Mkgadikgadi Salzpfanne

von Ulrike Pârvu

Montag, 24. November 2008

In Johannesburg ist der Schalter von Air Botswana nicht besetzt. Ich warte ein Weilchen, denn ich brauche ja noch meine Bordkarte. Ohne die komme ich auch nicht durch den Transferbereich. Die Zeit verrinnt und ich habe nun doch Bedenken, dass die zweieinhalb Stunden Umsteigezeit genügen. Nach 45 Minuten entschließe ich mich, nicht länger auf einen Mitarbeiter der Airline zu warten. Überall am Johannesburger Flughafen sind Angestellte unterwegs, die sich mit solchen „Problemfällen“, wie mir auskennen. Mit Hilfe eines netten jungen Mannes komme ich doch noch rechtzeitig zu meinem Weiterflug nach Maun. Er hilft mir unkompliziert durch die Passkontrolle und richtet es so ein, dass ich auch ohne Bordkarte einsteigen darf. Schon oft habe ich mich gefragt, was unsere Kunden machen, die kein Englisch sprechen….Endlich nach mehr als 26 Stunden Fahrt und Flug komme ich in Maun an. Die Kollegen von Safari Destinations, die diese Reise für Reisebüromitarbeiter organisiert haben, warten schon. Per Fahrzeug geht es weiter in Richtung der Makgadikgadi Salzpfannen. Meine erste Unterkunft wird Leroo la Tau sein. Der Transfer dahin dauert noch einmal 3 Stunden.

Endlich angekommen! Ich werde sehr herzlich vom Manager empfangen. Er stellt mir die Lodge vor, die erst im Juni 2008 eröffnet wurde. Ich bin der einzige Gast und 21 Mitarbeiter stehen allein zu meiner Verfügung. Wow!!!

Leroo la Tau - Pool mit Blick auf das Flußbett des Boteti © Foto: Ulrike Pârvu | Outback Africa Erlebnisreisen

Leroo la Tau

Die Zimmer sind hell und großzügig. Das Beste daran ist die grandiose Aussicht auf das ausgetrocknete Flussbett des Boteti, auch von der Dusche aus.Noch am Nachmittag mache ich mich auf den Weg zu meiner ersten Pirschfahrt. Mein Guide erzählt mir, dass fast alle Herdentiere in die Salzpfannen abgewandert sind, weil es dort im Moment mehr Wasser gibt. Das stört mich nicht besonders. Herdentiere sehe ich sicherlich noch genügend. Wir spüren eine Löwenfamilie auf – und da ist er wieder – der Nervenkitzel Afrika.

Zimmer in der Leroo la Tau Lodge und Katzen im Schatten, entdeckt auf einer Pirschfahrt © Fotos: Ulrike Pârvu | Outback Africa Erlebnisreisen

Abends werde ich rührend bekocht. Die gesamte Küchenmannschaft bringt mir vor dem Essen ein Ständchen. Alle sind seltsam aufgeregt. Später erfahre ich, dass das mit dem Boteti zusammenhängt, in dem in dieser Gegend seit über 30 Jahren erstmals wieder Wasser fließt. Ich sinke in mein Bett und schlafe hier sehr gut. Am nächsten Morgen machen wir uns wieder auf zur Pirschfahrt und besuchen noch einmal die Löwen. Mittags bringt mich mein Guide zur nächsten Unterkunft – Meno a Kwena.

Meno a Kwena

In Meno a Kwena bin ich nicht mehr allein. Die Lodge ist gut gebucht. Zunächst komme ich mir ein wenig verloren vor. Umso mehr freue ich mich, als mich ein Mitarbeiter des Camps auf Deutsch anspricht. Patrick ist schon ein Weilchen hier und kümmert sich um alles. Wir kommen ins Gespräch und ich erfahre sehr viel über das Camp, die Umgebung und warum hier alles so ist, wie es ist – nämlich ganz anders, als die restlichen Camps und Lodges, die ich auf meiner Tour noch kennenlernen werde. David Dugmore, der Eigentümer des Camps, hat dem ganzen eine eigene unnachahmliche Note verpasst. Das wird mir schon beim Gang auf’s „Örtchen“ bewusst. Überall hängen private Safari-Fotos und eine Menge Bücher gibt es hier auch. Offensichtlich soll man hier auch längere Zeit verweilen, als unbedingt nötig.

Toilette als Bibliothek im Meno a Kwena Camp, Botswana © Fotos: Ulrike Pârvu | Outback Africa Erlebnisreisen

Im Camp gibt es keinen Strom. Zu meinem Zelt gehören eine Buschdusche, ein Waschtisch und immerhin eine Toilette mit Wasserspülung. Nachmittags geht es zusammen mit 4 Schweizern und einem sehr sehr netten Guide auf Pirschfahrt. Wir fahren zum Flussbett und suchen den „Anfang“ des Boteti. Der fließt mit atemberaubender Geschwindigkeit und füllt das seit Jahren leere Flussbett mit Wasser und Leben. Vor meinem Zelt sieht der Fluß schon aus, wie ein Fluß. Ich kann die Fische sehen, die sich darin tummeln und ich spüre die Freude der Einheimischen über das Wasser. David macht schon Pläne. Im kommenden Jahr will er Kanufahrten anbieten. Die Boote hat er schon gekauft. Es ist alles sehr spannend und Goldgräberstimmung macht sich breit.Insgesamt ist dieses Camp doch sehr viel schlichter als die letzte Lodge. Die Einzigartigkeit dieser Unterkunft macht aber sicherlich auch Ihren Reiz aus. Man fühlt sich als Teil der Familie, sollte dafür aber auch auf ein bisschen Luxus verzichten können.

Feuerplatz und Gästezelt im Meno a Kwena Camp, Botswana © Fotos: Marco Penzel, Ulrike Pârvu | Outback Africa Erlebnisreisen

Abends sitzen wir gemütlich zusammen und plaudern über dies und das, Patrick bringt mich danach zum Zelt. Ich liege im Bett und fange an, mich ein bisschen zu gruseln. In der Nacht wache ich auf, weil ein Löwe scheinbar direkt hinter meinem Zelt fürchterlich brüllt. Einbildung? Wer weiß….Leider bleibt am nächsten Morgen keine Zeit, um noch etwas zu unternehmen. Ich werde wieder mit einem Fahrzeug zurück nach Maun gebracht. Die Fahrt ist anstrengend, im Auto ist es stickig heiß. Ich bin schon aufgeregt, denn heute treffe ich den Rest der Gruppe.

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