Neuigkeiten und Berichte von Outback Africa Erlebnisreisen

arusha

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09.06.13

Angelika
Rückflug nach Arusha. Nach dem Frühstück werden wir zum Kogatende Airstrip gebracht, wo auch bald eine Maschine landet, nur leider nicht unsere. Unser Flieger kommt und kommt nicht. Ulrike, die etwas unter Flugangst leidet, wird immer nervöser und nimmt zur Sicherheit mal eine Reisetablette mehr. Endlich landet die Cessna, nachdem sie einen zweiten Anlauf brauchte – Zebras haben hier auch ohne Zebrastreifen Vorfahrt. Schnell noch ein letztes Gruppenfoto – in Arusha trennen sich die Wege unserer Gruppe. Wir fliegen heute Abend zurück nach Deutschland, die anderen weiter nach Sansibar.

Unser Pilot gehört eindeutig in die Kategorie „Tollkühne Männer in ihren fliegenden Kisten“. Mit seiner schief sitzenden Mütze und der verspiegelten Pilotenbrille sieht er verwegen aus. Wir setzen uns in die erste Reihe. Ulrike ist dank der Medikamente gut drauf, und so wird auch die Zwischenlandung am Lake Manyara, wo der Airstrip an der Abbruchkante endet und das Flugzeug eigentlich einfach nur weiterfährt statt richtig abzuheben, zum lustigen Abenteuer, bevor wir sicher in Arusha eintreffen.

Wir wollen die Zeit bis zum Rückflug noch nutzen, um zwei weitere Lodges zu besichtigen.

Die Ngurdoto Lodge haben wir schon länger im Programm. Sie steht unter deutscher Leitung. Es ist gemütlich und einladend hier. Jetzt am Vormittag ist die Anlage eher verlassen, denn die Gäste sind abgereist oder unterwegs. Am Nachmittag und Abend, wenn alles schön beleuchtet ist und die Tische gedeckt sind, sieht es bestimmt noch sehr viel schöner aus. Die Zimmer der Lodge verteilen sich auf das Haupthaus und auf freistehende Rundhäuser im Garten. Mir persönlich haben die Zimmer im Haupthaus besser gefallen, weil sie wegen der größeren Fenster heller und zudem moderner eingerichtet sind. Alles ist hier einladend und gemütlich, vielleicht ein wenig zu plüschig.

Letzter Programmpunkt dieser Reise ist die Hatari Lodge, die früher das Wohnhaus von Hardy Krüger war, der in der Nähe auf Momella Farm den Oscar-prämierten Film „Hatari“ drehte und sich so in das Anwesen verliebte, dass er einen Teil davon erwarb.

Genauso bunt wie das Leben eines Schauspielers ist auch die Einrichtung der Lodge, die eine Mischung aus Siebziger Jahre Flower Power und einem Jagdhaus darstellt. Jedes der neun Zimmer ist individuell eingerichtet, es dominieren bunte Farben wie pink, rot und lila. Die Wanddekoration besteht aus (künstlichen) Tiertrophäen und Retro-Designerbildern, Tierfelle liegen neben bunten Flickenteppichen. Erstaunlicherweise harmonieren diese Gegensätze irgendwie miteinander und verleihen den Räumen ein extravagantes Flair mit ein bisschen Hollywood. Die Lodge selbst liegt schön eingewachsen am Rand des Arusha Nationalparks. Bis zum Flughafen ist es eine Stunde Fahrzeit. Wer hierher kommt, sollte deshalb nicht gleich weiterreisen, sondern eventuell einen Zwischentag einlegen und dann auch noch einen Abstecher in den Nationalpark unternehmen.

Nun heißt es Abschied nehmen von Tansania. Eine schöne und interessante, aber auch anstrengende Reise geht zu Ende. Auf dem Heimflug landen wir in Dar es Salaam, wo überraschenderweise eine Putzkolonne durch das Flugzeug streift. In Amsterdam angekommen sind wir ziemlich müde und wollen eigentlich nur weiter und auf dem Flug nach Nürnberg noch ein paar Minuten Augenpflege betreiben. Das sehen leider unsere Sitznachbarn nicht so ganz ein – sie haben tolle Tage in Amsterdam hinter sich und wollen uns unbedingt davon berichten. Endlich landet der Flieger in Nürnberg – jetzt nur noch zwei Stunden auf der Autobahn und wir haben es geschafft. Müde, glücklich und voller neuer Eindrücke kommen wir wieder zu Hause an.

Den Abend und die Nacht verbringe ich in der schönen Arumeru River Lodge außerhalb von Arusha. Die Eigentümer und Manager, Torsten und Maren Dönhoff, sind Deutsche und begrüßen mich herzlich. Sie sind erst seit einem Jahr hier, aber wollen nicht mehr zurück. Sie geben dieser Lodge eine persönliche Note und führen sie mit viel persönlichem Einsatz und Enthusiasmus. Das aufwändig gestaltete Hauptgebäude ist aus viel Holz kunstvoll gezimmert und mit Bast, geflochtenen Bananenblättern und afrikanischem Dekor stilvoll ausgestattet. Es gibt in dem sehr großen und schön gestalteten Garten 24 Zimmer in einzeln stehenden Bungalows zu je zwei Zimmern, darunter sechs gerade erst neu gebaute Junior-Suiten. In einem dieser neuen Zimmer bin ich untergebracht. Sowohl das Schlafzimmer als auch das Bad sind sehr geräumig, modern und komfortabel. Ein bisschen Farbe und Dekoration fehlt noch, aber das ist in Arbeit. Es gibt im Garten auch einen recht großen Pool, und am meisten fasziniert mich, dass hier zwei prächtige “Traveller’s Trees” wachsen. Diesen “Baum der Reisenden” findet man sonst nur auf Madagaskar.

Arumeru River Lodge

Vom dreigängigen Abendessen bin ich schlichtweg begeistert. Pro Gang hat man zwei bis drei Gerichte zur Auswahl, alles ist ausgezeichnet. Hinterher schaut der Koch noch persönlich an den Tischen vorbei, er erntet überall Komplimente. Ein großer Teil des Obstes und Gemüses, das in der Küche verwendet wird, stammt aus dem eigenen Garten. Arumeru ist mit Frühstück, mit Halb- und mit Vollpension buchbar, wie man es möchte. Getränke sind extra. In der Lounge gibt es kostenlos W-LAN. In dieser Nacht schlafe ich wie ein Stein, während ich meine Geräte noch einmal für die bevorstehende Tour auflade. Am Morgen, als ich die Vorhänge vor meinen Fenstern beiseite schiebe, sehe ich ein Dikdik durch den Garten laufen. Maren erzählt mir später, dass diese kleinen Antilopen hier fast zahm sind. Arumeru bietet auch geführte Touren an, die beliebteste ist die “Urwaldtour” durch den tropischen Wald am Mount Meru, die von Torsten deutschsprachig geführt wird. Dabei erklärt er auch viel über Land und Leute. Außerdem kann man auch Tagestouren in den Arusha-Nationalpark und Tageswanderungen in den unteren Lagen des Kilimanjaro buchen. Doch sehen kann man den Berg dabei nicht immer – es muss schon klares, sonniges Wetter sein. Das Frühstück kann man je nach Wetter, Lust und Laune drinnen oder draußen einnehmen. Ich entscheide mich für draußen. Am Nachbartisch sitzen sechs ältere Amerikaner, voll ausgestattet mit langen Teleobjektiven und Ferngläsern – sie sind “Birder”, also Ornithologen, die von den Sichtungen im Garten begeistert sind.

Bevor meine Reise nun richtig beginnt, treffe ich mich noch mit Annette. Wir hatten uns vor zwei Jahren auf einer anderen Inforeise durch Nordtansania kennengelernt. Sie stammt ursprünglich aus Bayern, ist seit fünf Jahren mit einem Tansanier verheiratet und lebt nun seit einiger Zeit mit ihm in Arusha. Die beiden betreiben eine Safari-Firma. Wir hatten uns beide sehr auf dieses Wiedersehen gefreut und reden und reden… bis mein Guide mich abholen kommt und es nun wirklich losgeht.

Safarifahrzeug © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Unser Safarifahrzeug

Stanford heißt er, unser Fahrer und Guide von Asilia, einer anderen Partnerfirma aus Tansania, mit der wir seit über drei Jahren zusammenarbeiten. Die nächsten neun Tage wird er uns von Lodge zu Lodge fahren, mit uns durch die Nationalparks und Wildreservate pirschen, uns unterhalten und betreuen. Ich schätze ihn auf etwa 35 Jahre, er ist ein sehr erfahrener und sicherer Guide mit über 10 Jahren im Tourismus. Unterwegs sind wir in einem 7-Sitzer Toyota Landcruiser, der kein Hubdach, sondern Dachluken hat, deren Deckel komplett umgeklappt bzw. abgenommen werden können. Also das ideale Fahrzeug für passionierte Fotografen, die 360 Grad freie Rundumsicht ohne Streben wünschen. Mit mir sind wir nun vier. Drei sitzen schon im Fahrzeug, als ich dazustoße, weitere zwei Mitreisende holen wir noch an verschiedenen Lodges ab, dann sind wir komplett.

Wir, das sind:
Fiona, genannt Fi, von Zambezi Safari Company aus Devon, England – 52 Jahre alt
Louise von Cazenove & Loyd aus London – 24 Jahre alt und schon durch halb Afrika gereist
Kimi von Rothschild Safaris aus den USA – 25 Jahre alt und sehr lustig
Georges, Chef von Terres Sauvages aus Genf – geschätzt 60 Jahre alt und “francophone”
Elizabeth von East Africa Safari Ventures aus Nairobi – 26 Jahre alt
und ich.

Gruppenbild © Foto: Svenja Penzel Erlebnisreisen

v. l. n. r. Stanford, Georges, Kimi, Svenja, Louise, Fiona, Elizabeth

Ein bunt zusammengewürfelter Haufen. Mal schauen, wie wir uns so zusammenraufen.

Weitere Informationen zur Arumeru River Lodge.

Eine Übersicht über alle Beiträge dieses Reiseberichtes finden Sie hier.

Meru View Lodge

Die Meru View Lodge liegt außerhalb von Arusha beim Örtchen Usa River. Sie ist hübscher, als ich gedacht hatte. Eine ziemlich weitläufige Anlage in einem großen Garten mit Pool und Liegestühlen. Die einzeln stehenden Zimmer, die Platz für bis zu 32 Gäste bieten, sind zwar eher rustikal, doch gemütlich, groß genug und individuell in warmen Farben gestaltet, teils mit kunstvoll geflochtenen Bananenblättern gedeckt. Nadja aus Berlin, seit anderthalb Jahren auf der Lodge, schmeißt den Laden, während die Chefs Debbie und Horst Bachmann mit ihren Kindern im Urlaub sind. Und sie macht es gut. Schwungvoll begrüßt sie die “Neuen” und gibt ihnen gleich an der Rezeption ein kurzes Briefing und das warme Gefühl, angekommen zu sein. Die Lodge-Gäste teilen sich etwa 50-50 in Kili-Besteiger und Safari-Touristen.


Wer eine klassische Safari-Lodge und ein bisschen mehr Stil bevorzugt, ist in der nur wenige Minuten entfernten Ngurdoto Lodge bestens aufgehoben, die attraktiv in Hanglage in einem großen Garten liegt. Das Haupthaus erinnert ein wenig an die Herrenhäuser der frühen Plantagenbesitzer, die man in diesen kitschigen Afrikafilmen immer sieht. Die Zimmer sind groß, sehr komfortabel, in frischen warmen Farben dekoriert, und die höher gelegenen bieten einem tollen Blick auf den Mount Meru und das umliegende Hochland. Empfehlenswert!

Ngurdoto Lodge

Nach diesen beiden Besichtigungen ist es schon kurz nach drei, und ich will doch noch ins Büro eines unserer Safari-Partner. Hier in Tansania schließen die Büros normalerweise um 17 Uhr. Und der Feierabendverkehr in Arusha hat es in sich. Doch am Ende bleibt mir genug Zeit, mir den Fuhrpark, die Werkstatt und die Ausrüstung unserer Partnerfirma anzuschauen. Anschließend treffe ich im Büro endlich die Leute einmal persönlich, mit denen ich sonst nur per E-Mail kommuniziere. Strahlende Gesichter auf beiden Seiten.

Hier gibt es weitere Informationen zur Meru View Lodge und zur Ngurdoto Lodge.

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