Reisebericht: Kuzikus - Eine Zweigstelle des Paradieses

von Marco Penzel

Sagen wir´s gleich: Unsere Erwartungen wurden übertroffen. Kuzikus heißt zwar nur ganz prosaisch Weißdorn, aber es erfüllt trotzdem alle geträumten Hoffnungen. Auf der Fahrt von Windhoek waren wir mehr und mehr in die Kalahari gelangt. Das Gras wurde trockner, die Bäume seltener, die Hitze stärker. Wir stellten uns schon auf eine entbehrungsreiche Restwoche ein. Und da tauchte plötzlich die Farm auf! Ein idyllischer Platz, umstanden von weithin sichtbaren, gewissermaßen winkenden Eukalypten, schattig, mit einladenden Gebäuden, vor denen sich teilweise mittelmeerisch anmutende Arkaden erstrecken, statt mit griechischen Kapitellen freilich mit schönen einheimischen Schnitzereien geziert und mit Antilopengehörnen bestückt. Eine Palmenallee, ein kleiner Pool mit erfrischend kühlem Wasser, Sonnen- und Schattenplätze für die faule und erholsame Zeit. Die Räume sind einladend, wohnlich eingerichtet, mit Moskitonetz am Bett. Und an den Wänden spannen sich Leoparden- oder Zebrafelle. Ungewohnter Luxus mitten in Afrika! Aber wir hatten es uns ja auch verdient, meinten wir.

Und als dann die erste Mahlzeit aufgetischt wurde, waren wir endgültig überzeugt, in einer Zweigstelle des Paradieses angelangt zu sein. Petrus aus Ovamboland (deutsch sprechend!) bereitete täglich köstliche Speisen, sein Sohn Johannes trug auf, noch entzückend unbeholfen und sich vermutlich wundernd, warum für diese Gäste so seltsam Teller und Besteck angeordnet werden mussten. Emily vervollständigte die Gruppe der dienstbaren Geister, stets freundlich und um unser Wohl bemüht. Abends speisten (aßen wäre viel zu prosaisch!) wir im „Salon“, umgebe überzeugt, in einer Zweigstelle des Paradieses angelangt zu sein. Petrus aus Ovamboland (deutsch sprechend!) beren von den Trophäen einer vergangenen Zeit, als Doc Fritz noch Großwildjäger war und Löwenfelle, Stoßzähne von Elefanten und ausgestopfte Leoparden heim brachte.Koch Petrus auf Kuzikus

Heute geht es friedlicher auf Kuzikus zu. Es ist eine Farm für Wildtiere, die man auf Pirschfahrten wunderbar beobachten kann. Es ist groß genug (110 qkm), dass man sich nicht wie in einem Zoo fühlen muss, sondern eher wie in einem kleinen Nationalpark für Giraffen, Oryx, Springböcke, Kuhantilopen, Elands, Kudus, Gnus, Blessböcke, Zebras. Und natürlich die Hauptattraktion; Spitzmaulnashörner. Sie werden seit einigen Jahren im Rahmen eines großen Naturschutzprogramms hier und auf einigen Farmen gehalten. Sie vermehren sich gut, fühlen sich wohl und sind auf dieser abgelegenen Farm offenbar auch sicher vor Wilderern. Natürlich muss man sie suchen, aber die Buschleute Koes und Wieners mit ihren scharfen Augen finden sie meist bei den Pirschfahrten. Und wenn der Wind gut steht, darf man sich den Kolossen auch vorsichtig zu Fuß nähern, jederzeit bereit bei einer Attacke die Flucht zu ergreifen.

Lodge KuzukusNatürlich entdeckt man auch sonst einiges, was nicht täglich über den Weg läuft. Die Kobra reckt ihren Kopf aus dem trockenen Gras, der Wüstenwaran sucht die Wasserstelle genauso auf wie die Kalaharischildkröte. All die Vögel, die die Kalahari bevölkern, kann man bei ausreichender Aufmerksamkeit erblicken oder wenigstens hören. Erdhörnchen und Surikaten tummeln sich. Und das Schöne ist, dass man auch einmal allein zu Fuß ins Gelände hinaus darf, wozu natürlich Vorsicht, Aufmerksamkeit und ein bisschen Orientierungssinn nötig sind.

Ein Höhepunkt waren natürlich die Wildniskurse, die uns mit Dieter hinaus ins Gelände führten. Wir lernten, uns richtig zu tarnen, anzuschleichen, vorsichtig zu bewegen, erfuhren tausend kleine Dinge über einzelne Tierarten, ihr Verhalten, ihre Markierungen, ihre Spuren. Und Dieter und Khos ließen uns auch einmal Spuren lesen und verfolgen, was uns größte Bewunderung für Blick und Spürsinn der Buschleute abnötigte. Wir lernten tatsächlich wieder richtig zu sehen, zu hören, Natur und ihre Lebewesen zu beobachten. Wie vieles haben wir schon eingebüßt!

Unvergesslich die Sonnenuntergänge! Es war Regenzeit, was natürlich nur hieß, Regen war möglich, Regen war sogar heiß ersehnt. Am Nachmittag bildeten sich oft riesige Wolken, die den Farmer hoffen ließen und dem Fotografen das Bild verschönerten. Und ab und zu regnete es ja auch, ein paar Tropfen oder weit in der Ferne. Aber immer standen abends, wenn die Sonne sich senkte, die Wolken in glühendem Rot und Orange. Die Welt leuchtete, das Licht verwandelte sich fast in Sekundenschnelle in die überraschendsten Farbtöne. Und wenn man Glück hatte, ragte der Hals einer Giraffe empor und wir wussten, so würde es nie wieder sein. Wir waren im Paradies.

Hiltrud, Alina und Dieter kümmerten sich hervorragend um uns, erzählten auch viel von ihren Erfahrungen und Erlebnissen, über das Farmleben, seine Schönheiten und Reize, aber auch seine Schwierigkeiten, die zum Beispiel bei Bränden bis zur Existenzbedrohung reichen können. Wir gewannen einen guten Eindruck vom schönen, oft aber auch anstrengenden Leben hier. Unsere Afrikasehnsucht wächst. Ob wir eines Tages wiederkommen?

Peter und Doro Adler, März 2007

Preise und weitere Informationen zu Kuzikus Logde und Wildreservat finden Sie hier.

ein Kommentar

Georg M.Cremer

20.07.2008 um 15:36

Der gebuchte und vorausbezahlte 3-tägige-Aufenthalt auf der Gästefarm KUZIKUS in Namibia war ein Flop.
Bereits nach 2 Übernachtungen brachen wir unseren Aufenthalt
vorzeitig ab und setzten unsere Namibia-Rundreise
anderweitig fort.
Von dem Betrag Euro 250,--. für die nicht in Anspruch
genommene 3. Übernachtung wurde kein Teilbetrag
zurückgezahlt.
Insgesamt war der Aufenthalt zu teuer. Ein faires
Preis/Leistungsverhältnis gab es leider nicht.

Meine Frau Renate und ich machten damit eine sehr
negative Erfahrung. Die Wirklichkeit stellte sich
merklich anders dar, als im Fernsehen gezeigt oder in den
Broschüren oder auf der Website so schön beschrieben.

mit freundlichen Grüßen

Georg M.Cremer
Somerset West/RSA