Neuigkeiten und Berichte von Outback Africa Erlebnisreisen
Madagaskar-Besucher müssen derzeit keine Gebühren entrichten, wenn Sie das Visum erst bei der Einreise beantragen. Darauf weisen Reiseagenturen vor Ort hin. Der Verzicht auf die Gebühr, die zuletzt mehr als 50 Euro betragen hat, soll helfen, den Tourismus auf der Insel im Indischen Ozean wieder anzukurbeln. Nach dem umstrittenen Regierungswechsel zu Jahresbeginn, in dessen Zuge es in der Hauptstadt Antananarivo zu Tumulten mit Todesopfern kam, hatten viele Regierungen von Reisen nach Madagaskar abgeraten. Der Tourismus kam zeitweise völlig zum Erliegen. Inzwischen hat sich die Lage beruhigt. Viele Regierungen haben ihre Reisewarnungen wieder aufgehoben. Das Auswärtige Amt in Berlin rät derzeit nur noch vor ”nicht unbedingt erforderlichen Reisen mit Hauptreiseziel Antananarivo” ab. Die Tumulte waren ohnehin auf bestimmte Stadtviertel Tanas beschränkt. In den anderen Teilen des großen Landes war es immer ruhig. Diese Gegenden sind für Touristen leicht zu meiden, zumal wenn die Reise vor Ort von einer erfahrenen Agentur organisiert wird.
Derzeit ist noch unklar, wie lange die Befreiung von der Visa-Gebührenpflicht gilt. Sie wird ohnehin nur direkt bei der Ankunft im Land gewährt. Wer sein Visum bereits vor Reisebeginn bei der madagassischen Botschaft bestellt, zahlt weiterhin 65 Euro. Außerdem liegen bislang noch kaum Erfahrungen vor, wie die Behörden bei der Einreise am Flughafen von Tana mit der Regelung umgehen. Es scheint daher ratsam, sich nicht unbedingt auf die Gebührenfreiheit zu verlassen. Erfahrungsberichte von Madagaskar-Reisenden im Kommentarfeld dieses Beitrags sind willkommen!
Eine Lemurenart in Madagaskar trägt den Namen des Schauspielers John Cleese. Zwei Forscher des Anthropologischen Instituts der Universität Zürich haben die neue Tierart beschrieben. Urs Thalmann und Thomas Geissmann tauften den Wollmaki auf den Namen des Schauspielers. Das berichtet die Universität in einer Pressemitteilung. Avahi cleesei – so der zoologische Name – kommt nur im Unesco-Weltnaturdenkmal “Tsingy de Bemaraha” im Westen von Madagaskar vor. Dies berichten sie in der Fachzeitschrift “American Journal of Primatology”.
| Ein Team um den Anthropologen Urs Thalmann hat die neue Tierart bereits auf einer Expedition im Jahr 1990 entdeckt. Es war den Forschern seit einigen Jahren klar, dass es sich um eine neue Lemurenart handelt. Geplante Untersuchungen scheiterten jeweils daran, dass Forschungsprojekte wegen tropischer Erkrankungen wie Malaria, wegen einer brutalen Bande von Viehdieben, aus finanziellen oder technischen Schwierigkeiten oder wegen der zeitweise unsicheren politischen Lage unterbrochen werden mussten. Schließlich haben sich die Forscher dafür entschieden, Cleeses Wollmaki basierend auf Haaren, Photo-, Video- und Tonbandaufnahmen als neue Tierart zu definieren, nachdem sie Verwechslungsmöglichkeiten durch Studien in den größten Museen der Welt ausschließen konnten. | ![]() |
Wollmaki in Madagaskar. © Foto: Informationsdienst Wissenschaft e.V./Universität Zürich |
Wollmakis sind etwa ein Kilogramm schwere Lemuren, nachtaktiv, leben in kleinen Familiengruppen und ernähren sich vegetarisch von auserlesenen Blättern und Knospen. Lemuren gehören zur Tiergruppe der Primaten, zu der biologisch auch die Menschen gezählt werden. Lemuren kommen ursprünglich nur auf der Insel Madagaskar vor, wo sie sich zu einer spektakulären Vielfalt entwickelt haben. Seit vor etwa 2000 Jahren Menschen mit der Besiedelung von Madagaskar begonnen haben und die Abholzung der Wälder im Zusammenhang mit der rasant wachsenden Bevölkerung zunimmt, ist das Schicksal der Lemuren und vieler anderer einzigartiger Tiere und Pflanzen Madagaskars ungewiss. Riesenlemuren, welche die Größe von Gorillas erreichen konnten, sind bereits seit einigen hundert Jahren ausgestorben. Die natürliche Einmaligkeit Madagaskars und die unmittelbare Bedrohung der biologischen Vielfalt haben Madagaskar einen traurigen Spitzenplatz als so genannten hottest Hotspot – lodernden Brennpunkt – für die weltweite Naturerhaltung beschert.
John Cleese und die Lemuren
John Cleese, bekannt als Mitglied der britischen Comedy-Truppe Monty Python, hat sich als Namenspate zur Verfügung gestellt. Als einer seiner besten Filme gilt die Komödie “Ein Fisch namens Wanda”, in der er gemeinsam mit Jamie Lee Curtis und Ex-Monty Python Michael Palin vor der Kamera stand. Mit der Namensgebung ehren die Zürcher Forscher den berühmten Schauspieler, Produzenten und Drehbuchautor für seine Filme, die Lemuren viel Aufmerksamkeit widmen. Für den Film “Fierce Creature” darf ein Ringelschwanz-Lemur auf dem Plakat mit Jamie Lee Curtis posieren, und der weniger bekannte, eindrückliche Dokumentarfilm “Operation Lemur with John Cleese” ist den Lemuren und ihrer bedrohten Heimat Madagaskar gewidmet. Es ist kein Oscar, den John Cleese mit seinen Wollmakis bekommt, sondern etwas noch Exklusiveres: Die Wollmakis werden seinen Namen für immer tragen.
Am nächsten Morgen müssen wir das kleine Paradies leider schon wieder verlassen. Mit dem Boot und zu Fuß geht es zurück zum Flugplatz. Die Maschine nach Tana hat heute eine knappe Stunde Verspätung. In der Hauptstadt werden wir von Saholy erwartet, einer Mitarbeiterin unserer madagassischen Partneragentur. Sie nimmt sich ein paar Stunden Zeit und zeigt uns auf einer Stadtrundfahrt die wichtigsten Gebäude der Hauptstadt. Auffällig sind die vielen Jacaranda-Bäume, die jetzt im Oktober wunderschön lila blühen. Wir besuchen die Krokodilfarm, auf der auch viele große Chamäleons leben und in deren Restaurant man Krokodil bestellen kann, und schließlich den großen Handwerkermarkt, an dem wir letzte Souvenirs erstehen. In dem bekannten Hotel in Flughafennähe verbringen wir die letzten Stunden bis zum spätabendlichen Abflug und bestellen noch ein leckeres Abendessen, bevor wir zum Abflugschalter gebracht werden. Die Maschine startet pünktlich.

Im Oktober blühen in Tana die Jakarandabäume. © Foto: mp
Am nächsten Morgen hat uns Europa wieder und begrüßt uns mit bedecktem Himmel und Nieselregen. Die schönen palmengesäumten Strände, das türkisblaue Meer und die freundlich lächelnden Menschen noch vor Augen fällt mir die Rückkehr schwer. Aber da ist auch die Sehnsucht nach unserer Tochter, an die ich viel gedacht habe. Es war stets beruhigend, sie in guten Händen zu wissen, und ich bin dankbar für die wunderbaren zwei Wochen nur mit Marco. Eine Reise in dieser Form werden wir wohl so bald nicht wieder machen können. Es war entspannt, oft erholsam, und schöner als erwartet. Madagaskar ist so vielfältig und faszinierend, und der Tourismus steckt auf sympathische Weise noch in den Kinderschuhen. Man kann sicher und zuverlässig reisen, jeder ist bemüht, es einem schön zu machen. Wo sonst wird man morgens im Restaurant gefragt, ob man gut geschlafen hat, und dann mit warmem selbstgebackenem Baguette, Corossol-Saft, frisch gebackenen Reisplinsen und gutem Kaffee mit süßem dicken Milchkonzentrat verwöhnt?
Die vielen Kinder, mal ängstlich, mal neugierig, mal ganz selbstbewußt und strahlend, habe ich diesmal mit anderen Augen gesehen. Es sind hübsche Menschen mit vielen verschiedenen Einflüssen – afrikanisch, indisch, indonesisch, die Hautfarbe von hellbraun bis tiefschwarz, die Haare von glatt bis kraus, und fast alle Mädchen haben den Kopf voller kleiner Zöpfe. Süß war auch der kleine Junge in Tana, der mir ein 20-Cent-Stück hochreckte und unablässig “Cinq cent Ariary” (fünfhundert Ariary) sagte. Als ich darauf einging, seine Münze nahm und ihm einen 500-Ariary-Schein reichte, schaute er ihn so ungläubig an, als ob er noch nie im Leben soviel Geld besessen hätte. Kaum noch zu überbieten ist sicherlich das Lächeln der Rezeptionistin des Baboo Village. Allein dieses Strahlens wegen sucht man gern nach Gründen, in ihr Büro zu gehen. Ach, es war einfach schön, eine interessante und entspannte Reise, und wir hoffen, daß sich unsere Kunden genauso in das Land und seine Menschen verlieben wie wir.

Hier hätten wir es gern noch ein bißchen länger ausgehalten: Bungalow im Baboo Village auf der Ile aux Nattes. © Foto: mp
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Aus unserer Erkundungsreise haben wir inzwischen eine für jedermann buchbare Naturrundreise durch Madagaskar geschneidert.

Wollmaki in Madagaskar. © Foto: Informationsdienst Wissenschaft e.V./Universität Zürich
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