Ilala Lodge und Victoria Falls Hotel - Reisebericht Simbabwe-Botswana 2012

von Marco Penzel

Victoria Falls, 02.05.2012

"Wir müssen pünktlich sein, es bleibt uns nicht viel Zeit", hatte Ursula, unsere neue Kollegin in Victoria Falls, am Abend zuvor gemahnt. Von Trödelei hält die schlanke, drahtige Simbabwerin offenbar nichts. Zum Glück bin ich fünf Minuten vor der verabredeten Uhrzeit an der Rezeption der Ilala Lodge, die wir uns heute zuerst ansehen wollen. Diese Lodge, nur einen Spaziergang von den Victoria-Fällen entfernt, ist bei unseren Kunden beliebt. In der mittleren Preisklasse bietet das privat geführte Haus soliden Komfort und guten Service. Der persönliche Augenschein bestätigt meine Erwartungen. Das in den 1980er Jahren errichtete Gebäude ist gut in Schuss. Die Zimmer verteilen sich über drei Etagen. Von den Suiten im dritten Stock hat man den besten Blick auf die Gischt der Fälle. Aber auch die Zimmer im unteren Geschoss mit Terrasse und direkten Zugang zum großen, grünen Garten gefallen mir. Im ganzen Haus sind helle, cremefarbene Wände mit dunklem Holz kombiniert. Alte, gerahmte Stiche und Fotos an den Wänden sorgen für ein koloniales Ambiente.

Beim Rundgang durch das Haus erzählt mir der Manager noch, dass die Ilala Lodge auch den zentralen, vormals kommunalen Campingplatz in der Stadt übernommen hat und nach einer Renovierung nun weiter betreibt. Da werden Erinnerungen wach. Schließlich kam ich vor 13 Jahren zum ersten Mal auf einer Camping-Safari  "Von Kapstadt zu den Victoria-Fällen"  nach Victoria Falls. Den Abschluss einer unvergesslichen, abenteuerlichen Reise durch den Südwesten Afrikas feierten wir damals mit einem Mittagessen auf der Terrasse des altehrwürdigen Victoria Falls Hotels. Wird es heute immer noch so viel Geschichte atmen wie damals?

Victoria Falls Hotel

Ich bin gespannt auf meinen zweiten Besuch und werde nicht enttäuscht. Die Messingknöpfe sind immer noch blank poliert, im Stanley's Room mit seinen Plüschsofas und Zimmerpalmen drehen sich langsam die alten Ventilatoren an der Decke. Am vorderen Ende der Terrasse steht ein langer Fahnenmast, an dem die bunte Flagge Simbabwes weht. Darunter lassen sich die Gäste vor der Schlucht fotografieren, die von der berühmten Eisenbogenbrücke überspannt wird. Weil die Ingenieure, die Anfang des 20. Jahrhunderts zum Bau dieser Brücke ins damalige Rhodesien kamen, eine Unterkunft benötigten, begann man mit dem Bau des Hotels. Heute zählt es über 160 Zimmer. Ein Flügel des Hauses, in dem die Suiten liegen, soll in den kommenden Monaten komplett umgebaut werden. Dabei bleibe der Stil des Hauses selbstverständlich erhalten, versichert mir die Frau, die mich durch das altehrwürdige Gemäuer führt. Auch Mitglieder des englischen Königshauses und andere gekrönte Häupter standen hier schon auf der Gästeliste.

Unterhalb der Terrasse biegen wir nach rechts ab. Wir kommen am Swimmingpool und einer Kunstgalerie vorbei und gelangen schließlich zum "Jungle Junction Restaurant". Hier wird abends ein Dinner mit beeindruckender Tanz- und Akrobatik-Show geboten, die der im berühmten Boma-Restaurant nicht nachsteht. Im Gegenteil, der Abend sei für die Gäste sogar noch preisgünstiger, erzählt Ursula.Ilala Lodge oder Victoria Falls Hotel - was ist die bessere Wahl? Die Antwort auf diese Frage fällt mir schwer. Ilala ist etwas kleiner, solide und ein bisschen preisgünstiger. Das Victoria Falls Hotel ist die erste Wahl für jeden, der auf geschichtsträchtigen Spuren wandeln und die Atmosphäre eines alten Grandhotels erleben möchte. Ein Beispiel für eine individuelle Safari, bei der diese beiden Lodges zur Auswahl stehen, ist der Reisevorschlag "Elefantenpfade".

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