Hilfe und Selbsthilfe - das Katutura-Projekt in Namibia

von Susanne Schlesinger

Mutter mit Kind im Katutura-WohngebietKatutura - das ist die Vorstadt Windhoeks, in die während der Apartheid die farbige Bevölkerung aus dem Stadtzentrum nach Volksgruppen getrennt zwangsumgesiedelt wurde. Der Name bedeutet in Herero-Sprache Ein Ort, an wir nicht leben möchten. Aber trotzdem leben heute in dem Gebiet ca. 67.000 Einwohner meist in ärmlichen Verhältnissen. Immer mehr Menschen ziehen in die Nähe der Hauptstadt in der Hoffnung auf Arbeit und ein besseres Leben.Katutura ist aber auch der Name einer sehr erfolgreich arbeitenden Hilfsorganisation, die Anfang der achtziger Jahre von der engagierten Krankenschwester und Direktorin des namibischen Roten Kreuzes Jutta Rohwer und einheimischen Frauen ins Leben gerufen wurde und seit Jutta Rohwers Tod im Jahr 2009 von ihrer Tochter weitergeführt wird.Ein Schulspeisungsprojekt, ein Wohlfahrtsbüro mit Gemeinschaftsraum in Katutura, eine Kindertagesstätte in Windhoek, Zentren in Rehoboth und im Ovamboland - die Hilfstätigkeit der Katutura-Projekte wuchs über die Jahre zu einer nationalen humanitären Organisation heran, die durch die Deutsch-Namibische Gesellschaft und viele private Spender finanziert wird. Der Verein unterstützt heute eine Behinderteneinrichtung, ein Waisenhaus, verbessert die Ausstattung von Kindergärten und organisiert die Schulspeisung von 850 Kindern, hat einen Schulfonds für bedürftige Kinder eingerichtet, die das Schulgeld nicht zahlen können, und betreibt eine Handarbeitswerkstatt für alleinerziehende Frauen, deren Erzeugnisse im Namib Craft Center in Windhoek und einem Laden in Swakopmund verkauft werden. Der Kubatsirana-Laden in Swakopmund"Der Schlüssel zu einem besseren Leben ist Bildung, und das versuchen wir den Kindern zu ermöglichen", sagt Edith Döbbert, die Vertreterin der Projekte in Deutschland. Die Deutsch-Namibierin ist ständig in Deutschland unterwegs, um für die gute Sache zu werben und Spenden zu sammeln. Sie ist auch auf Weihnachtsbasaren anzutreffen, um handgearbeitete namibische Souvenirs zu verkaufen und über die Organisation zu informieren.
Wer Frau Döbbert treffen möchte: Sie ist am 1. und 2. Dezember auf dem Basar in den Trinkhallen in Bad Bodendorf bei Bonn sowie vom 14. bis 16. Dezember in Bingen auf dem Weihnachtsmarkt zu finden. Kinderbetreuung In einem Kindergarten Vorschulerziehung

Wie kann ich das Katutura-Projekt unterstützen?

Es ist natürlich möglich, Geld zu spenden. Patenschaften für einzelne Kinder werden nicht angeboten, die Spende wird dort eingesetzt, wo das Geld gerade benötigt wird. Mit 1,50 Euro pro Tag kann für ein Kind eine warme Mahlzeit bereitet werden, mit ca. 65 Euro pro Jahr wird der Schulbesuch ermöglicht. Darüber hinaus helfen Namibia-Reisende der Organisation, indem sie für den Souvenirkauf in den Läden in Windhoek (Namib Craft Centre, 40 Tal Street) und Swakopmund (Libertine Amadhila Straße/Brückenstraße) vorbeischauen. Es gibt wirklich schöne und günstige Souvenirs, z.B. die beliebten Perlentiere oder geschnitzte Schlüsselanhänger, aber auch bestickte Textilien und Holztiere zu kaufen. Das Geld kommt den Frauen und der Organisation zugute.Für Freunde von schönen Bildern bietet die Organisation einen großformatigen Kalender mit namibischen Landschafts-, Tier- und Portraitaufnahmen zum Preis von 12 Euro an. Zu bestellen ist er bei der deutschen Vertretung. Typische Namibia-Souvenirs aus dem Kubatsirana Laden in SwakopmundDa der Transport von Hilfsgütern, vor allem von gebrauchter Kinderkleidung, ein großes Problem darstellt, würde sich Frau Döbbert freuen, wenn evtl. überzähliges Freigepäck mit sauberer Kinderkleidung aufgefüllt und die Sachen so nach Windhoek transportiert werden können. Die Übergabe wird dann arrangiert.Weitere Informationen gibt es in der Endfassung des Katutura-Jahresberichtes 2010 (2011 ist in Vorbereitung) sowie im Informationsblatt, in dem auch die Kontaktdaten und Kontoverbindungen zu finden sind.

ein Kommentar

Lara

12.12.2012 um 15:00

Katutura ist ein wundervoller Stadtteil von Windhuk in Namibia. Sehr viele Menschen leben in dieser Großstadt. Wer seinen Urlaub in Südafrika verbringen möchte sollte unbedingt auch mal hier her kommen.