Namibias Westen: Twyfelfontain und Mowani Mountain Camp (6/16)

von Jens Döring

26.11.2012Heute machen wir uns auf den etwa 220 Kilometer langen Weg in Richtung Twyfelfontein. Wir fahren über Outjo und Khorixas hinein ins Herz des Damaralandes. Wir passieren auch den „Versteinerten Wald“, bei dem es sich um Dutzende Baumstämme handelt, die teils in einzelne Stücke verfallen sind. Man geht davon aus, dass sie vor Millionen von Jahren von Flüssen angeschwemmt und luftdicht unter Schlamm und Geröll konserviert und versteinert worden sind.Unser Ziel ist das Mowani Mountain Camp, zwischen den Flüssen Ugab und Huab. Die Umgebung ist geprägt von Wüste, faszinierenden geologischen Formationen und einer einzigartigen Vielfalt an Flora und Fauna. Hier leben neben dem Spitzmaulnashorn auch viele Wüstenelefanten, die sich über Jahre an die besonders trockenen Bedingungen perfekt angepasst haben. Ich finde es aber immer wieder schön anzuschauen, welches Farbenspiel die aus Granitfelsen bestehenden Hügel und Berge je nach Sonneneinstrahlung vollziehen. Und immer wieder wird die Landschaft von den Mopanebäumen unterbrochen, die so für Abwechslung in der Landschaft sorgen und den harten Bedingungen trotzen. Inmitten dieser Umgebung liegen das Mowani Mountain Camp und das kleinere Camp Kipwe. Wir werden heute Nacht in Mowani übernachten und Camp Kipwe für eine Inspektion besuchen. Beide Camps sind etwa 20 bis 30 Minuten von den Felszeichnungen in Twyfelfontein entfernt. Auch der verbrannte Berg und die „Orgelpfeifen“ (aufrechtstehende, etwa zwei bis fünf Meter hohe Basaltfelsen) sind in der Nähe zu finden. Hauptanziehungspunkt der Gegend sind allerdings die berühmten Felszeichnungen von Twyfelfontein. Sie beeindrucken vor allem mit Ihrer Klarheit, der Vielfalt der Motive und dem sehr guten Zustand. Buschmänner haben Sie einst in die Felsen gemeißelt.

Fahrt durchs Damaraland © Foto: Jens Döring | Outback Africa Erlebnisreisen

Fahrt durchs Damaraland © Foto: Jens Döring | Outback Africa Erlebnisreisen

Fahrt durchs Damaraland © Foto: Jens Döring | Outback Africa Erlebnisreisen

Nach unserer Ankunft in Mowani nehmen wir zunächst unser Mittagessen ein. Danach beziehen wir unser Chalet. Es wird schnell klar, dass „Mountain Camp“ hier durchaus wörtlich zu nehmen ist. Die gesamte Anlage ist so geschickt in die Berge und Felsen der Umgebung eingepasst, dass sie mit diesen nahezu verschmilzt und eine Einheit wird. Auf dem Weg zu den Unterkünften läuft man durch große Felsbrocken hindurch und findet sich plötzlich von Felsen und Steinen umgeben in einer faszinierenden Atmosphäre wieder. Jedes der 15 Chalets bzw. Suiten verfügt über einen schönen Blick auf die Landschaft. Die Ausblicke variieren ein wenig, manche sind etwas weitschweifiger als andere, weshalb für die besonders spektakulär gelegenen Hütten ein Aufpreis verlangt wird. Die Chalets sind relativ weitläufig verstreut, dennoch kann man dem Nachbarn auf die Terrasse schauen. Je nachdem, welches Chalet man sein eigen nennen darf, ist man auch schon einmal fünf Gehminuten bis zum Hauptbereich mit Bar, Rezeption, Restaurant, Lounge und Souvenirshop unterwegs. Die erst in diesem Jahr neu errichteten und reetgedeckten Chalets verfügen über besagten traumhaften Ausblick, ein offenes Badezimmer mit Dusche, WC und Doppelwaschbecken sowie einen Schreibtisch, auf dem ein Wasserkocher und eine Auswahl an Tee- und Kaffeesorten bereit steht. Zweidrittel der Außenwände bestehen aus Canvas (Zeltplane), die bei Bedarf komplett hoch gerollt werden können und man somit das Gefühl hat, mit dem Bett im Freien zu stehen. Die bequeme Schlafstätte steht mittig unter dem kuppelförmigen Dach, in dessen Mitte eine Glasscheibe eingebaut ist. Bei wolkenfreiem Himmel können dann auch noch die Sterne bewundert werden.

Mowani Mountain Camp, Aussicht © Foto: Jens Döring | Outback Africa Erlebnisreisen

Mowani Mountain Camp © Foto: Jens Döring | Outback Africa Erlebnisreisen

Mowani Mountain Camp, Rezeption © Foto: Jens Döring | Outback Africa Erlebnisreisen

Mowani Mountain Camp, Bomaplatz © Foto: Jens Döring | Outback Africa Erlebnisreisen

Mowani Mountain Camp © Foto: Jens Döring | Outback Africa Erlebnisreisen

Mowani Mountain Camp, Aussichtsterrasse© Foto: Jens Döring | Outback Africa Erlebnisreisen

Mowani Mountain Camp, Eingang zum Chalet © Foto: Jens Döring | Outback Africa Erlebnisreisen

Mowani Mountain Camp, Safarifahrzeug © Foto: Jens Döring | Outback Africa Erlebnisreisen

Mowani Mountain Camp, Steinformationen © Foto: Jens Döring | Outback Africa Erlebnisreisen

Zu den Aktivitäten zählen neben Ausflügen nach Twyfelfontein auch geführte Wanderungen und Fahrten („scenic drives“) durch das Damaraland auf der Suche nach den Wüstenelefanten auf dem Programm. Da es mir an diesem Nachmittag nicht so gut geht (seit Beginn der Reise schleppe ich eine Erkältung mit mir herum), lasse ich für mich den dreistündigen Ausflug nach Twyfelfontein und zu den Orgelpfeifen am Nachmittag ausfallen und ruhe mich stattdessen etwas aus. Gegen 15:30 Uhr wird Kaffee, Tee und Kuchen in der Lounge serviert, was heute unter erschwerten Bedingungen stattfindet: Ein kräftiges Gewitter zieht auf und setzt einen Teil des Camps kurzzeitig unter Wasser. Bis zum Abend werden diese kleinen Schäden aber wieder behoben sein.

Mowani Mountain Camp © Foto: Jens Döring | Outback Africa Erlebnisreisen

Mowani Mountain Camp © Foto: Jens Döring | Outback Africa Erlebnisreisen

Mowani Mountain Camp, Aussicht © Foto: Jens Döring | Outback Africa Erlebnisreisen

Mowani Mountain Camp, Bad © Foto: Jens Döring | Outback Africa Erlebnisreisen

Mowani Mountain Camp, Poolbereich im Regen © Foto: Jens Döring | Outback Africa Erlebnisreisen

Mowani Mountain Camp © Foto: Jens Döring | Outback Africa Erlebnisreisen

Fazit: Das Mowani Mountain Camp hat mich vor allem durch seine tolle Lage und die erst neu errichteten Chalets begeistert. Obwohl die Zimmer unterschiedliche Ausblicke haben (sollen), fand ich den Blick von meinem Standard-Chalet schon sehr beeindruckend. Das offene Badezimmer wird vielleicht nicht jeder mögen, aber dafür die Großzügigkeit und den Komfort, der den Gästen in den Unterkünften geboten wird. Das Servicepersonal könnte ein wenig besser geschult und aufmerksamer sein und der Managing Director hatte beim Abendessen nicht bemerkt, dass wir Neuankömmlinge waren und ließ uns entsprechend links liegen. Das ist aber alles wirklich nicht über zu bewerten, eher ein Fall von Jammern auf hohem Niveau. Wer es noch etwas kleiner und intimer haben möchte, dem sei das Schwestercamp Kipwe empfohlen.

noch keine Kommentare