Neuigkeiten und Berichte von Outback Africa Erlebnisreisen

Reiseberichte

Seite 1 von 15412345...102030...Letzte »
Hinweisschild im Addo Elephant Nationalpark © Foto: Ines Schulze

Hinweisschild im Addo Elephant Nationalpark © Foto: Ines Schulze

Sie tauchen nur sehr selten in den Fotogalerien von Safarireisenden auf und auch bei den berühmten „Big Five“ oder den weniger berühmten „Small Five“ sind sie nicht erwähnt – Mistkäfer (auch Dung Beetle, Pillendreher oder Skarabäus genannt).

Mistkäfer, Südafrika © Doreen Schütze | Outback Africa Erlebnisreisen

Mistkäfer, Südafrika © Doreen Schütze |
Outback Africa Erlebnisreisen

Im alten Ägypten wurden die rund fünf Zentimeter großen, schwarz schillernden Käfer als Gottheit verehrt. Man glaubte, der Käfer rolle den Sonnenball über den Himmel. Skarabäen wurden deshalb in vielen Darstellungen und Skulpturen verewigt.

Tatsächlich sind Mistkäfer auf das Rollen spezialisiert und werden deshalb auch Pillendreher genannt. Allerdings rollen sie keine glühenden Himmelkörper, sondern Dungkugeln. Dabei vollführen sie wirklich akrobatische Leistungen mit Vorder- und Hinterbeinen und scheuen keine Mühe und Arbeit, um die Vorräte in die gegrabenen Höhlen für sich und den Nachwuchs zu bugsieren. Für Insekten mit einem winzigen Gehirn gehen sie dabei sehr überlegt und strategisch zu Werke und haben einen guten Orientierungssinn, der sich nachts auch an den Sternen orientiert.

Von den Mistkäfern gibt es rund 150 Arten und man findet sie auf allen Kontinenten, jedoch interessieren sie sich nur für Pflanzenfresser-Dung und nicht für die Hinterlassenschaften von Fleisch- oder Allesfressern.

Mistkäfer, Südafrika © Doreen Schütze | Outback Africa Erlebnisreisen

Mistkäfer, Südafrika © Doreen Schütze | Outback Africa Erlebnisreisen

Besonders häufig trifft man verschiedene Mistkäferarten dort an, wo es Elefanten gibt. Ein Elefant frisst durchschnittlich 16 bis 18 Stunden am Tag und vertilgt dabei bis zu 200 Kilogramm Grünfutter. Nach rund neun bis zehn Stunden kommen rund 50 Kilogramm Dung wieder ans Tageslicht. Das Verdauungssystem der Elefanten ist nicht so effektiv wie das von Antilopen, so dass der Dung noch sehr viele unverdaute Pflanzenbestandteile und auch Samen enthält. Für den Mistkäfer sind die Hinterlassenschaften ein wahres Festessen und die Weibchen, die übrigens die Kugeln meist allein nach Hause befördern müssen, legen ihre Eier in den Kugeln ab, aus denen dann die Larven für eine neue Generation von Saubermachern schlüpft.

Durch das Vergraben des Dungs sorgen die Käfer auch für Düngung und auch die Aussaat neuer Pflanzen und Bäume. So schließt sich der Naturkreislauf wieder. Im Addo Elephant Park in Südafrika, den unsere Kollegin Doreen während ihrer Reise „Vielfältiges Südafrika“ besucht hat, stehen die Mistkäfer sogar unter Artenschutz und auf großen Hinweistafeln wird aufgefordert, die Dunghaufen auf den Straßen nicht zu überrollen, sondern herum zu fahren, um die Mistkäfer zu schützen und ihren wichtigen Putzjob nicht zu stören.

Und auch wenn es der Mistkäfer nicht in die Liste der „Big Five“ schafft, so gehört er doch zu den nützlichsten Tieren und verdient es, auch mal fotografiert und gewürdigt zu werden.

Nairobi, 5. Juli 2014

Wer die Patenschaft für einen der kleinen Elefanten im Waisenhaus des Sheldrick Wildlife Trusts übernimmt, hat die Möglichkeit, das Patenkind am späten Nachmittag bei einem exklusiven Schäferstündchen ins Bett zu bringen. Eine Voranmeldung ist erforderlich, der Eintritt jedoch frei. Ein richtiger Geheimtipp ist es leider nicht mehr, trotzdem sind es weit weniger Besucher im Vergleich zu offiziellen Stunde am Vormittag, wo auch viele Schulklassen kommen.

Mit uns warten rund 15 andere Paten am Eingang. Teilweise haben sie erst heute morgen ein Elefantenkind adoptiert und sind nachmittags gleich noch einmal zum Sheldrick Trust zurück gekehrt. Das bietet sich an, denn man kann (wie ich vor einigen Tagen) die Zwischenzeit gut mit einem Besuch im benachbarten Giraffencenter, dem Karen Blixen Museum und den dazu gehörenden Coffee Gardens, der Kazuri Bead Factory oder auch einem Besuch der Tierauffangstation des KWS (Kenya Wildlife Service) ausfüllen, ohne den Stadtteil Karen verlassen zu müssen.

Für Unterhaltung bis zum Einlass sorgt eine Truppe Warzenschweine, die den Rummel sichtbar entspannt genießen und sich gern auch aus der Nähe fotografieren lassen. Um 17.00 Uhr geht es los, zuerst zu Maxwells Gehege. Das blinde Spitzmaulnashorn kennt die Geräusche der Besucher schon und lässt sich beim Abendbrot nicht weiter stören. Solio, das andere Nashorn, kommt ab und zu vorbei und wir sollen uns ruhig verhalten, wenn sie wirklich auf dem Gelände auftauchen sollte. Sie verkehrt seit einiger Zeit auch mit den wilden Nashörnern des Nationalparks und ist dort bereits integriert. Gelegentlich schaut sie jedoch vorbei, um den Garten der Sheldricks neu zu gestalten oder ihren Kumpel Maxwell zu besuchen.

Die vier kleinsten Elefanten, Ashaka, Kauro, Mbegu und Kamok, sind schon im Bett. Die anderen kommen in zwei Gruppen aus dem Busch. Man hört sie schon von weitem. Ganz dicht laufen sie an den Besuchern vorbei direkt zu den Ställen, wo die Milchflaschen auf sie warten. Nur zwei trotten hinter den zwei Pflegern hinterher und haben es nicht eilig. Jeder der kleinen Elefanten kennt sein Gehege genau und es ist kein Problem, sie hinein zu bekommen.

Nachdem alle Elefanten ihre “Kinderzimmer” für die Nacht bezogen haben, dürfen die Paten zu den einzelnen Gehegen. Hier kommt man den kleinen Elefanten ganz nahe und kann schöne Fotos machen. Die Elefanten stört es nicht, dass die Kameras auf sie gerichtet werden. Manche finden es ganz lustig, mit den Besuchern zu spielen und strecken den Rüssel durch die Gitterstäbe oder laufen nahe am Tor vorbei, so dass man ihren Rücken oder ihre Ohren streicheln kann. Einige ziehen Wasser aus aus den Bottichen vor den Gehegen und treiben Schabernack damit.

Bei den kleineren sind die Pfleger bereits mit im Stall und machen sich bereit für die Nacht. Sie sind sehr nett, beantworten die vielen Fragen und nehmen sogar die Kamera, um Nahaufnahmen von ihren Schützlingen zu machen. Die ganz Kleinen liegen schlafend unter einer Decke, andere spielen im Stall noch Fußball oder kuscheln mit den Pflegern. Sie können die Männer am Aussehen und am Geruch unterscheiden und haben viel Vertrauen. Viele der Paten haben nach diesem rührenden Anblick sicher gleich noch mehr Elefanten ins Herz geschlossen und schließen weitere Patenschaften ab.

20 kleine Elefanten sind derzeit im Waisenhaus. Einige Gehege stehen im Moment leer und warten auf neue Findelkinder. In den letzten Wochen wurden mehrere der größeren Elefanten in die Außenstationen umgesiedelt, wo sie langsam an das Leben in der Wildnis gewöhnt werden. Auch unser Büropatenkind Lima Lima und mein privates Patenkind Quanza sind vor kurzem in eine neue Station in Umani Springs im Chuyu Hills Nationalpark umgezogen. Hier werden sie irgendwann mit den anderen Elefanten eine eigene Herde bilden oder sich einer wilden Herde anschließen können. Ich schaue mich nach neuen Patenkindern für uns um und entscheide mich für Kauro und Lemoyian.

Kauro wurde in der Sera Conservancy (Samburu) in einem Wasserloch gefunden. Offenbar wurde er von Raubtieren angegriffen, denn ihm fehlt das Rüsselende mit den „Fingern“ und er hatte mehrere Wunden am Rüssel, die sehr schmerzhaft waren. Mit nur einem Monat war er wirklich winzig und bei den kleinen Elefanten, die noch keine Zähne haben, können viele Komplikationen auftreten. Kauro ist ein zäher kleiner Bursche und hat die kritische Zeit gut überstanden. Er hat sich mittlerweile gut im Elefantenwaisenhaus eingelebt.

Lemoyian wurde ebenfalls in einem Wasserloch im Amboseli Nationalpark nahe der tansanischen Grenze gefunden. Er ist schon etwas älter als Kauro und ein sehr freundlicher kleiner Elefant, der uns gleich seinen Rüssel entgegen reckt und ganz neugierig an uns herumtastet.

Nach rund einer Stunde, die wie im Flug vergangen ist, ist die Besuchszeit vorbei und die Paten verlassen das Gelände. Für uns geht es weiter zum nahe gelegenen Carnivore Restaurant und morgen in den Amboseli-Nationalpark, der für seine großen Elefantenherden berühmt ist. Für die kleinen Elefanten beginnt morgen wieder ein aufregender neuer Tag im Busch und neue Besucher werden entzückt von ihnen sein.

Der Patenbesuch ist ab 2015 bereits im Reiseverlauf der Reise “Tansania-Kenia: Die Große Tierwanderung” am 9. Tag enthalten. (Die Reise beginnt im kommenden Jahr in Tansania und nicht wie in diesem Jahr in Kenia). Für 2014 bieten wir den Ausflug optional für den Nachmittag des 5. Tages oder bei früherer Anreise nach Nairobi an. Auch bei den anderen Keniareisen ist ein Besuch arrangierbar. Gern beraten wir Sie.

Im ZDF wurde übrigens gestern (31.7.2014) eine Dokumentation gezeigt. Der Schauspieler und Tierschutzaktivist Hannes Jaenicke hat das Waisenhaus und ein Elefantenprojekt in Samburu besucht und auch ein Gespräch mit Dame Daphne Sheldrick geführt. Beeindruckende Bilder- sehenswert!

 

Massai Mara, 4.Juli 2014

Es ist noch stockdunkel draußen, als ich gegen 4.00 Uhr heute morgen aufstehe. Strom gibt es in der Lodge erst in einer Stunde und ich bin wegen der befristeten Stromzeiten etwas in Sorge, ob meine Akkus nach der fotoreichen Pirschfahrt am gestrigen Nachmittag schon wieder voll geladen sind.

Elly Kirkman, die verwegene Ballonpilotin © Foto: S. Schlesinger | Outback Africa Erlebnisreisen

Elly Kirkman, die verwegene Ballonpilotin © Foto: S. Schlesinger | Outback Africa Erlebnisreisen

Mit einem Fahrer geht es hinein in die Dunkelheit. In weiter Ferne sieht man blinkende Lichter – die Massai halten so die Löwen von ihren Viehpferchen fern. Nach rund einer halben Stunde Fahrt treffen wir auf einige weitere Fahrzeuge. Von dem Ballon ist noch nicht viel zu sehen, lediglich ein überdimensionaler Korb steht bereit. Erst bei näherem Hinsehen erkennt man im ersten Morgenlicht eine riesige gelb-orangene Fläche, die auf dem Boden ausgebreitet liegt. Mit Hilfe von Generatoren werden nun Ventilatoren in Gang gesetzt, die den Ballon soweit vorab aufblasen, dass ein Sicherheitscheck der Hülle stattfinden kann.

Eine kleine, drahtige Frau stellt sich als Elly, unsere Pilotin, vor. Sie kommt aus Australien, ist seit 15 Jahren Ballonpilotin und hat über 1500 Flugstunden auf ihrem Konto. Ihre deutlich zu verstehenden und eindeutigen Sicherheitsanweisungen geben mir ein gutes Gefühl. Wir werden 16 Passagiere sein und fliegen mit “Twiga”, einem der größten Ballons, von denen die Firma insgesamt sieben besitzt. Wir teilen uns in vier Gruppen auf, denn der Korb ist in vier “Compartments” eingeteilt. Der Rand ist ungefähr brusthoch, innen ist alles gepolstert und die Passagiere sitzen oder stehen hübsch aufgereiht wie Kekse in einer Schachtel nebeneinander. So kann auch bei der Landung für den Fall, das der Korb umkippt, nicht viel passieren. Ich schließe mich einer indischen Familie mit einer kleinen Tochter an. Der Vater bekommt nochmals separate Anweisungen, wie er das Kind bei der Landung festhalten soll, dann wird genau eingeteilt, in welcher Reihenfolge der Korb bestiegen wird.

Der Brenner wird entzündet und speit nun wie ein Drache Feuer in die Ballonhülle. Innerhalb von Sekunden richtet sich der gelb-orangene riesige Luftsack auf und wir bekommen das Kommando zum Einsteigen. Ich bin in unserem „Abteil“ zuerst dran und setze mich wie angewiesen auf die gepolsterte Sitzbank, den Rucksack mit der Kamera zwischen die Beine geklemmt. Nachdem alle anderen Passagiere ebenfalls sitzen, geht es los und nach einigen kräftigen Brennerstößen heben wir ab. Wir dürfen aufstehen und sehen, wie die Bäume unter uns immer kleiner werden. Einfache Physik wirkungsvoll angewandt. Langsam gewinnen wir an Höhe. Der Brenner über der Mitte des Korbes erzeugt ordentlich Hitze und da ich direkt daneben stehe, habe ich es kuschelig warm und bekomme Ellys Kommentare natürlich besonders gut mit.

Wir haben nicht viel Wind und es scheint, als ob wir uns fast gar nicht von der Stelle bewegen. Das Ballonfahren habe sie Geduld gelehrt, sagt Elly und erzeugt mit dem Hebel eine ordentliche Brennerflamme. Langsam kommen wir in Fahrt und bewegen uns in westliche Richtung, denn der Wind kommt hier fast immer von Osten. Gestern waren genau hier unter uns Hunderte von Gnus und Zebras, nun sind sie weitergezogen. Wir steigen weiter auf, damit wir in eine Windströmung kommen und Fahrt aufnehmen. Mit einem Fernglas sucht Elly die Savanne nach interessanten Tieren ab. Unter uns wandern einige Antilopen vorbei, später sehen wir an einem Flusslauf zwei junge Löwen und eine Hyäne, die sich an einem erlegten Gnu gütlich tut.

Die Sonne geht auf und hinter uns am Horizont sieht man die Silhouetten von fünf weiteren Ballons. Ein toller Anblick! Ballonfahrten sind sehr beliebt. Langsam dreht sich der Ballon und wir haben die Möglichkeit, in unterschiedliche Richtungen zu schauen. Elly macht mit einer kleinen Kamera, die in den Leinen über uns hängt, einige Gruppenbilder. Alle im Korb sind auffallend still. Eine Mitreisende findet gerade heraus, dass sie doch etwas Höhenangst hat, alle anderen genießen andächtig das herrliche Gefühl, lautlos über die Ebene zu schweben, nur begleitet vom Blöken der Gnus und dem Wind, der über das Savannengras streicht.

Vor uns erhebt sich ein kleiner Hügel und hier treffen wir endlich auf die großen Gnu- und Zebraherden. Wir sinken weit herunter und können die Tiere ganz nah sehen, die von dem Fauchen des Brenners aufgeschreckt davongaloppieren. Immer dichter wird der weiß-schwarze und graue Teppich. Die Große Tierwanderung ist in der Massai Mara angekommen.

Viel zu schnell vergeht die Zeit und wir bekommen das Kommando, die Kameras wegzupacken und uns zur Landung bereit zu machen. Elly macht ihre Sache großartig, wir setzen auf und werden nur ein kleines Stück durch den Schwung des Ballons mitgerissen, dann kommen wir zum Stillstand und kippen auch nicht mit dem Korb um. Natürlich werden nun eine Menge Fotos gemacht, während die Fahrer geduldig auf uns warten, um uns quer durch die Gnuherden zum Frühstücksplatz zu bringen. Hier ist unter einem Baum ein Tisch mit Leckereien aufgebaut und es gibt reichlich Sekt und Kaffee. Sogar eine Toilette wurde installiert. Insgesamt sind wir rund 20 Kilometer über die Massai Mara gefahren.

Wir bekommen unsere Zertifikate. Auf die albernen Rituale, die es bei deutschen Ballonfahrten gibt, wird hier zum Glück verzichtet. Wir können uns die gemachten Fotos anschauen und auch kaufen. Alle sind sich einig, dass dies ein tolles und einmaliges Erlebnis war. Ich könnte sofort wieder abheben und auch wenn Ballonfahrten mit rund 500 Dollar recht preisintensiv sind, sollte man lieber an anderer Stelle sparen und sich dieses fantastische Erlebnis gönnen. Man kann übrigens einen Ballon auch exklusiv mieten, muss jedoch immer die komplette Anzahl Personen bezahlen.

Ballonfahrten sind bei fast allen Reisen in die Massai Mara und auch in der Serengeti und in Tarangire arrangierbar. Die Vorbuchung wird dringend empfohlen, denn nicht immer sind noch genügend Plätze im Korb frei.

Seite 1 von 15412345...102030...Letzte »

Katogorien

Archiv