Neuigkeiten und Berichte von Outback Africa Erlebnisreisen

Ulrike

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Nun wartet der absolute Höhepunkt auf uns. Helicopter Horizons, eine junge aufstrebende Firma, die Helikopterflüge anbietet, hat uns auf einen Flug über das Delta eingeladen.

Wir warten an der „Tankstelle“, einem Benzinfass im Nirgendwo. Mit ein wenig Verspätung kommen zwei Hubschrauber angeschrappt und ich setze mich hinein. Wir alle bekommen riesige Kopfhörer mit einem kleinen Mikro vor dem Mund, damit wir uns verständigen können. Sanft hebt der Heli ab und man merkt gar nicht gleich, dass man schon fliegt. In etwa 80 Metern Höhe schweben wir über das gut gefüllte Okavango-DSelta. Was für ein Erlebnis! Unter uns stapfen Elefanten durch das Wasser, wir sehen ein paar Flusspferde und versinken mental in diesem frischen grünen Stückchen Erde. Plötzlich sehe ich ein weißes Viereck vor uns und der Hubschrauber landet sanft – Ach wie schade, denke ich. Unser Pilot hüpft sportlich heraus und holt eine Kiste aus dem Laderaum. Erst jetzt begreife ich, was er vorhat. Habe ich mich doch schon über das Tischchen im Gras mit einer blütenweißen Tischdecke gewundert. Nun werden Snacks, Champagnergläser und die dazugehörigen Flaschen drapiert. Wir stoßen an und freuen uns, dass es der liebe Gott so gut mit uns gemeint hat.

Anschließend fliegen wir noch ein paar Minuten weiter und landen nur wenige hundert Meter vor der Xudum Okavango Delta Lodge, unserer nächsten Unterkunft für eine Nacht.

Hier werden wir mit einem Lied und einem Welcome-Drink erwartet. Ich fühle mich auf Anhieb sehr wohl und willkommen.

Die Zimmer sind ein wenig dunkel, was ich persönlich sehr schade finde, denn der Rest stimmt einfach – das Essen, das Personal und das gesamte „Drumherum“. Aber wir vermissen nichts. Trotz der etwas düsteren Zimmer mag ich dieses Camp sehr. Man kann auch auf einer erhöhten Außenterasse schlafen. Darauf verzichte ich aber lieber in Anbetracht der Nachttemperaturen von nur 5 bis 10 Grad.

Xudum Okavango Delta Lodge

Ein Highlight unserer Reise ist eine Mokoro-Fahrt. Fast lautlos gleiten wir durch die Wasserlandschaft. Unser Poler erklärt uns die Natur und wir versuchen, ihn ein paar Brocken deutsch zu lehren. Am Ende kann er „Hallo“, „Wie geht’s?“ und „Mir geht es gut.“. Er freut sich über die kostenlose Unterrichtsstunde und wir haben Spaß dabei. Als wir schon wieder auf dem Rückweg sind, kommt uns ein gefüllter Autoreifen entgegen geschwommen. Womit der wohl gefüllt war…?

Wir besuchen noch am Abend das benachbarte Xaranna Okavango Delta Camp, das mir ein wenig moderner und heller erscheint. Leider sind dort alle Zimmer belegt und wir können uns nur den öffentlichen Bereich anschauen. &Beyond möchte genau wie Wilderness Nashörner in der Gegend ansiedeln. Dafür hat das Unternehmen extra eine Insel gepachtet, wohin sechs Tiere eingeflogen wurden. Ich habe dabei ein wenig gemischte Gefühle, denn ich denke, dass Nashörner wohl eher Steppentiere sind und wer weiß, ob die sich im Okavango-Delta überhaupt heimisch fühlen? Laut &Beyond klappt es aber ganz gut, für einen Besuch auf der Insel reicht die Zeit aber nicht. Wir treffen aber einen Wildhüter, der sich um die Tiere kümmert. Auch er ist optimistisch und so freue ich mich, dass hier immer mehr für den Artenschutz getan wird.

Xaranna Okavango Delta Camp

Sowohl Xudum als auch Xaranna sind Wassercamps. Die Aktivitäten, die geboten werden, finden vornehmlich auf dem Wasser statt – also Mokoro-Fahrten, Angeln, Bootsfahrten. Wir sehen vom Boot aus mehrmals Elefanten, eine Menge Wasservögel und auch Giraffen.

Am Abend werden wir wieder einmal mit einem köstlichen Mahl verwöhnt und fallen, wie an manchen anderen Abenden, müde ins Bett.

Wie so oft auf dieser Reise bin ich auf das nächste Camp sehr gespannt. Das Chief’s Camp liegt auf der gleichnamigen Insel mitten im Okavango-Delta. Chief’s Island ist berühmt für seinen Tierreichtum und die Exklusivität. Nur sehr wenige Lodges haben das Privileg erhalten, dort ein Zeltcamp erbauen zu dürfen. Chief’s ist neben dem Mombo Camp von Wilderness eines der berühmtesten. Ganz entspannt komme ich in Chief’s an. Nach einer Zwischenlandung in Jao sind noch zwei Passagiere in meinen Flieger eingestiegen. Ich darf aber vorne sitzen bleiben und genieße das herrliche Panorama und den Blick auf das Delta. Wie immer erwartet uns schon ein Fahrzeug, das uns zum Camp bringt. Unterwegs begegnen uns ein paar Zebras und viele, viele Impalas. Ich komme noch vor meinen Kollegen im Camp an und beziehe erst einmal mein großzügiges Zelt. Wieder liegt liebevoll hergerichtete Dekoration aus Zweigen und einem WELCOME aus Bohnensamen auf meinem Bett. Mir gefällt das Camp recht gut, nur die langen Sandwege sind nicht so meins. Wir haben ausgerechnet den allerletzten Bungalow erwischt und so fluche ich schon ein bisschen. Im Nachhinein fällt mir auf, dass die Wege immer gut gekehrt und von Fußspuren befreit werden.

Die zwölf Zimmer der Lodge sind groß und komfortabel. Sie lassen keine Wünsche offen. Man kann drinnen duschen oder draußen, je nach Lust und Laune. Auch wenn wir gerade Winter haben, nutze ich die Außendusche, weil das einfach ein tolles Safari-Gefühl gibt.

Chief`s Camp

Nun habe ich ein bisschen Zeit zum Verschnaufen und mache zum ersten Mal während dieser Tour ein Nickerchen. Ausgeruht und voller Tatendrang starten wir zur ersten Pirschfahrt, nachdem die anderen auch angekommen sind. Marco hat mir die Pirschfahrzeuge von Sanctuary, der Lodgekette, zu der Chief’s gehört, als die komfortabelsten geschildert, die er kennt. Nun ja, vielleicht war er ja mit anderen Fahrzeugen unterwegs. Unsere haben eine Armlehne aus Holz, die mich während der ganzen Fahrt ein bisschen stört, weil ich dauernd mit dem Ellenbogen da anstoße. Der Guide erklärt uns, dass er offroad fahren darf, wenn er nach einem der Big Five pirscht. Offensichtlich will er uns beweisen, dass es hier wirklich Elefanten, Nashörner (Spitzmaulnashorn, Breitmaulnashorn), Büffel, Löwen und Leoparden gibt, denn er fährt so gut wie nie auf einem befestigten Weg. Das Geschüttel lohnt sich, denn am Ende der Pirschfahrt treffen wir auf einen majestätischen Löwen, der in der untergehenden Sonne für uns posiert. Zum Sundowner sind wir immer noch sehr beeindruckt, wir hören das Brüllen des Löwen in der Ferne und jeder sinniert ein bisschen vor sich hin – schön, diese ruhigen nachdenklichen Momente. Wir haben noch einen netten Abend und fallen, wie schon so oft, müde ins Bett.

Am nächsten Morgen starten wir wieder früh zu einer Pirschfahrt. Es geht wieder über Stock und Stein. Wir versuchen, die von Wilderness auf Chief’s Island eingeflogenen Nashörner zu finden. Etwa 50 Stück sollen es sein auf einer Fläche von etwa 1000 km². Leider haben wir kein Glück, aber als wir fast schon wieder bei der Lodge sind, treffen wir noch einmal auf unseren stattlichen Löwenherren vom Vortag, der sich mit seiner Partnerin müde in der Sonne räkelt. Vorher hatten wir noch einen kleinen Schakal gefunden, der einen saftigen Braten in seiner Höhle versteckt hatte. Unser Guide fährt so nahe an die Höhle heran, dass der arme Kerl sich nicht traut, sein Frühstück fortzusetzen. Wir finden das nicht so gut und bitten den Guide um ein wenig Abstand. Ich wünsche mir oft, in der Hochsaison reisen zu können. Unsere Gäste kommen dann mit spektakulären Aufnahmen zurück, die mir leider entgehen. Vielleicht ist es aber auch einfach Pirschfahrerpech, das mich verfolgt. Wer weiß?

Vumbura soll eines der schönsten und komfortabelsten Wilderness Camps sein. Was soll ich sagen? Es stimmt!!!

Schon der öffentliche Bereich ist riesig und geschmackvoll eingerichtet. Überall findet man Sitzecken, in denen es sich großartig ausruhen lässt. Ich unterhalte mich kurz mit Mike, dem Manager, und stelle meine obligatorischen Fragen nach den Aktivitäten, der Anzahl der Zimmer und ab welchem Alter Kinder willkommen sind. Dann bringt mich Mike zu meinem „Zimmer“. Ich belege das letzte Zelt in der Reihe und so dauert der Fußmarsch etwa fünf Minuten. Die Zelte sind recht weit voneinander entfernt, damit niemand den anderen stört. Von außen sieht man nur eine Holztür und ein bisschen Dach. Als sich die Holztür öffnet, bin ich wirklich hin und weg. Vor mir liegt eine riesige Veranda mit einer kuscheligen Sitzecke, einem Pool und zwei Liegen, von denen aus man den Hippos im angrenzenden Hippopool zuschauen könnte. Im Moment sind die Hippos aber alle abgetaucht. Ich höre ihr Grunzen nur in der Nacht.

Das zweite Wow-Erlebnis habe ich dann, als sich die Tür zum Zelt-Zimmer-Bungalow öffnet. Vor mir steht ein riesiges Bett, es gibt einen Schrank mit allem, was man auf Safari unbedingt braucht – auch ein Fön, Hanteln und eine Gymnastikmatte gehören dazu. Ich kann nicht genau sagen, wie groß das Zelt ist. Es beherbergt außerdem eine weitere Sitzecke mit einer Minibar, aus der man alles haben kann, was das Herz begehrt.
Ich fotografiere erst einmal alles und entschließe mich dann zu einem Foto im Pool mit Selbstauslöser. Das Wasser ist klirrekalt – aber egal, wie ein junges Reh hüpfe ich hinein und freue mich schon auf die neidischen Gesichter der Kollegen zu Hause. Später entschließe ich mich, das Bild doch lieber zu löschen. Danach muss ich erst einmal eine heiße Dusche nehmen, um mich wieder aufzuwärmen. Ich hatte mit Marco vorab die Überschrift für diesen Teil meines Reiseberichtes besprochen und ich kann sagen: Ja, ein Traum wird wahr!

Vumbura Camp

Nachmittags geht es auf Pirschfahrt. Ich bin ein wenig enttäuscht, dass wir nur wenig Wild zu Gesicht bekommen, aber wir sind nun einmal nicht im Zoo. Es gibt eine Absprache unter den Guides, dass maximal drei Pirschfahrzeuge an einer Tiersichtung bleiben dürfen. Eine gute Idee, finde ich gleich. Das kann ich nur befürworten! Im öffentlich zugänglichen Teil von Moremi hat man nämlich manchmal schon tansanische Verhältnisse.

Den Abend beschließen wir mit einer Boma. Das Personal singt für uns und ich falle anschließend müde und überwältigt ins überdimensional große Bett. Nachts kommt heftiger Wind auf und ich fürchte mich fast ein bisschen in meinem Zimmer. Es wird kühl. Schließlich falle ich aber doch in einen tiefen und zufriedenen Schlaf.

Am nächsten Morgen kann ich ein wenig ausschlafen, denn mein Flieger geht erst am späten Vormittag in Richtung Chiefs Island. Vorher habe ich aber Gelegenheit, Vumbura North anzusehen. Das ist das Schwestercamp von Vumbura South, wo ich gerade übernachtet hatte. Roger, ich hoffe, ich habe mir seinen Namen richtig gemerkt, kümmert sich um mich. Er lebt schon seit 13 Jahren in der Abgeschiedenheit Afrikas. Ursprünglich kommt er aus Simbabwe und hat englische Wurzeln. Er erklärt mir alle wichtigen Informationen zu Vumbura und beantwortet geduldig meine Fragen. Insgesamt gibt es 14 Zimmer/Zelte, wie auch immer man es nennen mag, die sich auf zwei Camps aufteilen. Vumbura North und Vumbura South sind zwei identische Camps, die nur etwa 500 Meter auseinander liegen. Trotzdem bekommt man vom jeweils anderen Camp nichts mit. Der öffentliche Bereich von Vumbura North ist vor etwa einem halben Jahr abgebrannt und wurde ein bisschen moderner wieder aufgebaut. Es gibt Glastüren, die bei Unwettern geschlossen werden können. Die Zimmer sind ansonsten gleich, allerdings gibt es hier auch eine Familieneinheit. Die steht den anderen Zimmern in Größe und Luxus in nichts nach. Für Kinderbetreuung ist ebenfalls gesorgt. Mir fällt auf, dass selbst bei den hochpreisigen Unterkünften immer öfter auch auf Familien eingegangen wird.

Das nächste Camp, dem ich noch eine Stippvisite abstatten kann, ist Little Vumbura. Das gehört zu den Classic Camps. Die Zimmer sind nicht so riesig, aber man hat alles, was man braucht. Little Vumbura erreicht man nur mit einem Bootstransfer. Ich finde das Camp wunderschön und gemütlich. Leider reicht die Zeit nur für ein paar Fotos. Wir müssen schon weiter. Roger und der nette Fahrer verabschieden sich von mir mit einem Tässchen leckeren Kaffees und selbstgebackenen Butterplätzchen. Ich werde am Vumbura Airstrip abgeliefert und habe ein ganzes Flugzeug nur für mich. Welch ein Luxus!

Little Vumbura

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