Sopa Lodge und Sanctuary Swala in Tarangire – Reisebericht Tansania (2)

von Marco Penzel

08.12.2010 - Bald sind wir wieder auf der Straße. Es geht in Richtung Tarangire. Vom Asphalt wechseln wir auf Schotterpiste. Im Norden des Nationalparks liegt die Tarangire Sopa Lodge. Hier essen wir zu Mittag. Am Buffet gibt es eine leckere Auswahl verschiedener Gemüse und Fleisch-Gerichte. Die Köche stehen hinter den Schüsseln, erklären freundlich den Inhalt und preisen besonders das Dessert an, welches tatsächlich verführerisch aussieht. Wer kann da schon widerstehen? Im Restaurant erklärt uns der Manager, dass man den Lunch normalerweise draußen am Pool mit Blick in die Savanne serviere. Doch heute Vormittag gab es ein paar Regenschauer, und so sei man lieber im Hauptgebäude geblieben. Zur Lodge gehören insgesamt 75 Zimmer, je vier in einem Bungalow – zwei oben, zwei unten. Die Lodge macht einen ordentlichen, wenngleich etwas renovierungsbedürftigen Eindruck. Ja, die Renovierung sei bereits 2010 geplant gewesen, aber verschoben worden, erklärt der Manager. Nun sei sie für April/Mai 2011 geplant – voraussichtlich.


Sopa Lodge im Tarangire Nationalpark.


Bungalows der Tarangire Sopa Lodge.


Tarangire Sopa Lodge, Gästezimmer.


Badezimmer, Tarangire Sopa Lodge.

Unsere Fahrt geht weiter Richtung Süden in eine Gegend, die weniger besucht ist als der leichter erreichbare Norden des Tarangire Nationalparks. Hier, 66 Kilometer vom nördlichen Eingangstor entfernt, liegt Sanctuary Swala, ein exklusives Camp mit zwölf neuen, sehr großzügigen Zelt-Chalets. Der weiße Dielenfußboden wirkt so edel, dass wir vor dem Eintreten lieber unsere schmutzigen Schuhe ausziehen. Es gibt in jedem Zelt zwei Duschen zur Auswahl, eine drinnen und eine draußen. Von der großen Veranda blickt man in die von hohen Bäumen geprägte Buschlandschaft. Ein Wasserloch vor dem Camp lockt in der Trockenzeit viele Tiere, besonders Elefanten an. Die kleine Regenzeit im November-Dezember, hier „short rains“ genannt, hat nun aber dafür gesorgt, dass die Tiere überall Futter und Wasser finden und nicht mehr so regelmäßig zum Camp kommen müssen. Die beste Zeit, um die vielen Elefanten zu sehen, für die Tarangire berühmt ist, wäre von Juli bis Oktober. Je mehr es regnet – die Hauptregenzeit liegt im April und Mai – desto mehr Elefanten verlassen die offenen Grenzen des Nationalparks, weil sie anderswo dann besseres Futter finden. Eine ausgiebige Pirschfahrt am nächsten Tag führt uns an die etwa 1 ½ Fahrstunden entfernten Silale-Sümpfe. Dort stoßen wir auf eine Gruppe von Löwen, die gerade eine Giraffe verspeisen. Es sind insgesamt elf oder zwölf Tiere, von Jungen verschiedenen Alters bis zu ausgewachsenen Löwinnen. Wir können uns also über die Ausbeute an Fotomotiven nicht beklagen. Und außerdem genießen wir die abwechslungsreiche Landschaft mit ihren vielen stolzen Baobabs (Affenbrotbäumen). Nach einem Drink am Lagerfeuer wird im Swala Camp ein feines Abendessen serviert. Drei Gerichte, darunter ein vegetarisches, stehen für den Hauptgang zur Auswahl. Ich entscheide mich für die Entenkeule und bereue es nicht. Nur bei dem roten Klecks neben der Entenkeule schrecke ich erst etwas zurück. Ein Schuss aus der Ketchupflasche? Das würde aber nicht zum Stil hier passen. Ich probiere vorsichtig und stelle schnell fest, dass hier kein Produkt von Heinz & Co. verwendet wurde. Stattdessen handelt es sich um eine leckere Fruchtsoße, die sehr gut zu der Ente passt. Überhaupt begeistert mich das Essen in Swala, nicht nur zum Abendessen, sondern auch zum Frühstück. Da mag ich ja die herzhafte Variante. Aber die gebratenen Eier in verschiedenen Varianten, wie sie in Tansania üblich sind, kann man ja nicht jeden Tag essen. Umso mehr gefällt es mir, dass in diesem Camp auch guter Schinken, Wurst und mehrere Käsesorten zur Auswahl stehen.


Zeltchalet, Sanctuary Swala, Tarangire NP.


Einrichtung der Zeltchalets von Swala.


Sanctuary Swala Camp, Badezimmer.


Pool des Swala Camp, Tarangire NP.


Abendstimmung im Swala Camp.

09.12.2010 - Die zwölf Zelte von Swala sind rechts und links des Hauptgebäudes weit verstreut. So dehnt sich das Camp auf einer Breite von 780 Metern aus. Von den am weitesten entfernten Zelten bis zum Speiseraum sind über 350 Meter zurückzulegen. Das verspricht Abgeschiedenheit, es ist aber auch ein entsprechender Weg zurückzulegen. Die Gastgeber Liz und Garth bitten deshalb ihre Gäste mit Gehproblemen darum, dies vor Anreise mitzuteilen, so dass für sie ein Zelt ohne lange Fußwege ausgesucht werden kann. Eines der Zelte ist auch für Rollstuhlfahrer ausgelegt.


Junger Löwe im Tarangire Nationalpark.


Picknick im Tarangire Nationalpark.


Picknick-Mittagesse, vorbereitet vom Swala Camp

Neuerdings kann Swala, das über eigene, offene Pirschfahrzeuge verfügt, Nachtpirschfahrten anbieten, bei denen man im Licht des Suchscheinwerfers nachtaktive Tiere sehen kann, die sich tagsüber selten oder gar nicht blicken lassen. Maximal sechs Gäste können in dem sehr bequem gepolsterten Pirschfahrzeug Platz nehmen. Bei zwei Teilnehmern kostet der Ausflug in die Nacht 80 US-Dollar pro Person. Bei mehr Passagieren könnte der Preis etwas sinken – allerdings nicht entscheidend. Denn 50 US-Dollar pro Person sind schon an die Nationalparkverwaltung Tanapa abzuführen, die immer einen eigenen Ranger mitschickt. Pirschwanderungen durch den Nationalpark sind ein weiteres Projekt von Garth, der zuvor in Südafrika Safari-Guides ausgebildet hat. Das Konzept muss weiter mit Tanapa verhandelt werden. Doch schon jetzt führt Garth seine Gäste gern auf einer kleinen Wanderung rund um das Camp. Diese Gelegenheit nutzen wir natürlich auch und sind bald davon gefesselt, wie viele spannende Details über Pflanzen, Spuren, Ameisen oder Spinnen er uns auf Schritt und Tritt erklären kann.


Garth führt seine Gäste durch den Busch am Sanctuary Swala Camp.


Offenes Pirschfahrzeug des Sanctuary Swala Camp, Tarangire NP

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