Auf Jagd mit den Hadzabe am Lake Eyasi, Reisebericht Tansania (7/8)

von Marco Penzel

Hütte aus Agavenblättern und Zweigen © Foto: Marco Penzel | Outback Africa

Vorbereitung der Pfeile © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Pfeilspitzen für die Hadzabe-Bogen © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Federn für die Pfeilschäfte © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Aufbruch der Jäger und ihren Hunden © Foto: Marco Penzel

Es geht querfeldein - auch durch Flüsse. © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Fünf Jäger bereiten ihre Waffen vor. Pfeile erhalten im Feuer den letzten Schliff, werden mit den Zähnen begradigt und am hinteren Ende mit Federn versehen. Alles geht zügig und ohne große Diskussion. Plötzlich springen die Männer auf und verschwinden schnellen Schrittes im Busch. "Hinterher", bedeutet mir Qwarda. Es ist gar nicht so einfach, den flinken jungen Männern zu folgen. Manchmal geht es durch dorniges Gestrüpp. Wir überqueren mehrere ausgetrocknete Flüsse. Die Jäger zielen auf alles, was sich bewegt. Nur Schlangen und Hyänen sind tabu, erklärt mir Qwarda. Endlich hat einer einen Vogel erlegt, stolz streckt er ihn - noch am Pfeil aufgespießt - meiner Kamera entgegen. Dann wird das leblose Federvieh unter den Gürtel geklemmt. Weiter geht es. Für Objektivwechsel oder einen Schluck aus der Wasserflasche bleibt nur wenig Zeit. Nach etwa zwei Stunden müssen wir umkehren. Auf dem Rückweg zeigen die Jäger plötzlich ins Geäst eines Baumes und bedeuten uns, wir sollten einen Bogen um diesen Baum machen. Der Grund ist eine Schlange, die sich oben in den Zweigen ausruht. Es soll eine Grüne Mamba sein, die erste Schlange, die ich während meines elftägigen Aufenthaltes in Tansania zu Gesicht bekomme.

Eine kleine Erfrischung © Foto: Marco Penzel | Outback Africa

Beerenstrauch © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Ein kleines Tier im Gebüsch wird erlegt. © Foto: Marco Penzel | Outback Africa

Hadzabe mit einem erlegten Vogel © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Die Beute am Gürtel eines Hadzabe © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Feuermachen ohne Streichhölzer © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Hadzabe beim Feuermachen © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Kleines Getier wird im Feuer direkt gebraten © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Es ist nicht viel Fleisch an einem Baumhörnchen dran © Foto: Marco Penzel | Outback Africa

Die Ausbeute der Jagd sind insgesamt drei Vögel, darunter eine Taube und ein Baumhörnchen, das noch kleiner ist als ein deutsches Eichhörnchen. Weil die Beute zu klein sei, um sie mit der ganzen Familie zu teilen, wird sie noch vor der Rückkehr ins Dorf verspeist. Mit einem Stock, der zwischen den Handflächen gedreht wird, und etwas trockenem Gras machen die Männer ein Feuer, in dem die Tiere gebraten werden. Die Fleischausbeute ist minimal, aber es scheint ihnen zu schmecken. Sie bieten mir auch ein Stück Vogelfleisch an. Ich habe aber nicht den Mut zu probieren.Zurückgekehrt ins Dorf zeigen die Männer noch, dass auch Wurzeln und Beeren zu ihrer Nahrung gehören. Für das Sammeln der Beeren sind die Frauen zuständig. Die Männer haben während der Jagd nur von den Beerensträuchern genascht, von der Hand in den Mund sozusagen. Es gibt einen Übungsplatz für den Umgang mit Pfeil und Bogen, in dem ich mich auch einmal versuchen soll. Die meisten meiner Pfeile landen vor dem Ziel im Sand, ein einziger bleibt tatsächlich in dem kleinen Baumstamm stecken, den man treffen sollte. Nach fast vier Stunden heißt es Abschied nehmen von den Hadzabe.

Wurzeln als Vitaminspender © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Hadzabefrauen und Kind bei der Hausarbeit. © Foto: Marco Penzel | Outback Africa

Von den Hadzabefrauen gesammelte Beeren © Foto: Marco Penzel | Outback Africa

Hadzabefamilie am Feuer © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Ich versuche mich im Bogenschießen © Foto: Outback Africa Erlebnisreisen

Gruppenbild mit Hadzabe und Marco Penzel © Outback Africa Erlebnisreisen

Der Besuch von Touristen bei ihnen wird von einer lokalen Behörde organisiert. Die Buschleute leben nicht ohne Kontakt zur Außenwelt, aber offensichtlich noch weitgehend nach ihren uralten Traditionen. Sie jagen in einer Gegend, in der auch andere Volksgruppen leben, etwa die Elak und die Datoga, halbnomadische Rinderhirten ähnlich wie die bekannteren Massai. Von den Gebühren, die die lokale Behörde von den Touristen kassiert, sollen diese Volksgruppen unterstützt werden. So sind in den Gebühren auch 20 US-Dollar enthalten, die dem Gegenwert einer Ziege auf dem Markt entsprechen. Diese erhalten die Hadzabe gewissermaßen als Ausgleich für jeden Jagdausflug mit Besuchern. Die Chancen, ein größeres Tier zu erlegen, schwinden nämlich erheblich, wenn ungeübte Touristen dabei stören. Sie sind zu langsam, zu laut und zu unvorsichtig.Am Vorabend hatten wir zusammen mit Qwarda bereits einen traditionellen Schmied und einen Kral der Datoga besucht. Bei keiner der drei Gelegenheiten gab es am Ende einen Souvenirverkauf oder andere Zeichen der Kommerzialisierung, wie sie bei den extra für Touristen errichteten Massai-Dörfern üblich sind, die man direkt an den Hauptrouten der Safari-Urlauber findet. Dafür sind die Gebühren, die die lokale Behörde im Vorfeld für den Besuch der kleinen Volksgruppen am Lake Eyasi verlangt, recht happig. Ich hoffe, dass möglichst viel von dem Geld tatsächlich bei den Menschen ankommt.

Beim Schmied

Geschmiedete Pfeil- und Speerspitzen © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Schmieden erfordert Fingerspitzengefühl © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Die Werkzeuge sind einfach, aber zweckmäßig. © Foto: Marco Penzel | Outback Africa

Der erfahrene Schmied macht es vor, der Lehrling passt gut auf. © Foto: Marco Penzel

Glut aus Holzkohle © Foto: Marco Penzel | Outback Africa

Das Metall wird auf einem Stein bearbeitet. © Foto: Marco Penzel | Outback Africa

Im Datoga-Kral

Datoga-Frauen © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Traditionelles Datoga-Haus © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Portrait einer Datoga-Frau © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Verzierte Gefäße im Datoga-Haus © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Junge Datoga in ihrer Behausung © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Getreide mahlen auf traditionelle Art © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Zur Übernachtung am Lake Eyasi bieten sich zwei Tented Camps an: Kisima Ngeda und Tindiga. Mehr über die beiden Unterkünfte lesen Sie hier im Reisebericht.Alle Berichte dieser Reise in der Übersicht:

noch keine Kommentare