Straße bedroht Tierwanderung in der Serengeti

Bloged in Allgemein, Safari, Tansania von Marco Donnerstag Juni 24, 2010

In Tansania haben Pläne für eine neue Fernstraße durch den Norden des Serengeti Nationalparks für Aufsehen gesorgt. Naturschützer sind besorgt, dass das ökologisch sensible Gebiet, durch das zweimal im Jahr die riesigen Gnuherden auf ihrer großen Wanderung ziehen, Schaden nehmen könnte. Der Norden der Serengeti ist bislang noch wenig erschlossen. Hier sind auch viel weniger Touristen unterwegs als im zentralen und südlichen Teil des Nationalparks. Eine Fernstraße für den Schwerlastverkehr, die von Arusha aus nördlich am Ngorongoro-Krater vorbei, durch die Loliondo-Region und die Nordserengeti zum Victoria-See führen soll, könnte das empfindliche ökologische Gleichgewicht stören.

Gnu-Herden zu Beginn der kleinen Regenzeit Ende Oktober in der Nordserengeti. © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Experten der Frankfurter Zoologischen Gesellschaf (ZGF), die sich seit den Tagen von Bernhard Grzimek ganz besonders für den Schutz der Serengeti engagiert, verweisen darauf, dass vor allem in der Trockenzeit die nördliche Serengeti sowie die angrenzende Masai Mara lebenswichtige Gebiete für die Tiere auf ihrer großen Wanderung seien, denn nur hier fänden sie das ganze Jahr hindurch Wasser. Wörtlich heißt es in einer Stellungnahme der ZGF: „Neuste Forschungen zeigen, dass die Population der Gnus voraussichtlich von 1,3 Millionen auf bis zu 200.000 Tiere zurückgehen würde, wenn man sie von den Gebieten, die in der Trockenzeit noch wichtige Wasserreserven haben, abschneiden würde. Das wäre ein Rückgang auf weniger als ein Viertel des jetzigen Bestandes und womöglich auch das Ende der großen Tierwanderung in der Serengeti.“

Auf der anderen Seite erkennen die Naturschützer an, dass die Menschen in Tansania eine bessere Infrastruktur brauchen. Sie verweisen auf eine alternative Trassenführung, die südlich um die Serengeti herum verläuft.

Die vollständige Pressemitteilung der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt ist hier nachzulesen.

Bei „Save the Serengeti“ kann man eine Petition gegen das Straßenbauprojekt unterstützen.

Nashörner für die Serengeti

Bloged in Allgemein, Safari, Tansania von Svenja Donnerstag Juni 10, 2010

32 Spitzmaulnashörner aus Südafrika finden nun eine neue Heimat in der Serengeti. Die ersten fünf Tiere sind schon angekommen. Interessanterweise handelt es sich dabei um Nachkommen tansanischer Nashörner, die zu Zeiten massiver Wilderer-Problemen sicherheitshalber nach Südafrika gebracht worden waren. So kehren sie nun in das Land ihrer Vorfahren zurück. Sie wurden vom tansanischen Präsidenten Kikwete und von der Nationalparkbehörde freudig begrüßt. Die Kosten der Umsetzung werden auf etwa 9000 US-Dollar pro Tier geschätzt. Vor einigen Monaten hatte die Zoologische Gesellschaft Frankfurt, die sich stark für die Serengeti engagiert, knapp zwei Millionen Euro zur Verfügung gestellt, um die Voraussetzungen für die Ansiedlung der neuen Nashörner zu schaffen und die Ranger zu trainieren. Das Projekt zählt zu den ehrgeizigsten Wiederansiedlungsprogrammen seit Jahrzehnten in Ostafrika.
In der Serengeti leben nur sehr wenige Nashörner. Die meisten Tansania-Touristen entdecken die Tiere höchstens im Ngorongoro-Krater.

Sieg für die Elefanten in Zambia und Tanzania

Bloged in Allgemein, Sambia, Tansania von Svenja Dienstag März 30, 2010

Elefant in der Serengeti © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen
Zambia und Tanzania dürfen weiterhin keinen Handel mit Elfenbein treiben. Das hat die CITES-Konferenz in Doha in der vergangenen Woche entschieden. Weltweit wird dies nun als Sieg für die Elefanten gefeiert. Die beiden Länder, in denen bis heute noch viel gewildert wird, hatten auch beantragt, den Schutz-Status ihrer Elefantenbestände herabzusetzen. Auch dieser Antrag wurde abgelehnt. Der Schmuggel mit Elfenbein und der Schwarzmarkt blühen jedoch leider weiter, vor allem um die Nachfrage aus Asien zu befriedigen. In Tansania und in Sambia hat sich der Elefantenbestand in den letzten Jahren verringert, auch bedingt durch Korruption bis in höchste Ebenen und fehlende Wildhüter in den Nationalparks.

Mehr Infos: http://www.prowildlife.de/PM22/03/10

Matemwe Retreat, Zanzibar – Reisebericht Tanzania (13)

Bloged in Allgemein, Reiseberichte, Tansania von Marco Samstag März 27, 2010

Auf der privaten Dachterrasse des Matemwe Retreat, Sansibar © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Die Sonne steht schon tief am Himmel, als wir nach Matemwe zurückkehren. In der letzten Nacht auf Sansibar habe ich eines der drei exklusiven Retreats für mich allein. Eine ganze Villa mit zwei Etagen und kleinem Pool auf dem Dach. Schnell renne ich die Treppen hinauf. Solange die Abendsonne noch scheint, muß ich doch für die Daheimgebliebenen per Selbstauslöser ein Bild schießen, das mich relaxt in der Badewanne zeigt – schlanke Palmen, der Indische Ozean und Mnemba Island im Hintergrund. Das mit dem Relaxen ist gar nicht so einfach. Mir fällt ein, daß erst ein kühles Bier die Szene komplettieren kann. Also nochmals im Bademantel die Treppen runter zur Minibar, mit der Flasche in der Hand wieder nach oben: Und nun, auf die Plätze, fertig, los: zisch, platsch, klick – Erholung!

Prost, Marco! Im privaten Pool auf dem Dach des Matemwe Retreat, Sansibar © Fotos: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Wer im Matemwe Retreat nicht wie ich auf einer Stippvisite ist, sondern ernsthaft Urlaub macht, der genießt das ganz besondere Konzept des Retreats. Für jede Villa steht rund um die Uhr ein eigener Butler zur Verfügung, der die Wünsche seiner beiden Gäste erfüllt. Er serviert das Frühstück je nach Wunsch am Bett oder auf der Veranda, das Dinner bei Bedarf auch um Mitternacht auf der Dachterrasse unter dem Sternenzelt. Im Laufe des Vormittags kommt der Koch vorbei und bespricht mit den Gästen die nächsten Mahlzeiten: Welcher Fisch wurde am Morgen gefangen und ist besonders zu empfehlen? Soll es doch lieber ein Filet vom Grill sein? Die Mauern des Retreats haben schon etwas Patina angesetzt, den hölzernen Möbeln auf der Veranda sieht man die bleichende Wirkung der Seeluft an. Das alles wirkt echt und gefällt mir gerade deshalb viel besser als jedes Retorten-Resort. Wenn man nicht schon verheiratet wäre, so ein Retreat wäre das perfekte Ziel für die Hochzeitsreise.

Matemwe Retreat, Sansibar © Fotos: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Viel Zeit zum Träumen bleibt mir aber nicht, schließlich sind wir noch zum Abschieds-Abendessen eingeladen. Serviert wird heute bei Kerzenlicht direkt am Strand. Am nächsten Morgen schleiche ich mich schon 5.30 Uhr aus dem Haus, um den Buttler nicht zu wecken. Heute Nachmittag geht mein Rückflug nach Hause. Abends an der Bar hatten wir uns noch zu einem Schnorchelausflug verabredet. Weil das Boot bei Ebbe nicht mehr ablegen kann, müssen wir schon vor 6 Uhr starten. Wir fahren erst ein Stück an der Küste entlang gen Norden. Neben uns sammeln sich immer mehr Fischerboote, die ihre Segel in der Morgensonne gesetzt haben. Ein beeindruckender Anblick – und ich habe meine Kamera im Zimmer gelassen. Schließlich geht das Boot vor Mnemba Island vor Anker. Hier soll es die besten Tauch- und Schnorchelreviere geben. Als zwei Delphine auftauchen, gehen wir gleich ins Wasser. Ich sehe einen der grauen Meeressäuger noch kurz durch die Taucherbrille, dann ist er verschwunden. Die Delphine haben heute offenbar keine Lust, mit den Touris zu schwimmen. Also konzentrieren wir uns auf die Korallen und die unzähligen bunten Fische. Unser Guide zeigt auf einen Stein, der sich plötzlich bewegt. Es war also ein Fisch mit besonders guter Tarnung. Ich bin begeistert über die Vielfalt der Unterwasserwelt, die man hier schon beim Schnorcheln erleben kann. Genau in diesem Gewässer hatte ich vor sieben Jahren meine ersten Tauchgänge absolviert. Gut, als Taucher kann man den Fischen weiter in die Tiefe folgen, hat einen größeren Aktionsradius. Aber der technische Aufwand ist beim Tauchen eben auch viel größer. Als Anfänger muß man den größten Teil seiner Aufmerksamkeit für technische Dinge opfern. Heute beim Schnorcheln kann ich ohne viel nachzudenken die Welt der farbenfrohen Fische genießen.

Wenige Stunden später stehe ich am Flughafen von Sansibar in einer von mehreren Schlangen. Der Check In wird hier ohne Computer erledigt. Obwohl ich in der Reihe ganz vorn stehe, dauert es über eine Stunde, bis alle Sonderfälle, die sich vordrängeln müssen, abgefertigt sind und ich endlich an die Reihe komme. Die Abfertigung findet zum Teil im Freien, zum Teil unter einer großen Überdachung statt. Nachdem mein Ticket kontrolliert ist, muß ich noch kreuz und quer zu drei weiteren Schaltern laufen: Gepäckaufgabe, Abflugsteuer (die ist in meinem Fall schon mit dem Ticket bezahlt, so bekomme ich einen Frei-Stempel) und schließlich Paßkontrolle. Eile ist nicht geboten. Mein Abflug mit Ethiopian Airlines hat über eine Stunde Verspätung. Auch die Zwischenlandung in Dar es Salaam dauert länger als geplant. So verkürzt sich die Umsteigezeit in Addis Abeba, wo allerdings aufmerksame Mitarbeiter der Fluggesellschaft im Terminal bereit stehen und diejenigen Passagiere, deren Anschlußflüge warten, schnell zum richtigen Gate lotsen. „Washington?“, fragt mich ein solcher Lotse. Nein, Frankfurt. Da ist nicht ganz so viel Eile geboten. So reicht es wenigstens noch zu einem kühlen Bier in der Bar zum Obelisk.

© Fotos: Marco Penzel

Dieser Reisebericht entstand auf einer Lodge-Inspektionsreise Ende Oktober 2009. Einen Vorschlag für eine Safari mit einigen der hier beschriebenen Camps finden Sie hier bei Outback Africa Erlebnisreisen.

Zanzibar: Hotels an der Ostküste – Reisebericht Tanzania (12)

Bloged in Allgemein, Reiseberichte, Tansania von Marco Samstag März 27, 2010

Shootingstar Lodge, Sansibar © Fotos: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Am nächsten Morgen brechen wir auf, um uns nicht weniger als sechs der unzähligen Hotels und Lodges anzusehen, die an der idyllischen Ostküste Sansibars zur Auswahl stehen. Unsere erste Station ist die Shooting Star Lodge, eine kleinere Anlage der Mittelklasse. Es gibt elf Sea View Cottages, also Bungalows mit zwei Etagen und zwei Schlafzimmern, die sich gut für Familien eignen. Die drei Garden Lodge Zimmer sind ein bißchen kleiner und einfacher ausgestattet. Etwas weiter entfernt in einem üppig blühenden Garden stehen noch zwei schneeweiße Häuser, in denen sich jeweils nur eine Suite befindet. Deren Räume verteilen sich auf drei Etagen. Auch an einem privaten kleinen Pool fehlt es hier nicht. Ganz oben auf der Dachterrasse steht ein zusätzliches Bett. Dort kann man die Nacht direkt unter dem Sternenzelt verbringen.

Breezes Beach Club, Sansibar © Fotos: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Das Hotel Breezes Beach Club & Spa ist unsere nächste Station. Sehr ordentlich. So könnte man meinen Eindruck zusammenfassen. Alles ist hier auf Qualität getrimmt. Mit 74 Zimmern ist die Anlage vergleichsweise groß, sie wirkt aber nicht so riesig. Es gibt nicht nur ein großes Restaurant, nein, die Gäste haben die Wahl zwischen vier verschiedenen Lokalitäten innerhalb des Hotels. Das kleinste, „The Tide“, bietet gerade Platz für zwei Gäste, die hier in privater, romantischer Atmosphäre dinieren können, Meerblick inklusive. Der Tisch im „The Tide“ sollte schon im Vorfeld der Reise reserviert werden, rät uns die Gastgeberin. Jeweils mehrere Zimmer sind in Bungalows untergebracht, die sich in einem gepflegten Garten aneinanderreihen. In den Obergeschossen sind die Suiten eingerichtet, jeweils mit Balkon. Im Erdgeschoß befinden sich die De Luxe Rooms und die Standard-Zimmer. Suiten und De Luxe Rooms liegen etwas näher zum Strand hin. Berühmt ist das Breezes für sein Spa. Zwar werben inzwischen viele Hotels mit diversen Wellness-Anwendungen, doch hier wird das Thema richtig professionell angegangen. Mehrere asiatische Therapeutinnen mit einer Mischung aus Freundlichkeit und Strenge in ihren Gesichtszügen, erwarten uns an der Rezeption des Spa-Komplexes. Sie führen uns durch die verschiedenen Räumlichkeiten mit einer Ausstattung, auf die so manches deutsche Heilbad neidisch wäre. Verschiedene Massagen, Behandlungen mit heißen Steinen und Dampfbäder werden hier angeboten, um die Strapazen der staubigen Holperpisten einer vorangegangenen Safari vergessen zu lassen. Die Gäste können sich vor Ort von den Therapeutinnen beraten lassen, welche Behandlung zu ihnen paßt. Nur das mehrstündige Anwendungspaket mit prunkvollem Sultans-Bad, das Paare auch gemeinsam genießen können, sollte am besten schon vor der Anreise gebucht werden.

The Palms, Sansibar © Fotos: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Das Frangipani Spa des Breezes Beach Club können auch die Gäste im benachbarten Resort The Palms nutzen. Es gehört zur gleichen Unternehmensgruppe und hat jene Reisenden als Zielgruppe, die noch mehr Komfort und Privatsphäre suchen. Die ganze Anlage besteht nur aus sechs Villen, jede mit 140 Quadratmetern Wohnfläche – privater Plunge-Pool auf der Terrasse inklusive. Zu jeder Villa gehört noch eine kleine, mit Palmblättern gedeckte Strandhütte. Während die Gäste von The Palms auch die Einrichtungen des benachbarten Breezes Beach Club nutzen dürfen, ist der Zutritt in umgekehrter Richtung nicht gestattet. Das Mindestalter der Gäste in The Palms liegt bei 16 Jahren.

Baraza Resort&Spa, Sansibar © Fotos: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Auf dem benachbarten Küstengrundstück hat die Unternehmensgruppe gerade ihr drittes Hotel eröffnet: Baraza. Dieses neue Resort bietet genauso viel oder noch mehr Luxus als The Palms, ist aber ein ganzes Stück größer. Auch Kinder sind hier willkommen. Platz ist genug in den 30 Villen, die jeweils zwischen 148 und 254 Quadratmeter Wohnfläche umfassen. Leider drängt uns die Zeit, wir müssen die wohlklimatisierte Empfangshalle des Baraza Resorts wieder verlassen.

Bahari View Lodge, Sansibar © Fotos: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Draußen hat die Mittagshitze schon anstrengende Ausmaße erreicht. Zum Glück hat unser Kleinbus eine Klimaanlage. So fahren wir einigermaßen gekühlt weiter Richtung Süden, vorbei am Jozani Forest Reservat wo wir vergeblich versuchen, einen der berühmten Roten Kolobusaffen von der Straße aus zu entdecken. Auf unser nächstes Ziel bin ich besonders gespannt. Die Bahari View Lodge hat unser Partnerveranstalter Diamir erst kürzlich übernommen und nach Renovierung neu eröffnet. Es ist eine Strandlodge der preiswerten Kategorie. Christine, eine Lettin, ist derzeit die Managerin. Sie zeigt uns stolz die Bungalows. Die Zimmer sind klein, aber sauber und geschmackvoll ausgestattet. Nicht fehlen dürfen die für Sansibar typischen Betten aus dunklem, geschnitztem Holz. Derzeit sind vier Doppel- und vier Dreibettzimmer in Betrieb. Hinzu kommt eine Beach Banda in traditioneller Lehmbauweise, die etwas näher am Strand steht. Noch weiter am Wasser sind zwei schmale, zweistöckige Holzhäuschen zu sehen. „Dort haben früher die Arbeiter gewohnt, wir müssen da noch renovieren“, erzählt Christine. Da die Häuschen kein eigenes Bad haben können, werden es wohl nie vollwertige Gästezimmer werden. Aber für etwas größere Kinder muß es eine coole Sache sein, in so einer Hütte direkt am Strand zu übernachten, während die Eltern etwas weiter hinten in einem richtigen Bungalow schlummern. Auch ein Pool fehlt in Bahari View nicht, was bei den starken Unterschieden zwischen Ebbe und Flut an der Ostküste Sansibars von Vorteil ist. Zwar liegt die Lodge an einem schönen Strandabschnitt, aber bei Ebbe ist das Meerwasser eben weit weg. Zwischen den Bäumen am Strand sind Hängematten gespannt. Unten am Wasser kommt gerade eine Herde Kühe vorbei. Der Strand ist in Sansibar immer auch Verkehrsweg. Uns gefällt die relaxte Atmosphäre hier. So entschließen wir uns, eine kurze Pause einzulegen und an der Strandbar ein kleines Mittagessen zu ordern. Sandwiches, Chips und frischer Tintenfisch. Wir lecken uns am Ende alle die Finger. Das hat geschmeckt.

Pongwe Beach Hotel, Sansibar © Fotos: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Auf dem Rückweg gen Norden sehen wir uns die letzte Unterkunft an diesem Tag an: das Pongwe Beach Hotel. Die insgesamt 16 Zimmer (drei Garden View und 13 Sea View Rooms) befinden sich in großzügigen Bungalows, jeweils zwei oder drei Zimmer mit eigenem Bad unter einem Dach. Von der Veranda aus sind es nur ein paar Schritte durch einen Palmenhain an den Strand. Natürlich gibt es hier auch einen Pool – Meerblick inklusive.

© Fotos: Marco Penzel

Dieser Reisebericht entstand auf einer Lodge-Inspektionsreise Ende Oktober 2009. Einen Vorschlag für eine Safari mit einigen der hier beschriebenen Camps finden Sie hier bei Outback Africa Erlebnisreisen.

Matemwe Bungalows auf Sansibar – Reisebericht Tansania (11)

Bloged in Allgemein, Reiseberichte, Tansania von Marco Samstag März 27, 2010

Matemwe Bungalows, Zanzibar © Fotos: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Etwa eine Stunde dauert die Fahrt von der Stone Town zur Matemwe Lodge (vormals Matemwe Bungalows) an der Ostküste Sansibars. An den Straßen wurde in den vergangenen Jahren viel gebaut. Inzwischen sind alle Hauptstraßen auf der Insel asphaltiert. Nur die letzten 20 Minuten bis Matemwe geht es noch über eine holprige Piste mitten durch die Dörfer, wie ich es noch von meinem letzten Besuch 2002 kenne. Überall gibt es spannende Dinge zu sehen, Leute bei der Arbeit, Wasserkanister-Transport per Eselkarren und immer wieder winkende Kinder. 2002 hatten wir im Matemwe Beach Village gewohnt. Die Zimmer dort waren ziemlich schlicht und klein, aber wir waren begeistert von der relaxten Atmosphäre, dem guten Essen und vor allem dem schönen, blendendweißen Strand. Nun sind die Matemwe Bungalows mein Ziel, eine ganz andere Lodge in einer anderen Preisklasse ein paar Kilometer weiter nördlich. Mit Jeffrey, einem australischen Kollegen, teile ich mir einen Family Bungalow. Wir losen und Jeffrey bekommt das riesige Bett im Erdgeschoß, ich schlafe oben unterm Dach. Auch das Bett dort oben würde noch für zwei reichen. Der große Raum ist offen. Für ganz kleine Kinder scheint mir das Oberstübchen noch nicht geeignet, ich hätte Angst, daß sie unter dem hohen Geländer hindurch fallen. Aber größere Kinder finden es hier bestimmt toll. Der lange doppelte Waschtisch im Bad ist mit Blumen geschmückt, es gibt eine Wanne und eine große offene Dusche. Das macht alles einen edlen Eindruck. Wir wissen, daß es nebenan noch die exklusiven Matemwe Retreats gibt. Aber die Bungalows hier sehen keinesfalls nach zweiter Wahl aus. Sechs von diesen Family Bungalows stehen auf einer Korallenklippe mit Blick über den Indischen Ozean. Ein Stück weiter die Küste entlang folgen dann sechs Honeymoon Bungalows, die noch etwas mehr Privatsphäre bieten. Allerdings müssen deren Bewohner etwas weiter laufen, um zur Bar, ins Restaurant, den beiden Pools und dem breiten Strand zu gelangen, der nur den Gästen der Matemwe Lodge vorbehalten ist – und den Sansibaris, die hier ihre Fischerboote fest machen oder Seegras anbauen.

Matemwe Bungalows Pool und Strand © Fotos: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

An der Rezeption werden wir von den Lodge-Managern Sabine und Ingo begrüßt. Es sind Deutsche, die mir irgendwie bekannt vorkommen. Aber woher? Es dauert bis zum Abendessen, um herauszufinden, woher ich sie kenne. Aus dem Fernsehen. Einer Doku-Soap mit dem Titel „Unsere Farm in Afrika“, die vor zwei Jahren im ZDF lief. Die Serie war in Namibia gedreht worden. Ingo und Sabine Stritter mit ihren Kindern Luisa und Miron waren damals eine der Familien, die das Fernsehteam in ihrem Alltag begleitete. Der Alltag spielte sich auf GocheGanas ab. Das Paar baute die Gästefarm in der Nähe von Windhoek damals gerade auf. Sabine war damals hochschwanger, die dramatische Fahrt zur Entbindung ins Krankenhaus, bei der noch eine Kudu-Antilope ins Auto lief, brachte Spannung in die Reportage. Die Tochter, die damals geboren wurde, spielt heute an der Rezeption von Matemwe. Gocheganas ist weit weg, wird von anderen Familienmitgliedern nach wie vor erfolgreich geführt. Nur Ingo und Sabine haben eine neue Herausforderung gesucht – und auf Sansibar gefunden. Ingo erzählt begeistert von seinen Ideen für einen möglichst nachhaltig wirtschaftenden Betrieb, von dem auch die Menschen in der Nachbarschaft profitieren sollen. Ressourcen wie Trinkwasser und Strom sind knapp auf der Insel. Matemwe verzichtet zum Beispiel bewußt auf Klimaanlagen in den Zimmern. Eine offene, luftige Bauweise, die die Meeresbrise nutzt, kann auch für angenehme Kühlung sorgen. Und man fühlt sich auf jeden Fall näher an der Natur als in einem hermetisch abgeschlossenen, vollklimatisierten Hotelzimmer. Für Schnorchel-Ausflüge verzichte man auf ein modernes Motorboot und gebe lieber den Besitzern der traditionellen Dhows eine Chance, erklärt Ingo. „Als nächstes möchte ich die Leute bewegen, einen Fahrradverleih aufzubauen. Die Leute aus dem Dorf sollen das komplett selbst machen, wir möchten nichts daran verdienen. Wenn es für unsere Gäste ein weiteres Angebot gibt und die Leute sehen, daß sie direkt vom Tourismus profitieren können, wenn sie sich anstrengen, dann haben wir beide gewonnen.“

© Fotos: Marco Penzel

Dieser Reisebericht entstand auf einer Lodge-Inspektionsreise Ende Oktober 2009. Einen Vorschlag für eine Safari mit einigen der hier beschriebenen Camps finden Sie hier bei Outback Africa Erlebnisreisen.

Hotels in der Stone Town von Sansibar – Reisebericht Tansania (10)

Bloged in Allgemein, Reiseberichte, Tansania von Marco Samstag März 27, 2010

Flug über den Ngorongoro-Krater © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

In einer Zwölf-Sitzer Cessna Caravan der Tanganyika Flying Company (TFC) fliegen wir vom Norden der Serengeti Richtung Südosten. Unter uns zieht die Bergkette von Piaya vorbei, bald können wir durch Lücken zwischen den tief hängenden Wolken einen Blick auf den Boden des Ngorongoro-Kraters werfen. Nach 50 Minuten Flug landen wir auf dem Lake Manyara Airstrip, einer gut ausgebauten Landebahn, die TFC als Austauschpunkt für seine verschiedenen Routen zu den Safarizielen im Norden Tansanias benutzt. Passagiere, die nicht wie wir weiter nach Sansibar wollen, steigen hier aus. Andere, die vielleicht im Tarangire Nationalpark gestartet waren, aber das gleiche Ziel haben wie wir, wechseln in unsere Maschine. Etwa 1 ¾ Stunden dauert der zweite Teil des Fluges, bis wir schließlich den kleinen internationalen Flughafen von Sansibar erreichen. Hier holt uns ein Fahrer der Firma Island Express mit einem bequemen, klimatisierten Kleinbus ab.

Zanzibar Serena Inn © Fotos: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Es geht zunächst in die Altstadt Stone Town, wo wir uns drei verschiedene Hotels ansehen wollen. Das Zanzibar Serena Inn ist unsere erste Station. Bunte orientalische Lampen, Gemälde, antike Möbel und Schnitzereien geben dem Hotel, das sich auf zwei historische Gebäude erstreckt, das passende Flair. Von der Terrasse, vom Pool und von einem Teil der insgesamt 51 Zimmer aus blickt man aufs Meer. Das Hotel macht einen gepflegten Eindruck, die Lage ist ideal. Als wir wieder auf die Straße treten, hat ein kräftiger Gewitterschauer gerade etwas nachgelassen. Wir huschen schnell hinüber zu unserem nächsten Ziel, dem Beyt al Chai auf der anderen Straßenseite.

Beyt al Chai Hotel, Stone Town Sansibar © Fotos: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Das Boutique-Hotel in einem ehemaligen Teehaus verfügt nur über fünf Zimmer. Auch hier unterstreichen die mit Schnitzereien verzierten Möbel, bunte Lampen und die Wasserpfeifen im Aufenthaltsraum das für Sansibar typische orientalische Ambiente. Im Erdgeschoß gibt es noch ein Restaurant, das eines der besten der Stadt sein soll. Leider haben wir keine Zeit, das zu probieren.

The Swahili House, Stone Town Sansibar © Fotos: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Wir laufen ein paar Schritte durch die engen Gassen der Altstadt zum Swahili House, einem neuen Hotel, das die Moivaro-Gruppe in einem der alten Häuser der Stone Town eröffnet hat. Noch ist nicht alles fertig, in einigen Zimmern sind die Handwerker am Sägen und Schrauben. Die 22 schön eingerichteten Zimmer verteilen sich auf fünf Etagen. Die historische Treppe hat an einigen Stellen enorm steile Stufen, so daß gehbehinderte Gäste hier Schwierigkeiten haben könnten. Das Treppensteigen lohnt sich aber, denn oben auf dem Dach wartet das Restaurant mit einem wunderbaren Blick über die Altstadt mit ihrem morbiden Charme. Die Unesco hat das historische Viertel zum Weltkulturerbe erklärt. Aber auch die neueren Gebäude jenseits der Altstadtmauern sind schon wieder geschichtsträchtig. Plattenbauten erinnern an eine Zeit in den 70er Jahren, als die DDR sich hier engagierte. Die Sansibaris haben später weitere Wohnblocks nach den gleichen Plänen errichtet. Noch heute sind die Wohnungen dort begehrt, erzählt unser Fahrer, bieten sie doch einen vergleichsweise guten Komfort und sind, da vom Staat vermietet, auch noch preiswert.

Haus der Wunder und historische Tür in der Stone Town von Sansibar © Fotos: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Eigentlich müßten wir längst weiter an die Ostküste fahren, aber wir genehmigen uns eine weitere halbe Stunde, um wenigstens kurz durch die Gassen der Altstadt zu schlendern. Ich kann mir vorstellen, daß sich manch einer hier angesichts des Verfalls nicht richtig wohlfühlt. Für mich ist es aber einfach super interessant. Hinter jeder Ecke lauern eine Menge neue Fotomotive: die alten Häuser mit Wäscheleinen zwischen den Fensterläden. Gemüsehändler, die Tomatenberge auf kleinen Schubkarren präsentieren. Mit Schnitzereien und Messingbeschlägen prunkvoll verzierte Türen als wichtigster Schmuck eines Hauses, von dessen Wänden sich der Putz in großen Stücken löst. An diesen Gegensätzen kann ich mich einfach nicht satt sehen. Schließlich kommen wir am Haus der Wunder vorbei, das seinen Namen bekam, als es am Ende des 19. Jahrhunderts als erstes Gebäude der Insel elektrischen Strom und einen Fahrstuhl erhielt. Unser Spaziergang endet an den Forodhani Gärten, wo die Händler am Abend frisch zubereitete Schalentiere und Tintenfische feilbieten. Seit meinem letzten Besuch vor sieben Jahren hat sich hier einiges verändert. Die Wege und Rabatten wurden saniert, neue Bänke aufgestellt und das Ganze in Forodhani Park umbenannt. Gut, es sieht jetzt sauberer aus, für mich persönlich ist es aber fast schon wieder zu steril.

© Fotos: Marco Penzel

Dieser Reisebericht entstand auf einer Lodge-Inspektionsreise Ende Oktober 2009. Einen Vorschlag für eine Safari mit einigen der hier beschriebenen Camps finden Sie hier bei Outback Africa Erlebnisreisen.

Tanzania-Reise im Kerzenlicht: Stromausfall auf Zanzibar

Bloged in Allgemein, Safari, Tansania von Marco Dienstag Januar 12, 2010

Auf Zanzibar (Sansibar) gingen die (elektrischen) Lichter aus. Das Seekabel, das die Insel vor der Küste Tansanias mit Energie versorgt, ist beschädigt. Es wird damit gerechnet, daß die Havarie bis in den Februar hinein anhält.

Die Strand-Lodges haben nun eigene Lösungen gefunden, um ihren Service aufrecht zu erhalten.

Rose Geuen, die Gastgeberin der Hakuna Matata Beach Lodge, die Outback-Gäste unter anderem auf der Tanzania-Reise „Von der Serengeti nach Sansibar“ besuchen, schreibt: „Um unseren Gästen weiterhin den gewohnt hohen Standard unserer Lodge bieten zu können, haben wir einen zweiten Generator installiert (Hauptgenerator 50 kVA, zweiter Generator 16 kVA).
Damit können wir einen reibungslosen Ablauf des Tagesgeschäftes auch weiterhin gewährleisten. Gemeldete Wasserengpässe auf der Insel beeinflussen uns ebenfalls nicht, da wir unser Wasser aus einem eigenen Brunnen beziehen.“

Auch die Bahari View Lodge, die zum Beispiel im Programm der Tansania Reise „Sansibar und Selous“ enthalten ist, behilft sich mit Generatoren. Diese laufen einige Stunden jeden Tag und ermöglichen so, zum Beispiel Kühlgeräte und die Wasserpumpen zu betreiben. In den Zimmern liegen Taschenlampen und Kerzen bereit. Weil die Kapazität der Generatoren nicht ausreicht, um die Boiler zu beheizen, ist es leider nicht möglich, heißes Duschwasser zu bereiten. Betreiber Horst Bachmann bittet um Verständnis: „Zum Glück sorgt das heiße Klima der Insel in dieser Jahreszeit dafür, daß man kaum eine heiße Dusche braucht.“ Die Küche beschränkt das Angebot derzeit auf fangfrischen Fisch und vegetarische Gerichte. Wegen des Stromausfalls sei es nicht 100-prozentig sicher, daß das auf der Insel angebotene Fleisch ständig ausreichend gekühlt wurde, erklärt Horst Bachmann. Also verzichte man sicherheitshalber auf Fleisch, um gesundheitlichen Problemen vorzubeugen. Der Gastgeber appelliert an seine Gäste, die Situation positiv zu nehmen: „In der Bahari View Lodge genießen die Gäste Kerzenlicht-Atmosphäre, kühle Getränke, erfrischende Duschen, delikate frische Meeresfrüchte und eine frische Brise vom Ozean.”

Wie lange der Stromausfall anhalten wird, ist ungewiß. Die USA wollen ein neues Seekabel finanzieren, hat Rose Geuen erfahren. Das Projekt laufe bereits seit anderthalb Jahren und befindet sich derzeit in der Ausschreibungsphase. Als Zwischenlösung habe die Regierung angekündigt, Generatoren aus Norwegen einfliegen zu lassen, um die Grundversorgung zu gewährleisten. Diese Generatoren seien auf dem Weg und sollen Mitte/Ende Februar eintreffen.

Sayari Camp und die Gnus am Mara-Fluß – Reisebericht Tanzania (9)

Bloged in Allgemein, Reiseberichte, Safari, Tansania von Marco Dienstag Dezember 22, 2009

Sayari Camp, Mara-Fluß/Nördliche Serengeti © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Etwa bei Sonnenuntergang erreichen wir endlich unser Ziel, Sayari. Der Name steht seit Jahren für ein komfortables, mobiles Camp. Nun wurde es noch großzügiger gebaut und erst in diesem Jahr neu eröffnet. Sayari wird seinen Standort nun nicht mehr wechseln, wenngleich viele Elemente eines mobilen Camps erhalten blieben. Die Gebäude sind deutlich größer als die mobilen Zelte von Olakira, aber die Wände bestehen immer noch aus Canvas.

Sayari Camp, Mara-Fluß/Nördliche Serengeti © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Es gibt einen Pool, der in die Felsen eingelassen ist, und jedes Zimmer hat ein Bad mit freistehender Wanne, von der aus sich ein schöner Blick in die Savanne bietet. Die insgesamt 16 Gästezelte sind verteilt auf zwei Flügel, die jeweils über eine eigene Lounge, einen eigenen Speiseraum und einen eigenen Lagerfeuer-Platz verfügen.

Sayari Camp, Mara-Fluß/Nördliche Serengeti © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Am Morgen entscheide ich mich für eine zweistündige Pirschwanderung hinunter zum Mara-Fluß. Julie, die Field Operations Managerin von Asilia, sagt, manchmal könne man auf einer Wanderung beobachten, wie Gnus den Fluß überqueren. Heute leider nicht. Dafür zeigen sich wenigstens Krokodile und Flußpferde im Mara, der jetzt Ende Oktober nicht sehr viel Wasser führt. Später sammelt uns ein Pirschfahrzeug auf. Unterwegs gibt es ein Picknick-Frühstück. Dann fahren wir ein Stück flußabwärts. Am anderen Ufer sammeln sich Gnus. Doch werden sie auch den Fluß überqueren? Und wenn ja, wo? Als sie endlich starten, stehen wir in einem ungünstigen Winkel zur Sonne und recht weit entfernt vom Ort des Geschehens. Gute Fotos sind so nicht möglich. In einer langen Reihe waten die Gnus und ein paar Zebras durchs Wasser. Ein Krokodil liegt nicht weit entfernt daneben, bewegt sich aber nicht. Am Ende bin ich ein bißchen traurig, weil wir nicht in der besten Position standen.

sayari-lunch

Die Pirschfahrt geht weiter in Richtung der großen Plains, den weiten offenen Ebenen. Unterwegs sehen wir eine Löwin, die eines ihrer Jungen im Maul transportiert. Solche Szenen kennt man aus Tierfilmen, in freier Natur habe ich es noch nie gesehen und schon gar nicht fotografieren können. Heute hat es geklappt. Ich bin nicht mehr ganz so traurig. Unter einem einsamen Baum auf einer weiten, offenen Fläche, stehen Stühle im Halbkreis. Kim und Julie erwarten uns hier zum Mittagessen. Hinter dem Buffet ziehen dunkle Regenwolken auf, doch es bleibt trocken.

Gnu-Herden in der Nähe des Sayari Camps, Mara-Fluß/Nördliche Serengeti © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Nach dem Essen wollen einige Kollegen zurück zum Camp und Relaxen. Ich entscheide mich für das zweite Auto, das die Pirschfahrt fortsetzt. Wir fahren durch riesige Gnuherden. Die Landschaft ist im 360 ° Umkreis übersät von dunklen Punkten. Allerdings stehen und gehen die Tiere in einigem Abstand zueinander. So ist der Massen-Eindruck schwer in einem Foto einzufangen. Deshalb wollen wohl alle auch die Flußüberquerungen sehen, wenn sich tausende Tiere dicht an dicht drängen. Am Nachmittag erwischt uns ein kurzer, aber ziemlich heftiger Regenschauer. In einem offenen Pirschfahrzeug, das nur über ein Schatten- bzw. Regendach verfügt, kann das ziemlich unangenehm werden. Zum Glück gibt es warme Decken und Regenponchos an Bord. Unser Guide sagt, es sei der erste richtige Regen in dieser kleinen Regenzeit, die man hier „short rains“ nennt. Auch bei unserer Rückkehr ins Camp gegen 17.30 Uhr gibt es wieder einen Schauer. Nach dem Abendessen sitzen wir dann draußen am Lagerfeuer unter dem Sternenhimmel. Julie erzählt, daß es hier bis vor wenigen Jahren noch große Probleme mit Wilderei gab. Auch heute seien diese noch nicht ausgestanden. Die Ranger-Station in der Nähe des Camps ist mit hohen Mauern gesichert. Dort werden gerade weitere Ranger ausgebildet, um die Nashörner zu schützen, die demnächst von Südafrika hierher gebracht werden sollen. Die Südafrikaner machen ein nachhaltiges Vorgehen gegen Wilderei zur Bedingung, bevor sie die vom Aussterben bedrohten Dickhäuter zur Verfügung stellen. Auch Sayari selbst spielt in dem Naturschutz-Konzept eine wichtige Rolle. Menschen aus den nächstgelegenen Dörfern hinter der Nationalparkgrenze finden hier dauerhaft Arbeit. Das Einkommen ist endlich eine Alternative zur Wilderei.

Sayari Camp, Mara-Fluß/Nördliche Serengeti © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Die Pirschfahrt am letzten Morgen startet kurz nach Sonnenaufgang, 6.30 Uhr. Einige aus unserer Gruppe unternehmen heute die Wanderung, andere wollen ausschlafen. Nur Jeffrey und ich wollen die zweite Chance nutzen, noch ein „River Crossing“, also die Flußüberquerung, einer Gnu-Herde zu erleben. Offenbar wegen des gestrigen Regens scheinen die Tiere Wanderlust bekommen zu haben. Am gegenüberliegenden nördlichen Ufer haben sich viel größere Herden versammelt als gestern. Wir suchen nach einem Platz, von dem aus man mehre Stellen überblicken kann, an denen die Tiere die Querung wagen. Einige Tiere stehen am Steilufer und schauen unsicher herüber. Andere wandern flußabwärts. Sammeln sie sich etwa da unten? Dann kehrt eine lange Gnu-Reihe wieder zurück. Es gibt flache Uferstellen, an denen es leicht sein sollte, den Fluß zu überwinden. Doch gerade diese Plätze meiden die scheuen Tiere oft, erzählt unser Guide.

Gnus vor der Überquerung des Mara-Flusses in der nördlichen Serengeti © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Eine verläßliche Prognose kann auch er nicht abgeben. Er sagt nur, wenn die ersten Gnus sicher auf der anderen Seite angekommen sind, dann drängen immer mehr nach und das Zögern ist vergessen. Herdentrieb eben. Und dann erzählt er noch, daß hier oben am Mara-Fluß von Juli bis Oktober täglich Crossings stattfinden können, in beide Richtungen. Es hänge ganz davon ab, wo die Tiere gerade mehr Futter vermuten. Spätestens im November ziehen die großen Herden aber in die südliche Serengeti. Danach, im Januar und Februar, ist für sie persönlich die schönste Zeit hier oben, hat Julie uns gestern erzählt. Die wandernden Herden sind dann zwar nicht mehr hier, aber viele Raub- und Weidetiere wandern nicht mit. Und es seien fast gar keine Menschen mehr hier. Aber auch heute Morgen treffen wir nur ein einziges anderes Fahrzeug am Flußufer.

Zwergbienenfresse, im Hintergrund Gnus vor der Überquerung des Mara-Flusses in der nördlichen Serengeti © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Gegen 9 Uhr habe ich die Hoffnung langsam aufgegeben, daß heute noch etwas passiert; jedenfalls bevor wir um 10 Uhr an der Landebahn sein müssen, wo unser Flugzeug Richtung Sansibar abhebt. Dann plötzlich, so gegen 9.15 Uhr, geht es los. Wir setzen etwas zurück, weil die Vorhut der Gnus in der Flußmitte stehen bleibt und zögert. Hat unser Autos sie irritiert? Dann laufen sie weiter, in unsere Richtung. Die ersten Gnus springen direkt vor unserem Auto über die steile Uferkante. Nach einer kurzen Pause sucht sich die Herde eine Ausstiegsstelle ein paar Meter weiter flußabwärts. Manchmal sieht man einen Kopf über die Kante herauskommen, doch das Tier schafft es nicht, sich mit den Vorderhufen festzuhalten und stürzt wieder zurück. Die Gnus und ein paar Zebras gehen diesmal nicht in einer Reihe, sondern in einer richtig breiten Formation durchs Wasser. Am Hang gegenüber drängen immer neue Tiere nach. Es ist das klassische Motiv, und wir sind mitten drin! Das Spektakel dauert etwas mehr als eine halbe Stunde – perfekt für den Abflugtermin. In dieser Zeit müssen mehrere Tausend Tiere an uns vorbeigezogen sein. Die Eindrücke werde ich wohl erst endgültig verarbeiten können, wenn ich die Fotos auf einem großen Bildschirm sehe, doch der erste Blick auf den Kameramonitor ist vielversprechend.

River Crossing: Gnus überqueren den Mara-Fluß in der nördlichen Serengeti © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

River Crossing: Gnus überqueren den Mara-Fluß in der nördlichen Serengeti © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

River Crossing: Gnus überqueren den Mara-Fluß in der nördlichen Serengeti © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

River Crossing: Gnus und Zebras überqueren den Mara-Fluß in der nördlichen Serengeti © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

River Crossing: Gnus überqueren den Mara-Fluß in der nördlichen Serengeti © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

River Crossing: Gnus überqueren den Mara-Fluß in der nördlichen Serengeti © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

© Fotos: Marco Penzel

Dieser Reisebericht entstand auf einer Lodge-Inspektionsreise Ende Oktober 2009. Einen Vorschlag für eine Safari mit einigen der hier beschriebenen Camps finden Sie hier bei Outback Africa Erlebnisreisen.

Via Bilila Kempinski in den Norden der Serengeti – Reisebericht Tanzania (8)

Bloged in Allgemein, Reiseberichte, Safari, Tansania von Marco Dienstag Dezember 22, 2009

Am nächsten Morgen brechen wir schon gegen 7 Uhr auf. Die direkte Fahrt vom Süden in den hohen Norden der Serengeti würde vier bis fünf Stunden dauern. Wir werden erst gegen 18 Uhr eintreffen, da wir uns unterwegs noch mehrere Lodges ansehen wollen. Der erste Stopp ist im Serengeti Medium Camp, einem kleinen, einfacheren Mobile Tented Camp, das genau wie Olakira seinen Standort je nach Saison wechselt. Jedes der zehn Hauszelte ist mit Betten sowie eigener Dusche und WC ausgestattet.

Serengeti Medium Camp © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

In der Seronera Region sehen wir eine Gruppe von 28 Löwen, außerdem insgesamt dreimal einen Leoparden. Derjenige, der am besten zu fotografieren ist, klettert gerade durch die Krone eines recht hohen Baumes, der nicht weit entfernt von der Straße steht. Doch es ist die Hauptstraße. Hier in der zentralen Serengeti gibt es so viele Lodges und damit entsprechend viele Pirschfahrzeuge, daß sich schnelle mehr als 20 Autos angesammelt haben. Für Ajub ist es gar nicht einfach, unseren Wagen aus diesem Stau heraus zu manövrieren.

Leopard als Stau-Ursache in Seronera, Serengeti © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Gegen Mittag erreichen wir die Bilila Lodge Kempinski. Das ausgedehnte 70-Zimmer-Hotel wurde erst im Juli 2009 eröffnet. Es liegt im trockenen Niemandsland, etwa 45 Fahrminuten von der tierreichen Seronera-Region entfernt. Seit es hier wegen der Lodge Wasser gibt, findet auch Großwild den Weg in diese Gegend. Als wir von der Lobby aus auf den Swimming-Pool blicken, steht gerade eine Gruppe Elefanten am Wasserloch gleich unterhalb des Pools.

Bilila Lodge Kempinski, Serengeti © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Die Presidential Suite hat ein eigenes Wasserloch zur Tierbeobachtung vor den großen Fensterfronten, einen privaten Pool (einen richtigen Pool, nicht nur ein Planschbecken), mehrere Schlafzimmer und Bäder. Auch die Räumlichkeiten der nächst günstigeren Zimmerkategorie „Corner Suite“ erstrecken sich noch über zwei Etagen, haben einen privaten Plunge-Pool mit Blick in die Savanne, zwei große Flachbildfernseher (einen im Wohnzimmer, einen im Schlafzimmer) und natürlich einen separaten Ankleideraum. Daß hier Hotelservice auf höchstem Niveau geboten wird, bezweifle ich nicht.

Bilila Lodge Kempinski, Serengeti © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Wer sich in den Metropolen der Welt am liebsten in Kempinski-Kissen legt, der macht auch in Bilila nichts verkehrt. Die Zimmerkapazitäten reichen aus, um einen ganzen Konzernvorstand samt Kunden und Ehepartnern zu einem schicken Geschäftstreffen einzuladen. Aber wo soll in diesen kühlen Mauern das Safari-Feeling herkommen? Von den großen Gemälden mit Zebramotiven an den Wänden? Mir wäre da ein kleineres, traditionelles Safaricamp lieber. Es darf ja ruhig komfortabel sein. Aber für mich sollte es ein Camp sein, kein Hotel.

Bilila Lodge Kempinski, Serengeti © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Weiter geht es auf dem Weg nach Norden. Um Zeit zu sparen, leeren wir unsere Picknick-Boxen während der Fahrt im Auto. Dann halten wir noch im Mbuzi Mawe Tented Camp. Es gehört zur Serena Gruppe, die eine Reihe größerer Lodges der gehobenen Mittelklasse betreibt. Als Tented Camp ist Mbuzi Mawe in dieser Familie eine Ausnahme. Mit 16 Hauszelten ist es auch deutlich kleiner als die meisten anderen Serena-Lodges. Das Camp ist im Gegensatz etwa zu Olakira oder Serengeti Medium nicht mobil. Die Hauszelte stehen auf festen Beton-Fundamenten. Sie sind komfortabel ausgestattet und versprechen doch ein direkteres Busch-Erlebnis als ein Hotelzimmer mit gemauerten Wänden.

Mbuzi Mawe Tented Camp, Serengeti © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Die Lage im nördlichen Teil der zentralen Serengeti ist ebenfalls interessant, denn von hier aus sind viele tierreiche Gegenden erreichbar, etwa Lobo, Seronera und Grumeti. Je nachdem, wo sich die großen Herden und andere Tiere gerade aufhalten, kann man die Pirschfahrten in verschiedene Richtungen planen.

Unterwegs im einsamen Norden des Serengeti Nationalparks. © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Je weiter wir nach Norden kommen, desto seltener begegnen uns andere Autos. Es ist zwar erst wenige Stunden her, daß wir in Seronera im Stau standen, aber der Massentourismus ist nun bereits weit entfernt. Wir fahren durch einsame Hochebenen, zwischen den Baumgruppen entdecken wir Giraffen und Elefanten. Die Nachmittagssonne taucht die Landschaft in ein wunderbares Licht. Aber immer öfter werden die Sonnenstrahlen von Wolken verdeckt. Als wir 15 Minuten vor dem Ziel, dem Sayari Camp, noch kurz im Serengeti Safari Camp von Nomad Tanzania Station machen, beginnt es zu regnen. Wir treffen hier einen Nomad-Mitarbeiter, der für die Neubaupläne verantwortlich ist. Das derzeitige Camp ist noch mobil, wird im Dezember den Gnu-Herden in die südliche Serengeti folgen. Doch Nomad will hier oben in der Nähe des Mara Flusses bis 2011 eine permanente Lodge errichten. Es wäre die zweite nach Sayari.

Serengeti Safari Camp © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Dieser Reisebericht entstand auf einer Lodge-Inspektionsreise Ende Oktober 2009. Einen Vorschlag für eine Safari mit einigen der hier beschriebenen Camps finden Sie hier bei Outback Africa Erlebnisreisen.

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