Neuigkeiten und Berichte von Outback Africa Erlebnisreisen

Safari

Die Regenzeit in Angola und Botswana ist vorüber. Jetzt kann eine aussagekräftige Prognose abgegeben werden, wie sich der Wasserstand im Okavango-Delta in den kommenden Hochsaison-Monaten entwickeln wird. In Mohembo, wo der Okavango die Grenze nach Botswana überquert und noch ein unverzweigter Fluss ist, wird regelmäßig der Wasserpegel gemessen. Ende Juni hat die Flutwelle aus Angola ihren Scheitelpunkt bereits überschritten.

Okavango-Delta © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen


Im Jahresverlauf verändert sich im Okavango-Delta das Verhältnis aus Wasser- und Landflächen. Hier ein Nebenarm des Okavango aus der Luft, Moremi-Wildreservat, Mai 2012. © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Der höchste gemessene Wert 2012 waren 823 Kubikmeter pro Sekunde, was durchaus gut, aber nicht so außergewöhnlich viel ist wie im vergangenen Jahr. Damals spülte der Okavango bis zu 1020 Kubikmeter pro Sekunde in sein Delta. Die Safariveranstalter erwarten in den kommenden Monaten – anders als im sehr wasserreichen Vorjahr – keine Probleme bei der Durchführung der Campingsafaris im Okavango-Delta. “Noah’s Ark not needed this year! This year’s safaris will all be on land”, sagt unser Safari-Partner Letaka, der die Reisen “Savanne und Delta” und “Botswana-Abenteuer mit Stil” durchführt. Und falls doch einmal Land unter ist, gibt’s zum Glück jede Menge Mokoros.

27. Oktober 2011

Nordserengeti © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Auf Pirschfahrt durch die Nordserengeti

Unser vorletzter Tag. Noch zwei Lodge-Besichtigungen stehen auf dem Programm, doch dazwischen wollen wir auf Pirschfahrten die Nordserengeti erkunden. Und das tun wir auch ausgiebig und starten schon sehr früh. Es ist eine wunderschöne Landschaft auf etwa 1700 Metern Höhe, und sie bietet einen großen Kontrast zur zentralen und südlichen Serengeti. Hügel und Täler wechseln sich ab, dazwischen liegen weite Grasebenen. Auffällig sind die vielen Granithügel und Steine, große Felsblöcke dienen den Tieren als Ausguck oder Ruheplatz. Immer wieder blickt man auf den Mara River, der zu jeder Jahreszeit Wasser führt und in dem sich Hippos und Krokodile tummeln. Die Morgensonne taucht die Hügel und Felsen in herrliches Licht. Wir sehen Tausende von Gnus und Hunderte von Zebras, die ihre Wanderung nach Süden noch nicht begonnen haben. Es ist die Nachhut, denn viele Tiere sind bereits in der Zentralserengeti angekommen, wo es früher als sonst zu regnen begonnen hat.

Oft stehen die Tiere nur da und grasen, dann bewegen sie sich weiter, fangen auf einmal an zu rennen und bilden eine lange Kette, der sich von allen Seiten immer mehr Tiere anschließen, und dann geht es minutenlang in eine Richtung, bis das vorderste Tier stehen bleibt und sich die Tiere wieder verteilen und erneut grasen. Es ist faszinierend, und es ist kein System zu erkennen, wann und warum sie wohin laufen. Doch sie werden vom Regen und vom Wachstum des Grases getrieben, sie spüren und riechen ihren Weg. In ein paar Tagen, spätestens Wochen, werden auch sie gen Süden ziehen. Doch die Nordserengeti ist dann nicht leergefegt, ganz im Gegenteil.

Nordserengeti © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Löwenrudel bei der Siesta

Die Raubtiere bleiben, viele Antilopen und auch einzelne Gnu- und Zebra-Herden machen die Wanderung nicht mit, Büffel, Giraffen, Hyänen und andere große Säugetiere bleiben ebenfalls das ganze Jahr über hier. Und das Schönste ist: Wer die Nordserengeti außerhalb der Gnu-Wanderung besucht, hat sie fast für sich allein. Und die Camps haben günstigere Preise. Doch auch jetzt in der ausklingenden Hochsaison ist hier oben nicht viel los. Bei unserem Frühstück im Busch fährt kein einziges Fahrzeug an uns vorbei. Und als wir unter einem Baum zwölf Löwen liegen sehen, ist nur ein weiterer Wagen dort, der nach einer Weile abfährt, so dass wir den grandiosen Anblick allein genießen können.

Die Wege in der Nordserengeti sind oft nur Spuren im Gras, es gibt nur wenige “richtige” Pisten. Daher ist hier die Vorschrift, nicht von den Wegen abzuweichen, nicht so strikt, bzw. steht nur auf dem Papier. Da alle Camps ihren Gästen die besten Tierbeobachtungen ermöglichen möchten, verpetzen sich die Guides der Camps gegenseitig nicht – man schließt allgemein beide Augen zu und macht es einfach. Ich genieße diese Freiheit in diesem herrlichen Fleckchen Erde. Mit der Nase im Fahrtwind, stehend aus dem Dach schauend, sauge ich die Landschaft und Tierherden geradezu in mich auf und denke, dass das alles wie frisch erschaffen aussieht, wie am ersten Tag der Schöpfung. Jenseits des Mara River, der auch durch Kenia fließt, liegt die weite Lamai-Ebene. Eine flache Grassteppe, die nur von einzelnen kleineren Bäumen unterbrochen wird. Hier sehen wir Hyänen, Löwen, Strauße, Topis, Eland-Antilopen und Giraffen. Im Hintergrund ragen majestätisch die Tafelberge der Massai Mara auf. Am Ende der weiten Ebene markieren kleine weiße Betonpfosten das Ende der Serengeti und damit die Grenze zwischen Tansania und Kenia. Wir fahren ein Stück genau an der Grenze entlang und biegen dann wieder nach Süden ab, zurück zum Mara River. Bei der Kogatende-Flugpiste befindet sich eine der wenigen Brücken über den Fluss, eine Pontonbrücke aus Beton. Die Gnus scheinen das nicht zu wissen, warum sonst stürzen sie sich auf ihrer Wanderung an steilen Stellen die Uferböschung hinunter? Unser Guide erklärt, dass es an diesem Teil des Mara-Flusses etwa sechs bis sieben “Crossing Points” gibt, die die Gnus regelmäßig benutzen.

Ob und wann sie gehen, kann niemand voraussagen. Manchmal sammeln sie sich in großen Herden am jenseitigen Ufer, und man erwartet, dass es jeden Moment losgeht, und dann überlegen sie es sich doch anders und verteilen sich wieder. Sie wandern oft auch mehrmals über den Fluss und wieder zurück, trotz aller Gefahr, die durch Krokodile, Wasserströmungen oder gebrochene Beine droht. Es sind schon merkwürdige Tiere. Schön sind sie wahrlich nicht. Irgendjemand hat mal gesagt, die Gnus haben, als alle Tiere erschaffen wurden, nur noch die Reste abgekriegt, die keiner wollte. Das monotone Blöken wird mich heute bis in den Schlaf begleiten, denn auch hier vor dem Camp ziehen die Herden vorbei, also quasi durch meinen Vorgarten.

Eine Übersicht aller Beiträge dieses Reiseberichtes finden Sie hier.

Wir überqueren nun die Grenze vom Ngorongoro-Schutzgebiet zum Serengeti Nationalpark. In dessen Süden gibt es kaum Unterkünfte. Die einzige Lodge weit und breit, Sanctuary Kusini, ist unser Ziel. Die zwölf Zelte des traditionsreichen Camps wurden erst im Jahr 2010 neu gebaut. Sie sind jetzt viel großzügiger als zuvor. Im April und Mai, wenn das Camp geschlossen ist, soll auch noch die so genannte Main Area mit dem Restaurant und der Lounge neu gebaut werden, erzählt uns Gastgeberin Cornelia in gutem Deutsch.



Pirschfahrt in der Südserengeti auf dem Weg nach Kusini.



Wird bald neu gebaut: Hauptzelt des Sanctuary Kusini Camps.

Nach den Bildern, die ich bisher sah, hatte ich mir Kusini anders vorgestellt. Die Zelte stehen erhöht auf oder an Granithügeln und bieten einen weiten Blick über die Savanne. In Wirklichkeit aber stehen die meisten Zelte in einem lichten Busch. Lediglich Zelt Nummer 8 hat Aussicht in die Ferne. Und genau dieser Blick ist auf den meisten Werbebildern zu sehen. Wir wohnen nicht in Zelt 8. Als aber am nächsten Morgen Büffel zwischen den Bäumen um unser Zelt umherstreifen und die Morgensonne auf unsere Terrasse strahlt, bin ich auch mit der Lage unseres Zeltes zufrieden. Zum Aufwecken wurde uns dezent ein Tablett mit Kaffee und Plätzchen auf die Veranda gestellt. Und den Fernblick hatten wir schon am Abend zuvor genossen, wenn auch nicht von unserem Zelt aus.



Neues Zelt-Chalet im Sanctuary Kusini Camp.



Sanctuary Kusini Camp, Zweibettzimmer.



Sanctuary Kusini Camp, Badezimmer.

Kusini ist zwischen riesige Granitfelsen (Kopjes) gebaut. Auf einer dieser flach ansteigenden Steinflächen war die Bar für den Sundowner aufgestellt. Zum bequemen Fläzen lagen große Kissen auf dem Felsen bereit. Daneben gab es jeweils ein kleines Sandsäckchen, um das Bierglas auf der schiefen Ebene zu sichern. Dazu ein paar Appetithäppchen aus der guten Küche und der Blick über die Kopjes-Landschaft in den Abendhimmel. Safariherz, was willst Du mehr!



Kopjes-Landschaft rund um Kusini.



Sanctuary Kusini Camp, Lagerfeuer.



Mobile Felsen-Bar in Kusini.



Sundowner am Sanctuary Kusini Camp.

Von Dezember bis März spielen die Gnuherden für die Gäste in Kusini die Hauptrolle. In dieser Zeit kommen auch Fahrzeuge mit Touristen, die weiter nördlich in den Lodges der zentralen Serengeti wohnen, auf Tagesausflügen hier herunter. Von Juni bis Oktober ist es rund um Kusini dann aber wirklich einsam, berichtet Cornelia. Und welche Tiere sehen die Gäste dann, wenn die Gnus nicht da sind? Zum Beispiel Geparden. Kusini arbeitet mit einem Schutzprojekt zusammen, das sich um den Fortbestand der vom Aussterben bedrohten Katzenart dreht. Eine große Gefahr für die Geparden ist ihr schrumpfender Gen-Pool. Jedes Tier, das aus einer anderen Region zuwandert und frisches Blut mitbringt, ist ein Hoffnungszeichen. Deshalb ist es für die Wissenschaftler so wichtig zu sehen, welche Tiere sich wo aufhalten, Nachwuchs aufziehen und so weiter. Und bei diesen Beobachtungen helfen die Gäste von Kusini. Sie können ihre Geparden-Fotos mit Angaben zu Ort und Aufnahmezeitpunkt an die Wissenschaftler senden. Diese versuchen dann, die Tiere zu identifizieren, und bedanken sich bei den Touristen mit einem Bericht zu ihrem Geparden: Ob es ein Männchen oder Weibchen ist, wo es herkommt und wie alt es ist. So kann jeder Reisende einen kleinen Beitrag zum Forschungsprojekt beisteuern und bekommt im Gegenzug viel mehr Hintergrundinformation als üblich zu den Stars seiner Urlaubsbilder.

Einen Reisevorschlag mit dem Sanctuary Kusini Camp finden Sie hier.

Alle Teile des Reiseberichts in der Übersicht:

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