Ntwala und Impalila Island Lodge - Reisebericht Namibia (4/10)

von Svenja Penzel

Svenja, 02.05.2011 | Wir werden in Tongabezi abgeholt, und es geht weiter entlang der schnurgeraden, gut ausgebauten Straße, die den Ort Livingstone mit dem Vierländereck Sambia-Simbabwe-Botswana-Namibia verbindet. Dort müssen wir bei Kanzungula den Sambesi überqueren, um auf die Botswana-Seite zu gelangen. Zum Glück müssen wir nicht mit der großen Fähre fahren, auf die schon eine lange Schlange LKWs wartet, sondern nehmen ein kleines Schnellboot. Auf der anderen Seite erwartet uns ein anderes Transferfahrzeug und bringt uns am Ort Kasane vorbei bis zu einer winzigen Grenzstation am Ufer des Chobe, wo wir Botswana schon wieder verlassen. Jetzt geht es nach Namibia, wenn auch nur für eine Nacht.Unser nächstes Ziel ist die Ntwala Island Lodge. Diese kann man nur per Boot erreichen. Zunächst steuern wir die namibische Einreisestelle an, die auf der Insel Impalila liegt. Auch hier geht alles sehr flott. Dann fahren wir weitere 20 Minuten ruhig durch Seerosenfelder und papyrusgesäumte Kanäle, die an das Okavango-Delta erinnern. Wir sehen Jacanas und Reiher auffliegen und kommen an Siedlungen mit winkenden Kindern und Fischerbooten vorbei, bis wir schließlich Ntwala erreichen, das versteckt unter hohen Bäumen an der Spitze einer langgestreckten Insel liegt. Schon vom Fluss aus sehen die aus Stein und Holz gebauten Häuser dieser kleinen und exklusiven Lodge vielversprechend aus. Doch was uns dann im Inneren unseres Zimmers erwartet, haut uns schlicht um. Ein riesengroßes, luxuriöses Schlafzimmer mit Schiebetüren zum Fluss hin, die einen herrlichen Blick aufs Wasser eröffnen, bequeme Sessel, große Schränke und Ablageflächen, alles sehr geschmackvoll gestaltet, und nebenan ein fast ebenso großes, lichtdurchflutetes Badezimmer mit freiem Blick auf den Fluss, Doppelwaschbecken, offener großer Dusche und freistehender Badewanne hinter einem Paravent.

Ntwala Island Lodge

Doch das ist noch nicht alles. Durch eine Schiebetür gelangt man nach draußen, wo alle, die es bevorzugen, an der frischen Luft duschen können. Dort ist auch die so genannte Sala, also ein privates Deck als Ruheplatz unter freiem Himmel mit gemütlichem Sofa. Auf der anderen Seite unseres Hauses ist ein kleiner Privatpool. Nur vier solche Häuser gibt es hier, so werden es selbst bei voller Belegung nur acht bis zehn Gäste. Wir sind heute die einzigen. Was für ein schönes Fleckchen Erde, einsam und weitab von anderen Camps und Lodges! Sogar Strom gibt es hier, den ein nicht hörbarer Generator zu festen Zeiten liefert. Wir laden alle unsere Geräte auf und können sogar die Haare föhnen.Am Nachmittag nimmt uns Godfrey, unser persönlicher Guide, mit auf eine weitere Bootstour, bei der wir die wildromantische Wasserlandschaft des Sambesi besser kennenlernen und auf Impalila Island eine Wanderung bis zu einem riesigen Baobab (Affenbrotbaum) unternehmen. Angeblich kann man von dort oben in alle vier Länder schauen. Das Hinaufklettern überlassen wir aber lieber den Einheimischen. Godfrey erzählt jede Menge über die Menschen auf der Insel, ihren Handel mit den Leuten am sambischen Ufer, über die Bäume und Pflanzen, an denen wir so vorbeikommen und über gefährliche Begegnungen mit Hippos und Krokodilen. Dann erleben wir vom Boot aus mit ausgeschaltetem Motor noch einen wunderschönen Sonnenuntergang und kehren in der Dämmerung nach Ntwala zurück. Zu unserer Überraschung und Freude ist unsere Badewanne mit heißem Wasser und Schaum gefüllt. Wir springen erst kurz in unseren privaten Pool, dann in die Badewanne und anschließend unter die Dusche, einer innen und einer außen. Man muss ja alles mal ausprobiert haben!

Ulrike, 02.05.2011 | Ich bin an diesem Abend ziemlich müde und lege mich zeitig schlafen, während Svenja noch den letzten Absatz schreibt. Unseren Wecker haben wir auf halb sieben gestellt, denn wir wollen gut ausgeruht am nächsten Morgen unsere Weiterreise antreten. Gegen 6 Uhr springt der Generator an und mit ihm gefühlte tausend Lichter in unserer noblen Suite. Wir haben nämlich am vorhergehenden Abend vergessen, diese alle auszuschalten, nachdem der Strom weg war. Frohen Mutes springen wir nun ein paar Minuten eher als geplant aus unserem Bett und gehen zum Frühstück. Anschließend unternehmen wir mit Godfrey eine weitere Tour zur Nachbarinsel Impalila Island, diesmal, um die Menschen und ihre Dörfer zu sehen und ihre Lebensweise ein bisschen besser zu verstehen. Godfrey, der selbst auf Impalila aufgewachsen ist, erklärt uns vieles auf einfühlsame Art, dennoch werden wir als Touristen mal neugierig, mal skeptisch, mal scheu beäugt. Viele Kinder winken uns zu, und einige kommen sogar angelaufen und lassen sich begeistert fotografieren. Es ist immer eine besondere Freude für beide Seiten, wenn man ihnen die Fotos dann gleich im Display zeigen kann.

Besuch auf Impalila Island

Auch auf Impalila gibt es eine schöne Unterkunft, und zwar die Impalila Island Lodge an der Nordspitze dieser großen Insel. Sie ist mit neun Bungalows etwas größer und etwas schlichter als Ntwala, hat aber viel Charme und eine sehr schöne Lage. Das Holzdeck zum Wasser hin ist um einen großen alten Baobab gebaut worden und lädt mit bequemen Sitzgelegenheiten zum Verweilen ein.

Impalila Island Lodge

Ich muss mich jetzt schon innerlich auf unseren ersten Flug in einer Cessna vorbereiten. Während meiner letzten Flugsafari habe ich fürchterlich gelitten. Mein Magen und mein Kreislauf wollten leider nicht so ganz mitspielen. So trinke ich mir vor dem Aufbruch von der Ntwala Lodge mit einem halben Savanna Mut für den Flug an. In der Küche frage ich nach einem kleinen Stückchen Ingwer, und nach den Grenzformalitäten auf namibischer und botswanischer Seite schlucke ich meine erste Reisekrankheitsverhinderungstablette. Als wir am Flughafen ankommen, habe ich gerade die richtige Bettschwere und möchte am liebsten den ganzen Flug verschlafen. Leider müssen wir noch über eine Stunde warten, bis es endlich losgeht. Bis zum Abflug bin ich schon wieder halbwegs munter. Ich ergattere den vordersten Platz, Svenja hält liebevoll meine Hand beim Start, und dann füge ich mich in das Unvermeidliche. Der Start ist kaum zu merken, und ich bemühe mich gleich einzuschlafen. Das gelingt mir nicht ganz, weil ich immer auf das erste Magengrummeln warte. Das stellt sich aber nicht ein. Vielleicht wirkt die Tablette doch noch und ich lutsche ja auch brav mein Stückchen Ingwer. Jedenfalls genieße ich den Flug förmlich und bin zum ersten Mal ganz entspannt.
Alle Teile des Reiseberichtes in der Übersicht:

4 Kommentare

Susanne

07.12.2015 um 13:38

Liebe Carola,

danke für die Anfrage. AUf unserem Blog wird es schwierig sein, Ihren Bekannten zu finden, da dieser fast ausschließlich von unseren deutschen, österreichischen oder Schweizer Kunden gelesen wird, die in Sambia auf Safari gehen. Vielleicht ist es deshalb besser, die Frage an Unternehmen in Sambia zu schicken. Eventuell kann da jemand helfen und kennt die gesuchte Person. Mit Deutschkenntnissen könnte Ihr Bekannter eventuell durchaus in der Tourismusbranche arbeiten.
Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei der Suche und ebenfalls ein gesegnetes Weihnachtsfest.

Viele Grüße, Susanne Schlesinger

Carola Lobin

04.12.2015 um 12:01

Hallo, ich suche Godfrey Mutale in Sambia lebend, er hat in der DDR eine Lehre absolviert. Wir haben uns aus den Augen verloren. Ich schicke ihm das Lied von Adele und hoffe, dass mir jemand helfen kann. Gesegnetes Weihnachtsfest

Svenja

19.09.2011 um 09:51

Hallo Elisabeth, danke für den Kommentar. Das mit dem Gepäck tut mir sehr leid. Bitte transportieren Sie niemals die Kamera und Fotokarten in der Haupttasche, sondern (wie alle Wertsachen) im Handgepäck, so dass Sie sie stets bei sich haben.
Wir werden für 2012 keinen Katalog mehr produzieren, unser gesamtes Angebot ist dann auf www.outback-africa.de zu finden. Ich würde mich freuen, wenn Sie im kommenden Jahr mit uns reisen! Herzliche Grüße, Svenja Penzel

Dr.Elisabeth Hantsch

18.09.2011 um 17:41

Mit Freude und Wehmut zugleich habe ich euren Bericht gelesen,komme heute von einer Afrikarundreise zurück,Viktoria Wasserfälle in Simbabwe über Botswana mit Okavangodelta über den Caprivi in Namibia zurück nach Simbabwe,Rückflug von Victoria Falls über Johannesburg nach Frankfurt,hier stellte ich fest,dass mein Reisegepäck ohne jeglichen von aussen sichtbaren Eingriff ausgeräubert war,inclusive aller Fotokarten und der Kamera,ich danke euch für den Sonnenuntergang am Sambesi,am 16.09.2011 habe ich ihn noch selber geniessen,bitte um euren neuen katalog für 2012.Viele Grüsse,Elisabeth Hantsch