Neuigkeiten und Berichte von Outback Africa Erlebnisreisen
Mit dem ersten Tageslicht, pünktlich 6 Uhr, macht sich ein Kellner mit dem typischen „Knock, Knock“ Geräusch bemerkbar und stellt ein Tablett mit Kaffee vor der Veranda unseres Zeltes ab. Um 7 Uhr gibt es Frühstück, eine halbe Stunde später starten wir zu einer fünfstündigen Pirschfahrt.

Löffelhunde
Wir probieren diesmal einen der offenen Geländewagen des Camps aus. Mit diesen offenen Autos ist man unterwegs, wenn man ein „Game Package“ gebucht hat. Das ist für Gäste gedacht, die nicht mit eigenem Fahrer und Fahrzeug, sondern mit dem Flugzeug in den Nationalpark kommen. Welche Reisevariante die geschicktere sein mag, das ist wieder so eine Frage, auf die es keine einzig richtige Antwort gibt. Wir sind froh, daß uns unser Fahrer Ajub über mehrere Stationen der Reise begleitet. So lernen wir uns besser kennen, er weiß, was wir an den Tagen zuvor schon erlebt haben und kann das Programm so variieren, um unseren speziellen Interessen entgegenzukommen. Das alles kann ein Guide des Camps, in dem man meist nur zwei oder drei Tage zu Gast ist, nicht wissen. Dafür kennt der wiederum die Umgebung seines Camps besonders gut, die Tiere quasi alle beim Vornamen. Er weiß, wo in den Tagen zuvor Löwen oder Leoparden gesehen wurden und in welcher Richtung eine Pirschfahrt besonders viel Erfolg verspricht. Wenn man mit eigenem Fahrer zum Camp kommt, geht man gewöhnlich auch mit ihm und dem geschlossenen Wagen mit Dachluke auf Pirschfahrt. Denn dieses Auto ist ja schon einmal bezahlt, ein zusätzliches Game Package mit den offenen Wagen und den Camp-Guides würde doppelte Kosten bedeuten.

Picknick-Frühstück im Tarangire NP
Apropos, wir kommen auf dem fünfstündigen Gamedrive übrigens voll auf unsere Kosten. Und das nicht nur wegen der beiden Löwen und der zwei Geparden, sondern auch wegen eines Löffelhund-Pärchens mit Jungen, einer farbenprächtigen Gabelracke, die nah vor meinem Objektiv posiert, und der putzigen Mangusten.

Zu Fuß auf Elefantenpirsch
Am Nachmittag wollen wir dann das ausprobieren, wofür Oliver’s berühmt ist: Die geführten Wanderungen durch die Wildnis des Nationalparks. Alex, ein lustiger Guide aus Simbabwe, ist Spezialist für Safaris zu Fuß. Er trägt genauso ein geladenes Gewehr wie die Rangerin von der Nationalparkverwaltung, die uns begleitet. Die zierliche Frau fällt sonst weiter nicht auf. Außer in dem Moment, als wir gerade stehenbleiben, um zwei Elefanten in nicht allzu großer Entfernung an einem Wasserloch zu beobachten – und ihr Mobiltelefon plötzlich piept. Die Elefanten, eine ältere Kuh und ein Junges, scheinen von der langen Trockenzeit sehr mitgenommen, sie sehen richtig mager aus. Alex prüft die Windrichtung und zeigt uns einen sicheren Weg entlang des Flußbettes, auf dem wir den Elefanten nicht in die Quere kommen. Nach etwa zwei Stunden gemütlichen Laufens sehen wir die kleinen Kuppeldachzelte auf einer Anhöhe. In diesem Fly Camp, quasi einer Außenstelle von Oliver’s, werden wir heute übernachten. Gerade zieht eine größere Gruppe Elefanten unterhalb des Camps vorbei, überquert den Fluß und passiert uns dann auf der anderen Seite des Flusses. Ein wunderbarer Anblick im Licht der Abendsonne.

Zelt und Busch-Dusche beim Fly Camping
Die Zelte haben gerade so Stehhöhe. Auf dem Boden liegen zwei Schlafmatten, darauf Kissen und Decken mit heller Bettwäsche. Vor dem Zelt steht ein Tisch, Wasser und ein kleines klappbares Waschbecken. Etwas abseits sind noch ein Toilettenzelt und weiter unten eine Buschdusche aufgebaut. Die besteht aus einem Wassersack mit Brausekopf, der an den Ast eines Baumes gebunden ist, und Sichtschutz an drei Seiten. Die offene Seite zeigt hinunter zum Fluß, wo gerade die Elefanten entlang gezogen sind. Das Abendessen wird am Lagerfeuer serviert. In Ermangelung eines Tisches balancieren wir die Teller auf den Knien. Auch die Beleuchtung ist etwas schwierig – aber all das sorgt ja erst für ursprüngliches Safari-Gefühl, wie ich es an den echten Camping-Touren so mag. Einfach den Kopf in den Nacken legen und über den tollen Sternenhimmel staunen. Das geht auch noch vom Bett aus, denn das Kuppelzelt hat ein Moskitonetz in der Dachpartie.

Frühstück beim Fly Camping
Am nächsten Morgen holt uns Ajub mit dem Auto vom Fly Camp ab. Heute soll es via Mto wa Mbu nach Karatu im Ngorongoro-Kraterhochland gehen. Zuvor schauen wir noch bei der Tarangire Safari Lodge vorbei. Deren Hauszelte sind im Vergleich zum Oliver’s Camp recht schlicht ausgestattet und stehen in zwei langen Reihen, die vom zentralen Gebäude aus in zwei Richtungen verlaufen. Der Clou ist hier die Aussicht, denn die Terrasse der Lodge und die Reihe der Zelte erstrecken sich entlang der oberen Kante eines Flußtales. Die Aussicht ist genial. Jetzt, am Ende der Trockenzeit, sind unten im Tal überall Tiere zu sehen.

Tarangire Safari Lodge
Doch die Leute schauen gar nicht in die Ferne, sondern gleich um die Ecke. Mehrere Elefanten stehen direkt auf dem Weg, der vom Pool zu den Chalets führt. Hinter dem Pool ist ein kleiner Durchgang. Meine Reisekollegen Mike, Sarah und James stehen dort und blicken gebannt hindurch. Die offene Tür ist zum Glück zu klein für die Elefantenkuh, die zusammen mit ihrem Jungen direkt dahinter steht und mit dem Rüssel in Richtung der Zweibeiner schnuppert. Grund des hohen Besuchs sind die Samen der Bäume, die auf dem Lodge-Gelände wachsen. Die zweibeinigen Gäste verhalten sich ruhig, sehen fasziniert zu, wie die Elefanten fressen, bevor sie wieder langsam davon trotten.

Besucher am Pool-Eingang der Tarangire Safari Lodge
Dieser Reisebericht entstand auf einer Lodge-Inspektionsreise Ende Oktober 2009. Einen Vorschlag für eine Safari mit einigen der hier beschriebenen Camps finden Sie hier bei Outback Africa Erlebnisreisen.
Weitere Kapitel dieses Reiseberichtes:

In einem der Baum-Chalets der Tarangire Treetops Lodge
Kurz vor der Grenze des Tarangire Nationalparks besuchen wir eine weitere Elewana-Lodge: Tarangire Treetops. Neben der künstlichen Wasserstelle, die sich gleich unterhalb des Pools befindet, drängt sich eine Gruppe Elefanten im spärlichen Schatten eines Baumes. Die für Tarangire so typischen Baobabs (Affenbrotbäume) sind das Wahrzeichen dieser Lodge. Das Gebäude mit der Rezeption wurde um einen dieser Baumriesen herumgebaut. Der Clou aber sind die Gästezimmer, deren hölzerne Fußböden in drei bis vier Metern Höhe direkt in die Baumkronen hineingebaut sind. In dem Zimmer, das wir besichtigen, ragt ein dicker, waagerechter Ast direkt über dem Nachttisch durch die Wand aus Zeltstoff ins Zimmer. Ein Baumhaus im Format einer Suite, die auch große Jungs begeistert. Weil die Lodge außerhalb der Nationalparkgrenzen liegt, kann sie auch Nachtpirschfahrten anbieten. Insgesamt sieht man sich hier aber eher als Ziel zum Ausspannen am Ende einer intensiven Safari, erklärt der Manager.

Baum-Chalet der Tarangire Treetops Lodge
Ja, man könnte hier jetzt schön auf der Terrasse seines Baumhauses sitzen und den Blick über die Landschaft genießen. Wir sind aber nicht zum Ausspannen hier, sondern müssen weiter. Etwa zwei bis drei Stunden Fahrstrecke stehen uns noch bevor bis zu unserem Ziel, dem Oliver’s Camp im Süden des Tarangire Nationalparks. Es werden eher drei Stunden, denn wir halten immer wieder, weil sich spannende Beobachtungen bieten. Unser erster Leopard auf dieser Safari döst auf dem Ast eines Baumes, kehrt uns aber leider nur den Rücken zu. Etwas später bremst Ajub plötzlich und fährt langsam rückwärts. In dem Baum soll eine Python sein. Nur wo? Ich brauche ziemlich lange, bevor ich verstehe, daß der kleine dunkle Fleck ganz oben in den dünnen Zweigen tatsächlich eine Riesenschlange ist. Das sieht doch eher aus wie ein Vogelnest. Aber der Blick durch das Fernglas beweist, es ist eine Python, die sich zusammengerollt in sicherer Höhe versteckt hat. In der Trockenzeit kann sie so mehrere Wochen zubringen, bevor sie sich wieder auf die Suche nach Beute begibt, erklärt unser Guide.

Eine Python in luftiger Höhe
Nun fahren wir an den Silale-Sümpfen entlang. Jetzt im Oktober, am Ende der Trockenzeit, sind die schlammigen Ebenen weitgehend ausgetrocknet. Aber hier sprießt immer noch mehr grünes Gras als in der noch trockneren Umgebung. Und so kommen viele Herdentiere hierher. In großen Gruppen ziehen die Zebras durch die Ebene – unsere erste Tierwanderung.

Zebras an den Silale-Sümpfen, Tarangire Nationalpark
Am Nachmittag erreichen wir Oliver’s Camp. Die acht großen Gästezelte stehen in einiger Entfernung zueinander an einem leichten Abhang. So sieht man zumeist nichts von den anderen Zelten. Auch die beiden zentralen Zelte, eins mit einer langen Tafel für die Mahlzeiten und eins mit Sesseln und einigen Bücherregalen ausgestattet, stehen einige Schritte voneinander entfernt. So mangelt es der Anlage irgendwie an einem einheitlichen Gesicht. Die Natur spielt hier die Hauptrolle. Es ist eben noch eines der alten, traditionellen mobilen Safari-Camps ohne feste Strukturen. Kein Beton, nicht einmal Holzfußböden. In kurzer Zeit könnte man Zeltbahnen und Teppiche einrollen, das Mobiliar verpacken und weiter ziehen. Die Atmosphäre war wohl kaum anders, als der alte Paul Oliver vor Jahrzehnten mit diesem Camp als Safari-Pionier in den Tarangire kam. Wir ziehen bald nochmals los zu einer kurzen Pirschfahrt, die auf einer Anhöhe endet. Kim, eine Managerin von Asilia, erwartet uns dort mit Ihrem Team und einem reich gedeckten Getränketisch zum Sundowner. Am Hügel gegenüber zieht eine Büffelherde vorüber. Die untergehende Sonne färbt die vielen Wolken, die die nahende Regenzeit ankündigen, orange und rot. Zum Abendessen sind wir wieder zurück im Camp. Es gibt feines Grill-Fleisch, Kartoffeln und Gemüse. Die Getränke, auch der Tisch-Wein, Port zum Dessert oder Gin und Tonic am Lagerfeuer sind inklusive. Wer besondere Wünsche hat, bekommt die gegen Bezahlung erfüllt. Eine spezielle Flasche Wein kostet zwischen 25 und 30 US$, Champagner 80 US$, ein Whisky 2,50 und ein guter Cognac 3 US$.

Oliver's Camp, Tarangire Nationalpark

Zeltchalet des Oliver's Camp

Badezimmer im alten Oliver's Camp
Dieser Reisebericht entstand auf einer Lodge-Inspektionsreise Ende Oktober 2009. Einen Vorschlag für eine Safari mit einigen der hier beschriebenen Camps finden Sie hier bei Outback Africa Erlebnisreisen.
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