Abflug nach Kapstadt - Reisebericht Vom Kap nach Namibia (1/20)

von Susanne Schlesinger

1.und 2.Oktober 2012Montagnachmittag: Endlich geht es los, die Taschen sind gepackt, das Geld getauscht und die Fahrkarten aus dem Automaten gezogen. Meine Freundin Tanja und ich sind bereit für das Abenteuer Afrika.Dummerweise habe ich bei meiner Abfahrt aus dem Erzgebirge meine Wanderschuhe zu Hause stehen lassen und es mussten neue her – zum Glück ist das in der Hansestadt Bremen kein Problem, und ich finde auf Anhieb bezahlbare (da reduzierte) gute Schuhe, die super passen. Glück gehabt. In Turnschuhen ohne richtiges Profil wollte ich nicht ins Gelände – verstauchte Knöchel sind bei Safaris wohl der SuperGAU.Der Emirates-Flieger steht bereit, die extrem hübschen Stewardessen marschieren mit ihren roten Hütchen und Schleier an Bord. Beim Check-In wurde unser Handgepäck mit Anhängern versehen. Grün für Economy, Rot für Business Class, damit man gleich weiß, wo man hingehört. Die Flugbegleiter sind aber zu allen freundlich - vielleicht lächeln sie beim Anblick eines roten Anhängers noch etwas mehr. Geboarded wird nach Sitzreihen - wir gehören zur Kategorie "C" und damit zum hinteren Bereich, steigen also zuerst ein.Unser Plan, durch geschicktes Reservieren von Sitzplätzen eine Dreierreihe zu zweit zu haben, geht leider nicht auf. In letzter Minute findet sich noch eine arabische Dame ein, die man zwischen uns platziert hat, denn die Maschine ist voll. Nicht zu ändern. Emirates hat nicht die bequemsten Sitze, aber das Essen ist gut und das Bordentertainment lässt sich wunderbar direkt am Bildschirm bedienen, ohne dass sich ständig die Kabel des Kopfhörers und der Fernbedienung mit der Decke verknoten oder beim Aufstehen hinterherschleifen. Besonders hübsch sind die kleinen Lampen, die oben in der Kabinendecke einen Sternenhimmel simulieren, und die wechselnden Lichtfarben. Auch verzichtet man auf diese Dudelmusik, die mir persönlich immer furchtbar auf die Nerven geht. Ein weiteres Highlight sind die Bordkameras, mit denen man nach vorn und unten sehen kann. Das funktioniert aber nur bei Tageslicht richtig gut.

 

 

 

Sechs Stunden später finden wir uns im Morgengrauen in Dubai wieder, das unter uns in der Dunkelheit wie Las Vegas funkelt. Der Flughafen ist riesig – wer knappe Umsteigezeiten hat, sollte schon vorher ein Lauftraining absolvieren. Wie auch die ganze Stadt glitzert und blinkt der Flughafen, teure Boutiquen und Elektronikshops werden von den arabischen Gästen begeistert frequentiert. Die Preise sind unverschämt, aber hier wohnt ja das Geld. Beeindruckend ist auch die Emiratesflotte – große Maschinen, wohin das Auge blickt, Abflüge und Landungen im Minutentakt und entsprechendes Gewimmel aller Nationalitäten. Fast alle Flugzeuge in Dubai gehören zu Emirates - ein fünftes Terminal wird demnächst eröffnet.Ein 5-Euro-Kaffee muss dann aber doch sein. An Sitzmöbeln außerhalb der abgeschlossenen Gates hat man leider gespart, deshalb liegen überall müde Reisende herum. Auch Tanja gönnt sich ein kleines Nickerchen, bevor es auf die Reise nach Kapstadt geht. Hier haben wir „Loveseats“ im Bürzel des Flugzeuges, wo sich der Rumpf verengt und nur zwei Sitze nebeneinander passen. Da wir ja nicht mit Zeitverschiebung zu kämpfen haben, können wir uns heute Vormittag ruhig noch ein Nickerchen im Flugzeug gönnen.Dubai sieht beim Abflug von oben im trüben Tageslicht nicht mehr schillernd aus, sondern eher sandbeige wie die umgebende Wüste. Sobald die Maschine abgehoben hat, sieht man nur noch Einöde und hier und da eine Straße, die sich am Horizont verliert. Neun Stunden und 8000 Flugmeilen später erreichen wir endlich Kapstadt. Wie bei allen Tagflügen versorgt Emirates seine Passagiere mit Unmengen von Essen – es gibt ein opulentes Frühstück und dann später noch Lunch. Nochmals müssten wir das aber nicht haben, irgendwann schmeckt alles gleich.

 

 

 

Kapstadt empfängt uns mit sonnigen 19 Grad. Leider ist der Busfahrer nicht auffindbar. Dafür treffen wir aber Pia und Daniel, ein österreichisches Pärchen und unsere Mitreisenden auf der Safari. Die beiden hätten wegen des verspäteten Abflugs ihrer Maschine aus Wien schon in Dubai fast den Flug verpasst. Nun mussten sie feststellen, dass ihr Reisegepäck nicht so schnell rennen konnte wie sie. Es soll morgen kommen. Unsere Sympathiebekundungen sind ehrlich gemeint, und wir spenden spontan unseren Zipperbeutel-Kleinflaschenvorrat an die beiden, damit sie mit dem Nötigsten versorgt sind.Endlich findet sich auch unser Busfahrer, der am Ausgang des Flughafens und nicht am Ausgang des Ankunftsbereiches gewartet hatte (so wie alle anderen auch). Er bringt uns zum Sweet Lemon Guesthouse in Seapoint, einem der fünf Gästehäuser der „Sweetest“-Gruppe, die Sunway Safaris für seine Kunden als Startunterkunft bucht.Das Gästehaus ist hübsch und verwinkelt mit einem Innenhof und kleinem Pool. Wir bekommen vier Schlüssel für alle möglichen Türen und genießen eine ordentliche Dusche, bevor wir müde ins Bett fallen.

 

 

 

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