Neuigkeiten und Berichte von Outback Africa Erlebnisreisen

Reiseberichte

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Hinweisschild im Addo Elephant Nationalpark © Foto: Ines Schulze

Hinweisschild im Addo Elephant Nationalpark © Foto: Ines Schulze

Sie tauchen nur sehr selten in den Fotogalerien von Safarireisenden auf und auch bei den berühmten „Big Five“ oder den weniger berühmten „Small Five“ sind sie nicht erwähnt – Mistkäfer (auch Dung Beetle, Pillendreher oder Skarabäus genannt).

Mistkäfer, Südafrika © Doreen Schütze | Outback Africa Erlebnisreisen

Mistkäfer, Südafrika © Doreen Schütze |
Outback Africa Erlebnisreisen

Im alten Ägypten wurden die rund fünf Zentimeter großen, schwarz schillernden Käfer als Gottheit verehrt. Man glaubte, der Käfer rolle den Sonnenball über den Himmel. Skarabäen wurden deshalb in vielen Darstellungen und Skulpturen verewigt.

Tatsächlich sind Mistkäfer auf das Rollen spezialisiert und werden deshalb auch Pillendreher genannt. Allerdings rollen sie keine glühenden Himmelskörper, sondern Dungkugeln. Dabei vollführen sie wirklich akrobatische Leistungen mit Vorder- und Hinterbeinen und scheuen keine Mühe und Arbeit, um die Vorräte in die gegrabenen Höhlen für sich und den Nachwuchs zu bugsieren. Für Insekten mit einem winzigen Gehirn gehen sie dabei sehr überlegt und strategisch zu Werke und haben einen guten Orientierungssinn, der sich nachts auch an den Sternen orientiert.

Von den Mistkäfern gibt es rund 150 Arten und man findet sie auf allen Kontinenten, jedoch interessieren sie sich nur für Pflanzenfresser-Dung und nicht für die Hinterlassenschaften von Fleisch- oder Allesfressern.

Mistkäfer, Südafrika © Doreen Schütze | Outback Africa Erlebnisreisen

Mistkäfer, Südafrika © Doreen Schütze | Outback Africa Erlebnisreisen

Besonders häufig trifft man verschiedene Mistkäferarten dort an, wo es Elefanten gibt. Ein Elefant frisst durchschnittlich 16 bis 18 Stunden am Tag und vertilgt dabei bis zu 200 Kilogramm Grünfutter. Nach rund neun bis zehn Stunden kommen rund 50 Kilogramm Dung wieder ans Tageslicht. Das Verdauungssystem der Elefanten ist nicht so effektiv wie das von Antilopen, so dass der Dung noch sehr viele unverdaute Pflanzenbestandteile und auch Samen enthält. Für den Mistkäfer sind die Hinterlassenschaften ein wahres Festessen und die Weibchen, die übrigens die Kugeln meist allein nach Hause befördern müssen, legen ihre Eier in den Kugeln ab, aus denen dann die Larven für eine neue Generation von Saubermachern schlüpfen.

Durch das Vergraben des Dungs sorgen die Käfer auch für Düngung und auch die Aussaat neuer Pflanzen und Bäume. So schließt sich der Naturkreislauf wieder. Im Addo Elephant Park in Südafrika, den unsere Kollegin Doreen während ihrer Reise „Vielfältiges Südafrika“ besucht hat, stehen die Mistkäfer sogar unter Artenschutz und auf großen Hinweistafeln wird aufgefordert, die Dunghaufen auf den Straßen nicht zu überrollen, sondern herum zu fahren, um die Mistkäfer zu schützen und ihren wichtigen Putzjob nicht zu stören.

Und auch wenn es der Mistkäfer nicht in die Liste der „Big Five“ schafft, so gehört er doch zu den nützlichsten Tieren und verdient es, auch mal fotografiert und gewürdigt zu werden.

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Neben den sehr beliebten Kaffeetouren bieten die Meru View Lodge und die Ngurdoto Lodge noch ein weiteres Naturerlebnis an. Auf dem Lake Duluti nahe Arusha kann man eine geführte Kanutour unternehmen. Der Ausflug ist zeitlich variabel und bietet sich auch an, wenn man zum Beispiel nur einige Stunden bis zum Abflug überbrücken möchte.

Der Mt. Meru und der Kilimanjaro sind erloschene Vulkane. Die gesamte Landschaft um sie herum wurden vor Jahrmillionen durch Lava und Asche erschaffen. Diese ist sehr mineralhaltig und fruchtbar, außerdem bleiben die Wolken an den hohen Vulkanbergen hängen und regnen sich ab. Deshalb ist es hier überall sehr grün. Nicht alle Vulkane ragen dabei kegelförmig in die Höhe. Bei einigen hat sich durch hohen Druck ein riesiger Hohlraum im Inneren gebildet. Der Vulkanberg ist praktisch implodiert und hat einen Krater hinterlassen, der viel tiefer als das Umland ist. Der berühmteste dieser Krater, die auch Caldera genannt werden, ist der Ngorongoro-Krater. Durch seinen Durchmesser von 17 bis 21 Kilometern ist der Grund der Ebene zu einer fruchtbaren Savannenlandschaft geworden.

Lake Duluti © Foto: S.Schlesinger | Outback Africa Erlebnisreisen

Lake Duluti © Foto: S.Schlesinger | Outback Africa Erlebnisreisen

Ein wesentlich kleineres Exemplar ist der Lake Duluti. Ebenfalls eine Caldera, hat sich sein Krater im Laufe der Jahrtausende mit Wasser gefüllt. An seiner tiefsten Stelle ist er deshalb rund 700 Meter tief (zum Vergleich: Die größte Tiefe im Loch Ness in Schottland  beträgt nur 200 Meter, durchschnittliche Badeseen bringen es auf 4-10 Meter Tiefe). Vom Grund dieses Sees kann mal also nichts wieder heraufholen. Das Wasser ist sehr sauber und wird von einem Zufluss gespeist. Der Wald rund um den See ist ein Naturschutzgebiet, auf einer Schilfinsel brüten viele verschiedene Vogelarten. An klaren Tagen hat man einen herrlichen Blick auf den Mt Meru. Heute hüllt er sich leider in einen Dunstschleier und Schäfchenwolken.

James, der Fahrer der Meru View Lodge, meistert die bucklige Zufahrt zum See im Schritttempo. Wir kommen an einer Serena Lodge vorbei, die hier exklusiv ein Stück des Schutzgebietes nutzen darf.
Vor Ort werde ich von meinem Kanu-Guide begrüßt und mit einer Schwimmweste ausgestattet. Natürlich bekomme ich die obligatorischen Fragen gestellt. Ja, ich kann schwimmen. Nein, ich habe keine Angst vor großen Tiefen.

Der See ist nicht besonders groß und Sportkanuten würden ihn binnen weniger Minuten umrunden, aber darum geht es bei der Tour nicht. Kanufahren bietet eine ganz andere Perspektive, denn man sitzt auf Wasserspiegelniveau, und wenn man nicht paddelt, bewegt sich das Boot praktisch geräuschlos. Wir gleiten am bewaldeten Ufer entlang und kommen so der Tierwelt ganz nahe. Die großen, langhalsigen Kormorane sitzen mit ausgebreiteten Flügeln auf Ästen im Wasser und trocknen ihr Gefieder. Sie lassen sich dabei nicht stören. Im See gibt es Fische, und die Kormorane haben immer einen gedeckten Tisch vor dem Schnabel. Sehr viel scheuer ist dagegen ein kleiner Malachit-Eisvogel, der immer in dem Moment, in dem ich den Kameraauslöser betätigen will, davonflattert. Diese kleinen bunten Vögel sind so hübsch. In den Bäumen am Ufer turnen Meerkatzen herum und lugen durch das dichte Blattwerk.

Auf einem dicken Ast liegt ein rund 1,50 Meter großer Waran in der Sonne. Mit seiner grün-gelben Tarnfärbung ist er von weitem fast nicht zu erkennen, bei näherem Hinsehen aber eine sehr imposante Erscheinung mit seinem dreieckigen Kopf, den Krallen an den Füßen und dem dicken langen Schwanz. Warane leben von Fischen, kleinen Wirbeltieren oder auch von Aas. Sie sind giftig und auch wenn sie als sehr intelligente Tiere gelten, möchte ich so eine Echse nicht als Haustier haben. Wir überlassen den Waran seinem Sonnenbad und gleiten weiter entlang der Schilfinsel, die für zahlreiche Vogelarten eine geschützte Brutstätte bildet. In den langen Schilf- und Papyrusstauden haben Webervögel ihre Nester gebaut. Überall zwitschert es.

In die beschauliche Ruhe mischt sich Gebetsgesang. Der Guide erklärt, dass sich unweit oberhalb der Waldes am Ufer eine Höhle befindet, die von einer religiösen Gemeinschaft als Pilgerort genutzt wird. Der Schall ihres Singsangs wird durch die Wasseroberfläche verstärkt und ist deshalb hier so deutlich zu hören, auch wenn Höhle selbst nicht zu sehen ist.

Nach rund eineinhalb Stunden haben wir den See umrundet und sind dabei nicht mal nass geworden. Baden ist hier übrigens nur an einer bestimmten Stelle erlaubt, trotzdem kommen die Einheimischen gern hierher, denn es gibt einen “Biergarten” mit einer Wiese, wo man picknicken und die herrliche Aussicht auf den See genießen kann. Die Idylle ist jedoch bedroht, denn die wachsende Stadt Arusha benötigt immer mehr Trinkwasser und plant, den See für die Wasserversorgung zu nutzen. Der Wasserspiegel würde dann dramatisch sinken.

James hat geduldig auf mich gewartet. Normalerweise würden wir nun weiter zum Mittagessen fahren und dann noch einen lokalen Markt besuchen. Der findet aber heute nicht statt, deshalb kehren wir zur Lodge zurück und ich esse dort einen sehr leckeren gefüllten Burrito mit viel Käse.

Nun heißt es Abschied nehmen von Tansania. Auf dem Weg zum Kilimanjaro Airport sehe ich ihn doch noch – den Kilimanjaro. Auf der kenianischen Seite in Amboseli auf hatte er sich vor ein paar Tagen noch in dicke Wolken gehüllt. Ganz schemenhaft steht er nun in zartrosa da wie ein riesiges Aquarell, von der untergehenden Sonne angeleuchtet. Ich bin von dem Anblick ganz überwältigt und habe das Gefühl, ein Abschiedsgeschenk zu erhalten, dass mir sagt, ich solle bald wiederkommen.

Ich werde auf jeden Fall wiederkommen, versprochen!

Levis, unser Kaffeetour-Guide © Foto: S. Schlesinger | Outback Africa Erlebnisreisen

Levis, unser Kaffeetour-Guide © Foto: S. Schlesinger | Outback Africa Erlebnisreisen

Ein Kilogramm Kaffee besteht aus rund 3500 Kaffeebohnen. Es gibt sie von hellbraun bis fast schwarz, matt und glänzend, groß oder eher klein. In Tansania, einem der Anbauländer für guten Kaffee, bin ich der Spur der Kaffeebohnen gefolgt und habe an einer Kaffeetour teilgenommen. Sie wird von der Meru View Lodge und der benachbarten Ngurdoto Lodge für die Gäste angeboten. Als bekennende Kaffeetrinkerin wollte ich natürlich auch einmal selbst Kaffee pflücken, bei der Verarbeitung der Kaffeebohnen zusehen und mehr über das „Schwarze Gold“ erfahren.

Mit mir zusammen sind zwei andere Gäste aus Deutschland unterwegs. Unser Guide heißt Levis und spricht englisch, ist aber sehr gut zu verstehen. Direkt vor dem Tor der Meru View Lodge geht es los. Der kleine Ort Usa River gehört zu Stadt Arusha, ist aber eine ländliche Gegend mit kleinen Farmen. Schon nach wenigen Metern sehen wir die ersten Farmhäuschen, manche gemauert, andere aus Holz gezimmert. Die meisten Farmer bauen hier nur noch wenig Kaffee für den Hausgebrauch auf ihren kleinen Feldern an, sondern setzen auf Mischkulturen, deren Feldfrüchte direkt auf dem Tisch landen und nicht erst mühsam verarbeitet oder verkauft werden müssen.

Am verbreitetsten sind deshalb Mais, Bohnen und Bananen. Der Mais (eine weiße Sorte) wächst langsamer als die Bohnen, die sich an den Maispflanzen hochranken können. Die Bananenstauden beschatten die Felder und schützen vor Austrocknung. Auch Spinat, Salat und anderes grünes Gemüse werden für den täglichen Speiseplan angebaut und die Überschüsse verkauft. Die großen Kaffeeplantagen mit industrieller Weiterverarbeitung sind weiter westlich im Ngorongoro-Hochland zu finden.

Levis zeigt uns verschiedene Bäume, deren Rinde, Blüten oder Früchte bei Krankheiten eingesetzt werden. Seine Gesichtsform mit den hohen Wangenknochen unterscheidet sich von anderen Tansaniern, die eher eine runde Kopfform und weiche Gesichtszüge haben. Levis stammt aus der Volksgruppe der Luo, die an der Grenze zwischen Tansania und Kenia beheimatet sind. Nicht ohne Stolz erwähnt er, dass die Großmutter und der Vater von Barack Obama ebenfalls Luo sind. Gern teilt er sein traditionelles Wissen über Pflanzen und Tiere mit uns. Es macht ihm großen Spaß, auf die Kaffeetour zu gehen, in der Hochsaison auch fünfmal pro Woche. Er liebt den Weg und die Gegend und natürlich eine gute Tasse Kaffee.

Wir erreichen die Farm von Mama Sofia. Eigentlich hat sie einen anderen Namen, aber in Tansania ist es üblich, die Eltern nach der Geburt des ersten Kindes in „Mama von…“ und „Papa von…“ umzubenennen. So heißt die erste Tochter wohl Sofia. Es ist ein Zeichen des Respekts. Eltern werden in der tansanischen Kultur hoch geschätzt, vor allem natürlich, wenn sie Söhne haben.

Wie die meisten Bauern der Umgebung auch hat Mama Sofia nur noch einige Kaffeesträucher zum Eigenbedarf und lässt die regelmäßigen Besucher gern pflücken. Zum Glück tragen die Sträucher fast ganzjährig Früchte. Auf dem Rest der Farm ist obligatorische Mix aus Mais, Bohnen und Bananen angepflanzt. Die Vorführungen und das damit verbundende Trinkgeld helfen der Familie sehr. Mama Sofia gönnt sich jedoch selbst nichts, das kann man an ihren zerschlissenen Schuhen sehen. Lieber schickt sie ihre Kinder auf die Schule.

Wir pflücken ein Eimerchen voll Kaffeekirschen. Das kann auch auf den großen Plantagen keine Maschine, da am Strauch immer Kirschen unterschiedlichen Reifegrades hängen. Nur die roten sind reif und müssen mühsam mit flinken Fingern gepflückt werden. Jede Kaffeekirsche enthält zwei Bohnen, also muss eine Pflückerin rund 1750 Kaffeekirschen für ein Kilo Kaffee pflücken. Eine beeindruckende Menge und Mühe.

Deutschland ist übrigens nach den USA der größte Importeur von Kaffee. Wir importierten 2012/13 rund 564.000 Tonnen Kaffee. Im Pro-Kopfverbrauch liegen wir auf Platz 7 mit rund 7,3 Kilogramm Rohkaffee. Dies sind 165 Liter Kaffee pro Person und Jahr. (Quelle: Jahresbericht des Deutschen Kaffeeverbandes 2013). Tansania und Kenia sind dabei nicht die Spitzenproduzenten, allerdings wächst hier wegen der Höhenlage und des günstigen Klimas qualitativ hochwertiger Kaffee. Dazu aber später mehr.

Mit einer mechanischen Mühle wird nun das Fruchtfleisch der Kirschen zerquetscht, um an die wertvollen Kerne im Inneren zu gelangen. Im anschließenden Wasserbad schwimmen sie oben und werden abgeschöpft. Unsere Ernte muss nun rund drei Wochen trocknen, deshalb bringt Mama Sofia getrocknete Kerne, die gestampft werden, um die harte Schale zu lösen. Die eigentliche rohe Kaffeebohne steckt in dieser harten Schale. In der Industrie übernehmen nun Maschinen die mühsame Arbeit, wir aber müssen Muskelkraft anwenden, um im großen Mörser die Hüllen aufzubrechen. Schnell sind die Arme lahm und Levis kommt uns lachend zu Hilfe. Nun führt Mama Sofia das Kunststück mit dem Bastkorb vor. Sie schwenkt und wirft die Bohnen und Schalen geschickt in die Luft und der Wind bläst die Schalen davon.

Die Bohnen kommen in den Steingutkessel über dem Feuer. Rund zehn Minuten dauert es, bis sie von hellbeige zu dunkelbraun geröstet sind. Je dunkler sie werden, desto intensiver wird der herrliche Duft.

Levis erzählt uns während wir warten, dass hier in der Gegend hauptsächlich Arabica-Kaffee zu finden ist, der als hochwertigste Kaffeesorte gilt. Arabica gedeiht nur in Gegenden, die nicht zu heiß und trocken sind. Die Lagen am Fuß des Mount Meru eignen sich sehr gut, weil es hier feucht, selten über 30 Grad warm und der Boden vulkanischen Ursprungs sehr fruchtbar ist. Robusta (die andere Haupt-Kaffeesorte), wächst hier zwar auch, wird aber eher in den wärmeren und trockenen Gegenden angebaut. Die Robusta-Bohnen enthalten mehr Koffein und sind schneller reif. Die handelsüblichen Filterkaffees in deutschen Supermärkten bestehen übrigens meist aus Mischungen von Arabica und Robusta, die oft aus unterschiedlichen Ländern stammen. Diese werden entweder schon als Rohkaffee gemischt oder sortenrein geröstet und dann „verblendet“. Der immer gleiche Geschmack wird durch unterschiedliche Mischungsanteile je nach Qualität und Ursprung der jeweiligen Kaffeesorten erreicht. Hochwertige Kaffees, die als ganze Bohne verkauft werden, sind dagegen oft sortenrein oder stammen aus einem bestimmten Land oder sogar nur einer Plantage. Sie schmecken deshalb nicht immer gleich und manchmal auch nicht so angenehm rund.

Unser Kaffee ist nun fertig geröstet und die Bohnen könnte man sogar knabbern. Wir müssen nun nochmals an den Mörser und den Kaffee zu feinem Pulver stampfen. Ich vermisse meinen Kaffeeautomaten, der das ganz allein erledigt. Dafür duftet es himmlisch. Das Pulver wird nun in einen Topf mit Wasser aufgekocht und gefiltert. Dann dürfen wir probieren und es schmeckt wirklich wunderbar, überhaupt nicht bitter und sehr anregend. Nach dieser Erfahrung sehe ich meine Kaffeebohnen mit viel mehr Ehrfurcht und Respekt an, weil ich weiß, wie mühsam der Weg vom Strauch zur fertigen Tasse Kaffee ist.

Wir verabschieden uns und kehren nach kurzem Marsch bei Rosi ein, die uns ein traditionelles Mittagessen serviert. Die Zutaten sind Mais (in Form von Polenta), gekochte Bohnen und Bananen sowie würziger Spinat. Alles sehr lecker und garantiert hausgemacht. Während der Hochsaison isst Levis das fünfmal pro Woche, aber es scheint ihm nichts auszumachen. Die Sonne kommt hervor und es wird schwülwarm, als wir den Regenwald am Usa River erreichen.

Ein älterer Herr in einem tadellosen Anzug erwartet uns am Waldrand – er ist der „Hüter des Waldes“ und führt uns würdigen Schrittes auf den schmalen Pfaden entlang. Wir bleiben häufig stehen, denn über uns turnen schwarz-weiße Colobusaffen durch das dichte Geäst. Meist sieht man nur die weißen, puscheligen Schwänze oder fliegende Fellbüschel. Sie sind behende und sehr scheu. An einem mächtigen Ficus-Baum, dessen Wurzeln wie geschwungene Wände vor uns aufragen, erklärt uns Levis, dass diese Bäume heilige Versammlungsplätze der Dorfgemeinschaften waren und das dieser Baum schon Jahrhunderte hier steht. In seinen riesigen Wurzeln kann man sich verstecken und wir haben Spaß beim Fotografieren.

Wir gehen weiter und überqueren den Usa-River. Am Waldausgang verabschiedet sich der ältere Herr. Ihm scheint die schwüle Wärme des Waldes nichts ausgemacht zu haben, wir dagegen sind durchgeschwitzt und niemand erhebt Einwände, hier die Tour zu beenden und nicht bis zur Meru Game Lodge weiter zu laufen. Levis ruft einen Fahrer an und wir werden abgeholt. Es war ein wirklich schöner, lehrreicher und interessanter Vormittag und ein sehr empfehlenswerter Ausflug.

Tipp: Unbedingt feste Schuhe anziehen und die langen Hosen in die Socken stecken – der Weg ist sehr uneben und es gibt im Wald Ameisen, die gern in die Hosenbeine krabbeln.

Die Kaffeetour ist fester Bestandteil vieler unserer Tansania-Reiseprogramme (zum Beispiel beim Safari-Baustein Tansania, Tansania Nord und Süd sowie in unserer beliebten Reise Tansania-Kenia: Die Große Tierwanderung, die ab 2015 mit einem Aufenthalt in der Meru View Lodge und der Kaffeetour beginnt.

Morgen vormittag werde ich noch eine weitere Aktivität probieren und eine Kanutour auf dem Lake Duluti unternehmen, bevor ich Abschied von Tansania nehmen muss und nach Hause fliege.

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