Arusha und die Ngurdoto Lodge - Reisebericht Tansania 2011 (16)

von Doreen Krausche

Auf dem Weg nach Arusha lerne ich die tansanische Art der Verkehrssicherung kennen. Ein Stück Straße ist unterspült und weggebrochen. Um es zu sichern, werden einfach große Zweige und Steine auf die Straße gelegt, um die die Autos herum fahren müssen. Das Gras am Straßenrand ist noch braun - der Regen ist hier noch nicht angekommen.Nach der Weite und Einsamkeit der Serengeti ist Arusha ein Meer aus Farben, Geräuschen und Menschen. Amani zeigt mir die Highlights der Stadt. Am Sonntag ist hier so viel los, die meisten Leute sind in ihren besten Kleidern unterwegs und gehen oder kommen vom Gottesdienst. Überall am Straßenrand werden die verschiedensten Dinge verkauft, wie ein riesiger Wochenmarkt, der aus allen Nähten platzt. Im Stadtzentrum gibt es recht moderne Gebäude, sogar Hochhäuser. Die Regierungsgebäude dürfen nicht fotografiert werden, sonst bekommen wir Ärger, sagt Amani. Minibusse und Motorräder überholen uns. Ein Hochzeitskorso kommt uns entgegen - alles in pink. Überhaupt lieben es die Leute hier bunt. Je weiter man vom Stadtzentrum wegfährt, desto ärmlicher und einfacher werden die Unterkünfte - Häuser kann man es kaum noch nennen. Trotzdem sind die Leute gut drauf, überall hört man Lachen und Musik. Sie kennen es nicht anders und sind wesentlich zufriedener, mir imponiert das.

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir begegnen einer Gruppe Kinder in einheitlichen weißen T-Shirts und dunkelroten bzw. schwarzen Hosen. Es könnte eine Sportmannschaft sein. Mir ist schon vorher aufgefallen, dass die Kinder alle kurzgeschorene Köpfe haben. Ich frage später Debbie und Horst in der Ngurdoto Lodge danach und sie erzählen mir, dass dies bei allen öffentlichen Schulen so vorgeschrieben sei, ebenso wie die einheitliche Schulkleidung. Man wolle damit verhindern, dass es Standesunterschiede zwischen den Kindern gäbe. Offenbar sind die geschmückten Rastazöpfchen ein Statussymbol für die Mädchen wie bei uns eine teure Uhr oder Markenklamotten. Es hat sicher auch hygienische Aspekte und offenbar stört es die Kinder nicht. Die erwachsenen Frauen, die ich während der Reise getroffen habe, waren alle schön frisiert. Das Schönheitsideal ist glattes Haar - eine echte Herausforderung. Wir fahren an der Meru View Lodge vorbei zur kleinen Ngurdoto Lodge. Hier muss ich von Amani Abschied nehmen, der mich die letzten fünf Tage treu begleitet hat. Er bekommt ein ordentliches Trinkgeld von mir. Svenja und Marco sagten, es sei üblich, dem Fahrer am Schluss der Tour ein Trinkgeld zu geben und auch nicht nur ein oder zwei Dollar. Amani ist zufrieden - und ich auch, denn er hat sich sehr um mich gekümmert und mir auch viel erklärt und gezeigt. Ich habe mich bei ihm gut betreut gefühlt.Die Ngurdoto Lodge und die Meru View Lodge gehören zusammen und bieten den Gästen ähnliche Serviceleistungen. Vom Standard her ist jedoch die Ngurdoto Lodge etwas besser. Das großzügige zweigeschossige Haupthaus hat ein breites, rotes Dach, dass eine große Terrasse und die bodentiefen großen Fenster beschattet. Hier befindet sich das Restaurant, wo das Essen nach Wunsch zubereitet wird. Ich darf sogar einen Blick in die Küche werfen. Die Lodge baut selbst Gemüse an und erzeugt ihre Milchprodukte selbst. Das Gelände ist schön angelegt mit vielen Hecken und Büschen, es gibt auch einen kleinen Pool. Die maximal 12 Gäste werden in sechs Rundhäusern auf dem Gelände untergebracht. Auf meiner Tour habe ich ja bereits einige Rundhäuser (z.B. bei der Ngorongoro Sopa Lodge oder dem Lake Masek Camp) gesehen, aber diese sind doch ungewöhnlich. Eigentlich besteht jedes Haus aus zwei Rundhäusern, die durch einen geraden Mittelteil miteinander verbunden sind. In den runden Zimmern sind Schlafzimmer und das Bad untergebracht. In dem geraden Stück ist die Eingangstür und ein Durchgang zur Terrasse auf der anderen Längsseite des Hauses. Bei gutem Wetter hat man Blick auf den Mt. Meru und den Kilimanjaro. Das Bad ist schön mit braunem Marmor gefliest. Sehr hübsch sind auch die kleinen Fenster rechts und links neben dem Betthaupt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Ngurdoto Lodge steht unter deutschsprachiger Leitung durch Debbie und Horst. Wie auch die Meru View Lodge sind viele der Gäste Bergwanderer, aber auch für andere Gäste wird allerlei angeboten. Ich unterhalte mich mit Annette, einem anderen Gast und sie erzählt ganz begeistert, dass sie heute eine Kaffeetour am Usa River unternommen hat und das es ganz toll war. Diese Wanderung steht bei mir für morgen auf der Agenda - jetzt freue ich mich noch mehr darauf. Da es hier Internet gibt, nutze ich die Gelegenheit und gebe mal schnell ein Lebenszeichen nach Hause und natürlich auch ans Outback Büro. von: Doreenan: SvenjaBetreff: endlich InternetHallo Svenja,endlich Internet..... Bin wieder in Arusha angekommen, genauer in der Ngurudoto Lodge, die mir uebrigens sehr gut gefaellt. Ich habe mit Amani, meinem Fahrer fuer die letzten Tage, erfolgreich alle Lodges und Camps auf der Liste abgegrast. :D Habe ewig viele Fotos gemacht, um sich an die Details der Lodges und Camps besser zu erinnern. Natuerlich blieb auch Zeit die vielen Tiere auf der Strecke zu sehen, zu bestaunen und zu fotografieren. Es ist zwar nur ne kleine Digicam, aber besser als nix. Ich kann nur sagen, bin super beeindruckt von allem und sage nochmals danke fuer diesen Einstieg in den Job. Ich kann gar nicht sagen, wie vorher meine Gedanken ueber Afrika waren, aber jetzt nach dem ich es mit eigenen Augen gesehen habe ist alles ganz anders und viel klarer. Morgen geht es dann zur Kaffeeplantage und am naechsten Tag zum Arusha NP und dann gen sansibar.....freu mich. Habe auch die ein oder andere Lieblingslodge und Camp fuer mich entdeckt, aber diese Details gibt es in der Heimat. ich sende mal lieber diesen Text, bevor der Strom weg ist....:) Also liebe Gruesse an alle und ich melde mich so bald ich kann, aber spaetestens in der Heimat, wenn das ok ist.bis dann LG Doreen  Der komplette Reisebericht in der Übersicht:

  

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