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Reiseberichte

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Wer möchte nicht einmal selbst sehen, wie Vanille, Pfeffer, Nelken und Muskatnüsse wachsen?

Wir haben eine Gewürztour (Spice Tour) auf unserer Sansibar-Reise erlebt, denn die Gewürze haben der Insel im Indischen Ozean den Beinamen „Gewürzinsel“ eingebracht und sie dadurch weltweit berühmt gemacht. Gewürze waren und sind ein kostbares Handelsgut und wurden mit Gold aufgewogen. Nur reiche Leute konnten sich die exotischen Gaumenfreuden leisten. Auf Sansibar gibt auch heute noch zahlreiche Gewürzfarmen, aber nur wenige sind für Touristen zugänglich und bieten geführte Gewürztouren an.
Gleich am Parkplatz werden wir von unserem Guide empfangen und schon sind wir mittendrin in einem großen waldähnlichem Gelände.

Wir sehen Maniokpflanzen, Sträucher mit einer Wuchshöhe von 1,5 bis 5 Metern, und erfahren, dass deren Wurzelknollen zu Mehl gemahlen werden. Im rohen Zustand enthalten die Knollen Blausäure und sind giftig, durch das Mahlen und Wässern wird diese entfernt und man kann das Mehl dann wie Kartoffelmehl zu Brei oder Klößen verarbeiten. Maniok stammt ursprünglich aus Mittelamerika und wurde von den Spaniern und Portugiesen importiert. Danach geht es vorbei an einem Nelkenbaum zu einem uns ebenfalls bekannten Gewürz. Es hat hier seinen eigenen Namen: Pili Pili Manga. Wir kennen es als Schwarzen Pfeffer. Eigentlich stammt schwarzer, roter, weißer und grüner Pfeffer vom gleichen Gewächs. Die unterschiedlichen Farben kommen vom Reifegrad und von der Verarbeitung der Pfefferbeeren, die in langen Rispen vom Strauch hängen.

Unser Guide reicht uns bei allen Pflanzen zuerst ein Blatt, an deren Geruch wir die Pflanzen erkennen sollen. Nicht immer gelingt es uns, ehe er uns die dazugehörige Frucht zeigt. Über Kurkuma (auch Gelber Ingwer genannt) geht es weiter zu Sternfrüchten (Karambole), die hier zahlreich am Baum hängen. In der Zwischenzeit faltet der zweite Guide eine kleine Tüte aus Palmenblättern, die er uns übergibt. Hier können wir alle Gewürze und Früchte, die wir gezeigt bekommen, hineinstecken und als Andenken mit nach Hause nehmen.

Vom Lemongras, das besonders in der asiatischen Küche beliebt ist, kommen wir zu einem anderen, sehr interessanten Gewächs: der Lippenstiftfrucht. Unser Guide öffnet den kastanienähnlichen Fruchtkörper und zerdrückt die kleinen roten Kugeln, die sich im Inneren befinden. Es entsteht eine rote Paste, die er anschließend Ulrike auf die Lippen aufträgt. Viele sansibarische Frauen nutzen diese als natürlichen Lippenstift.

Ein paar Schritte weiter wachsen Chilischoten in rot und grün. Die Vanilleschoten, wie wir sie kennen, sind eigentlich die getrockneten Fruchtschoten einer Orchideenart. Sie stammen wie auch Maniok aus Mittelamerika und waren früher wertvoller als Gold. Sie wurden ebenfalls von den Spaniern eingeführt, allerdings wusste man nicht, dass nur eine bestimmte Bienenart die Blüten natürlich bestäubt. Da es diese Bienen hier auf Sansibar nicht gibt, muss man die Blüten künstlich bestäuben. Auch Kaffeesträucher wachsen hier. Die Rinde der Zimtbäume, die getrocknet das aromatische Weihnachtsgewürz ergibt, wächst immer wieder nach. So kann über Jahre Zimt geerntet werden kann.

Wir sehen Ingwer und grünen Kardamom. Beide gehören zur gleichen Pflanzenfamilie, jedoch wird beim Ingwer die Wurzelknolle als Gewürz verwendet, beim Kardamom die Samen und die Fruchtstände. Die großen Bananenstauden, deren breite Blätter den Boden beschatten, tragen schwere Fruchtstände mit Büscheln von Bananen, die auch “Hände” genannt werden. Nach der Ernte des Fruchtstandes stirbt die Bananenstaude ab und es wächst direkt neben dem alten ein neuer Stamm. Es gibt auch Früchte zu sehen, die man daheim im Supermarkt vergeblich sucht. Zum Beispiel Brotfrüchte. Diese Pflanzen stammen aus der Südsee und waren der Grund für die “Meuterei auf der Bounty”, die diese Nutzpflanzen in die Kolonien bringen sollte. Brotfrüchte werden ähnlich wie Kartoffeln verwendet. Weitestgehend unbekannt bei uns sind auch Granviolas (Stachelannonen) – sie werden auch “Sauersack” genannt. Ihr saures Fruchtfleisch wird in Limonaden, Eis oder Marmeladen verwendet. Man kann die druckempfindlichen Früchte nicht gut transportieren, weil sie sehr schnell verderben. Deshalb werden sie nur vor Ort direkt verarbeitet.

Nun bekommen wir eine besondere Aufführung zu sehen. Ein Angestellter klettert eine Palme hinauf, erntet für uns eine Kokosnuss und singt dabei. Wir bekommen die frische Kokosmilch zu trinken und können das leckere Fleisch verzehren.

Es geht weiter durch das waldähnliche Gelände, wo uns die großen Bäume genügend Schatten bieten. Ein Baum trägt aprikosenähnliche Früchte. Es ist ein Muskatnussbaum. Im Inneren der Frucht befindet sich die glänzend-braune Muskatnuss, die von einem roten Netz umgeben ist. Zuviel Muskatnuss sollte man nicht auf einmal essen, denn sie hat eine berauschende Wirkung. Auch Ananas wachsen hier auf der Spice Farm, allerdings ist gerade keine Saison, aber eine Babyananas bekommen wir zu sehen.

Am Schluss der Tour werden uns verschiedene Früchte zum Naschen zubereitet und wir werden als Gewürzköniginnen gekrönt. Wir können auch Gewürze kaufen, es gibt zahlreiche verschiedene Abpackungen, Mischungen und Tees.
Es ist sehr interessant und lehrreich zu sehen, wie die einzelnen Gewürze und Früchte hier wachsen, von denen viele heute in unserer Küche ganz selbstverständlich verwendet werden und im Supermarkt erhältlich sind. Eine Spice Tour gehört deshalb zu den absoluten Must-Do’s auf Sansibar und ist wärmstens zu empfehlen.

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Nachtrag: Auch wir (Marco und Svenja Penzel von Outback Africa) können von einer Gewürztour auf Sansibar nur schwärmen. Wir erlebten sie gemeinsam mit unseren beiden Kindern, damals 8 und 6 Jahre alt. Sie war nicht nur für uns, sondern auch für unsere Kinder sehr interessant und abwechslungsreich. Der Guide verstand es, die Kinder mit einzubeziehen und bei Laune zu halten. Zwischendurch gab es immer mal wieder kleine Basteleien aus Palmblättern, z.B. einen Ring oder eine Kette, und auch die Sonnenbrillen fanden die Kinder “cool”. Unvergesslich, wie der Guide singend und nur mit einem Fußseil als Hilfsmittel den Stamm einer Palme hinaufkletterte und uns aus luftiger Höhe die frischen Kokosnüsse holte.

Das Breezes, das Palms und das Baraza gehören zur Lodgegruppe “The Zanzibar Collection” und liegen direkt nebeneinander. Angelika und ich dürfen im noblen The Palms übernachten, und die anderen beiden schauen wir uns an.

The Palms

Freundlich und wie immer mit einem Welcome Drink werden wir im The Palms erwartet. Unsere Zimmer sind noch nicht ganz fertig, was uns aber hier nicht stört. Schon die Rezeption ist schön kühl und wir machen es uns auf einer Couch bequem. Dann kommt Siriak, der Manager, und holt uns für unsere Führung ab. The Palms ist nicht sehr groß – insgesamt nur sechs Bungalows, die recht nah beieinander liegen. Wir betreten ehrfürchtig den Bungalow, der uns für die letzte Nacht unserer Reise zur Verfügung gestellt wird. Ich bin fast ein wenig erschlagen. Von außen sah das Ganze nicht so riesig aus wie von innen. An eine Veranda mit eigenem kleinem Pool schließt sich eine Lounge an mit Sofa, Sessel, Tisch, Fernseher und kleiner Miniküche. Dort steht auf einem Tresen eine Flasche Sekt im Sektkühler, im Kühlschrank erwartet uns ein üppiger Obstteller. Wir werden mit einem kleinen Kärtchen herzlich willkommen geheißen.

Hinter der Lounge steht ein riesiges Doppelbett. Siriak sagt uns, The Palms sei vorwiegend für Paare und Hochzeitsreisende gedacht. Aber es gibt noch ein Kinderzimmer, nicht ganz so luxuriös, aber mit eigener Dusche und Toilette. So entschließe ich mich, Angelika das „Fürstenzimmer“ zu überlassen und ziehe mich in eigene Gemächer zurück.
An das Schlafzimmer schließt sich eine Nasszelle mit allen Schikanen an. Es gibt eine Dusche, eine Toilette, ein Bidet, eine Badewanne und einen doppelten Waschplatz. Sogar unsere Taschen bekommen ihr eigenes Zimmer. Nachdem wir also unseren Bungalow bezogen haben, geht es weiter in den Garten. Der ist sauber und gepflegt. Es gibt einen Pool, am Pool ein kleines Restaurant und gegenüber noch ein größeres Restaurant inklusive Bar und Bibliothek. Trotz des ganzen Luxus fühle ich mich sehr wohl hier. Das Gefühl, wegen der ungewohnten Umgebung fehl am Platz zu sein, will sich nicht einstellen. Siriak ist einer der nettesten Manager, die ich je getroffen habe, und so fühle ich mich hier sehr willkommen. Wir nennen nicht nur einen fantastischen Bungalow unser eigen, wir verfügen sogar über ein eigenes Strandhäuschen. Hier stehen zwei Liegen bereit, Handtücher sind vorhanden und der Blick auf das Meer ist großartig. Immer wieder schaue ich Angelika an und denke wohl das Gleiche wie sie: Was haben wir doch für ein Glück!!!

Die Hotelanlage des The Palms grenzt an den Breezes Beach Club and Spa auf der einen und Baraza Beach Resort auf der anderen Seite. Wir machen uns auf den Weg und statten den Nachbarn einen Besuch ab.

Breezes Beach Club and Spa

Der Breezes Beach Club ist mit insgesamt 74 Zimmern deutlich größer als das Palms. Trotzdem fühle ich mich hier ebenfalls auf Anhieb wohl. Man spürt eine gediegene Atmosphäre, wir buchen auch recht häufig Kunden hier ein und die Rückmeldungen sind allesamt positiv. Es gibt hier drei Zimmerkategorien. Die Standardzimmer befinden sich ganz hinten im Garten. Die Deluxe Zimmer sind etwas näher am Strand und jeweils im Erdgeschoss der Bungalows untergebracht, und es gibt Suiten, die sich über den Deluxe Zimmern befinden. Ein Bungalow besteht jeweils aus vier Deluxe Zimmern und zwei Suiten. Da sich alle Zimmer in einem großzügigen Garten verteilen, ist die Wahrscheinlichkeit, ein Zimmer mit Meerblick zu erhaschen, recht gering. Von den Suiten aus ist die Chance am größten.
Wir bekommen die gesamte Anlage gezeigt. Die Zimmer, die verschiedenen Restaurants, das Spa, den Fitnessraum, das Tauchcenter, den Pool, den Shop und das The Tides. Das ist ein kleiner privater, aber offener Raum mit Meerblick, den man exklusiv für private romantische Dinner mieten kann. Wenn ich nicht vorher das Palms besichtigt hätte, hätte ich gesagt: Hier ist es schön, hier will ich bleiben!

Baraza Resort and Spa

Im Baraza freuen wir uns riesig über den Welcome Drink und die Klimaanlage in der Lobby. Es macht auf mich einen etwas künstlichen arabischen Eindruck. Überall in der Lobby stehen Plastikblumen und-palmen, was ich ein wenig befremdlich finde. Alles ist peinlich sauber und glänzend, so gar nicht afrikanisch. Valeria, die Managerin, nimmt uns in Empfang. Mit nur 30 Zimmern ist das Baraza nur etwa halb so groß wie das Breezes, aber deutlich größer als das The Palms. Auch hier sind die Zimmer riesig und mit allem ausgestattet, was man so braucht. Mir fällt auf, dass in allen Zimmern, die wir uns ansehen, die Klimaanalage eingeschaltet ist. Die Hitze von draußen wechselt sich also mit der Kälte im Zimmer ab. Das Baraza hat einen riesigen Pool. Überhaupt finde ich hier alles recht „riesig“. Natürlich gibt es auch hier ein Fitness Center und einen Spa-Bereich. Der scheint in ganz Afrika recht wichtig zu sein, denn jede Unterkunft, die über so etwas verfügt, zeigt diesen Bereich immer voller Stolz.

Als wir alles angeschaut haben, gehen wir zurück in unser Zimmer. Nun bleibt uns noch Zeit, unser nobles Domizil den ganzen Nachmittag zu genießen. Schnell hüpfen wir unter die Dusche, dann geht es in das kleinere Pool-Restaurant, wo wir einen leichten Mittagssnack einnehmen. Dann endlich geht es an den Strand. Wir machen es uns in unserer Banda, einem kleinen Strandhäuschen gemütlich, die Flasche Sekt vom Empfang haben wir dabei. Wir lassen die ganzen letzten Tage noch einmal Revue passieren und reden über dies und das. Plötzlich kommt eine junge Dame und bringt uns Häppchen und kühle Drinks. So kann man es sich gut gehen lassen. Wir schicken ein paar Neidbilder ans Büro und nach Hause. Dann springen wir zum ersten Mal auf dieser Reise in den herrlich blauen Ozean. Hier gibt es keine Korallen und keine Seeigel. Wieder kommen mir Faust’s Worte in den Sinn: “Zum Augenblicke möchte ich sagen, verweile doch, du bist so schön!”

Mir wird bewusst, dass unsere Tour nun schon fast zu Ende ist. Ich finde es schade, aber ich freue mich natürlich auf zu Hause. Abends speisen wir noch gediegen mit nur sechs anderen Gästen im Restaurant des Palms. Es gibt hier immer ein Menü, das man auch gern separat und privat einnehmen kann. Heute ist Indischer Abend – nicht unbedingt mein Geschmack. Die Portionen sind ein bisschen klein. Ich mag nicht alles, werde aber trotzdem satt.

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Wir machen einen kurzen Stopp an der Shooting Star Lodge. Die Lodge hat insgesamt 16 Zimmer. Wir schauen uns alle Kategorien an, von den Garden Lodge Rooms, den einfachsten Zimmern, über die etwas großzügigeren Sea View Cottages, bis hin zu den beiden Monsoon Villas, die sich über drei Etagen erstrecken. Die Anlage hat einen tollen und gepflegten Garten. Alle Zimmer bis auf die Garden Rooms sind hell, groß und freundlich. Emilie, die Managerin, nimmt sich Zeit und erzählt mir viel, auch Insiderwissen über den Tourismus, die Probleme und die Korruption im Land. Sehr schade, dass hier nicht alles so läuft, wie es in einer gesunden Wirtschaft laufen sollte. Aber zurück zur Lodge. Ich denke, wie haben hier eine schöne Unterkunft gefunden, die ich gern weiterempfehlen möchte, nur die Zimmer im Garten würde ich nicht gern verkaufen wollen, dafür umso lieber die Sea View Cottages. Die Monsoon Villas sind es wert, noch einmal extra erwähnt zu werden. Sie sehen aus wie ein kleiner Sultanspalast und erinnern mich ein wenig an das Matemwe Retreat, auch wenn sie lange nicht so groß sind. Es gibt drei Schlafzimmer auf drei Etagen, das oberste unter freiem Himmel. Ich kann mir gut vorstellen, hier eine romantische Nacht auf dem Dach zu verbringen mit einem schönen Dinner, meinem Liebsten und den unbeschreiblichen afrikanischen Sternen – seufz….

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