Sanctuary Kusini im tiefen Süden der Serengeti – Reisebericht Tanzania (9)

von Marco Penzel

Wir überqueren nun die Grenze vom Ngorongoro-Schutzgebiet zum Serengeti Nationalpark. In dessen Süden gibt es kaum Unterkünfte. Die einzige Lodge weit und breit, Sanctuary Kusini, ist unser Ziel. Die zwölf Zelte des traditionsreichen Camps wurden erst im Jahr 2010 neu gebaut. Sie sind jetzt viel großzügiger als zuvor. Im April und Mai, wenn das Camp geschlossen ist, soll auch noch die so genannte Main Area mit dem Restaurant und der Lounge neu gebaut werden, erzählt uns Gastgeberin Cornelia in gutem Deutsch.


Pirschfahrt in der Südserengeti auf dem Weg nach Kusini.


Wird bald neu gebaut: Hauptzelt des Sanctuary Kusini Camps.Nach den Bildern, die ich bisher sah, hatte ich mir Kusini anders vorgestellt. Die Zelte stehen erhöht auf oder an Granithügeln und bieten einen weiten Blick über die Savanne. In Wirklichkeit aber stehen die meisten Zelte in einem lichten Busch. Lediglich Zelt Nummer 8 hat Aussicht in die Ferne. Und genau dieser Blick ist auf den meisten Werbebildern zu sehen. Wir wohnen nicht in Zelt 8. Als aber am nächsten Morgen Büffel zwischen den Bäumen um unser Zelt umherstreifen und die Morgensonne auf unsere Terrasse strahlt, bin ich auch mit der Lage unseres Zeltes zufrieden. Zum Aufwecken wurde uns dezent ein Tablett mit Kaffee und Plätzchen auf die Veranda gestellt. Und den Fernblick hatten wir schon am Abend zuvor genossen, wenn auch nicht von unserem Zelt aus.


Neues Zelt-Chalet im Sanctuary Kusini Camp.


Sanctuary Kusini Camp, Zweibettzimmer.


Sanctuary Kusini Camp, Badezimmer.Kusini ist zwischen riesige Granitfelsen (Kopjes) gebaut. Auf einer dieser flach ansteigenden Steinflächen war die Bar für den Sundowner aufgestellt. Zum bequemen Fläzen lagen große Kissen auf dem Felsen bereit. Daneben gab es jeweils ein kleines Sandsäckchen, um das Bierglas auf der schiefen Ebene zu sichern. Dazu ein paar Appetithäppchen aus der guten Küche und der Blick über die Kopjes-Landschaft in den Abendhimmel. Safariherz, was willst Du mehr!


Kopjes-Landschaft rund um Kusini.


Sanctuary Kusini Camp, Lagerfeuer.


Mobile Felsen-Bar in Kusini.


Sundowner am Sanctuary Kusini Camp.Von Dezember bis März spielen die Gnuherden für die Gäste in Kusini die Hauptrolle. In dieser Zeit kommen auch Fahrzeuge mit Touristen, die weiter nördlich in den Lodges der zentralen Serengeti wohnen, auf Tagesausflügen hier herunter. Von Juni bis Oktober ist es rund um Kusini dann aber wirklich einsam, berichtet Cornelia. Und welche Tiere sehen die Gäste dann, wenn die Gnus nicht da sind? Zum Beispiel Geparden. Kusini arbeitet mit einem Schutzprojekt zusammen, das sich um den Fortbestand der vom Aussterben bedrohten Katzenart dreht. Eine große Gefahr für die Geparden ist ihr schrumpfender Gen-Pool. Jedes Tier, das aus einer anderen Region zuwandert und frisches Blut mitbringt, ist ein Hoffnungszeichen. Deshalb ist es für die Wissenschaftler so wichtig zu sehen, welche Tiere sich wo aufhalten, Nachwuchs aufziehen und so weiter. Und bei diesen Beobachtungen helfen die Gäste von Kusini. Sie können ihre Geparden-Fotos mit Angaben zu Ort und Aufnahmezeitpunkt an die Wissenschaftler senden. Diese versuchen dann, die Tiere zu identifizieren, und bedanken sich bei den Touristen mit einem Bericht zu ihrem Geparden: Ob es ein Männchen oder Weibchen ist, wo es herkommt und wie alt es ist. So kann jeder Reisende einen kleinen Beitrag zum Forschungsprojekt beisteuern und bekommt im Gegenzug viel mehr Hintergrundinformation als üblich zu den Stars seiner Urlaubsbilder. Alle Teile des Reiseberichts in der Übersicht:

ein Kommentar

Weltreiselust

02.03.2011 um 16:33

Hallo,

ein toller Bericht, den ich vom ersten bis zum letzten Teil gelesen habe. Ich freu mich riesig auf meine eigene "Outback" Reise im Mai.

Grüße
Weltreiselust