Zurück nach Windhoek in die Onjala Lodge

von Doreen Krausche

Dienstag, 04. Dezember 2012

Es geht zurück nach Windhoek und vorbei an weiteren Orten mit O - Otawi, Otjiwarongo und Okahandja. Wir halten am höchsten Termitenhügel, den wir auf unserer Reise zu Gesicht bekommen haben.

Nach dem Mittagsstopp besuchen wir noch einen Markt, wo es etliche Holzschnitzarbeiten zu sehen und zu kaufen gibt. Die Belagerung der Händler missfällt uns. Wir werden fast schon bedrängt zu kaufen und können gar nicht in Ruhe schauen, um uns für das ein oder andere Souvenir zu entscheiden.Der Kreis schließt sich, als wir Windhoek erreichen und der Bus auf die Independence Avenue einbiegt. Es ist merkwürdig, wir waren doch erst vor 12 Tagen hier und trotzdem erscheint es uns Jahre entfernt. Nun wird uns bewusst, dass die letzte Etappe unserer Reise begonnen hat.Nach Passieren der Stadtgrenze folgt das schlimmste Gerüttel, wir werden in unserem Reisebus hin und her geschleudert - wir befinden uns auf der Zufahrtsstraße zur Onjala Lodge. Nach einigen Asphaltstraßen sind wir das Geschüttel der Schotterpisten gar nicht mehr gewöhnt. Aber dass diese Straße die rustikalste Strecke unserer gesamten Fahrt ist, darüber sind wir uns einig. Nach einer Stunde haben wir es überstanden und werden von der kleinen Rezeptionistin Luzaan in der Onjala Lodge freundlich begrüßt.Das Gepäck wird für uns, wie in fast allen Unterkünften, auf unsere Zimmer gebracht. Wir selbst bekommen ein eisgekühltes feuchtes Tuch und ein Erfrischungsgetränk gereicht und erhalten Informationen über die Lodge und die optionalen Ausflüge, die wir während unseres Aufenthaltes buchen können.Alex sieht, dass wir in guten Händen sind und verabschiedet sich. In Kürze wartet die nächste Gruppe Reisende darauf, mit ihm Namibia zu entdecken und seinen Geschichten zu lauschen. Von der Aussichtsplattform am höchsten Punkt der Onjala Lodge können wir unseren Reisebus davon fahren sehen. Alex hört unsere Rufe und Pfiffe, hält an und winkt uns aus dem Busfenster ein letztes Mal zu, dann verschwindet der Bus, eine Staubwolke hinter sich herziehend, in der Ferne.

Onjala Lodge

Die Onjala Lodge ist nordöstlich von Windhoek auf einer Erhebung mitten in der Wildnis gelegen. Die schönste Sicht hat man vom großen Pool und der Aussichtsplattform. Es ist von hier möglich, ein einhundertachtzig Grad-Panoramabild und den tollen Sonnenuntergang zu fotografieren. Auch von den Zimmerterrassen haben die Gäste einen schönen Blick in die Landschaft und von dem Balkon der im ersten Stock gelegenen Zimmer kann man in den Innenhof auf den kleinen Pool schauen. Alles ist mit Natursteinen gebaut. Die Zimmer sind sehr individuell, keines gleicht dem anderen. Die Räume sind offen und sehr hoch. In der oberen Etage gibt es einen Kamin mit Sitzgelegenheiten. Die Bauweise der Lodge passt in diese Gegend. Weitere Unterkünfte stehen etwas abseits des Hauptgebäudes. Es sind Panorama-Luxussuiten im Bungalowstil. Wie der Name es schon verspricht, sind die reetgedeckten, einzeln stehenden Rundhäuser mit viel Liebe zum Detail elegant ausgestattet und gestaltet.

Den Rest des Nachmittages verbringt jeder so, wie er es gern mag. Die meisten genießen ein Bad in einem der beiden Pools. Am Abend zum Sonnenuntergang treffen sich alle am Aussichtspunkt zum traditionellen Gin&Tonic wieder. Gruppenfotos und Sonnenuntergangsfotos werden gemacht, dann geht es zum Abendessen ins Restaurant, wo uns Luzaan die Speisekarte auf deutsch und auf Nama mit den herrlichen Klicklauten erläutert. Vor- und Nachspeise werden serviert, der Hauptgang ist in Buffetform. Wir genießen das gute Essen und erzählen über die Höhepunkte unserer Rundreise durch Namibia und die optionalen Aktivitäten, die wir in den nächsten beiden Tagen vor unserem Rückflug nach Deutschland, unternehmen möchten.

Die Damen der Runde sind sich einig: Maniküre, Pediküre oder Massage, nur eins oder gleich das komplette Verwöhnprogramm stehen an. Man hätte auch weitere Wanderungen und Tierbeobachtungsfahrten unternehmen oder den Na’ankuse-Wildpark besuchen können, wo auf einer Rundfahrt Wildkatzen zu sehen sind. Vier sportliche Mitreisende wagen sich auf eine Mountainbiketour und ich persönlich plane für den letzten Tag einen Reitausflug in die Wildnis - aufregend!

Mittwoch, 05. Dezember 2012

Bevor wir uns Massagen und Entspannung hingeben können, stehen noch zwei Ausflüge auf dem Programm. Peter, ein Guide der Onjala Lodge, führt uns noch vor dem Frühstück auf eine Wanderung durch die Umgebung.Es ist noch angenehm kühl, die Sonne ist gerade erst aufgegangen. Festes Schuhwerk wurde angesagt, dann geht es in Zweierreihe über einen Wanderweg zum nächstgelegenen Berg. Wie immer sind wir viel zu laut, da wir nicht nur schwatzen, sondern auch schon wieder laut lachen. Damit verscheuchen wir natürlich alle Tiere. Nur eine Schlange lässt sich von uns nicht abschrecken, die sind ja auch taub. Die giftige Puffotter liegt genau am Wegesrand. Peter entdeckt sie anhand der Spuren im Sand. Mit ausreichendem Abstand betrachten wir sie und halten Beweisfotos fest. Natürlich schwatzen wir weiter, sind aber etwas aufmerksamer und schauen auf den Boden. Wir wollen ja nicht auf ein giftiges Tier treten. Am Ende unserer Wanderung erwartet uns eine Überraschung: Auf dem Berg ist eine Frühstückstafel für uns gedeckt. Es duftet nach Ei und Speck und diese Aussicht, herrlich!

Bis zum späten Nachmittag haben wir nun Freizeit und die Damen wechseln sich bei dem Wellnesangeboten ab. Nach soviel Gerüttel und Geschüttel im Reisebus auf den langen Fahrten quer durch Namibia ist eine Massage eine Wohltat für jeden Rücken. Zum Glück sind wir morgen noch bis zum Nachmittag da, somit haben alle die Möglichkeit einen Termin zu ergattern. Wer sich nicht gerade von Zelda, der Managerin der Onjala Lodge, in ihrem Studio verwöhnen lässt, liegt am kleinen oder großen Pool und genießt die freie Zeit zum Entspannen in der Sonne.

Am späteren Nachmittag sind wir erneut mit Peter unterwegs, diesmal mit einem offenen Geländewagen. Die letzte Pirschfahrt in Namibia. Wir sehen Zebras, Erdhörnchen, Warzenschweine, Impalas und Kudus, sowie die Weißschwanzgnus, die ich bisher noch nie zu Gesicht bekommen hatte. Zwei Stunden kreuzen wir durch die Buschsavanne, dann halten wir auf einer der vielen Gebirgsformationen bei Sonnenuntergang an. Unser Fahrer baut eine kleine Bar auf und bietet verschiedene Getränke für unseren letzten Sundowner an. Wie immer trinken wir Gin&Tonic.

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