Lake Mburo und Ngamba Island – Reisebericht Uganda (4)

Bloged in Allgemein, Safari, Uganda von Rene Dienstag Juni 29, 2010

Von Löwen auf Bäumen, Gorillas mit langen Gesichtern und der Bedeutung guten Essens

Die Weiterfahrt zum nächsten Nationalpark des Landes startete um 7 Uhr. Zunächst über eine fast schon gewohnte Sand- und Steinpiste, dann erreichten wir wieder eine geteerte Straße. Zunächst ging es Richtung Norden, um dem Rift Valley einen standesgemäßen Besuch abzustatten, dem Grabenbruch, der viele Landschaften des östlichen Afrika prägt. Man sollte sich beeilen ihn zu besuchen, denn in ein paar Millionen Jahren wird der Bruch den Kontinent geteilt haben.

Ein Typisches Bild für Uganda: Bananen-Transport per Zweirad.

Ein Typisches Bild für Uganda: Bananen-Transport per Zweirad.

Über Ishaka gelangten wir danach schnell nach Mbarara, einer größeren Stadt , in der wir eine Pause machten. Auf der Strecke gab es die zwei für Uganda typischen Bilder wieder haufenweise zu sehen – Bananas und Boda Bodas. Nach meinem Empfinden ist der heutige Tag der erste richtig heiße auf meiner Reise. Nach ein paar schnellen Kilometern ging es von der Hauptstraße wieder ab und über die schon gewohnten Feldwege, die hier auf einigen Abschnitten unter Wasser standen. Zebras empfingen uns im Lake Mburo Nationalpark. Daneben gibt es hier unter anderem Defassa Waterbucks, Topis, Klipspringer, Eland Antilopen und Oribis, sogar Leoparden und Hyänen, nur die für Uganda typische Kob Antilope fehlt. Es blieb noch Zeit, ein paar Schritte rund um die Lodge zu laufen und die Landschaft mit See zu genießen.

Mantana Tented Camp, Lake Mburo Nationalpark

Mantana Tented Camp, Lake Mburo Nationalpark

Da bei meiner Reise ein besonderes Augenmerk auf die touristische Infrastruktur gelegt wurde, blieb nicht soviel Zeit, sich der Landschaft und Tierwelt zu widmen. Schon am nächsten Morgen ging es weiter. Gegen 10 stoppten wir an einem Restaurant mit Souvenirladen, auch das ist touristische Infrastruktur und für viele Besucher des Landes die letzte Gelegenheit, noch ein Mitbringsel zu kaufen. Ich hab noch nicht zugeschlagen, aber meine Auswahl schon einmal stark eingeschränkt.
Gleich nach dem Souvenirshop hieß es Abschied nehmen von der Südhalbkugel. Stoßzähnen nachempfundene Halbkreise markieren den Äquator, hier auch an der korrekten Stelle. Auf der Weiterfahrt ziert neben den gewohnten Bananen jetzt auch eine Rosenfarm die Straße.
Heute führte die Fahrt durch das quirlige Kampala. In Entebbe hielten wir kurz, um die Formalitäten vor dem Betreten der „Schimpanseninsel“ zu erledigen.
Die Überfahrt nach Ngamba Island dauerte etwa 45 Minuten. Dabei wurde ganz schön aufs Gaspedal gedrückt und das Boot hoppelte über die Wellen des Victoria Sees. Die Insel steht im Zeichen des Chimpanzee Sanctuary. 44 zum Teil aus Gefangenschaft befreite Affen leben jetzt hier und haben ihre Gruppe geformt. 2004 übernahm Eddie mit Hilfe von Mika die Führung der Gruppe von Robbie, um kurz darauf selbst von Mika abgelöst zu werden.
Fast wie bei Königshäusern, Revoluzzern und Despoten der artverwandten Menschen.
Für Übernachtungsgäste stehen im Ngamba Island Tented Camp an der Spitze der Insel vier Zelte bereit. Ein Zaun trennt die Affen von den Menschen. Hier sind also quasi die menschlichen Besucher im Käfig.
Es gibt Gelegenheit, sich gegen Aufpreis an einem Caretaker Programm für die Schimpansen zu beteiligen. Bei der Fütterung kann man von Beobachtungsplattformen in Höhe des Zaunes zuschauen.
Nach dem wieder einmal vorzüglichen Abendessen (die Fütterung der Campgäste erfolgte nach der Fütterung der Schimpansen) hatte ich noch Gelegenheit, mich mit Camp Manager Blacki am Feuer über die wirklich bedeutenden Dinge der Welt zu unterhalten. So habe ich von ihm erfahren, dass Michael Ballack sich verletzt hat. Die Erde hat aufgehört, sich zu drehen.

Als "Caregiver for the day" können sich Besucher auf Ngamba Island einen Tag lang um die Schimpansen kümmern, Füttern und Reinigen der Anlagen inklusive.

Als Caregiver for the day können sich Besucher auf Ngamba Island einen Tag lang um die Schimpansen kümmern, Füttern und Reinigen der Anlagen inklusive.

Am nächsten Morgen (die Erde drehte sich doch noch) konnten interessierte, zahlungskräftige, vorangemeldete und gut durchgeimpfte Gäste die Schimpansen auf ihrem täglichen Ausflug in den Wald begleiten, gern auch Hand in Hand. Die Teilnehmer hatten sich dazu im grünen Arbeitsanzug und in Gummistiefeln vor dem Käfigausgang versammelt und warteten auf ihre „Begleitung“ die auch bald aus der Nachtbleibe strömte.

Abendstimmung auf Ngamba Island, Victoria-See

Abendstimmung auf Ngamba Island, Victoria-See

Danach hieß es Abschied nehmen von der Insel und zurück aufs Festland.
Die zwei Tage Zeit vor meinem Rückflug nutzte ich noch, um die Insel Buggala im Ssese Archipel des Victoria-Sees zu erkunden und mich auch endlich einmal mit einem Boda Boda chauffieren zu lassen, bevor es wieder hieß Abflug nach Deutschland und Willkommen zurück im Outback Africa Büro.

René

Gorillas in Bwindi – Reisebericht Uganda (3)

Bloged in Allgemein, Safari, Uganda von Rene Dienstag Juni 29, 2010

Von Löwen auf Bäumen, Gorillas mit langen Gesichtern und der Bedeutung guten Essens

Zur Weiterfahrt wurde am nächsten Morgen gegen 8 Uhr geblasen, fast schon spät für eine Safari in Afrika.
Auch auf den Wegen hinaus aus dem Nationalpark hatte das Regenwasser seine Spuren hinterlassen. Auf einer Straße wusch es ein regelrechtes kleines Rift Valley in die Fahrbahn. Aber nach einem kurzen Stopp und genauer Betrachtung des Weges kam der Land Cruiser auch hier durch.

Der Regen hat ein kleines Rift Valley in die Straße gewaschen

Der Regen hat ein kleines Rift Valley in die Straße gewaschen

Die Flussschleifen des Ntungwe zwangen uns zu einem weiteren Stopp. Aber hier nur zum Fotografieren und Landschaft genießen.
Gegen Mittag erreichten wir den Ort Buhoma am Bwindi Nationalpark. Schon von der Straße aus bietet sich ein toller Blick auf das Tal des Muyaga und die gegenüberliegenden Berge. Links und rechts des Weges haben sich einige Lodges platziert und erwarten Besucher, welche es vor allem wegen der Berggorillas hierher zieht. Da es stets nur eine geringe Anzahl an Permits für den Besuch der großen Affen gibt, bleibt die ländliche Idylle jedoch erhalten.
Neben den Gorilla-Trackings werden ein- bis siebenstündige Wanderungen durch die schöne Berglandschaft angeboten. Nicht nur wegen der Gorillas lohnt sich also ein Aufenthalt. Nach dem Mittagessen ging es für uns auf den „Community Walk“. Ein Guide führte uns dabei zu verschiedenen Stationen im und um das Dorf, ohne dass es dabei wie bei einem Schulklassenrundgang wirkte. Penelope erklärte die Fertigung von Ketten und Korbschatullen und fand auch gleich bei den Damen der Gruppe begeisterte Käufer.
Alfons wies auf die Wirkung der heimischen Kräuter hin. Er ist der Heiler des Ortes, ein blauer Kittel an der Wand weist ihn aber auch als Mitarbeiter des Hospitals aus, in welches er Bewohner des Ortes überweist, deren Krankheiten seiner Zuständigkeit nicht unterliegen. „Normale“ Fotos von Alfons sind erlaubt, nur beim Heilen möchte er nicht abgelichtet werden, das ist wohl so eine Art ärztliche Schweigepflicht.
Heilung anderer Art versprach Lydia, die die Herstellung von Bananengetränken demonstrierte. Saft, Wein und Gin, alles auch im Hausverkauf erhältlich.

Gin-Verkostung bei einem Spaziergang durch das Dorf Buhoma in der Nähe der Lodge.

Gin-Verkostung bei einem Spaziergang durch das Dorf Buhoma in der Nähe der Lodge.

Es folgte ein Aufstieg auf einen kleinen Hügel. Hier oben an einem Chalet empfingen uns die per Handy gerufenen Mitglieder der Volksgruppe der Batwa, welche ihre traditionellen Tänze darboten.
Homer berichtete als erster der westlichen Welt vom an den Mondbergen lebenden Zwergvolk der Akka (es ist bis heute nicht geklärt, woher er davon wusste – und ich fand es auch nicht heraus). Die zu den Pygmäenvölkern gehörenden Batwa sind heute ein Teil der Community und profitieren seit 20 Jahren vom stabilen Uganda und dessen Aufschwung (sie müssen nicht mehr im Wald leben).
Der Regen setzte heute gegen 17 Uhr ein. Unser Fahrer Joseph gabelte uns auf, noch bevor wir die Wanderung vollendet hatten.

Am nächsten Morgen ging es später los als eigentlich geplant. Für uns waren Permits zum Besuch der Gorillafamilie Bitukura bereitgestellt. Diese lebt in der Nähe des Ortes Ruhija. Um dorthin zu kommen, hätte es einer längeren Fahrt bedurft. Für Buhoma selbst hatten sich wohl Hollywäldler angesagt, die jedoch aufgrund des Regens den Ort nicht erreicht hatten. Unser Permit wurde somit kurzfristig geändert und anstatt der Hollywäldler sollten wir die bei Buhoma lebende Familie Habanyanja besuchen. Frühstück gab es somit erst um 7, anstatt wie ursprünglich geplant um 5 Uhr. Nach einer kurzen Einweisung am Parkbüro fuhren wir eine knappe Stunde die Straße entlang Richtung Osten. Die Spürer waren schon unterwegs auf der Suche nach den Gorillas und gaben per Funk unserer Führerin Sipora Anweisungen, auf welchem Weg wir zu den Habanyanjas kommen.
Noch mit etwas Dschungel Pitralon besprüht (Insektenschutz) und mit ein wenig Bedauern beim Gedanken an die langen Gesichter der Bitukuras, die heute niemand wie versprochen besucht, ging es in den Berg.
Hier trifft man auch auf die Träger, insofern man die Hilfe eines solchen im Parkbüro erwünscht hat. Mindestens zwei Liter Wasser und das vorbereitete Lunchpaket sollten mitgenommen werden, die Wanderung könnte sechs Stunden dauern, sogar von elf Stunden wurde berichtet! Neben dem Tragen der Verpflegung helfen die Porter dem Gorilla Trekker selbst beim Wandern und schieben ihn auch mal den Berg hinauf, wenn es sein muss.
Es dauerte doch keine 6 oder 11 Stunden. Nach einer guten Stunde erwarteten uns die Spürer. Die großen Affen waren in der Nähe!

Der Silberrücken wendet sich ab, aber der Besucher hat ihn schon mit seiner Kamera gefangen.

Der Silberrücken wendet sich ab, aber der Besucher hat ihn schon mit seiner Kamera gefangen.

Gehstock und Rucksack beiseite gelegt und ein Lächeln aufgelegt, um keinen aggressiven Eindruck zu machen, ging es auf sieben Meter Distanz zu den Riesen und Kleinen (die auch noch Riesen werden wollen). Insgesamt eine Stunde Besuchszeit ist gestattet, genug, um den Fotoapparat hundertfach klicken zu lassen. Zum Glück gibt es heute große Speicherkarten, die auch noch Platz genug haben, um die schöne Landschaft, die man wohl erst auf dem Rückweg so richtig wahrnimmt, auch noch aufs Silizium zu bannen.
Zurück am Park Office wurden die Urkunden überreicht. Jetzt bin ich offiziell Gorilla Tracker und nach kurzer Betrachtung meiner Haarpracht ernannte Sipora mich auch noch zum Silverback der Gruppe.
Ein Tag, der für viele den Höhepunkt der Reise darstellt, neigte sich dem Ende zu. Das Abendessen wurde uns auf der Terrasse der Buhoma Lodge serviert. „Gut essen und besonders gut schlafen sind die ersten Bedingungen, auf Reisen gesund zu bleiben. Man meine nur nicht, dass man im Inneren Afrikas möglichst wild leben müsse, im Gegenteil, man sollte noch mehr als in Europa auf das leibliche Wohl achten.“ schrieb Emin Pasha vor über hundert Jahren und ich kann diese Worte nur übernehmen.

Queen Elizabeth NP und Ishasha Wilderness Camp – Reisebericht Uganda (2)

Bloged in Allgemein, Safari, Uganda von Rene Dienstag Juni 29, 2010

Von Löwen auf Bäumen, Gorillas mit langen Gesichtern und der Bedeutung guten Essens

Die Weiterfahrt Richtung Süden führte uns durch eine weite Bananenregion. Die wichtigste Erntefrucht des Landes wird zumeist auf Fahrrädern zur nächsten Fernstraße gebracht, wo sie dann von Trucks aufgesammelt wird. Über Kasese ging es zum Kazinga Channel, welcher den George- mit dem Edward-See verbindet. Die Höhendifferenz zwischen diesen beiden Seen beträgt gerade einmal 40 Zentimeter, so dass kaum eine Fließrichtung auszumachen ist.

Büffel am Ufer des Kazinga Kanals, vom Boot aus beobachtet

Büffel am Ufer des Kazinga Kanals, vom Boot aus beobachtet

Nachdem zunächst dichte Schilfinseln auseinander geschoben werden mussten, ging es mit dem Motorboot entlang der Wasserstraße. Nilpferde, Büffel, Elefanten und Krokodile säumten die Ufer. Hinzu kam eine hier vielfältig vertretene Vogelwelt mit Hadeda Ibis, Jacana, Kormoran, Pelikan, Kingfisher, dem roten Paradise Flycatcher und reichlich mehr.
Zurück vom Wasser brachte der Land Cruiser uns wieder Richtung Süden. Dabei überquerten wir den Äquator. Wie Joseph verriet, markieren die Äquatormonumente am Straßenrand nicht den genauen Verlauf, aber der Bau einer Straße nach Kongo, die hier abzweigt, machte die Verlegung des beliebten Fotostopps notwendig. Um uns herum Trockensavanne mit leichtem Baumbestand. Die Nummer 1 Afrika Kulisse.
Für den Picknickstopp ging es an die Kyambura Schlucht. Von oben bietet sich ein beeindruckender Blick in das enge Tal, das vom Rift Valley abzweigt. Das saftige Grün der Bäume in der Schlucht harmoniert vorzüglich mit dem hellem Grün der umgebenden Savanne.
Die letzten Kilometer im Queen Elisabeth Nationalpark waren kurvig und hügelig, wir waren ja auch innerhalb des Parks. Unser Übernachtungsziel war das Ishasha Wilderness Camp. Die zehn geräumigen Safarizelte liegen direkt am Fluß Ntungwe, der aus dem Virunga-Gebiet im Süden kommt und eine ungewöhnlich große Menge Wasser mit sich führt. Das mutet bedrohlich für die Zelte an, aber der Campmanager gab gleich Entwarnung. Hier schläft man sicher. Auch hier begleiteten Quaken, Zirpen und Mvuuen (Rufe der Nilpferde) die Stille der Nacht.

Tatsächlich: In der Ishasha-Region schlafen die Löwen auf Bäumen!

Tatsächlich: In der Ishasha-Region schlafen die Löwen auf Bäumen!

Der folgende Tag war für Pirschfahrten im Nationalpark vorgesehen. Gleich neben dem Camp kletterten Colobus-Affen durch die Bäume. Die Kob Antilope, prägend für die Tierwelt Ugandas, sahen wir in großen Herden. Daneben Topis (oder Tsessebes), deren schwarzbraune Farbe ins Auge sticht. Defassa Waterbuck, Büffel (sowohl Cape Buffalo als auch Forest Buffalo) grasten in der Ebene, und auf einer Akazie lagen tatsächlich zwei Löwen in den Ästen, die baumkletternden Löwen von Ishasha. So wie sie dalagen, hätten es aber auch Plüschkatzen sein können, beinahe regungslos, nur der Schwanz baumelte vom Ast herab.
Kurz bevor wir wieder das Camp erreicht hatten, prasselte ein heftiger Regen hernieder. Die überall im Camp bereitstehenden Schirme kamen somit zu ihrem berechtigten Einsatz. Bis zirka 15 Uhr dauerte der Niederschlag an, der die Luft angenehm erfrischte. Das Wasser des Ntungwe vermehrte sich weiter und riss abbrechende Uferstücke mit sich. Die Natur arbeitet, langsam aber stetig verändert der Fluss seinen Lauf, und der Mensch wird wohl auch arbeiten müssen, damit die Zelte auch in Zukunft sicher stehen.
Zur Nachmittagspirsch starteten wir gegen 16 Uhr. Es bestand die Option zum Nature Walk. Diese nutzte ich als einziger der Gruppe. Es ging um das Ishasha River Camp direkt am gleichnamigen Fluss, der hier die Grenze zum Kongo bildet. Auch dieser Fluss führte Hochwasser, und ich beobachtete zum ersten Mal „Hippo-Rafting“: Die massigen Nilpferde ließen sich einfach von der Strömung treiben, tauchten mal unter, um einige Meter flussabwärts wieder aufzutauchen. Mit dem Fernglas beobachtete ich die Affen in den Baumwipfeln des Nachbarlandes – hocherfreut, auch den Cercopithecus Ascanius Schmidti zu erblicken (für gewöhnlich werden meine Namensvettern Red Tail Monkeys oder auch Rotschwanzmeerkatzen genannt).
Für die Rückfahrt zum Camp musste ich die Jacke überwerfen, es war doch frisch geworden und ich wähnte heimatliche Temperaturen. Aber eine SMS aus Bad Elster beriet mich eines besseren und teilte mir für das Vogtland die Temperatur von 7°C mit. So kühl war es hier am Äquator doch nicht, höchstens das Bier im Camp (und das ist gut so).

Ein Hippo beim Rafting im Ishasha-Fluß

Ein Hippo beim Rafting im Ishasha-Fluß

Nach dem Abendessen kam noch einmal der Regen, der wohl noch einige Zeit andauerte, was meinen Schlaf aber nicht störte, zumal ich sicher war, dass mir auch das Zelt nicht vom Fluss weggerissen würde und ich dann die Hippos bei Rafting begleiten müsste.

Von Entebbe nach Kibale – Reisebericht Uganda (1)

Bloged in Allgemein, Safari, Uganda von Rene Dienstag Juni 29, 2010

Von Löwen auf Bäumen, Gorillas mit langen Gesichtern und der Bedeutung guten Essens

Bereits zum vierten Mal hob ich mit Egypt Air in Richtung Afrika ab. Findet sich diese Fluggesellschaft bei den Buchungen für unsere Reisenden auch nicht in der Spitzengruppe, bin ich doch schon wieder mit dem Horrus Flieger unterwegs und sie ist damit meine Nummer Eins.
Als mehr als 100 Jahre vor mir Emin Pasha Uganda bereiste, tat er dies im Auftrag des Khediven von Kairo. Ich musste mir aber in der ägyptischen Hauptstadt keinen Auftrag geben lassen, sondern wechselte hier lediglich das Flugzeug, um vier Stunden später im ugandischen Entebbe zu landen.

Die einstige Hauptstadt des Landes machte auf mich einen angenehmen Eindruck, sauber und mit viel Grün, da gibt es auch weniger schöne Einfallstore nach Afrika. Auch konnte ich gleich auf meinen ersten Schritten Sympathien für mein Reiseziel entwickeln. Da ich noch reichlich Zeit bis zum Treffen mit meiner Reisegruppe hatte, machte ich einen kurzen Abstecher nach Kampala, der heutigen Hauptstadt und Metropole Ugandas. 35 Kilometer Fahrt ließen mich gleich richtig in Afrika eintauchen. Die Straße von Entebbe nach Kampala ist fast durchgängig von Siedlungen und Märkten gesäumt. Der Verkehr ist dicht und half mir dabei, meine Idee, eventuell an meinem letzten Reisetag ein Fahrrad zu mieten, gleich wieder zu verwerfen. Nach gut einer Stunde erreichten wir das Ziel, welches gefüllt war mit Hunderten von Minibussen.

Am Busbahnhof von Kampala

Am Busbahnhof von Kampala

Von noch größerer Bedeutung im Kurzstreckenverkehr sind in Uganda die Boda Bodas (Moped- bzw. Fahrradtaxis). Ihren Namen haben sie aus den 70er Jahren. Damals handelte es sich noch ausschließlich um Fahrräder, die zwischen den Grenzposten Kenias und Ugandas die grenzüberschreitenden Waren transportierten. Hielt ein Bus, welcher die Grenze nicht passieren konnte, kamen ihm die Radfahrer entgegen mit den Worten „Border Border“ (zur Grenze). In Luganda, der verbreitetesten Sprache Ugandas, wurde daraus das gängige „Boda Boda“.
Die Moschee, einige Kirchen, Hotels und ein riesiges Getümmel im Zentrum rund um den zentralen Minibusbahnhof, das waren die Eindrücke, die ich von Kampala bekam.
Das altehrwürdige Speke Hotel, das ich noch besichtigen wollte, hatte ich leider verfehlt.
Ich wollte aber auch nicht allzu lange im Gewusel der Großstadt verbringen. Das „kleine“ Entebbe und meine erste Herberge im Land, das ruhig gelegene Boma Guesthouse, waren da ein willkommener Ausgleich.

Am ersten „richtigen“ Reisetag startete die Fahrt um 7 Uhr. Unser Fahrer Joseph fuhr uns mit dem Land Cruiser zunächst Richtung Kampala (die Strecke kannte ich ja schon), kürzte aber etwas ab, indem er links ab durch Vororte und Marktgebiete das Zentrum umfuhr (Neuland für mich). Überall wieder Boda Bodas und das zweite Markenzeichen des Landes, die Bananen. Ganz viel Afrika – erinnerte mich etwas an Malawi. Wenn das kein Kompliment von mir ist!
Es brauchte etwas Zeit, bis die Stadt endlich vom Land abgelöst wurde. Kiefernwälder prägten zunächst die Landschaft auf der Fahrt Richtung Westen. Wie zurzeit in vielen Gebieten Afrikas ging es über viele Straßenbaustellen, später kamen wir aber auf guten Straßen schnell voran. Die Stadt Mbembe markierte in etwa die Hälfte der Tagesstrecke. Ab da wurden Teeplantagen zur prägenden Umgebung. Gegen 13 Uhr erreichten wir Fort Portal, ein kleines gemütliches Städtchen, benannt nach einem englischen Diplomaten, Sitz des Toro Königs (eines der vier Königreiche Ugandas) und Tor zum Ruwenzori. Mit Sicherheit einen längeren Besuch wert. Joseph bestätigte auch, dass die „normalen“ Reisegruppen hier verweilen, aber unser enger Zeitplan sah dies nicht vor.

Die Besucher verstecken sich in Regenjacken, der Schimpanse versteckt sich in der Baumkrone oben rechts.

Die Besucher verstecken sich in Regenjacken, der Schimpanse versteckt sich in der Baumkrone oben rechts.

Die Fahrt ging weiter in den Kibale Forest Nationalpark, auffallend dabei Tausende von Schmetterlingen, die sich jetzt zum Ende der Regenzeit entpuppt haben. Regenzeit und Regenwald, da darf natürlich auch der Regen nicht fehlen. Für das Schimpansen-Tracking kam somit die Regenjacke zum Einsatz (auch wenn der Himmel Sonnenschein offeriert, dies kann sich schnell ändern). Durch dichten Wald erreichten wir in relativ kurzer Zeit eine Gruppe von Schimpansen, die sich in den Bäumen vor dem Regen zu schützen suchte.
Also Schimpansen im Regenwald, nicht schnell von Baum zu Baum hangelnd oder auf dem Boden springend, sondern Schutz vor dem Regen im dichten Gezweig suchend (wer will es ihnen verdenken).
Zurück aus dem Wald ging die Fahrt weiter zur Ndali Lodge am gleichnamigen Krater.

Ausblick vom Garten der Ndali Lodge

Ausblick vom Garten der Ndali Lodge am Ndali Krater

Schon die Fahrt hinauf war ein Highlight, Uganda zeigte mir immer mehr von seiner herrlichen Landschaft. Winston Churchill hatte also nicht gelogen, als er von der „Perle Afrikas“ berichtete. Hier oben auf dem Hügel bot sich dem Auge eine grandiose Kulisse mit Kraterseen zu beiden Seiten und farbenprächtiger Flora. In der Ferne grüßten Stanley, Speke, Baker, Emin und Gessi – Berggipfel, die Ihre Namen von den ersten europäischen Entdeckern erhielten. „Ein gesegnetes Land, dieses Uganda mit seinem roten Boden, seinen grünen Feldern, seinen luftigen Bergen, seinen dunklen lauschenden Tälern“ schrieb einst Emin Pasha in seinen Reisebericht und ich kann es wortwörtlich übernehmen.
Mit der Dunkelheit kamen die für Afrika typischen Geräusche: Summen, Zirpen, Vogelzwitschern und vereinzelte Menschenstimmen aus der Ferne. Afrika für alle Sinne.

Uganda: Königsgräber Kasubi Tombs abgebrannt

Bloged in Allgemein, Uganda von Marco Mittwoch März 17, 2010

Ein Feuer hat die Königsgräber Kasubi Tombs in Ugandas Hauptstadt Kampala zerstört. Das berichtet der Nachrichtendienst etn. Demnach brach der Brand am Abend des 16. März 2010 aus. Die Feuerwehr sei schnell zur Stelle gewesen, habe aber nicht mehr verhindern können, daß die historischen, aus Holz und Stroh errichteten Gebäude niederbrannten.

Innenansicht des Hauptgebäudes vor dem Brand. © Photo: Kasubi Tombs

Innenansicht des Hauptgebäudes vor dem Brand. © Photo: Kasubi Tombs

In den 130 Jahre alten Kasubi Tombs waren mehrere Herrscher des einstigen Königreiches Buganda bestattet worden. Seit 2001 zählt die Unesco die Gräber zum Weltkulturerbe. Sie waren auch eine interessante Sehenswürdigkeit, bei der Uganda-Reisenden einen interessanten Einblick in die Kulturgeschichte des Landes erhalten konnten. Ob ein Wiederaufbau möglich sein wird, ist derzeit noch offen.

Weitere Informationen über die Anlage finden Sie auf der Website der Kasubi Tombs.

Uganda-Reise “Schimpansen und Gorillas” mit neuen Terminen

Bloged in Allgemein, Safari, Uganda von Marco Mittwoch Februar 17, 2010

Kronenkraniche, die Wappenvögel Ugandas. © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Die Termine der Uganda-Ruanda-Reise ”Schimpansen und Gorillas” werden ab Mitte des Jahres 2010 um einen Tag vorverlegt. Die Gesamtreisedauer von 15 Tagen bleibt unverändert. Allerdings kommt am Ende eine Hotelübernachtung in Entebbe hinzu, weil der Rückflug nicht mehr nachts, sondern erst am nächsten Tag stattfindet.

Grund für diese Änderungen ist ein neuer Flugplan der Ethiopian Airlines. Die Rückflüge starten jetzt 5.50 Uhr in Entebbe. Nach dem Umsteigen in Addis Abeba geht es per Tagflug zurück nach Deutschland. Ankunft in Frankfurt ist 16.35 Uhr. Weiterhin ist die Bahnfahrt von Frankfurt zu jedem deutschen Bahnhof (Rail&Fly) im Reisepreis enthalten. Reisegäste aus weiter entfernten Orten sollten aber überprüfen, ob Sie mit Abfahrt ab Frankfurt nach 17 Uhr Ihren Heimatbahnhof noch am gleichen Abend erreichen können.

Die zusätzliche Hotelübernachtung und der nächtliche Flughafentransfer sorgen für höhere Kosten. Der Veranstalter übernimmt einen Teil davon und gibt den anderen Teil an die Kunden weiter. So erhöht sich der Reisepreis um 30 Euro pro Person (Standard-Unterkünfte) und 50 Euro pro Person (Komfort-Upgrade).

Die neuen Reisedaten und Preise der Uganda-Reise finden Sie hier auf unserer Website.

Wir von Outback Africa bitten gemeinsam mit unserem Partnerveranstalter unsere Kunden um Verständnis für diese Änderung gegenüber der Katalogausschreibung. Der Anlaß dafür liegt außerhalb unserer Einflußmöglichkeiten. Wir sind jedoch der Meinung, dass es uns gelungen ist, den Ablauf der Reise im Wesentlichen und ihren Charakter vollständig beizubehalten.

Reisebericht Kenia Uganda Ruanda (7): Gorillas

Bloged in Reiseberichte, Uganda von Marco Donnerstag April 5, 2007

Das Frühstück hier im Hotel ist das beste der ganzen Reise, ein Buffet mit nach Wunsch gebratenen Eiern, Käste und Obst. Um 7 Uhr brechen wir zum Volcanoes Nationalpark auf, kurz nach 8 Uhr geht es von dort aus los. Ein Guide und maximal acht Gäste (wir sind sieben) werden einer Gorilla-Gruppe zugeteilt. Dazu kommt später ein Macheten-Mann, der den Weg frei schlägt, und drei Soldaten mit Kalaschnikows. Angeblich seien sie wegen der wilden Tiere hier, weil es auch Büffel und Elefanten im Park geben soll. Doch jedenfalls an den steilen Hängen, an den wir herumkraxeln, muß niemand Angst vor Elefanten haben. Die Soldaten sind wohl eher hier, weil sich Ruanda das Geschäft mit dem Gorilla-Tourismus nicht durch irgendwelche Übergriffe hier im Dreiländereck mit Uganda und dem Kongo verderben lassen möchte. Wir haben eine entfernte Gruppe erwischt. Auf der zwölf Kilometer langen Anfahrt zum Startpunkt müssen wir teilweise laufen, weil es für den Toyota HiAce zu steinig wird. Es soll drei Stunden dauern, bis wir auf die Gorillas treffen, sagt der Guide am Beginn der Wanderung. Das älteste Mitglied in unserer Gruppe bestimmt das Tempo mit vielen Pausen auf den steilen Pfaden im kühlen, nebligen Regenwald. Nach knapp zwei Stunden treffen wir auf die anderen Ranger, die sich den ganzen Tag in der Nähe der Gorillas aufhalten und sie so auch vor Wilderern schützen sollen. Sie standen mit unserem Guide im Funkkontakt. Nun passen sie auf unserer Rucksäcke auf. Ich hänge mir zwei Kameras um und stecke mir Wechselobjektive in die Tasche der Regenjacke. Als es losgeht, ist plötzlich die Anzeige der Nikon F100 tot! Als ich noch dabei bin, als Notfall-Variante den höherempfindlichen Film in die F90 einzulegen, drängelt sich plötzlich ein dicker schwarzer Pelz zwischen meinem Rücken und dem steilen Hang hindurch – der erste Gorilla! Es muß der Chef der Gruppe, Charles, gewesen sein. Das ganze Geschehen spielt sich nun an einem fast senkrecht abfallenden Hang ab. Nun tauchen auch die anderen Tiere auf und turnen den Hang hinunter. Wir hangeln hinterher, oft stürzend und im Geäst nur schwer Halt findend. Doch das Licht ist zumeist gut, und die F100 tut auch wieder ihren Dienst, nachdem ich an den Batterien gerüttelt habe (wohl ein Kontaktproblem). Der vorgeschriebene Sieben-Meter-Mindestabstand zwischen Gorilla und Besucher ist manchmal schon vom Gelände her nicht einzuhalten. Kleinere Gorillas spielen Fangen, Mütter mit Babys fressen langsam ihre Blätter, und schließlich der Silberrücken, der sich zum Schluss nochmals in Positur setzt. Wir alle sind hellauf begeistert, obwohl die Exkursion recht anstrengend war. Doch die Strapazen sind schon auf dem Rückweg vergessen. Wir diskutieren, ob wir tatsächlich Tiere getroffen haben. Als wir ins Hotel zurückkehren, warten die anderen schon eine Weile auf uns. Sie hatten ihre Gorilla-Gruppe schon nach einer halben Stunde Wanderung (oder Spaziergang?) bequem auf einer Lichtung entdeckt. So geht es also auch. Am Nachmittag fotografiere ich eine Gruppe Kronenkraniche, die hier zwischen den Hotel-Bungalows und dem benachbarten Golfplatz umherspazieren. Es gibt als durchaus noch andere schöne Fotomotive.

Gorilla-Begegnung im Volcanoes Nationalpark
Die Vorschrift lautet 8 Meter Sicherheitsabstand zwischen Mensch und Tier. Wenn sich ein junger Gorilla aber plötzlich am Rücken der Besucherin vorbei schwingt, kann sie nur noch ganz ruhig stehenbleiben … Foto: Manfred Kautz

Knapp zwei Stunden dauert die Fahrt nach Kigali, der Hauptstadt Ruandas. Hier besichtigen wir zuerst die Gedenkstätte für den Völkermord von 1994. Alles ist neu gebaut, zum großen Til mit europäischen Spenden bezahlt. Die Darstellung der Hintergründe für den Genozid ist beeindruckend, scheint mir aber etwas einseitig von der Sichtweise der Tutsi (Opfer des jüngsten Völkermords und heute die dominierende Bevölkerungsgruppe in Ruanda) bestimmt zu sein. Nach einem Besuch auf dem Souvenirmarkt und dem Mittagessen in einem Restaurant schaffen wir es bis gegen 16 Uhr an die Grenze nach Uganda. Dort dauern die Formalitäten nochmals mindestens eine Stunde. Da wir nur noch drei Tage in Uganda verbringen werden, können wir ein Transit-Visum für 15 US$/28.000 Ush. kaufen. So kommt man unterm Strich (30+15 US$) viel günstiger, als wenn man in Deutschland ein Mehrfachvisum für Uganda vorbestellt hätte. Auch für die Wartezeit an der Grenzabfertigung hat es keine Vorteile, das Visum schon vorher im Pass zu haben. Die Mitglieder der Gruppe, die ein Visum aus Deutschland mitgebracht haben, mussten sich ebenfalls anstellen und am Ende auf den Rest der Gruppe warten. Die Fahrt dauert dann nochmals eine Stunde (alles auf Asphalt), bis wir den Bunyonyi-See in einer schönen Hügellandschaft erreichen. Der Campingplatz “Lake Bunyonyi Overland Camp&Parking” liegt idyllisch am Ufer und hat auch feste Hauszelte auf Plattformen am Hang und Bungalows. Die Sanitäranlagen sind sehr gut.

Einen relativ relaxten Tag verbringen wir am Ende der Reise hier am Lake Bunyonyi. Am Vormittag haben sich die meisten für die Bootsfahrt entschieden (Gesamtpreis 130.000 Ush : zehn Leute = 13.000 Schilling pro Nase). Wir fahren über eine Stunde auf dem nicht enden wollenden See mit vielen schönen, steilen Uferlandschaften. Uns begegnen Boote mit Bauern, die auf dem Weg zum Markt sind. Bei den Pygmäen, den Ureinwohnern dieser Gegend, werden wir zuerst von vielen Kindern begrüßt. Äußerlich unterscheiden sich diese Menschen nicht so sehr von den anderen Einheimischen wie etwa im südlichen Afrika die Buschleute (zu denen die Pygmäen wohl irgendwie auch gezählt werden) von den Schwarzafrikanern. Sie leben recht arm, vor einer Hütte organisieren sie spontan eine Tanz- und Gesangsaufführung, was gute Fotomotive ergibt. Auf dem Rückweg legen wir noch an einer Schule an. Der sichtlich stolze Direktor trommelt seine Schüler aus den Klassenzimmern, und wieder gibt es eine Tanz- und Gesangsvorführung für uns. Wir hinterlassen natürlich auch eine Spende für die Schule, in der auch viele Waisenkinder unterrichtet werden. Nach dem Lunch ist Zeit zum Duschen, packen und Webervögelfotografieren, bevor wir am Abend wieder bei Bier und – von East African Explorer Safaris spendiertem – Wein am Lagerfeuer zusammensitzen, das der Barmann extra für uns angezündet hat.

Camping-Küche am Lake Bunyonyi, Uganda
Unsere Küche im letzten Camp der Reise am Lake Bunyonyi

Am letzten Morgen sammle ich von allen Reiseteilnehmern das Trinkgeld in meinem Hut ein und übergebe es vor aller Augen in einem Paket an Robert, der es an die Mannschaft verteilen soll. Es kam ein ganz nettes Bündel zusammen, ich hatte 30 US$ gegeben. Dann folgt eine lange Fahrt auf guten Asphaltstraßen Richtung Norden. Wir halten zum Mittagessen und etwas später nochmals am Äquator. Gegen 16 Uhr sind wir in Kampala und sehen uns noch die Kasubi Tombs (alter Königspalast und Begräbnisstätte für vier Könige des Buganda-Reiches) an. Danach geht es zum Flughafen nach Entebbe. Emirates ist mehr als kulant, beim Check-In läßt der Mann am Schalter mein Übergepäck (6 Kilogramm zuviel!) ohne Kommentar durchgehen. Nebenbei teilt er mir noch den Stand des gerade laufenden WM-Spiels Deutschland-Schweden (2:0) mit, dessen weiteren Verlauf wir dann im Wartebereich auf einem Fernseher verfolgen. Meine Bitte um Hand-Check der empfindlichen Filme war heute wieder bei zwei Kontrollen erfolgreich. Via Dubai geht der Flug nun wieder ins Land der gevierteilten Mülleimer (Papier – Plastik – Glas – Restmüll).

(Reisenotizen von der Safari Geparden, Giraffen und Gorillas im Mai/Juni 2006 – Fortsetzung folgt)

Reisebericht Kenia Uganda Ruanda (6): Schimpansen

Bloged in Reiseberichte, Uganda von Marco Dienstag April 3, 2007

Habe ich das nur geträumt? Nein, auch die anderen bestätigen, daß in der vergangenen Nacht tatsächlich ein Flusspferd auf der Wiese zwischen unseren Zelten das kurze Gras abgefressen hat. Das riesige grasende Maul war durch die Moskitonetze in den Zeltfenstern nicht nur zu hören, sondern auch zu sehen. Allerdings scheint das Tier zum Inventar des Camps zu gehören, denn die Leute am Küchenzelt waren keineswegs beunruhigt. Genervt hat lediglich ein kleiner, lauter japanischer Junge aus einem der Bungalows nebenan, der das Hippo in der Dunkelheit verfolgen wollte, dabei über unsere Zeltschnüre stolperte und von seinem Vater auch noch gefilmt wurde. Ob die wussten, wie gefährlich ein normales, wildlebendes Flusspferd sein kann? Naja, so hat man nach der Reise wenigstens was zum Erzählen.

Milchmann in Hoima
In Hoima kommt der Milchmann noch mit dem Fahrrad

Ausgerechnet beim Bepacken der Autos gibt es einen Regenschauer. Die Fahrt vom Murchison Falls Nationalpark nach Fort Portal fällt mit 9 Stunden (inklusive Pausen, z.B. in der Stadt Hoima) kürzer aus, als es der Guide vorhergesagt hat. Das Toroo Resort ist ein kleines Hotel mit einigen runden Bungalows. Ich bekomme allerdings eines der Zimmer im Haupthaus. Vor dem Abendessen bleibt noch Zeit für einen Stadtspaziergang auf eigene Faust. Auf dem Markt finde ich endlich trockene Bohnen für den Objektiv-Auflage-Sack. Zu meiner Freude darf ich die Verkäuferin an ihrem Stand auch fotografieren. Im Gardens Restaurant bestellt Robert einige einheimische Soßen. Dazu kann aber jeder ein Gericht aus der Karte wählen, zum Beispiel leckere Rindersteaks mit den üblichen Pommes, die hier noch handgeschnitzt sind. Ich bin erstaunt, wie viele Biersorten es gibt: Nile Special, Bell, Eagles, Pilsener und Club-Pils.

Schon wieder heißt es 5.30 Uhr aufstehen, 6.15 Uhr Frühstück, 6.45 Uhr Abfahrt, damit wir pünktlich um 8 Uhr am Eingang des Kibale Forest Nationalparks sind, wo das Schimpansen-Tracking (95 US$) beginnt. Maximal sechs Leute gehen mit einem Ranger, unserer heißt Gottfried. Nach 20 bis 30 Minuten Laufen auf einem Pfad durch den Regenwald kehren wir um, weil die Rufe der Schimpansen hinter uns zu hören sind. Wir sind also vorbeigelaufen. Da sind sie dann endlich, zuerst nur als Silhouetten weit oben in den Wipfeln zu erkennen. Später klettern sie weiter runter. Bis einigermaßen gute Fotomotive zustande kommen (400 ASA sind die Untergrenze), sind einige Streifzüge durch dichtes Buschwerk nötig. Später auf dem Rückweg sehen wir noch eine zweite Gruppe Schimpansen, die faul auf dem (für blitzlichtfreie Fotos zu dunklen) Waldboden herumlümmeln. Dann folgt ein etwa einstündiger Rückmarsch durch den Wald. Gottfried war gnädig und hat uns etwas länger als die vorgeschriebene eine Stunde in der Nähe der Schimpansen gelassen. Kurz vor Mittag sind wir zurück. Wir fahren wieder nach Fort Portal, wo wir zu Mittag essen. Dann folgt eine zweieinhalbstündige Fahrt entlang des Ruwenzori-Gebirges zum Queen Elizabeth Nationalpark. Um 17 Uhr legt das Schiff, das wir uns diesmal mit einer Gruppe durstiger Engländer teilen müssen, zur Bootssafari auf dem Kazinga-Kanal ab. Leider kommt die Sonne nach einem heftigen Regen zu spät wieder raus, so daß die Vogelfotomöglichkeiten besser hätten sein können. Unser Camp liegt auf einer Halbinsel etwa einen Kilometer von der Mweya Safari Lodge entfernt. Weil es im Camp keine Bar gibt, haben die Guides einen kühlen Kasten Bier von der Lodge geholt und ans Lagerfeuer gestellt. Die wissen schon, was die Leute so brauchen … Es gibt zwar nur einfache Toiletten (Loch im Boden) und Duschen ohne Dach, aber unten im See hört man schon die Hippos grunzen, und auf dem Weg zum Camp haben wir in der Ferne eine Gruppe von Löwen gesehen – das ist wieder einmal richtiges Camping in Afrika.

Schimpanse im Kibale Nationalpark
Im dunklen Wald sind die Schimpansen in den Gipfeln nur schwer zu entdecken und noch schwerer zu fotografieren.

Die Morgenpirsch fällt nicht so ergiebig aus. Zudem habe ich mit einer Magen-Darm-Verstimmung zu kämpfen wie andere in der Gruppe übrigens auch. Der Weg bis zur Südspitze des Queen Elizabeth Nationalparks (Fahrdauer zirka zwei bis drei Stunden) ist eine wirklich schlechte Straße, die auch noch von großen Trucks benutzt wird, die in den Kongo unterwegs sind. Nach der Mittagspause am Straßenrand beginnt es plötzlich heftig zu regnen. Zum Glück haben wir in diesem Moment den Straßenabschnitt, der sich bei Zugabe von Wasser in ein Schlammloch verwandelt hätte, schon hinter uns. Das Camp liegt direkt an einem etwa sechs bis zehn Meter breiten und zirka zwei Meter tief eingeschnittenen Fluß, der die Grenze zur Demokratischen Republik Kongo bildet. Eine gut als Strohhüttendorf getarnte Kaserne der ugandischen Armee ist gleich in der Nähe. Am Abend kommen zwei Wachleute vorbei. Das beste hier sind die Hippos, die direkt unterhalb des Camps im Fluß liegen und einen gewaltigen Lärm veranstalten. Es ist der erste Abend ohne Duschen und der zweite mit einfachen Loch-Toiletten. So einfach hatten es sich einige in der Gruppe wohl nicht vorgestellt; aber die Wildnis macht meines Erachtens den Komfortverzicht wieder wett, zumal wir wieder die einzige Gruppe im Camp sind. Bei der Abendpirsch scheint leider keine Sonne, auch die baumkletternden Löwen, die wohl nur bei Hitze in den Bäumen Schatten suchen, zeigen sich nicht.

Meinem Magen geht es am nächsten Morgen wieder besser. Der Tag wird sehr lang: Aufstehen 5.10 Uhr, Frühstück 5.45 Uhr, Abfahrt 6.20 Uhr. Es sind sehr schlechte, holprige Wege, oft in Serpentinen durch die “Schweiz Afrikas”. Die Ausblicke sind herrlich. 15.50 Uhr erreichen wir die Grenze zu Ruanda, gegen 17 Uhr sind endlich alle Formalitäten erledigt. Dann dauert die Fahrt noch etwa eine halbe Stunde bis zum Hotel Gorillas Nest. Die Fliesenlegearbeiten und die Sauberkeit im Bad lassen zwar für deutsche Ansprüche etwas zu Wünschen übrig, aber von der Freundlichkeit des Personals und dem ganzen Ambiente mit Bungalows in einem blühenden Park ist es sicher eine empfehlenswerte Hotelanlage und für viele eine willkommene Abwechslung zum rauen Campingleben der vergangenen Tage.

(Reisenotizen von der Safari Geparden, Giraffen und Gorillas im Mai/Juni 2006 – Fortsetzung folgt)

Reisebericht Kenia Uganda Ruanda (5): Murchison Falls

Bloged in Reiseberichte, Uganda von Marco Freitag März 30, 2007

4.30 Uhr Aufstehen, 5 Uhr Abfahrt, 5.30 Uhr am Flughafen – und dann fliegt die Maschine der Kenya Airways erst mit einer Stunde Verspätung um 8.30 Uhr ab. Bis Entebbe sind es nur 50 Minuten. Das Visum am Flughafen zu bekommen ist wieder unproblematisch. Allerdings gibt es nur das Single-Entry-Visa für 30 US$. Dann ist keiner da, um uns wie vereinbart abzuholen. Ich rufe also die Notfall-Nummer auf dem Voucher an, und nach einiger Wartezeit kommt endlich ein Fahrer. Robert von der Agentur erzählt später, dass sie dachten, wir kämen erst am Nachmittag. Die ersten 40 ugandischen Kilometer bis Kampala zeigen ein im Vergleich zu Kenia etwas grüneres und exotischeres Land. Wir werden in einem Land Rover (Langversion, von der es im südlichen Afrika nur eine Handvoll gibt) abgeholt. Es gibt nur Fensterplätze, die Sitze in der Mitte sind herausgebaut. Das ist im Vergleich zu mancher Camping-Safari in Südafrika ziemlich großzügig. Robert bittet mich, auf der Safari etwas zu übersetzen und aufzupassen, daß keine Missstimmung aufkommt. Er scheint ziemlich besorgt zu sein, daß nichts schief geht. Vor “complaints” hat er offenbar Bammel. Den Nachmittag verbringe ich im Büro der Agentur in Entebbe. Robert erklärt mir im Detail die bevorstehende Safari und die möglichen Schwierigkeiten. Die machen sich hier offenbar ganz gute Gedanken, schaut so aus, als ob sie wissen was sie tun. Auf der Rückfahrt zum Namirembe Gästehaus, das auf einem Hügel über Kampala liegt und offenbar einem christlichen Eigentümer gehört oder von einer kirchlichen Organisation betrieben wird, bricht schon die Dunkelheit herein. Verkehrsgewühle, Staub, fliegende Händler, mit Öllampen beleuchtete Marktstände, Esel … back in Africa!

Bar im Red Chilli Camp
Bar im Red Chilli Camp mit Blick auf das Niltal und den Murchison Falls Nationalpark.

Spätes Frühstück, dann laufe ich zur oberhalb des Gästehauses gelegenen Kirche. Später gehe ich in die Stadt. Vergeblich versuche ich, trockene Bohnen für meine Objektivauflage zu finden. Verkehrsgedränge und die schwülheiße Luft bringen einen ganz schön aus dem Atem. Später ruhe ich mich also im Zimmer aus, putze die Fotoausrüstung und schaue Fußball. Den besten Empfang hat man hier in Zentralafrika übrigens mit dem südafrikanischen Sportsender S3. Erst gegen 16.20 Uhr kommen die anderen Reiseteilnehmer an, die allein die 13-tägige Uganda-Ruanda-Reise gebucht haben. Für die im Tagesprogramm vorgesehenen Stadtbesichtigungen bleibt keine Zeit mehr. Bei der Einführungsrunde beginne ich irgendwann zu übersetzen, weil Robert in Englisch referiert und die erste Frau schon reklamiert, daß sie eine deutschsprachig geführte Reise gebucht hat. Paul, der deutschsprachige Guide, wirkt noch etwas schüchtern.

Am nächsten Tag beginnt die eigentliche Safari. Gleich vorweg: Mein erster Eindruck ist ein recht guter. Es ist zwar ein langer Fahrtag: Abfahrt 7.10 Uhr in Kampala, Mittagspause in einem Restaurant in Massindi, Ankunft 17.50 im Red Chilli Camp am Murchison Falls Nationalpark. Es ist ein Campingplatz mit Bar, Lagerfeuer, Duschen, Bungalows – das alles kann sich von der Qualität her durchaus mit den Rest Camps in Südafrika messen. Wir genehmigen uns einen Sundowner, während die Crew das Camp aufbaut und kocht. Das Thermometer zeigte während der Fahrt über 40 Grad Celsius, jetzt um 22.30 Uhr sind es immer noch über 25 Grad. Ach so, dann waren wir noch im Ziwa Rhino Sanctuary. In diesem kleinen Reservat werden gut bewachte Nashörner wieder ausgewildert. Im Gänsemarsch hinter einem Ranger herlaufend, kann man sich ihnen zu Fuß nähern. Leider steckten das eine Tier nur die Nase, das andere nur den Hintern aus dem Gestrüpp. Für diejenigen, die noch nie zuvor ein Nashorn gesehen hatten, war es sicher interessant, wir waren von den guten Motiven am Lake Nakuru verwöhnt.

Mit der ersten Fähre um 7 Uhr überqueren wir den Nil. Bei der Pirschfahrt im nördlichen Teil des Murchison Falls Nationalpark begeleitet uns ein bewaffneter Ranger. Es bleibt offen, ob er wegen der Sicherheitslage mitkommt oder weil er die Tiere hier besser kennt als unsere Guides. Am bemerkenswertesten sind die schöne, von Palmen bestandene offene Landschaft und die Unmengen an Giraffen. Am Ende sehen wir auch noch eine Löwin und eine Gruppe tanzender Kronenkraniche am Ufer der Nilmündung. Am besten gefällt mir, daß fast keine anderen Autos unterwegs sind. Das ist wohl der wichtigste Unterschied zu Kenia. Nach dem Mittagessen in der kolonial angehauchten Paraa-Lodge geht es mit dem Boot zu den Murchison-Fällen. Unterwegs sieht man viele Hippos, Vögel (leider erschwert die Vibration des Schiffsmotors das Fotografieren) und am Ende Elefanten und Krokodile. Die Fälle sind schon von der Bootsanlegestelle aus zu sehen. Einen besseren Eindruck bekommt man aber bei der Wanderung nach oben. Allerdings ist es über 40 Grad heiß, die Sonne brennt und der ca. 15 kg schwere Fotorucksack erweist sich als schwerer Ballast. Zunächst fürchte ich einen Sonnenstich, auf dem Rückweg habe ich etwas Gänsehaut. Aber das Bier an der Bar schmeckt schon wieder ganz gut (ein beruhigendes Zeichen), ebenfalls lecker ist das als Buffet präsentierte Abendessen mit Kochbananen und Süßkartoffeln. Die anderen bedauern mich schon, weil ich von der etwas militärisch angehauchten Bootsführerin wieder als Dolmetscher rekrutiert wurde, damit ich den deutschen Gästen die Namen der Tiere übersetze. Aber es ist noch auszuhalten. Mich ärgert nur, daß mir bei vielen Tieren entweder nur der deutsche oder nur der englische Name einfällt.

Murchison-Wasserfälle des Nil
Murchison-Fälle des Nil, vom Boot aus gesehen. Am Hang rechts führt ein kleiner Pfad nach oben.

(Reisenotizen von der Safari Geparden, Giraffen und Gorillas im Mai/Juni 2006 – Fortsetzung folgt)

Reise zu den Gorillas: Gebühren steigen auf 500 Dollar

Bloged in Allgemein, Uganda von Marco Freitag Februar 16, 2007

Für einen Besuch der letzten Berggorillas verlangen die Nationalparkbehörden von Ruanda (ORTPN) und Uganda (UWS) ab Juni 2007 deutlich höhere Gebühren. Bislang kosteten die Permits in Ruanda 375 US-Dollar, in Uganda 360 US-Dollar. Diese Beträge sollen auf 500 US-Dollar pro Person angehoben werden. In unserer Uganda-Ruanda-Reise Giraffen und Gorillas sowie in der Kenia-Uganda-Ruanda-Kombination Geparden, Giraffen und Gorillas ist jeweils ein Permit im Wert von 375 US-Dollar im Reisepreis enthalten. Für alle Reisetermine ab Juli 2007 muß der Differenzbetrag von 125 US-Dollar als Zuzahlung vor Ort verlangt werden. Dieser Betrag entspricht derzeit etwas 96 Euro.

Berggorilla im Volcanoes Nationalpark (Ruanda)
Berggorilla-Dame fotografiert von Manfred Kautz auf der Reise Giraffen und Gorillas

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