Kenias Nationalparks werden in der Hochsaison teurer

Bloged in Allgemein, Kenia, Safari von Marco Montag Juli 26, 2010

Schulkinder am Lake Nakuru, einem der Premium Nationalparks in Kenia © Foto: Manfred Kautz

In Kenia steigen die Nationalparkgebühren in der Hochsaison. Laut der neuen Preistabelle von Kenya Wildlife Service (KWS), über die das kenianische Fremdenverkehrsamt informiert, zahlen Ausländer in den so genannten Premium-Parks Amboseli und Nakuru ab 2011 bis zu 75 US-Dollar pro Tag.

Neu eingeführt werden in diesen beiden Parks sowie in Aberdare, Tsavo East/West und Meru zwei unterschiedliche Saisonzeiten. In der Nebensaison bleiben in Amboseli und Nakuru die Gebühren bei 60 US-Dollar, die bislang für das ganze Jahr gelten. Aberdare, Tsavo und Meru kosteten bislang ganzjährige 50 US-Dollar pro Tag. Künftig gilt dieser Betrag in der Nebensaison, in der Hochsaison steigt die Gebühr auf 60 US-Dollar.

Als Hochsaison gelten die Monate Januar bis März sowie Juli bis Oktober. Für Kinder und Studenten gibt es Ermäßigungen. Kenianer zahlen grundsätzlich weniger als ausländische Besucher. Für Einheimische ist die Gebühr auch in Kenya-Shilling ausgeschrieben, während sie für Touristen in US-Dollar berechnet wird. In den meisten Reisepaketen sind die Nationalparkgebühren bereits im Gesamtpreis enthalten.

Der KWS kündigt seine Gebührenerhöhung ein halbes Jahr im Voraus und damit vergleichsweise langfristig an. Im Nachbarland Tansania kam es in den vergangenen Jahren schon vor, das Lodges rückwirkend höhere Parkgebühren für ihre Gäste entrichten sollten.

Kenya Wildlife Service – Übersicht der Nationalparkgebühren 2011

Visa-Gebühren für Kenia bleiben halbiert

Bloged in Allgemein, Kenia, Safari von Marco Mittwoch März 17, 2010

Pirschfahrt in Ostafrika. © Foto: Akorn

Kenia wird die im vorigen Jahr eingerichtete Halbierung der Visagebühren dauerhaft beibehalten. Das erklärte Eunice Miima, Kenias Staatsekretärin für Tourismus auf der Internationalen Tourismusbörse in Berlin (ITB), berichtet das kenianische Fremdenverkehrsamt. Kenias Tourismusminister Najib Balala hatte bereits im vorigen Jahr zur ITB die frohe Botschaft mitgebracht, dass die Gebühren für Touristenvisa vom 1. April 2009 bis Ende 2010 um 50 Prozent auf 20 Euro oder 25 US-Dollar pro Person gesenkt werden. Damit sollte der Tourismus in dem ostafrikanischen Land wieder angekurbelt werden. Da sowohl Vertreter der Tourismuswirtschaft als auch Urlaubsreisende dieses Signal sehr positiv aufgenommen hatten, habe die kenianische Regierung nun beschlossen, die ermäßigten Visagebühren dauerhaft beizubehalten. Damit bleibt die Einreisegebühr für Kenia deutlich günstiger als in den Nachbarländern Tansania und Uganda, die jeweils 50 US-Dollar verlangen.

Reisebericht Kenia Uganda Ruanda (4): Massai Mara

Bloged in Kenia, Reiseberichte von Marco Donnerstag März 29, 2007

Die erste Nacht in einem richtigen Zelt war bisher die angenehmste. Um den vielen Fliegen mit dem Frühstück zuvorzukommen, stehen wir etwas früher auf. Dann starten wir mit Jonathan zu einem etwa anderthalbstündigen Spaziergang durch die Savanne, bevor uns der 4×4-Hi-Ace wieder aufsammelt. Nach zweieinhalb Stunden Fahrt kommen wir im Mara Springs Camp an. Es liegt vor dem Haupteingangstor zum Massai Mara Wildreservat. Unter einer Überdachung stehen einige Tische und Stühle. Hier wird das Essen serviert, das die Köche der einzelnen Besuchergruppen in einer Gemeinschaftsküche zubereitet haben. Es ist also keine klassische Lodge mit Restaurant. Neben einfachen Zeltplatz-Einrichtungen für Camping-Urlauber haben unsere Hauszelte richtige Betten und eigene Duschen und Toiletten. Diese sind in einem kleinen Anbau-Zelt untergebracht, jeweils mit Wänden aus Zeltplane und per Reißverschluss verschließbar.

Leopard in der Massai Mara
Da schlägt das Fotofrafenherz höher: Ein Leopard legt sich in der Massai Mara in Pose.

Die erste Pirschfahrt am frühen Abend bietet schöne Landschaft, aber wenig Tiere, immerhin eine Gruppe von Elefanten, Giraffen und ein Löwe, der sich in einiger Entfernung hinter einem Baum versteckt. Das Gras in der weiten Mara ist jetzt im Juni, einige Wochen vor Ankunft der Gnu- und Zebra-Migration, sehr hoch (Elefanten verschwinden manchmal bis zur Häfte). So ist es nicht so einfach, Tiere zu entdecken.
Am nächsten Morgen brechen wir erst nach dem Frühstück gegen 8 Uhr, also relativ spät, auf. Dafür werden wir den gesamten Tag im Reservat verbringen. Gegen 10 Uhr, bei noch ganz guten Licht, entdecken wir drei Löwen-Männchen, die an zwei Büffel-Kadavern fressen. Näher geht es nicht. Bei dieser Szene leistet uns nur ein weiteres Safari-Fahrzeug Gesellschaft, später kommt ein drittes dazu. An einer Biegung des Mara-Flusses, nahe der Grenze zu Tansania, darf man aussteigen. Ein Ranger mit einer AK47-Kalaschnikow führt uns am Ufer entlang. Von oben kann man Hippos und Krokodile sehen, allerdings in gleißendem Mittagslicht, was den Fotos nicht gerade gut tut. Später fahren wir eine ganze Weile in der Gegend herum, ohne Tiere zu finden. Am Nachmittag dann ein Leopard in Pose auf einem Baum. Wir fahren direkt zu dem Baum, allerdings nur kurz. Der Fahrer hat es eilig, weil “off road”-Fahren verboten ist und das Gate nicht weit. Später steuerte er dann allerdings weiterhin quer durchs Gelände, weil er wieder über Funk einen Tip bekommen hat. Dann sehen wir plötzlich einen großen Pulk Autos, die hatten den Leoparden entlang eines Gebüsches verfolgt. Schnell sammeln sich 20 Autos. Zu sehen ist zunächst nichts. Bis Silvia in unserem Auto plötzlich den Leoparden laufen sieht. Das müssen auch die anderen Touris mitbekommen haben. Als wir unserem Fahrer sagen, er soll etwas weiter nach vorn fahren, haben uns schon zwei Autos rechts und ein anderes links ziemlich halsbrecherisch überholt. Dann jagt die ganze Meute querfeldein dem armen Tier hinterher. Auch wenn mit dem Busch-Funk die Chance, Tiere zu sehen, vergrößert wird, das sind hier schon sehr fragwürdige Auswüchse. Unser Unbehagen darüber erklären wir auch unserem Guide Nikolaus, der vor ein paar Tagen mal etwas von Öko-Tourismus erzählt hat.
An unserem letzten Tag in der Mara brechen wir nochmals zeitig gegen 6.30 Uhr zur Pirschfahrt auf. Geparden können wir leider wieder nicht finden, dafür nochmals Löwen im besten Licht und Büffel recht nah. Nach einem Brunch starten wir gegen 12 Uhr zu einer holprigen Fahrt, die gegen 17.30 Uhr in Nairobi endet. Das Hotel 680 ist recht groß und in Ordnung. Koch und Fahrer bekommen von uns drei Gästen zusammen je 50 US$ Trinkgeld, Nikolaus 80 US$. Wir wissen, daß in Ostafrika inzwischen recht hohe Trinkgelder üblich sind und hoffen, daß die Beträge uns einerseits nicht knauserig aussehen lassen und andererseits die Preis nicht weiter verdorben werden. Immerhin waren wir mit dem Service in der vergangenen Woche zufrieden. Außerdem laden wir Nikolaus noch zum Abendessen ein, ins Carnivore, wo wir verschiedenes Grillfleisch probieren, bis nichts mehr reingeht.

Stau in der Massai Mara
Die Schattenseite: Massenandrang von Pirschfahrzeugen in der Massai Mara. In Botswana, auch in Uganda, wären solche Szenen undenkbar.

(Reisenotizen von der Safari Geparden, Giraffen und Gorillas im Mai/Juni 2006 – Fortsetzung folgt)

Reisebericht Kenia Uganda Ruanda (3): Lake Nakuru

Bloged in Kenia, Reiseberichte von Marco Freitag März 16, 2007

Nachdem sämtliches Gepäck samt Camp- und Kochausrüstung verladen ist, erreichen wir nach etwa einer Stunde Fahrt kurz nach 9 Uhr den Mt. Longonot Nationalpark. Der Aufstieg bis zum Kraterrand dauert etwa anderthalb Stunden und teilt sich in zwei steilere und zwei flachere Abschnitte auf. Oben hat man einen schönen Blick in den Krater, der mit Bäumen und Buschwerk bewachsen ist und von steilen Felswänden umrahmt wird. Auch der Lake Naivasha ist von hier oben gut zu sehen. Gut zu erkennen ist auch die in Bau befindliche Fernverkehrsstraße, und zwar an den riesigen Staubwolken, die die unzähligen Lkw hinter sich herziehen. Sie müssen eine staubige und durch riesige Schlaglöcher sehr abenteuerliche Behelfsstraße befahren, während daneben von EU-Geldern eine neue Straße Richtung Westkenia und Uganda gebaut wird. Das Fahren und Schütteln zwischen den großen vollbeladenen Lastern, oft ganz ohne Sicht, ist in mehrfacher Hinsicht atemberaubend. Nicht nur wegen des allgegenwärtigen Staubes. Manchmal kommen uns auf einer normalen Straßenbreite drei Autos nebeneinander entgegen: Zwei Lkw beim Überholen und ein Matatu (Kleinbus), der die beiden Lkw überholt. Die ganze Szene zeichnet sich nur schemenhaft in einer Staubwolke ab, während das eigene Fahrzeug durch die Schlaglöcher donnert. Erstaunlich, wie unser Fahrer hier die Nerven behält. Kein Wunder, daß deutsche Reiseveranstalter keine Selbstfahrer-Touren in Ostafrika verkaufen wollen.

Ein schöner Kontrast zu dem staubigen Streß auf der Straße ist unser Gasthaus am Lake Naivasha: Einfach, sauber, gemeinsames Bad, Zimmer mit richtigen Betten. Unser Koch darf die Küche benutzen. Es sind keine anderen Gäste hier, nur Zebras und Wasserböcke auf der Wiese vor der Veranda. Als wir ans Seeufer zu den Tausenden Flamingos kommen, ist gerade eine große Wolke vor der Sonne. Ich hoffe, die Bilder sind trotzdem verwendbar. Wir sehen noch Nashörner (eins ganz nach im guten Abendlicht), Büffel und – gemeinsam mit den Insassen von 15 über Funk zusammengetrommelten Safari-Wagen – einen Leoparden. Das sind immerhin 3 der Big 5, also keine schlechte Ausbeute für die erste richtige Pirschfahrt.
Nur eine Tasse Kaffee, dann brechen wir am nächsten Morgen schon vor Sonnenaufgang zur Pirschfahrt auf. Am Schluss halten wir auf meinen Wunsch nochmals bei den Flamingos an und ich packe das Stativ nochmals aus – diesmal im Sonnenlicht.

Flamingo-Beobachtung am Lake Nakuru
Bei den Flamingos am Lake Nakuru

Gegen 10 Uhr beginnt dann eine recht lange Fahrt, die diesmal aber über eine bessere, kleinere und weniger befahrene Straße führt. Es geht durch ein fruchtbares, grünes und mit guten Häusern sichtbar wohlhabendes Hochland. Bis dann etwa eine halbe Stunde nach der Mittagsrast in Narok die Landschaft plötzlich trockener wird. Unser Camp erreichen wir gegen 15 Uhr. Es liegt in einer Akazien-Lichtung oberhalb eines Flussufers. Unten treiben die Massai ihre Herden vorbei. Mit unserem Führer Jonathan besuchen wir dann sein etwa einen Kilometer entferntes Dorf und dürfen auch in sein kleines, finsteres Lehmhaus kriechen. Er erzählt uns vom Leben der traditionsverhafteten Massai, während hinter uns in der Dunkelheit das sieben Monate alte Baby röchelnd schläft. Jonathan und sein Bruder kommen für die Nacht zu unserem Zelt-Camp und schlafen auf dem Boden vor dem Lagerfeuer, als müssten Sie uns bewachen. Die romantische afrikanische Abendstimmung wird anfangs nur von der Fußballübertragung im Autoradio – auf Swahili – gestört. Immerhin sollen die Deutschen das WM-Eröffnungsspiel 4:2 gewonnen haben.

Massai-Guide Jonathan
Führte uns durch die Steppe bei Olanganaiyo: Massai-Hirte Jonathan

(Reisenotizen von der Safari Geparden, Giraffen und Gorillas im Mai/Juni 2006 – Fortsetzung folgt)

Reisebericht Kenia Uganda Ruanda (2): Hell’s Gate

Bloged in Kenia, Reiseberichte von Marco Mittwoch März 14, 2007

Nach der Flugreise via Dubai endlich wieder eine Nacht zum Schlafen. Die Schaumstoffunterlage ist viel zu weich, der Schlafsack ziemlich warm. Am Morgen brechen wir zum Hells Gate Nationalpark auf. Am Eingangstor sind nur vereinzelte andere Besucher auszumachen. Hier könnte man sogar Mountain Bikes mieten. Wir wandern los, die ersten 8 Kilometer auf einem Weg geradeaus. Man sieht schöne Felslandschaft und später auch Tiere in nicht allzu weiter Entfernung: Warzenschweine, Zebras, Antilopen, Geier u.s.w. Dann klettern wir in eine Schlucht. Weil der Regen viel Geröll und manchen großen Felsbrocken ausgewaschen hat, sind einige ganz heftige Kletterpartien zu meistern. Bevor der Canyon wieder in eine offene Landschaft übergeht, plätschern heiße Quellen von den steilen Felswänden. Mittags gibt es ein Lunch-Paket mit kaltem Hühnchen und Sandwiches.

Schlucht im Hell's Gate nationalpark, Kenia

Am Abend unternehmen wir eine Bootsfahrt auf dem Naivasha-See. Wir sehen die Fischer, die in beachtlicher Nähe zu den gefährlichen Hippos, bis zur Brust im Wasser watend, ihre Netze einholen. Viele Vögel, Pelikane, Reiher, Gänse und einige Schreiseeadler, bieten schöne Motive im warmen Abendlicht. Auf einer Insel im See grasen Wasserböcke. Ihre Vorfahren hatte ein Filmteam hierher gebracht – als Kulisse für den Streifen “Jenseits von Afrika”. Im Hintergrund ragt der Vulkankegel des Mt. Longonot auf, den wir am nächsten Tag besteigen sollen. Am Ende des staubigen Wandertages ist die erste Dusche nötig. Die Gemeinschaftsduschen hier auf dem Campingplatz sind zwar einfach aber sauber. Die Sanitär-Anlagen machen einen besseren Eindruck, als ich es von den einfachen Camping-Safaris in Tansania in Erinnerung habe, allerdings werden sie hier wohl auch seltener benutzt. Das Abendessen ist wieder lecker. Es gibt Nil-Barsch aus dem nahen Victoria-See, Kartoffeln, Gemüse und Spinat.

(Reisenotizen von der Safari Geparden, Giraffen und Gorillas im Mai/Juni 2006 – Fortsetzung folgt)

Reisebericht Kenia Uganda Ruanda (1): Lake Naivasha

Bloged in Kenia, Reiseberichte von Marco Mittwoch März 14, 2007

Nairobi – Kaum in Afrika angekommen, begegne ich der ersten Schlange. Nur die Nerven behalten! Am Kopf der Schlange sitzen zwei Beamte hinter dem Einreiseschalter. Nach einer Viertelstunde und zwei ausgefüllten Formularen ist alles geschafft. 50 US-Dollar in bar, und schon habe ich das Visum für Kenia. Meine zwei Reisekollegen hatten ihre Visa schon in Deutschland beantragt, dafür mehr bezahlt – und trotzdem standen sie bei der Einreise in der Schlange.

Entlang des Great Rift Valley geht es Richtung Norden. Der Toyota Hi-Ace-Minibus kämpft sich die steile Straße nach oben, immer wieder ergeben sich schöne Ausblicke auf das breite Tal, den Großen Afrikanischen Graben. An den schönsten Aussichtsstellen haben Andenkenhändler Ihre Stände aufgebaut, bieten geschnitzte Tiere und allerlei andere Souvenirs feil.

Unsere erste Station ist der Lake Naivasha. Vom Ufer etwas zurückgesetzt, liegt unser Camp unter großen Bäumen. Auf einer saftig grünen Wiese, die zwei Angestellte mit zwei Macheten in mühsamen Schwüngen kurz zu halten versuchen, könnten die Zelte aufgebaut werden. Unser kenianischer Guide Nikolaus besorgt aber die Schlüssel für die kleinen Bungalows, lässt Bettlaken bringen, und wir ziehen in die sehr einfachen, aber festen Behausungen ein. Das hat den Vorteil, nach dem langen Flug erst einmal die in der großen Reisetasche verstauten Utensilien bequemer ordnen zu können als es in einem kleinen Zelt. Unter einem Verschlag bereitet der Koch das Abendessen vor. Aus der Ferne hört man das Schnaufen der Flusspferde im See.

(Reisenotizen von der Safari Geparden, Giraffen und Gorillas im Mai/Juni 2006 – Fortsetzung folgt)

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