Reisebericht Malawi (1): Via Johannesburg nach Lilongwe zur Heuglins Lodge

von Svenja Penzel

Die Outlook Lodge in Johannesburg - Elise am internationalen Flughafen OR Tambo Marco und ich sind am Beginn einer neuen aufregenden Afrika-Reise. Aufregend auch deswegen, weil wir zum ersten Mal unsere Tochter mitnehmen, die erst drei Jahre alt ist. Die erste Hürde ist also genommen. Sanft landen wir in Frankfurt. Erst spät am Abend geht unser Weiterflug nach Johannesburg mit Lufthansa. Am Boarding Gate ist eine lange Schlange, wir werden mit der müden Elise im Arm vorgelassen und kurz darauf zur Seite gewunken. Aufgrund eines Mißverständnisses haben wir keine zusammenhängenden Sitzplätze, obwohl sie ursprünglich so gebucht waren. Wir warten und warten, während ein Verantwortlicher versucht, die Sache zu klären. Endlich kommt er wieder. Da es in der Economy Class keine Möglichkeit mehr gibt, uns zusammenzusetzen, würde er uns Plätze in der Business Class anbieten, wenn wir einverstanden sind. Einverstanden? Wir sind begeistert. So erlebe ich also meinen ersten unverhofften Business Class Flug. Doch da ich müde bin, probiere ich nur einen Bruchteil der vielen Funktionen, Sitzpositionen, Bildschirm-Optionen, Schalter und Knöpfchen aus. Es ist ja schon nach elf Uhr. Gegen halb zwölf wird Elise gefragt, ob sie nun ihr Kinderessen möchte. Sie nickt müde. Aber als es dann um Mitternacht gebracht wird, ist sie mit ihrem weißen Stoffhasen im Arm eingeschlafen. Ich decke sie zu und warte auf mein Essen, das gegen halb eins kommt. So richtig will es mir um diese Zeit nicht schmecken. Endlich wird das Kabinenlicht ausgemacht und ich suche eine bequeme Schlafposition. Trotz der vielen Verstell-Möglichkeiten des breiten Sitzes finde ich keine. Am ehesten noch die ganz ausgestreckte Variante, wobei die den gravierenden Nachteil hat, daß man nicht ganz horizontal, sondern leicht schräg liegt, man rutscht also immer wieder nach unten. Ich habe mich im Laufe der Nacht x-mal hochgeschoben. Als das Licht zum Frühstück angeht, muß ich grinsen, denn ich bin nicht die einzige mit diesem Problem. Neben mir liegt Elise zusammengekauert am unteren Ende ihres Sitzes. Naja, jedenfalls hat sie geschlafen und ist nicht einmal quengelig. Und nun kommt die nächste Hürde: die Malariaprophylaxe. Darum hatte ich mir schon etwas Sorgen gemacht, denn wir konnten ja nicht üben, und sie hat noch nie eine Tablette geschluckt. Und nun ist die erste ausgerechnet an Bord eines Flugzeugs fällig. Ich krame die Malarone-Tabletten hervor. Wir nennen sie nun „Afrika-Tabletten“. Marco und ich nehmen jeweils eine große, die kleine ist für sie. Also Tablette in den Mund, ein Schluck Milch hinterher, weg ist sie. Elise ist stolz und ich habe wieder eine Sorge weniger. 25.04.2009Den Johannesburger Flughafen hatte ich lange nicht gesehen. Nach jahrelangen Umbaumaßnahmen ist er nun so gut wie fertig. Er hat sich sehr gemausert. Richtig schick, übersichtlich, sehr gut beschildert, mit viel Platz und vielen neuen Läden und Restaurants. Die Abfertigung bei der Einreise ist effizient und freundlich. Unser Gepäck kommt prompt vom Band. Und kaum sind wir in der Ankunftshalle, sehen wir auch schon unseren Abholer, der mit einem Schild auf uns wartet und uns zur Outlook Lodge bringt. Dort wollen wir übernachten, bevor wir am nächsten Tag weiter nach Malawi fliegen. Die Lodge liegt knapp 15 Fahrminuten östlich vom Flughafen in einer ruhigen Wohngegend mit vielen hohen Bäumen direkt neben einem Golfplatz. Es ist ein zweistöckiges Gebäude mit nur fünf großen Zimmern mit Bad. François, der junge Manager, begrüßt uns herzlich und teilt uns mit, daß schon um 11 Uhr die Tour zum Lion Park startet. Das läßt uns nur noch eine halbe Stunde zum Frischmachen. Ich genieße die Dusche. Wir hatten lange überlegt, was wir an diesem Tag in Johannesburg so unternehmen sollen. Zur Auswahl standen unter anderem noch Gold Reef City, Lesedi und Sun City, in letzteren beiden hätten wir übernachten müssen. Das wäre aber weit außerhalb gewesen. Letztlich war der Lion Park wohl die richtige Entscheidung. So konnten wir in der Nähe des Flughafens übernachten und hatten nicht soviel Fahrerei. Lionpark, Johannesburg, Südafrika © Fotos: Marco Penzel | Outback Africa ErlebnisreisenIm Lion Park bei JohannesburgElise kniet neben einem der jungen weißen Löwen, die in der Mittagswärme dösen. Erst zögerlich, dann mutiger streichelt sie das Tier am Bauch. Der Löwen-Streichelzoo ist die größte Attraktion im Lion Park, einem großen Tierpark ganz im Westen von Johannesburg. Nur wenige Besucher dürfen gleichzeitig für kurze Zeit zu den Baby-Löwen, bevor sie von einer Aufseherin wieder hinausgeschickt werden. Elise wäre gern länger geblieben. Gleich nebenan steht eine zahme Giraffe hinter einem Zaun und beugt sich herunter, läßt sich streicheln. Jemand drückt mir ein paar Giraffen-Leckerlis in die Hand. Ich halte sie vorsichtig der Giraffe hin, die sich sofort zu mir beugt und mir die Brocken aus der Hand frißt, wobei sie diese mit ihrer langen Zunge geradezu umwickelt. Ich kriege eine Gänsehaut – und bin erstaunt, wie groß so ein Giraffenkopf aus der Nähe ist. Elise wird jedoch etwas mulmig, die Löwen waren ihr sympathischer. Nach dem Mittagessen fahren wir noch eine Runde durch die großen Außengehege, in denen mehrere Löwenrudel (nicht zum Anfassen), Zebras, Gnus, Blesböcke, Springböcke, Impalas, Oryx-Antilopen, Hyänen und Geparden leben. Das Gras steht so hoch, daß wir von den Antilopen zum Teil nur die Hörner sehen. Als wir zurück in der Outlook Lodge sind, steht die Sonne schon tief. Elise spielt mit den beiden Hunden und mit den vielen heruntergefallenen Blättern. Sie kann nicht ganz begreifen, daß hier Herbst ist, während bei uns die Bäume gerade erst grün werden. Wir bestellen uns ein Abendessen in die Lodge. Gut, daß wir ein deftiges Steak wählen, denn so etwas haben wir im Rest der Tour nicht mehr bekommen. Schon bald liegen wir in den bequemen Betten und finden, daß diese Zwischenübernachtung in Johannesburg eine gute Sache ist. 26.04.2009Am Vormittag sind wir wieder am Flughafen. Elise ist entsetzt, daß ihr weißer Stoffhase in einen Plastikkorb und durch einen Scanner muß. Die Maschine der SAA nach Lilongwe ist recht groß und voll besetzt. Etwa zwei Drittel der Passagiere sind Schwarze. Elises Luftikid, ein knallgelber flugzeugtauglicher Kindersitz bzw. Airbag, der auf dem deutschen Zubringerflug noch für viel Erstaunen und Rückfragen gesorgt hatte, interessiert hier niemanden. Auf dem gut zweistündigen Flug langweilt sie sich enorm. Auch Malblock und Stifte helfen kaum weiter. In Lilongwe fährt uns sinnloserweise ein Bus höchstens 50 Meter vom Flugzeug bis zur Ankunftshalle. Schon vor der Einreisekontrolle erwartet uns ein Mitarbeiter von Wilderness Safaris, unserer Partnerfirma, diei unser Reiseprogramm zusammengestellt hat. Wilderness hat am Flughafen Lilongwe ein kleines Büro und hilft jedem Kunden durch die Einreise-Formalitäten. Anschließend erhalten wir ein feuchtkaltes Tuch zum Erfrischen und eine umfangreiche Reisemappe. Draußen wartet auch gleich unser Fahrzeug mit unserem Fahrer Everlasting, einem freundlichen älteren Schwarzen, der uns zunächst auf einer anderthalbstündigen Stadtrundfahrt die alte und die neue Stadt Lilongwe zeigt. Es ist Sonntag, daher sind die Straßen recht leer. Nur am Minibustaxi-Terminal ist ein Gewimmel an Menschen und Fahrzeugen. „Hier ist morgen früh kein Durchkommen mehr“ sagt Everlasting. Heuglin's Lodge, Lilongwe, Malawi © Fotos: Marco Penzel | Outback Africa ErlebnisreisenHeuglin's Lodge in LilongweUnsere Unterkunft, die Heuglin’s Lodge, liegt im schicken und grünen Botschaftsviertel. Ein großzügiges Haus, riesige Zimmer, Elise hat ein eigenes Kinderzimmer mit großem Bett, dazu ein Badezimmer mit Dusche und Badewanne und draußen im Garten ein großer umzäunter Pool. Da will Elise sofort hinein. Und sie darf. Wir hinterher. Chris und Pam Badger begrüßen uns. Sie leiten Wilderness in Malawi, leben mit ihren drei Kindern in Lilongwe und betreuen auch die Heuglin’s Lodge. Auch ihre Kinder planschen im Pool und spielen im Garten. Beim Abendessen kommt Robyn, eine Mitarbeiterin aus dem Wilderness-Büro Lilongwe, in die Lodge und geht mit uns unsere Tour durch. Alles sehr informativ und professionell, dabei nett und persönlich. Wir fühlen uns richtig gut betreut.Alle Teile des Reiseberichtes Malawi in der Übersicht: 

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