Ossis und Russen in Windhoek - Reisebericht Namibia

von René Schmidt

Zur Bedeutung der Überschrift komme ich am Schluss. Meine Ankunft in Windhoek verläuft ruhig, und ich ahne noch nicht, welche Kopfzeile mal meinen Reisebericht schmücken wird.*test*Der Hosea Kutako Flughafen strahlt im nachmittäglichen Sonnenschein, den ich wohl aus Deutschland mitgenommen habe. Staufrei geht die Fahrt in die 40 Kilometer entfernte Hauptstadt. Hier ist noch nicht so großer Flugverkehr wie anderswo. Das gemütliche Belvedere Hotel im Stadtteil Klein Windhoek ist der Startpunkt meiner Tour durch das „Lächeln im Gesicht Afrikas“. Ich befinde mich nun auf der Reise „Namibia-Abenteuer mit Stil“. Sie beginnt mit einem kurzen Treffen der Gruppe mit Reiseleiter Lawrence und einem gemeinsamen Besuch im „Luigi and the Fish“ Restaurant, wo wir schon mal erste Landeskost genießen.2. Tag - nach Norden mit vielen O‘s auf dem WegStart ist um 8 Uhr, es geht also gemütlich los und das gleich mit vielen O‘s. Kurze Pause in Okahandja und 50 km vor Otjiwarongo links ab nach Okonjima. Ist es zu Hause ein Hobby von mir, Orte mit der Endung „grün“ mit dem Fahrrad anzusteuern, muss ich hier aufpassen, nicht die vielen O´s durcheinander zu bringen.


O Nummer drei beherbergt die Africat Foundation. Es werden hier also nicht nur Touristen, sondern auch Großkatzen verpflegt. Die hier betreuten Leoparden, Geparden, Hyänen, Wildhunde, Wildkatzen und Ginsterkatzen kamen verletzt oder verwaist in das 220 Quadratkilometer große Schutzgebiet. Die Quote der nach dem Pflegeaufenthalt wieder ausgewilderten Geparden liegt bei 79%, bei Leoparden sind es sogar 93%, (bei Touristen 0%). Nach dem Mittagessen mit Rock Shandy in der Lodge besuchen wir das „Cheetah Welfare Project“ innerhalb der Foundation. Auf der Fahrt dorthin sind viele Oryx-Antilopen zu sehen. Den ersten Sundowner genießen wir heute von einem Berg mit schöner Aussicht. Nach dem Abendessen gibt es auch etwas für die Stachelschweine. Vom Aussichtspunkt am Wasserloch haben wir einen guten Blick auf die Tiere, die wohl schon ihre festen „Fütterungszeiten“ zu haben scheinen.3. Tag - erstes Camp / Etosha ParkSafaristart ist wieder 8 Uhr (wobei bei dieser Tageszeit der Begriff Safaristart wohl falsch ist). Das nächste O findet sich in Otavi. Einen interessanten Mittagsstopp legen wir in Richtung Tsumeb ein (ein fast schon irreführender Städtename in dieser Region, ohne O am Anfang). Der Otjikoto-See diente einst zur Wasserversorgung und Entwässerung von Bergwerken. Mächtige Dampfpumpen und Rohrsysteme am wunderschönen Felssee zeugen noch davon. Auf dem Grund des Sees soll auch noch ein Tresor mit unbekanntem Inhalt liegen, sozusagen ein namibisches Bernsteinzimmer. Ein Eingangstor ziert übrigens der Gruß „Glück auf“, da fühlt man sich ja fast schon heimisch. Glück auf ist übrigens auch der Wahl- und Wappenspruch der Bergbauhauptstadt Tsumeb. Aber berühmter als die Bergbautraditionen ist natürlich der Etosha-Nationalpark, der 1907 errichtet wurde und damit ein ganzes Stück älter als der erste deutsche Nationalpark ist. Wir erreichen Etosha mit genügend Zeit, am Nachmittag noch eine Runde durch den Park zu drehen, bevor wir zum ersten Mal unser vorab errichtetes Zeltcamp beziehen. Die Zelte sind riesig mit ca. 4x3 Metern Wohnfläche, wozu noch ein eigenes „Badezimmer“ hinzukommt. Überraschend auch die vielen Details, die sich hier verstecken - Schüssel, Kanne, Becher, verschiedene Lotionen in kleinen Fläschchen, geradezu als hätten es die Sieben Zwerge errichtet. Die sieben Zwerge waren aber drei große Namibier, die Crew des Camps. Erstaunlich, wie das gesamte Camp in einem Safari-Truck verstaut werden kann, um es mobil zu machen. Einmal entleert funktioniert der Truck auch noch als Safari-Küche! Das Camp ist heute auf dem Terrain der Onguma Lodge errichtet. Das Hauptgebäude der Lodge ist nur 500 Meter entfernt, was zu einem kurzen Spaziergang zur dortigen Bar mit Blick auf das quakende Wasserloch animiert.4. Tag – ein ganzer Tag Tierparadies5.30 Uhr Wecken – Safari! Rechtzeitig zur Öffnung des Tores (die Öffnungszeiten richten sich nach dem Sonnenaufgang) sind wir im Park. Zwei Pirschfahrten stehen auf dem Programm, eine Schleife rund um Klein Namutoni und eine in Richtung Nordosten des Parks. Wir erkunden die faszinierende Tierwelt in Etosha. Ein Höhepunkt ist die Löwenfamilie nah am Weg. Zwischen den beiden Fahrten kehren wir über Mittag in unser eigenes Camp mit seinen Annehmlichkeiten zurück. Lecker Essen, kräftezehrendes Relaxen und auch mal Zeit, ein Buch in die Hand zu nehmen. Nachdem ich auf dem Hinflug schon mein Namibia-Wissen aufgefrischt und mich auch in die Geschichte der neun Stämme des Landes eingelesen habe, kann ich mich jetzt mal der Geschichte meines eigenen Stammes widmen.Nach der zweiten Pirschrunde besuchen wir das Fort Namutoni, das man in der flachen weiten Landschaft des Etosha-Parks schon von weitem ausmachen kann. Zwar nicht zum Zwecke des Naturschutzes errichtet, hat es sich doch zum eigentlichen Tor zum Nationalpark gewandelt, mit Aussichtsplattform und schönem Blick ins Land.


5. Tag – durch den NationalparkUnser komfortables Safari-Zeltcamp (die Reise heißt ja „Abenteuer mit Stil“) wird nach zwei Tagen abgebaut und an einem neuen Ziel neu errichtet. Da unsere „sieben Zwerge“ bekanntlich drei Namibier sind, geht das natürlich nicht über Nacht (oder besser gesagt über Tag). Joseph, der Camp Manager, hatte mich schon am Vortag staunend lauschen lassen, wie alles im Truck verschwinden würde. Während also das Camp umzieht, braucht die Reisegruppe eine Nacht in einem festen Quartier.Von Ost nach West geht es heute durch den Nationalpark, zum ersten Mal sehe ich dabei die eigentliche Etosha-Pfanne, das Herz des Parks. Wir steuern zwei Aussichtspunkte an, um den ausgetrockneten See zu erleben. Erstaunlich, wie feucht der Sand immer noch ist. Bis zum Horizont zieht sich diese bizarre Landschaft hin. Oryx-Antilopen, Gnus und Zebras wirken wie verlorene Wanderer in der Weite. Die Mittagsrast verbringen wir auf dem zentralen Rastplatz Halali. Der wirkt jetzt am Ende der Trockenzeit sehr staubig, soll aber nach dem ersten Regen wunderschön grün sein. Auch hier gibt es einen eigenen, felsigen Beobachtungsplatz auf ein Wasserloch.Unser Tagesziel ist das Okaukuejo Rest Camp. Nach Namutoni war dies der zweite Grenzposten des deutschen Kolonialbesitzes. Auch hier hat also eine positive „Umfunktionierung“ stattgefunden. Nach der Ankunft um halb fünf bleibt noch Zeit, das berühmte Wasserloch des Camps zu besichtigen. Gerade ist eine Herde Elefanten dort, während Gnus und Giraffen im Hintergrund stehen. Danach nutze ich die Gelegenheit, ein paar Runden im Camp zu joggen - versprach doch dass Abendbuffet im Restaurant, wieder üppig zu sein.Am Abend zieht es mich dann noch einmal ans nun beleuchtete Wasserloch. Meine Geduld wird belohnt, nach einer Weile kommen tatsächlich Nashörner.


6. Tag – Weitblick, Welwitschia und WüstensalatEine Reifenpanne (hätten wir das auch geschafft) gab uns Gelegenheit, auf den Okaukuejo Tower zu steigen und einen tollen Rundblick zu genießen. Interessant, mal von oben zu rekonstruieren, wo denn gestern die Elefanten, Nashörner und Giraffen waren. Mit der zweiten Luft im Reifen geht es dann weiter südwärts aus dem Park hinaus. In Ojikandero haben sich ein paar Himba-Familien aus den Norden niedergelassen und leben mit den dortigen Hereros zusammen. Ein Besuch dieses Dorfes steht auf dem Reiseprogramm, wobei auch kleine Souvenirs erworben werden können. Unser Mittagessen gibt es im Anschluss in einem Restaurant des kleinen Ortes Kamanjab.Der Nachmittag gehört der Naturkunde. Wir besuchen den Petrified Forest (versteinerten Wald). Schon beeindruckend, die Millionen von Jahren alten Baumstämme zu sehen, welche wahrscheinlich mit einer Flutwelle aus dem Norden kamen. Erosion legte die bis zu 30 Meter langen Riesen frei. Hier erfolgen keine Grabungen. Es wird der Natur überlassen, ihre Zeitzeugen an der Erdoberfläche sichtbar zu machen. Unser Führer erklärt uns auch sehr anschaulich die nach dem österreichischem Botaniker Friedrich Welwitsch benannte Nationalpflanze Namibias und die Eigenschaften des Wüstensalats.Unser Tagesziel ist das Mowani Rock Camp. Dort hat die Begleitmannschaft zwischen riesigen Felskugeln schon unser Camp mit seinen Annehmlichkeiten aufgebaut und das Abendessen zubereitet, zu dem auch Wein serviert wird.


7. Tag - Trockenfluss, Wüstenelefanten und 5000 ermordete StammesbrüderDer erste Blick aus dem Zelt ist herrlich, zwischen den Felsen geht die Sonne auf. Am Vormittag fahren wir weiter entlang des geologisch-historischen Pfades mit den Felszeichnungen von Twyfelfontein, dem Verbranntem Berg und den Orgelpfeifen. Zum Mittagessen sind wir zurück im Camp. Ich nutze die Zeit, um etwas Wäsche zu waschen und wieder mein Buch in die Hand zu nehmen. Von den Felsgravuren von Twyfelfontein im Land der Damara gehe ich also wieder den Zeitstrahl nach vorn zur Geschichte meines Stammes und muss lesen, wie einst 5000 Sachsen bei Verden ihr Leben verloren.Um halb vier geht es dann zur Twyfelfontein Lodge. Hier steigen wir in Unimogs um und fahren entlang des Huab. Diese Fahrt entlang des Trockenflusses ist eine genussvolle Landschaftstour, fast wie eine Elbschifffahrt, nur schneller und staubiger (ich bitte den Fahrer, nicht so dicht aufzufahren) und von der Landschaft ganz anders. Ein wichtiger Grund, fremde Länder zu besuchen. Trotz der Trockenzeit sind an den Ufern des Trockenflusses noch Pflanzen zu sehen. Die Fahrt zieht sich lang hin, da die eigentlichen Suchobjekte heute in weiter Ferne weilen. Aber wir bekommen Sie doch zu Gesicht: die Wüstenelefanten, die sich den unwirtlichen Lebensbedingungen in dieser Gegend angepasst haben. Sie kommen mit weniger Wasser aus und können besonders lange Wanderungen unternehmen. Zumindest das erste wäre nichts für mich.Auf den Sundowner im Flussbett müssen wir leider verzichten, denn durch die lange Fahrt ist es schon spät. Die Bewölkung lässt heute ohnehin keine Beobachtung des Sonnenuntergangs zu. An unserem Camp kommen wir erst nach 8 Uhr an, gerade rechtzeitig zum „Moonriser“.


8. Tag - Skelettküste und SwakopmundVorbei am Brandberg geht die Fahrt nach Westen. Eine ziemlich monotone Wegstrecke, bis wir bei Hentiesbaai die Küste erreichen. Zwei Namensgeber dieser Küste bekommen wir gleich zu sehen. Ein (nachgebildetes) Skelett im Sand und das Skelett eines Schiffes, das vor fünf Jahren nahe am Ufer auf Grund lief, optisch noch gut erhalten und damit eigentlich gar kein Skelett. Weiter geht es am kalten Atlantik entlang in die namibische Boom-Region Swakopmund. Seit meinem ersten Besuch vor 14 Jahren hat sie sich sehr verändert, aber das Schöne ist geblieben, zum Beispiel die schönen Restaurants. Wie gut, dass jetzt Mittagszeit ist. Unser Quartier ist das Hotel Eberwein in der historischen, 1910 errichteten „Villa Wille“. Der Nachmittag ist den Fliegern vorbehalten: Wer möchte, kann hier optional an einem Rundflug über die Dünen teilnehmen. Ansonsten bleibt Zeit, die Stadt zu erwandern und zu genießen, vielleicht in einem Café. Der Stadtkern hat seinen Charme behalten. Am Abend geht es gemeinsam ins Lighthouse, ein Restaurant unweit des Leuchtturms mit leckeren und großen Portionen. Natürlich ist dies nicht die gemütliche stille Atmosphäre des eigenen Camps, aber auf jeden Fall auch einen Besuch wert.


9. Tag - hinaus aufs MeerNach einem gemütlichen Frühstück im Hotel Eberwein fahren wir entlang der Küste nach Süden. Unser Ziel ist die Stadt am einzigen Tiefseehafen Namibias – Walvis Bay (Walfischbucht). Den Namen trug die Stadt viele Jahre lang zu Unrecht. Erst seit 2002 kommen die großen Meeressäuger wieder in die schützende Bucht.Ein Boot von Lepotours erwartet uns zur Ausfahrt - und wahrscheinlich auch die Pelikane, die uns schon kurz nach dem Start hinaus in die Bucht folgen. Während sie sich aber nur trauen, auf dem Dach des Bootes zu landen, lässt es sich ein Seehund nicht nehmen, direkt ins Boot einzusteigen. Zugegeben, dieses Verhalten gehört nicht zum natürlichen Trieb der Art und ist andressiert, aber amüsant allemal. Tatsächlich ist es uns dann auch noch vergönnt, Wale und Delfine zu beobachten. Mit dem Kormoran zusammen bekommen wir somit alle „Big 5“ von Walvis Bay zu Gesicht.Mittagessen gibt es auch auf dem Boot: Austern (nicht gerade mein alltägliches Mahl, also scharfe Soße drauf und rein damit) und ein Glas Sekt.Die Walvis Bay Rundfahrt ist kombinierbar mit einer Fahrt zum „Sandwich Harbour“ (optional), ansonsten kann man sich den Annehmlichkeiten Swakopmunds hingeben oder wie ich zum Swakop-Fluss und den dahinter liegenden Dünen wandern.Nach dem Wal war das Lokal der Wahl für das heutige Abendessen „The Tug“. Es liegt herrlich am Strand gleich neben der Jetty, der Landungsbrücke.


10. Tag - Die Wüste lebtFür den Vormittag habe ich mir eine „Living Desert“ Tour gebucht, um auch mal zu sehen, was sich besser vor mir verstecken kann als Wüstenelefanten und große Meeressäuger.Ein heller Fleck im Sand, bei dem der innere Bereich heller als der äußere ist, verrät eine White Lady (weißhaarige Spinne). Ein transparenter Gecko hat es besonders schwer in der Wüste, verträgt er doch kein Sonnenlicht, worauf der Guide auch Rücksicht nehmen muss. Rücksichtsvoll wird auch eine Blindschleiche mit bloßer Hand ausgegraben. Diese kann besonders viel Wasser aufnehmen, was auch dem Wüstenmaulwurf hilft, wenn er sie frisst.Die Sandvipern schlängeln sich im 45-Grad-Winkel die Düne hinunter, wobei nur 50% ihres Körpers im Kontakt zum Boden sind. Besonders erfreut hat mich der Anblick von zwei Chamäleons.Auf dem Rückweg zum Meer bildet eine Düne eine Wetterscheide. Gefühlte 20 Grad weniger scheinen es auf der dem Meer zugewandten Seite zu sein. Nebelschwaden ziehen ins Landesinnere, kommen aber nicht sehr weit.


Um halb zwei geht es zurück, um mit vereinter Gruppe die Rundreise fortzusetzen.Über den Kuiseb- und den Gaub-Pass erreichen wir Solitaire. Dieser winzige, abgeschiedene Ort ist schon einzigartig und geradezu eine Berühmtheit mit seiner Ansammlung alter Autos, der Konditorei und der Tankstelle mit Shop, wo ich Gemmerbier entdeckte (alkoholfrei). Das Tagesziel an den Blue Mountains erreichen wir noch bei Tageslicht. Ich kann also wieder eine kleine Runde joggen, bevor das leckere dreigängige Abendessen im Camp serviert wird.11. Tag - hohe Dünen5 Uhr wecken – Safari (mit nur wenigen Tieren).Es gilt, bei der Öffnung des Schlagbaums am Eingang des Namib Naukluft Parks zu sein, um der größten Hitze zuvorzukommen. Einige Springböcke säumen die Straßenränder. Wir wollen heute das Naturschauspiel der höchsten Sanddünen erleben. Düne 45 ist bald erreicht und wird erklommen. Schwer zu sagen, welcher Ausblick der schönere ist, von unten auf die Dünen oder von oben herunter.Nach dem Frühstück inmitten der Dünen geht es weiter zum Dead Vlei mit seinen bizarren vertrockneten Baumstämmen auf hartem weißem Sand. Hier erklimme ich eine zweite Düne, um das Wüstenerlebnis zu vervollkommnen und noch einmal den Blick über die Weite schweifen zu lassen.


So viel Blicke schweifen lassen macht natürlich hungrig. Zum Mittagessen fahren wir in die Sossusvlei Lodge. Reichhaltiges Buffet mit Blick auf die reiche Savanne. Anschließend erwartet uns ein Spaziergang durch den Sesriem Canyon. Keine Angst vor zu vielen Wanderungen an einem Tag, alle sind gemächlich. Tempo, Länge und Intensität kann jeder selbst bestimmen – soviel Abenteuer und soviel Stil wie man mag. Nach einem Stopp am Sesriem Camp erreichen wir gegen 16 Uhr wieder unser Camp in den Mondbergen. Noch einmal Zeit, die Landschaft und unser Camp zu genießen. Noch einmal entspannt vor dem Zelt sitzen, mal wieder einen Blick in mein Buch werfen (die Geschichte geht voran – Hurra, wir sind Kaiser!).Vor unserem letzten gemeinsamen Abendessen in Camp gibt es ein Glas Sekt, natürlich gemeinsam mit unserem Begleiterteam.


12. Tag - Rückfahrt und persönliches ZusatzprogrammEs geht nun wieder Richtung Windhoek. Über das Naukluftgebirge nordostwärts erreichen wir in Rehoboth die nationale Hauptstraße B1, die wir „einst“ am dritten Rundreisetag verlassen hatten. Die 100 Kilometer bis Windhoek sind dann nur noch ein Katzensprung. Unsere Safarigruppe verabschiedet sich nach und nach. Ab Rehoboth kann man ein Zusatzprogramm in die Kalahari anschließen. Wer heute Richtung Heimat fliegt, wird zum Airport gefahren. Ich selbst werde in der Innenstadt vom Wagen „geworfen“.Nachdem ich mich für eine Nacht im Hotel eingecheckt habe, besuche ich noch einmal Windhoek.In die Hauptsraße einbiegend höre ich den Ruf „Russen, Russen“. Schnell wird mir klar, dass damit nicht die Angehörigen des osteuropäischen Volkes gemeint sind, sondern die mir aus früheren Afrikareisen in guter Erinnerung gebliebenen Würste. Also schnell an den Imbissstand. Für mich heute keine Austern!


Windhoek hat sich seit meinem ersten Besuch 1997 ganz schön modernisiert. Im Zentrum gibt es glitzernde Shopping Malls wie in den südafrikanischen Großstädten. Eine moderne Metropole ist entstanden.Am nächsten Vormittag habe ich noch genügend Zeit, an einer Stadtrundfahrt teilzunehmen. Den roten City Sightseeing Bus gibt es auch in Namibias Hauptstadt. Nach den bekannten Gebäuden Christuskirche, Tintenpalast und Turnhalle fährt der Bus in den nördlichen Stadtteil Katutura. Hier ist von der modernen City nicht viel zu sehen. Ursprünglicher afrikanischer Markt statt Shopping Mall, Friseur am Straßenrand statt Beauty Center. Der Tourführer des Busses wuchs als Kind von 1979 an in der ehemaligen DDR auf. Schon am Vortag hatte ich mich mit einem dieser „Ossis“ prima unterhalten. Als sich sowohl im Osten Deutschlands als auch in Namibia 1990 eine Wende vollzog, wurden die Jugendlichen zurück in ihr Herkunftsland geflogen. Eine Odyssee war zu Ende oder begann erst?Für mich geht eine schöne Reise mit spannenden Entdeckungen zu Ende.

2 Kommentare

Flori

02.01.2012 um 16:09

So eine Afrika Reise ist einfach immer wieder ein Erlebnis! Die Menschen, die Tiere, die Landschaften... Von deinem Bericht bekomm ich gleich wieder Fernweh.Klingt, als hättet ihr echt eine tolle Zeit gehabt.

Petra

29.12.2011 um 12:04

Sehr beeindruckend, wie nah ihr den Tieren gekommen seid. Besonders schön finde ich das Foto mit den fliegenden Pelikänen!!! -- Petra