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Reise

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Reisebericht 28.04. – 12.05.2011
Sambia, Namibia, Botswana und Südafrika

Svenja, 28.04.11.2011 | Nun ist es uns tatsächlich passiert. Das, vor dem alle Angst haben, vor dem wir unsere Kunden warnen, vor dem man doch nie ganz sicher sein kann. Wir haben unseren Weiterflug verpasst. Eigentlich sollten wir jetzt an den Victoria-Fällen sein, stattdessen sitzen wir in einem Flughafenhotel in Johannesburg. Der Airbus A380 der Lufthansa ist gestern Abend in Frankfurt fast zwei Stunden später gestartet – ein Problem mit dem Höhenruder machte eine Wartung erforderlich. Die verlorene Zeit können wir nicht mehr aufholen, und unser Flug mit British Airways nach Victoria Falls ist schon in der Luft, als wir unser Gepäck in Johannesburg vom Band holen. Schade. Der Flug in dem Riesenvogel ist nämlich sehr angenehm, mit genug Platz auch für lange Beine, einem recht ruhigen Schlaf und leckerem Frühstück. Die British Airways, bei der wir etwas später am Schalter stehen, weiß von der Lufthansa-Verspätung und verspricht uns einen Platz auf der Maschine nach Victoria Falls für den nächsten Tag.

Johannesburg © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Am Eingang des Hotels

Johannesburg © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Ein imposantes Gebäude

Johannesburg © Foto: Ulrike Pârvu | Outback Africa Erlebnisreisen

Hotelzimmer


Das Peermont Mondior Hotel in Johannesburg

Ulrike | Wir sitzen also hier im 4-Sterne Peermont Mondior at Emperor’s Palace und sind erst einmal platt. Das Zimmer ist eben so groß, dass wir beide und unsere Reisetaschen noch hineinpassen. Die Betten sehen aber zumindest bequem aus. Sicherlich hätten wir im Elephant Camp nahe Victoria Falls ein schöneres Zimmer mit noch schönerem Ausblick gehabt. Nun ist es aber einmal so und wir harren der Dinge, die noch auf uns warten. Nach einer schönen heißen Dusche machen wir uns auf, den riesigen Hotelkomplex zu erkunden. Vielleicht gehen wir ja noch ins Kasino? Nein, lieber nicht. Am Ende haben wir dann unser ganzes Reisegeld verzockt und müssen morgen schon wieder nach Hause fliegen.

Svenja | Diese Anlage mit vier Hotels und einem gemeinsamen Vergnügnungskomplex ist irgendwie komisch – so künstlich. Eine nachempfundene italienische Stadt mit unechtem blauem Himmel drüber, kein Tageslicht, nur Lampen, laute Musik, Stimmengewirr… Nach einer Weile bedrückt uns das Ganze, und Ulrike kommentiert nur: “Ich will nach Afrika!”.

Den Rest des Tages vertreiben wir uns müde und lustlos im East Rand Mall, einem Einkaufszentrum nicht weit vom Flughafen. Um viertel vor sechs dämmert es, um sechs ist es dunkel. Um sieben liegen wir auf unseren Hotelbetten und schauen eine Zusammenfassung der Hochzeit von William und Kate. Was für ein verschwendeter Tag. Es kann nur besser werden.

Ulrike, 30.04.11 | Das Frühstück im Mondior ist eines Eroberers würdig. Es gibt ein riesiges Buffet mit allem, was das Herz begehrt. Ich gönne mir ein fürstliches Omelett, danach noch etwas Süßes.

Der Transfer gegen 8 Uhr zum Flughafen klappt auch und wir sind noch guter Dinge. Schließlich hat uns die Dame von British Airways versprochen, wir könnten heute fliegen. Unsere Gesichter werden immer länger, als wir merken, was “booked on stand by” bedeutet. Wir müssen nämlich warten, bis alle, die richtig gebucht sind, eingecheckt haben und bis der Schalter geschlossen ist. Das sind quälende zweieinhalb Stunden vor dem Check In. Immer wieder stellt sich uns die Frage, ob wir heute überhaupt noch mitkommen, denn der Passagierstrom, der an unseren Schalter kommt, scheint gar nicht abzureißen. Naja, am Ende wird unsere Geduld belohnt. Die nette Dame vom Check In verabschiedet sich mit den Worten: “Ladies, run to your gate!” von uns. Genau das machen wir und springen auf den letzten Drücker in unseren Bus. Ich bezweifle ehrlich, dass unser Gepäck ankommt. Schau’n wir mal…

Alle Teile des Reiseberichtes in der Übersicht:

Wir überqueren nun die Grenze vom Ngorongoro-Schutzgebiet zum Serengeti Nationalpark. In dessen Süden gibt es kaum Unterkünfte. Die einzige Lodge weit und breit, Sanctuary Kusini, ist unser Ziel. Die zwölf Zelte des traditionsreichen Camps wurden erst im Jahr 2010 neu gebaut. Sie sind jetzt viel großzügiger als zuvor. Im April und Mai, wenn das Camp geschlossen ist, soll auch noch die so genannte Main Area mit dem Restaurant und der Lounge neu gebaut werden, erzählt uns Gastgeberin Cornelia in gutem Deutsch.



Pirschfahrt in der Südserengeti auf dem Weg nach Kusini.



Wird bald neu gebaut: Hauptzelt des Sanctuary Kusini Camps.

Nach den Bildern, die ich bisher sah, hatte ich mir Kusini anders vorgestellt. Die Zelte stehen erhöht auf oder an Granithügeln und bieten einen weiten Blick über die Savanne. In Wirklichkeit aber stehen die meisten Zelte in einem lichten Busch. Lediglich Zelt Nummer 8 hat Aussicht in die Ferne. Und genau dieser Blick ist auf den meisten Werbebildern zu sehen. Wir wohnen nicht in Zelt 8. Als aber am nächsten Morgen Büffel zwischen den Bäumen um unser Zelt umherstreifen und die Morgensonne auf unsere Terrasse strahlt, bin ich auch mit der Lage unseres Zeltes zufrieden. Zum Aufwecken wurde uns dezent ein Tablett mit Kaffee und Plätzchen auf die Veranda gestellt. Und den Fernblick hatten wir schon am Abend zuvor genossen, wenn auch nicht von unserem Zelt aus.



Neues Zelt-Chalet im Sanctuary Kusini Camp.



Sanctuary Kusini Camp, Zweibettzimmer.



Sanctuary Kusini Camp, Badezimmer.

Kusini ist zwischen riesige Granitfelsen (Kopjes) gebaut. Auf einer dieser flach ansteigenden Steinflächen war die Bar für den Sundowner aufgestellt. Zum bequemen Fläzen lagen große Kissen auf dem Felsen bereit. Daneben gab es jeweils ein kleines Sandsäckchen, um das Bierglas auf der schiefen Ebene zu sichern. Dazu ein paar Appetithäppchen aus der guten Küche und der Blick über die Kopjes-Landschaft in den Abendhimmel. Safariherz, was willst Du mehr!



Kopjes-Landschaft rund um Kusini.



Sanctuary Kusini Camp, Lagerfeuer.



Mobile Felsen-Bar in Kusini.



Sundowner am Sanctuary Kusini Camp.

Von Dezember bis März spielen die Gnuherden für die Gäste in Kusini die Hauptrolle. In dieser Zeit kommen auch Fahrzeuge mit Touristen, die weiter nördlich in den Lodges der zentralen Serengeti wohnen, auf Tagesausflügen hier herunter. Von Juni bis Oktober ist es rund um Kusini dann aber wirklich einsam, berichtet Cornelia. Und welche Tiere sehen die Gäste dann, wenn die Gnus nicht da sind? Zum Beispiel Geparden. Kusini arbeitet mit einem Schutzprojekt zusammen, das sich um den Fortbestand der vom Aussterben bedrohten Katzenart dreht. Eine große Gefahr für die Geparden ist ihr schrumpfender Gen-Pool. Jedes Tier, das aus einer anderen Region zuwandert und frisches Blut mitbringt, ist ein Hoffnungszeichen. Deshalb ist es für die Wissenschaftler so wichtig zu sehen, welche Tiere sich wo aufhalten, Nachwuchs aufziehen und so weiter. Und bei diesen Beobachtungen helfen die Gäste von Kusini. Sie können ihre Geparden-Fotos mit Angaben zu Ort und Aufnahmezeitpunkt an die Wissenschaftler senden. Diese versuchen dann, die Tiere zu identifizieren, und bedanken sich bei den Touristen mit einem Bericht zu ihrem Geparden: Ob es ein Männchen oder Weibchen ist, wo es herkommt und wie alt es ist. So kann jeder Reisende einen kleinen Beitrag zum Forschungsprojekt beisteuern und bekommt im Gegenzug viel mehr Hintergrundinformation als üblich zu den Stars seiner Urlaubsbilder.

Einen Reisevorschlag mit dem Sanctuary Kusini Camp finden Sie hier.

Alle Teile des Reiseberichts in der Übersicht:

12.12.2010 – Die Ngorongoro Sopa Lodge liegt einsam am Ostrand des Kraters. So müssen wir zunächst eine gute halbe Stunde am Kraterrand entlang fahren, bis wir wieder zur Hauptpiste und zum Aussichtspunkt kommen. Die holperige Piste führt uns nach vielen Kilometern endlich hinunter in die Ebene, in der die typische offene Serengeti-Landschaft beginnt. Unser erstes Ziel ist die Olduvai-Schlucht. Der deutsche Forscher Hans Reck hat hier 1913 das etwa 20.000 Jahre alte Skelett eines Homo sapiens gefunden. Es bekam die Archivnummer OH 1 = Olduvai hominid 1. Ein Schreibfehler Recks sei die Ursache, dass der Platz international unter dem Namen Olduvai bekannt ist, obwohl er von den Einheimischen Oldupai genannt wurde, berichtet uns ein Führer. Der Mann erklärt auch die verschiedenfarbigen Gesteinsschichten, in denen Recks Nachfolger viele wichtige Zeugnisse der menschlichen Entwicklungsgeschichte gefunden und ausgegraben haben.


Blick in die Olduvai-Schlucht.


Frühe menschliche Fußspuren sind im Olduvai-Museum dokumentiert.

Noch vor dem Eingang zum Serengeti Nationalpark biegen wir links ab. Unser nächstes Ziel ist der Lake Ndutu. Hier versteht man sofort, warum die Massai diesen Platz „Serengit“ nennen, „endloses Land“. Nur weit weg am Horizont sind kleine Hügel und der eine oder andere einzelne Baum zu sehen. Ansonsten ist es einfach eine leere, weite Grassteppe. Doch leer ist sie nicht mehr lange. Als wir weiterfahren, sehen wir plötzlich schwarze Streifen am Horizont. Beim Näherkommen werden die Streifen zu Perlenketten, endlich sind einzelne Tiere auszumachen. Die Gnu-Herden kommen an. Im Laufe des Dezembers treffen sie hier im Süden der Serengeti ein, bis März-April werden sie hier bleiben und auch ihre Jungen gebären. Über eine Million Gnus und Zebras sind auf der jährlichen Wanderung in der Serengeti unterwegs. Da die Tiere in kleineren Gruppen ankommen, sieht man nicht Tausende auf einmal. Am Ende des Tages realisieren wir aber, dass wir stundenlang an Gnu-Herden vorbeigefahren sind. Die Anzahl ist kaum zu fassen.


Die ersten Gnus erreichen die weiten Ebenen am Lake Ndutu.

In der Gnu-Saison werden einige mobile Zeltcamps in der Ndutu Region aufgebaut. Die einzige permanente Lodge am See ist die Ndutu Safari Lodge. An der Stelle, an der der Großwildjäger George Dove in den 1960er Jahren ein erstes Zeltcamp errichtete, stehen heute 34 solide Steinbungalows. Längst bilden nicht mehr Jäger, sondern Naturfotografen die Zielgruppe. Viele Filmteams haben sich schon in der Lodge einquartiert, um in der Nähe Dokumentationen über die große Wanderung zu drehen. Und dann gibt es noch ganz besondere Stammgäste, erzählt uns die Managerin: Ginsterkatzen leben im Rieddach des Restaurants. Die sonst so scheuen, nachtaktiven Wildkatzen zeigen sich hier regelmäßig kurz nach dem Abendessen.


Ndutu Safari Lodge, Lounge.


Bungalows der Ndutu Safari Lodge.


Zweibettzimmer in der Ndutu Safari Lodge.


Ndutu Safari Lodge, Badezimmer.

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