Die balancierenden Steine von Matopos - Reisebericht Simbabwe

von René Schmidt

Die Matobo Hills standen als nächstes Ziel auf dem Programm. Die Landkarte wies die Entfernung Masvingo – Bulawayo mit 285 km aus. Ein Tankstopp vermittelte ein positives Bild vom Land (man könnte auch sagen ein normales Bild), Es gab Diesel und einen Laden mit Imbiss, und ein moderner Greyhoundbus hielt hier auf dem Weg von Johannesburg nach Harare. Der Regen hatte aufgehört und ließ eine gemütliche Mittagsrast am Straßenrand zu. Diesmal ohne Polizeikontrolle, wie bei unserem ersten Halt in Simbabwe. Auf der Fahrt mussten jedoch häufiger Kontrollen passiert werden. Diese gibt’s aber auch in anderen Ländern. Und die lächelnden Beamten geben einem eher ein sicheres Gefühl, als dass sie beängstigen. Kurz vor Bulawayo prasselte der Regen hernieder, ein richtiger afrikanischer Schauer diesmal. Die Zeitung, die ich mir an der Tankstelle gekauft hatte, berichtete von Blitzschlagopfern in Harare. Durch die breiten Straßen der Stadt, bei denen ein deutscher Stadtplaner neidisch werden würde (einst so breit gebaut, damit Ochsenwagen wenden können) ging es Richtung Süden zum Matopos Nationalpark. Kudus kreuzten den Weg.

Gegen fünf erreichten wir die Big Cave Campsite, direkt an den Felsen. In der Abenddämmerung machten wir erste Fotos von der Umgebung. Formationen von natürlich übereinander geschichteten Steinen (Balancing Stones) sind typisch für diese Region. Anders als in Great Zimbabwe waren hier aber keine menschlichen Baumeister am Werk. Der Raindowner fand Aufnahme in meinen Wortschatz.

Früh am Morgen hieß es aufstehen, das Camp abbrechen und alles wieder im Truck verstauen, die Safari ging weiter. Aber noch nicht mit dem Truck. Ein offenes (wegen des Regens noch geschlossenes) Fahrzeug von Black Rhino Safaris wartete, bereit zur Fahrt in den Matopos. Und auch gleich kamen die ersten Spitzmaulnashörner (schwarze Nashörner). Gar nicht bedrohlich wie erwartet, sondern handzahm und auch so groß, dass die Hand die geschnitzten Specksteintiere als Souvenir umfassen konnte. Im Matopos Nationalpark leben neben den schwarzen Nashörnern (99% Sichtungschance, auch der tonnenschweren lebenden Exemplare) auch Zebras, Giraffen, Antilopen und Leoparden.

Aber das Besondere sind doch die Steine und die Landschaft. Den besten Blick darauf hat man vom Grab Cecil Rhodes'. Die Aussicht trägt nicht umsonst den Namen World View. Neben Geschichte wusste Wally vom Safari Team auch viel über die Flora und Fauna der Region zu berichten. Nach einem Kaffee am See löste sein Kollege Andy ihn ab, und es ging auf Fußpirsch. Wie bestellt schritten Giraffen vor den Gesteinsformationen, eine fantastische Kulisse. Natürlich waren auch die Nashörner ersehnte Fotomotive. Erstaunlich, wie sich diese zwei nahen Verwandten doch unterscheiden, sprichwörtlich wie schwarz und weiß.

Gegen 12 ging es zurück zu unserem Truck, wo schon das Mittagessen wartete. Danach fuhren wir wieder nach Bulawayo. Obwohl kein Schnee lag, gab es erst an der dritten angefahrenen Tankstelle den gewünschten Diesel. Simbabwe ist auf dem Weg zurück, alles kann noch nicht perfekt sein. In der Stadt aufgefallen war mir ein Symbol zweier sich schüttelnder Hände, fast so wie das der alten SED Partei. Nur warb es hier für einen "vereinigten Biergarten" (mit zwei Biersorten zur Auswahl). Wer mag da wem Pate gestanden haben? Leider verpasste ich ein Beweisfoto.

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