Tau Pan Camp im Zentralkalahari Wildreservat - Reisebericht Botswana (8/10)

von Susanne Schlesinger


Das Tau Pan Camp innerhalb des Kalahari Game Reserves

Man betritt die Hütte von der Rückseite, und das „Wow!“ kommt erst, wenn man zur anderen Seite gelangt. Dort öffnet sich der Blick zur Tau Pan hin – einer riesigen grasbewachsenen Senke, umgeben von der typischen Kalaharilandschaft mit vereinzelten Büschen und Bäumen. Das alles von oben zu sehen und in die Weite zu schauen, ist grandios. Die Lage des Camps ist herrlich, und durch große Holzterrassen sowohl am Hauptgebäude als auch an den einzelnen Zimmern kann auch jeder Gast diesen Blick voll auskosten. Es gibt insgesamt acht gemauerte Häuser mit Strohdach für bis zu 16 Gäste. Heute sind es 13, also ist das Camp gut gebucht. Die Häuser stehen hier relativ nahe beieinander. Sie sind sehr geräumig, haben auf der Rückseite viele mit Moskitonetz versehene kleine Fenster und zur Terrasse hin große Schiebetüren. Da es keine Malaria und keine gefährlichen Mücken gibt, benötigt man hier kein Moskitonetz über dem Bett.Um 15.30 Uhr treffen sich alle Gäste zum „High Tea“ auf der Terrasse des Hauptgebäudes. Hier steht sogar ein Teleskop zur kostenlosen Benutzung. Es gibt Bobotie in Blätterteig und Möhrentorte, dazu Tee und Kaffee. Um 16 Uhr startet dann die Pirschfahrt. Außer dem Guide, der am Steuer sitzt, fährt noch ein Buschmann-Tracker mit. Anders als in der Deception Valley Lodge sind hier aufgrund der strengen Regeln der Nationalparkbehörde keine Nachtfahrten gestattet, man darf nicht offroad fahren und auch nicht durch den Busch wandern, außer in einem engen Radius um die Lodge herum. Wir müssen spätestens um halb sieben wieder in der Lodge sein. Wir fahren an diesem Nachmittag einmal um die riesige Tau Pan herum. „Tau“ bedeutet in Setswana „Löwe“, und tatsächlich leben hier mehrere Löwen, die die anderen Gäste auch schon gesehen haben, sogar mit Jungtieren. Uns zeigen sie sich heute Nachmittag nicht, dafür sehen wir die typischen Kalahari-Bewohner wie Springböcke und Oryx-Antilopen in großen Herden, Gnus, Strauße, Schakale und wunderschöne Vögel wie die Gabelracke (Lilac-breasted Roller) und den Rotbauchwürger (Crimson-breasted Shrike).Als die Sonne schon tief steht, findet unser Guide eine schöne Stelle am Rand der Pfanne, stellt den Motor ab, deckt einen kleinen Tisch mit Snacks und Getränken, und so zelebrieren wir unseren letzten Sonnenuntergang in Botswana. Vor der Kulisse der weiten Pfanne ein schöner Moment, doch noch schöner wird die Stimmung erst später, als der Himmel nur noch rot leuchtet und sich die Bäume davor schwarz abzeichnen. Darüber erscheint ein schmaler Mond. Ulrike | Viel zu schnell verschwindet die Sonne an unserem letzten wirklich afrikanischen Abend. Wir fahren zurück zur Lodge und haben dort ein paar Minuten Zeit zum Verschnaufen. Dann werden wir vom Zimmer abgeholt mit dem Hinweis, unseren Fotoapparat nicht zu vergessen, falls es eine Überraschung gibt. Mit Überraschung meinte unser Escort-Mann die Gesangs- und Tanzeinlage des gesamten Personals. Vier Lieder werden gesungen und getanzt, und ich singe leise „Beautiful Africa...“ vor mich hin. Das müssen die Sänger wohl gehört haben, denn tatsächlich stimmen sie auch dieses Lied an, das ich schon vor einiger Zeit im Pom Pom Camp gehört habe und auch im Lebala Camp. Beim letzten Lied nimmt sich jeder der Angestellten einen Gast an die Hand. Beschwingt werden wir zum Tisch „gesungen“.Das Abendessen kann sich auch hier sehen lassen, das Kudu-Steak von der Deception Valley Lodge wird aber nicht übertroffen. Als wir ins Zimmer kommen, finden wir endlich zwei getrennte Bettdecken vor. Ursprünglich gab es nämlich nur eine riesengroße. Ich hätte ja gern ein wenig mit Svenja gekuschelt, aber am Ende war es doch angenehmer, dass wir uns separat bedecken können.Alle Teile des Reiseberichtes in der Übersicht:

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