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Crater Lodge

Endlich fahren wir den steilen Weg in den Krater hinunter. Leider bleibt uns nach all den Lodge-Besichtigungen nicht viel Zeit für die Pirschfahrt. Immerhin sehen wir einen Geparden und auch zwei Nashörner, die hier im Krater strengstens bewacht werden, um sie vor Wilderern zu schützen. Bernhard Grzimek hat den Krater einmal als Weltwunder bezeichnet. Vor 60 Jahren konnte sich Grzimek wohl kaum vorstellen, wie viele Pirschfahrzeuge heute den Krater durchkreuzen. Aber trotz des Andrangs kann ist der Krater aus einem Safariprogramm in Nordtansania nicht wegzudenken. Die Landschaft ist spektakulär. Und abgesehen von der Giraffe, sieht man hier auf relativ kleinem Raum fast alle Großwildarten Ostafrikas. Am Picknickplatz leeren wir unsere Lunch-Pakete. Freche Vögel versuchen, sich ein paar Leckerbissen zu klauen. Ich kann meine Mahlzeit erfolgreich verteidigen und begebe mich anschließend selbst auf die Jagd – mit der Kamera. Es entstehen unter anderem ein paar Perlhuhn-Portraits. Warum soll man auch immer nur Löwen und Elefanten fotografieren?


Begrüßung vor der Einfahrt in den Ngorongoro-Krater.


Fahrt hinunter in den Krater mit Blick auf den Lake Magadi.


Perlhuhn Portrait.


Gepard im Ngorongoro-Krater.


Perlhuhn reißt aus.

Bald fahren wir die hügelige Strecke an der Ostseite des Kraters hinauf zur Ngorongoro Sopa Lodge. Wenn man durch das große Empfangsgebäude mit seinen zwei kegelförmigen Dächern hindurch geht, gelangt man zu einem Pool, den in dem frischen Höhenklima nur Unerschrockene nutzen. Dahinter eröffnet sich ein weiter Blick über die Hügel und in den Krater hinein. Ein schönes Plätzchen, auch wenn die Kraterwand hier nicht so steil abfällt. Wir beziehen ein Zimmer in einem der ebenfalls mit runden, spitzen Dächern versehenen Bungalows, die in zwei Flügeln rechts und links des Hauptgebäudes aufgereiht sind. Jedes Zimmer hat ein großes Panoramafenster, vor dem ein Schaukelstuhl steht. Darin mache ich es mir gemütlich. Dann erkenne ich, wie die Abendsonne gerade ein schönes Licht auf die benachbarten Bungalows wirft. Das will ich fotografieren. Also schnell raus und auf den Auslöser gedrückt. Als ich zurückkehren will, ist die Tür zugefallen und ich bin mir nicht mehr sicher, welche Zimmernummer wir eigentlich hatten. Ich klopfe an der Tür, die ich für die wahrscheinlich richtige halte. Doch es rührt sich nichts. Hat mich Dirk einfach nicht gehört? Soll ich weiter trommeln? Aber ich will auch nicht alle Türen durchprobieren und die anderen Gäste hochschrecken. Also spaziere ich weiter und sehe einige Kolleginnen, wie sie in den Sonnenstühlen vor dem Hauptgebäude sitzen und einen Kaffee trinken. Da geselle ich mich gleich dazu. De Atmosphäre erinnert etwas an die Sonnenterrasse eines Berghotels in den Alpen. Zum Abendessen treffen wir uns wieder im Restaurant. Die Lodge hat insgesamt 98 Zimmer. Und ich habe meine Vorbehalte gegen so große Betriebe. Aber ich werde angenehm überrascht. Das Personal ist sehr aufmerksam und schafft es, kleine Tische mit einzelnen Gästen und größere Tische mit ganzen Gruppen so effizient und mit persönlicher Note zu bedienen, dass man sich eben nicht wie in einer Massenabfertigung fühlt. Irgendwie war ich bislang immer der Ansicht, dass die Sopa Lodges im Vergleich zu den Serena Häusern zweite Wahl sind. Heute hat sich meine Meinung geändert. Vielleicht ist die eine Lodge-Kette hier, die andere dort besser. Die Ngorongoro Sopa Lodge ist nun jedenfalls meine Empfehlung, wenn man nicht den vier- bis fünffachen Preis für die Crater Lodge zahlen kann und dennoch direkt am Krater übernachten möchte.


Ngorongoro Sopa Lodge, Pool.


Bungalows mit großen Panorama-Fenstern in der Nachmittagssonne.


Jedes Zimmer der Ngorongoro Sopa Lodge hat einen Logenplatz.


Ngorongoro-Sopa Lodge, Zweibettzimmer.


Ngorongoro-Sopa Lodge, Bad.

Eine Tansania-Rundreise mit der Ngorongoro Sopa Lodge finden Sie hier.

Alle Teile des Reiseberichts in der Übersicht:

Die Fahrt vom Ngorongoro Farmhouse bis zum Eingang der Ngorongoro Conservation Area (NCA) dauert nur wenige Minuten. Hier endet die asphaltierte Straße. Die Guides müssen Formalitäten erledigen und Gebühren entrichten. 50 US-Dollar kostet ein Tag Aufenthalt in der NCA für einen ausländischen Gast. Hinzu kommen 200 US-Dollar für jedes Safarifahrzeug, das in den Ngorongoro-Krater hineinfährt. Bevor wir einen ersten Blick in den Krater werfen können, müssen wir uns noch ein ganzes Stück auf Schotterwegen den Berghang hinaufquälen. Das feuchtkühle Klima hier oben hat den Bäumen graue Bärte aus Flechten wachsen lassen. Unser erster Anlaufpunkt ist die Ngorongoro Crater Lodge. Den rundlichen terracottabraunen Bungalows mit ihren markanten Schornsteinen (Spötter sprechen von Schlumpfhausen) sieht man den Prunk nicht an, mit denen die Zimmer und Restaurants eingerichtet sind. “Massai meets Versailles” lautet eine etwas wohlwollendere Beschreibung. Es ist in jedem Fall die exklusivste Lodge hier oben am Kraterrand. Sie besteht aus drei separat bewirtschafteten Flügeln mit jeweils zwölf Zimmern, das South Camp, das North Camp und das Tree Camp. Letzteres hat eine Lounge, die um einen Baum gebaut ist. Ein Balkon, auf dem man mit Blick in den Krater speisen kann, schließt sich an. Die Zimmer und vor allem die Bäder im South oder North Camp sind allerdings noch großzügiger als im Tree Camp.


Prunkvoll gebettet: Ngorongoro Crater Lodge.


Schlumpfhausen am Ngorongoro-Krater?


Massai meets Versailles: Restaurant der Ngorongoro Crater Lodge.

Auf der Weiterfahrt am Kraterrand entlang gibt es eine Überraschung. Vor uns haben zwei Autos gehalten. Eine Panne? Nein, die Passagiere schauen alle in eine Richtung – und beobachten eine Löwenfamilie, die einen Büffel verspeist, direkt neben der Straße. Dabei hat diese kühle, raue Hügellandschaft, in der auch die Kühe und Ziegen der Massai weiden, gerade noch eher an europäische Gefilde erinnert. Aber wir sind eben am Ngorongoro-Krater. Einen schönen Blick in diesen Garten Eden hat man auch von den 75 Zimmern der Ngorongoro Serena Lodge, die außen mit dunklen Steinen verkleidet ist. Damit sieht das Gebäude aus der Nähe etwas bunkerartig aus. Doch die Steine stammen aus der nächsten Umgebung und sorgen dafür, dass das Gebäude aus der Ferne betrachtet die Landschaft nicht stört.


Ngorongoro Serena Lodge.


Restaurant mit Aussicht in der Ngorongoro Serena Lodge.


Ngorongoro Serena Lodge, Doppelzimmer.


Ngorongoro Serena Lodge, Badezimmer.

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