auch Dung Beetle, Pillendreher oder Skarabäus genannt). Mistkäfer, Südafrika © Doreen Schütze |
Outback Africa ErlebnisreisenIm alten Ägypten wurden die rund fünf Zentimeter großen, schwarz schillernden Käfer als Gottheit verehrt. Man glaubte, der Käfer rolle den Sonnenball über den Himmel. Skarabäen wurden deshalb in vielen Darstellungen und Skulpturen verewigt.Tatsächlich sind Mistkäfer auf das Rollen spezialisiert und werden deshalb auch Pillendreher genannt. Allerdings rollen sie keine glühenden Himmelskörper, sondern Dungkugeln. Dabei vollführen sie wirklich akrobatische Leistungen mit Vorder- und Hinterbeinen und scheuen keine Mühe und Arbeit, um die Vorräte in die gegrabenen Höhlen für sich und den Nachwuchs zu bugsieren. Für Insekten mit einem winzigen Gehirn gehen sie dabei sehr überlegt und strategisch zu Werke und haben einen guten Orientierungssinn, der sich nachts auch an den Sternen orientiert.Von den Mistkäfern gibt es rund 150 Arten und man findet sie auf allen Kontinenten, jedoch interessieren sie sich nur für Pflanzenfresser-Dung und nicht für die Hinterlassenschaften von Fleisch- oder Allesfressern. Mistkäfer, Südafrika © Doreen Schütze | Outback Africa ErlebnisreisenBesonders häufig trifft man verschiedene Mistkäferarten dort an, wo es Elefanten gibt. Ein Elefant frisst durchschnittlich 16 bis 18 Stunden am Tag und vertilgt dabei bis zu 200 Kilogramm Grünfutter. Nach rund neun bis zehn Stunden kommen rund 50 Kilogramm Dung wieder ans Tageslicht. Das Verdauungssystem der Elefanten ist nicht so effektiv wie das von Antilopen, so dass der Dung noch sehr viele unverdaute Pflanzenbestandteile und auch Samen enthält. Für den Mistkäfer sind die Hinterlassenschaften ein wahres Festessen und die Weibchen, die übrigens die Kugeln meist allein nach Hause befördern müssen, legen ihre Eier in den Kugeln ab, aus denen dann die Larven für eine neue Generation von Saubermachern schlüpfen.Durch das Vergraben des Dungs sorgen die Käfer auch für Düngung und auch die Aussaat neuer Pflanzen und Bäume. So schließt sich der Naturkreislauf wieder. Im Addo Elephant Park in Südafrika, den unsere Kollegin Doreen während ihrer Reise „Vielfältiges Südafrika“ besucht hat, stehen die Mistkäfer sogar unter Artenschutz und auf großen Hinweistafeln wird aufgefordert, die Dunghaufen auf den Straßen nicht zu überrollen, sondern herum zu fahren, um die Mistkäfer zu schützen und ihren wichtigen Putzjob nicht zu stören.

Und auch wenn es der Mistkäfer nicht in die Liste der „Big Five“ schafft, so gehört er doch zu den nützlichsten Tieren und verdient es, auch mal fotografiert und gewürdigt zu werden.Weitere Artikel unserer beliebten Serie: Auf Pirschfahrt-ZebrasAuf Pirschfahrt-GiraffenAuf Pirschfahrt-ElefantenAuf Pirschfahrt-NashörnerAuf Pirschfahrt-FlusspferdeAuf Pirschfahrt-KuhantilopenAuf Pirschfahrt - Kleinere AntilopenartenAuf Pirschfahrt - LöwenAuf Pirschfahrt - Leoparden und GepardenAuf Pirschfahrt - Gerenuk, Netzgiraffe und GrevyzebraAur Pirschfahrt - Afrikanische WildhundeAuf Pirschfahrt - KrokodileAuf Pirschfahrt - Flamingos

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