Amboseli - Ol Tukai Lodge

von Svenja Penzel

Schichtwechsel. Ein neuer Guide von Akorn erwartet mich am Wilson Airport. Er heißt James und ist schon äußerlich das ganze Gegenteil von Paul. Klein und untersetzt mit einer hohen, etwas quäkigen Stimme. Anfangs habe ich Schwierigkeiten, ihn zu verstehen, aber wir haben bis Amboseli ja vier Stunden Zeit, uns aneinander zu gewöhnen. Und schon bald weiß ich seine interessanten Informationen zu schätzen, mit denen er die Gegenden kommentiert und die Fahrt auflockert.

Wir fahren die ersten zwei Stunden auf dem Mombasa Highway, der zwar gut ausgebaut, aber stark befahren ist. Die vielen schwer beladenen Trucks kommen vor allem an Steigungen nur langsam voran und sind schwierig zu überholen. Der zweite Teil der Tour vom Abzweig bei Emali bis zum Eingang des Amboseli Nationalparks beim Iremito Gate sind dann auf sehr guten, teils ganz neuen und vor allem leeren Straßen ein Vergnügen. Die ganze Zeit schaue ich am Horizont nach dem Kilimanjaro aus, aber ich sehe nur eine dicke Wolke. Irgendwann weist mich James darauf hin, dass linkerhand aus dieser Wolke ein Stück Fels herausschaut. Tatsächlich, der eine Nebengipfel, der Mawenzi. Kurz nach der Einfahrt in den Park guckt dann ganz oben ein Stück vom Eisfeld aus den Wolken.

Ol Tukai Lodge

Meine Laune steigert sich merklich. Noch mehr steigert sie sich, als wir an der Ol Tukai Lodge ankommen und ich mein Zimmer beziehe. So schön hatte ich mir das gar nicht vorgestellt, obwohl ich schon viel Gutes von dieser Lodge gehört hatte. Sie liegt mitten im Amboseli Nationalpark in einem der wenigen Waldstücke. Die 80 Zimmer verteilen sich auf Zweier- und Viererhäuser - die "Mountain View Rooms" haben einen freien Blick auf den Kilimanjaro (wenn dieser sich zeigen mag). In der Lodge hat das Elephant Research Center seinen Sitz. Hier kann man alles über die Elefanten des Nationalparks, die sehr gut erforscht sind, erfahren.

Weitere Informationen zur Ol Tukai Lodge.
 

Als ich kurz darauf mit Kamera bewaffnet außen um mein Häuschen herum gehe und den richtigen Winkel für eine Außenaufnahme suche, fällt mein Blick mehr zufällig nach links an den Horizont - und, oh Wunder, der Kilimanjaro-Gipfel schaut nun frei aus den Wolken heraus und leuchtet in der Abendsonne. Ich bin begeistert, hole schnell das andere Objektiv und verbringe die nächste halbe Stunde bis zum Einbruch der Dunkelheit mit Fotografieren und andächtig Schauen und Staunen. Was für ein gewaltiger Anblick!

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