Auf Pirschfahrt- Kuhantilopen

von Susanne Schlesinger

Alcelaphus gehören: die Echte Kuhantilope (Red Hartebeest), die Südliche Kuhantilope (eine Unterart der Echten Kuhantilope) sowie die Lichtenstein-Antilope, die sich optisch durch hellere Fellfärbung und kürzere Hörner von den anderen Antilopen der Gattung unterscheidet.Die Gattung der Gnus umfasst zwei Arten, das Weißschwanzgnu (Black Wildebeest) und das Streifengnu (Blue Wildebeest). Es gibt mehrere Unterarten, die sich durch die Lebensräume gebildet haben, biologisch aber von diesen Arten abstammen. Das Streifengnu ist in der Serengeti am weitesten verbreitet. Die Hunter-Antilope bildet die eigene Gattung Beatragus. Sie ist sehr selten und steht beim WWF auf der Liste der gefährten Tierarten und kommt nur in einem kleinen Gebiet zwischen Somalia und Kenia vor. Als vierte Gattung Damaliscus gelten der Buntbock und die Leierantilope, bei der es ebenfalls mehrere Unterarten gibt.

Buntbock im Krüger Nationalpark © Foto: Derek Keats/Wikicommons

Lichtenstein-Kuhantilope © Foto: Paul Meritz/Wikicommons

Weißschwanzgnu in Südafrika © Foto: Derek Keats/Wikicommons

Hunter Antilopen © Foto: WWF

Topi-Leierantilope in Tansania © Foto: Ikiwaner/Wikicommons

Echte Kuhantilope (Red Hartebeest) in Südafrika © Foto: NJRZA/Wikicommons

Die Bezeichnung Kuhantilope leitet sich von der kuhähnlichen Größe und dem Körperbau sowie den Hörnern ab, die Kuhhörnern ähneln. Wie alle Antilopen sind Kuhantilopen Paarhufer und Wiederkäuer, allerdings sind sie biologisch nicht näher mit Rindern verwandt.Die englische Bezeichnung "Wildebeest" bzw. "Hartebeest" stammt aus der Afrikaanssprache. "Beest" ist dabei nicht mit Biest, sondern einfach mit Vieh zu übersetzen. Die verschiedenen Farbbezeichnungen ergeben sich aus den unterschiedlichen Fellfärbungen.Die wohl bekannteste Gattung sind die Gnus, die in weiten Teilen Süd- und Ostafrikas zu Hause sind und in den Weiten der Serengeti und der Massai Mara alljährlich ein faszinierendes Schauspiel bieten, wenn sie auf der Suche nach Futter zu Tausenden durch die weiten Ebenen wandern und dabei auch gefährliche Flussüberquerungen wagen.

Gnu in der Serengeti © Bernd Gerlach

Wandernde Gnus in der Serengeti © Bernd Gerlach

Wandergefährten im Ngorongorohochland  © Foto: Bernd Gerlach

Rivercrossing in der Serengeti © Foto: Bernd Gerlach

Gnukalb beim Rivercrossing © Foto: Bernd Gerlach

Angriff eines Krokodils im Marafluss © Foto: Mara Timbo Camp

Als Gott die Tiere schuf, haben die Gnus nur die Reste abbekommen.

Schön sind sie wahrlich nicht mit ihrem großen, dunklen Kopf und den hoch stehenden Schultern. Man sagt ihnen scherzhaft nach, dass sie mit den Zebras zusammen wandern, weil sie allein den Weg nicht finden. Auch bei den Flussüberquerungen stürzen sie sich scheinbar planlos hohe, steile Böschungen hinunter, auch wenn es nur wenige hundert Meter weiter eine flache Furt gibt. Gnus sind sehr mutig. Bei einem Angriff fliehen sie nicht einfach, sondern verteidigen die Herde und ihren Nachwuchs. Nicht selten zieht eine unvorsichtige Raubkatze beim Einsatz der kurzen, spitzen Gnuhörner den Kürzeren. Hörner haben übrigens sowohl weibliche als auch männliche Tiere. Für Gnus ist die Wanderung durch die Serengeti eine Frage des Überlebens, nur wenige bleiben an einem festen Standort. Im Frühjahr bringen sie ihre Jungen in der südlichen Serengeti zur Welt. Mit dem Einsetzen der großen Regenzeit im April beginnt die Wanderung nach Norden bis in die Massai Mara, die die Herden im Juli/August erreichen. Von dort ziehen sie dann wieder in einem großen Bogen in Richtung Süden, und der Kreislauf beginnt erneut.

Gnuwanderung in der Massai Mara von oben © Foto: Mara Timbo Camp

Gnus und Giraffen am Grumeti, Serengeti © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Gnu in Moremi © Foto: Doreen Schütze | Outback Africa Erlebnisreisen

Fliehende Gnus und Zebras in der Zentralserengeti © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Junges Streifengnu im Ngorongorohochland © Foto Bernd Gerlach

Auf Pirschfahrt mitten in einer Gnu- und Zebraherde © Foto: Serengeti Safari Camp

Die Herden umfassen 100 bis 1000 Tiere, meist ziehen sie zusammen mit Zebras und kleineren Antilopenarten. Die Jungtiere, die bereits wenige Minuten nach der Geburt stehen und laufen können, schließen sich dem Herdenzug an. Junge Gnubullen tun sich zu separaten Herden zusammen und werden später zu Einzelgängern, die sich nur zur Paarungszeit für eine Weile in einer weiblichen Herde aufhalten. Das maximale Lebensalter von zehn Jahren erreichen die meisten Gnus nicht. Sobald sie älter und schwächer werden, werden sie leichte Beute für Raubtiere, die sonst meist nur Jungtiere erlegen können. Während der spektakulären Flussüberquerungen lauern Krokodile und reißen etliche Tiere, die im Wasser nicht so schnell fliehen können. Neben den natürlichen Feinden der Savanne ist der Mensch der größte Feind. Während der Kolonialzeit wurden Gnus massenhaft abgeschossen. Eingeschränkte Lebensräume, zunehmende Umweltverschmutzung, Dürreperioden und Straßenbauprojekte lassen die Herden kleiner werden. In den geschützten Gebieten der Serengeti und Massai Mara ist die Tierwanderung eine der größten Touristenattraktionen. Zahlreiche Camps und Lodges wurden an der Zugroute errichtet oder ziehen als mobile Camps den Herden hinterher. Wenn Sie dieses faszinierende Schauspiel erleben möchten, dann bietet unsere neue Webseite www.gnu-finder.de alle wichtigen Informationen.Im nächsten Teil der Serie geht mit den kleineren Antilopenarten weiter. Sollten Sie Teile unserer Serie verpasst haben, können Sie hier weiterlesen:Auf Pirschfahrt-ZebrasAuf Pirschfahrt-GiraffenAuf Pirschfahrt-ElefantenAuf Pirschfahrt-NashörnerAuf Pirschfahrt-Flusspferde

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