Rettung für Sausage-Trees im Okavango-Delta

von Susanne Schlesinger

Sausage-Tree © Foto: Jens Döring | Outback Africa Erlebnisreisen
Was haben Venedig und das Okavango-Delta gemeinsam?Beide werden von Wasserstraßen durchzogen und sind in großen Teilen nur mit dem Boot befahrbar. Während jedoch die Gondoliere in Venedig nur mit einer schwer erlangbaren speziellen Lizenz Touristen in aufwändig gestalteten Gondeln durch den Canale Grande staken dürfen, sind die traditionellen Boote im Okavango-Delta das Transportmittel für alles - Waren und Lebensmittel, Tiere und natürlich auch Touristen. Hunderte Einheimische verdienen sich ein paar Pula als "Poler".Die traditionellen Boote (Mokoros) werden aus einem einzelnen Baumstamm gefertigt, der ausgehöhlt wird. Je größer der Baum, desto größer das Boot. Als Material eignen sich besonders gut die Stämme des Sausage Trees (Kigelia africana), wegen seiner wurstförmigen Früchte auch Leberwurstbaum genannt. Diese Laubbäume wachsen langsam und haben deshalb eine dichte und elastische Holzstruktur, die sich trotzdem gut bearbeiten lässt. Ein Mokoro hält allerdings durchschnittlich nur etwa vier bis fünf Jahre.

Die Früchte des Sausage-Trees sehen tatsächlich wie eine Wurst aus. © Foto: Jens Döring | Outback Africa Erlebnisreisen

Ein gefällter Sausage-Tree. © Foto: Sunway-Safaris

Seerose im Okavango-Delta © Foto: Pascal Chapelain

Genau da liegt das Problem. Aufgrund des stetigen Bedarfs an Stämmen werden viele der Sausage Trees bereits als relativ junge Bäume gefällt - der Baumbestand geht im Okavango-Delta dramatisch zurück. Das setzt eine ökologische Kettenreaktion in Gang, denn die Bäume halten mit den Wurzeln die Erde fest, die ohne diesen Schutz weggeschwemmt wird und an anderer Stelle das Delta verschlammt und für Boote nicht mehr befahrbar macht. Auch die Tierwelt leidet unter der fehlenden Futter- und Schattenquelle.

Mokoro aus einem Baumstamm © Foto: Sunway-Safaris

Sattelstorch im Okavango-Delta © Foto: Pascal Chapelain

Mokoro-Trail mit Touristen  © Foto: Sunway-Safaris

Nachtblühende Seerose © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Mokorofahrt durch Seerosenfelder © Foto: Pascal Chapelain

Fiberglass-Mokoro © Foto: Sunway-Safaris

Was aber tun, wenn auf die Mokoros als Transportmittel nicht verzichtet werden kann? Unser afrikanischer Partner Sunway-Safaris hat dazu eine besondere Aktion gestartet. Statt immer mehr Bäume zu fällen, sponsert Sunways den Bewohnern des Okavango-Deltas Mokoros aus Fiberglass, die optisch von den tradtionellen Holzbooten kaum zu unterscheiden sind. Dabei werden fünfzig Prozent der Anschaffungskosten von Sunways übernommen, die andere Hälfte der Kosten zahlt der Poler. Die Fiberglass-Mokoros werden damit auch für die einfache Bevölkerung des Deltas erschwinglich. Die Organisation vor Ort wird von Planet Okavango übernommen.

Ein Mitarbeiter von Sunways übergibt  ein Mokoro. © Foto: Sunway-Safaris

Jungfernfahrt in Fiberglass-Mokoros.

Durch die Initiative von Sunways könnten pro Jahr rund 400 Bäume gerettet werden - der Anfang ist gemacht, viele weitere Mokoro sollen folgen.Reisen Sie mit uns ins Okavango-Delta. Hier geht es zu unseren Botswana-Reiseangeboten. Das Okavango-Delta und außerdem noch das Kap der Guten Hoffnung und die Höhepunkte Namibias erleben Sie auf der Reise Von Kapstadt zu den Victoria-Fällen.

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